Sophie steckt fest - im Hamsterrad aus Studium und Leistung, in einem sterbenslangweiligen Praktikum. Dabei sind sich alle einig: aus ihr wird mal was. Nur was, das weiß selbst Sophie nicht. Und so folgt sie einem Impuls und kauft per Klick im Internet für einen Spottbetrag ein altes, verfallenes Haus in der ostdeutschen Provinz. Doch die Renovierungsarbeiten stellen sich als schwieriger heraus als auf YouTube dargestellt. Und was macht man mit den langen Stunden der Stille zwischen den Tagen? Dort, wo nur weite Felder und flirrendes Licht sind, beginnt Sophie endlich, die Erwartungen anderer abzustreifen und sich zu fragen: Was will ich eigentlich? Und warum?
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Jahreshighlight
Bewertung am 02.06.2026
Bewertungsnummer: 3156236
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Obwohl erst der Juni angebrochen ist, ist dieses Buch mein absolutes Jahreshighlight.
Es hat mich genau dort abgeholt, wo ich es brauchte. Hat mir Mut und weise Worte und eine neue Perspektive geschenkt. Ich habe den Schreibstil, die Geschichte und die Charaktere so sehr geliebt. Es wurde nie langweilig und die Autorin hat ein unglaublich gutes Auge fürs Detail und kann dieses Detail dann auch in unglaublich kluge, schöne und witzige Worte fassen.
Lenkt den Fokus auf die wichtigen Dinge
Karolina am 31.05.2026
Bewertungsnummer: 3154199
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit »Statt aus dem Fenster zu schauen« hat Anna Katharina Scheidemantel einen Roman geschrieben, der mich tief im Inneren anspricht, lange beschäftigt und mich tagelang in seinem Vibe festgehalten hat.
Sophie ist 25 und steigt aus. Plötzlich, sogar unerwartet für sie selbst. Sie möchte mehr vom Leben als nur Exceltabellen zu bearbeiten und kauft impulsiv und ungesehen ein Haus im Nirgendwo für 3000 €. Mit vielen Zweifeln im Gepäck reist sie Hals über Kopf dorthin und findet sich in einer Bruchbude wieder. Und da sie keine ist, die schnell aufgibt, wird das Projekt "Renovierung" nach und nach in Angriff genommen.
Ich habe es einfach nur genossen, Sophie bei ihrem Vorhaben zu begleiten. Sie war mutig, entschlossen, aber gleichzeitig von Zweifeln und Versagensängsten begleitet. Ihre Situation, ihre Gedanken wurden so greifbar, unbeschönigt und echt wiedergegeben. Sie übernimmt mehr Verantwortung, bricht aus ihrer comfort zone aus, denkt nicht mehr lange über Dinge nach, sondern macht einfach. Sie probiert aus, scheitert, steckt Rückschläge ein und steht wieder auf. Und dabei genießt Sophie das pure Leben und eine ungeahnte Freiheit.
Denn genau darum ging es im Roman: Entschleunigung, im eigenen Leben ankommen, reflektieren, den Fokus auf die wichtigen Dinge lenken, weg von Perfektion und ständiger Selbstoptimierung. Menschlich und fehlbar sein. Herausfinden, was überhaupt wichtig ist, wenn man den Druck von außen ablegt.
»Statt aus dem Fenster zu schauen« ist eine warme Geschichte, die mit einem gewissen Charm und einer unvergleichbaren und mühelosen Leichtigkeit überzeugt. Anna Katharina Scheidemantel hat mich oft genug in der Handlung überrascht und eine Protagonistin geschaffen, mit der man sehr schnell eine intensive Bindung eingeht. Ein wundervoller und authentischer Roman, der einlädt, Fragen zu stellen, und wenigstens gedanklich einmal auszubrechen.
Meinung aus der Buchhandlung
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Das Leben ist kurz - und ich muss gar nichts, außer zu leben! Ein echtes Meisterwerk oder eine ultimative Anleitung zum Glücklichsein? Dieser Roman ist der absolute Wahnsinn, sprüht vor Energie, macht unnormal Mut und liest sich weg wie nichts. Ich könnte ewig so weiterlesen...
Sophie Geiger hat genug von ihrem langweiligen ("Dasein") im Münchner Alltag und kauft spontan ein Haus auf dem Land, im Nirgendwo. Scheiß auf die Erwartungen anderer, leb dein eigenes Leben, steht auf dem Ticket in ihr neues Zuhause, denn wahre Freiheit beginnt dort, wo wir aufhören, nach den Regeln der anderen zu leben. Zwischen Ruine und Landidylle startet Sophie in einen Neuanfang voller Abenteuer und versucht dem Glück im einfachen Leben auf dem Land, Stück für Stück näher zu kommen. Die Geschichte strahlt eine wunderbare Wärme aus und geht direkt ans Herz. Es entschleunigt beim Lesen und feiert den Mut zur Veränderung oder einem Neuanfang. Ein absolut fesselndes Highlight, das noch lange nachwirkt und zum Träumen und Nachahmen einlädt.
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Das Cover lädt direkt zum Verweilen ein, die Ausgangssituation zum Träumen. In Anna Katharina Scheidemantels Debütroman dreht sich die vermalte Geschichte um Sophie - sie fühlt sich im Alltagssumpf festgefahren, findet auf Kleinanzeigen ein baufälliges Haus inmitten Nirgendwo am anderen Ende Deutschlands, drückt auf Nachricht senden, packt ihre Taschen und geht einfach daraufhin los, ohne zweimal darüber nachzudenken oder sich umzudrehen. Ich könnte mich eins zu eins wieder darin finden und denke auch, es ist ein ziemlicher millennial dream, einfach auszusteigen und sich an einem idyllischen Ort mit Hühnern, eigenem Garten und Co. plus ohne andere Menschen (Social Media, Situationships, sinnbefreiten Jobs usw.) niederzulassen – zumindest oftmals meiner. Die Figur der Sophie fand ich auch sehr sympathisch und relatable, in so manchen – einfach ein Haus zu kaufen ohne große Kenntnisse wie zu renovieren, darauflos streichen und Türen zu verschließen, zu dem, was wir nicht sehen wollen; einfach schauen, was passiert und irgendwie wird sich schon alles richten. Kenn ich, fühl ich. Aber je weiter die Geschichte ging, desto weniger warm wurde ich mit ihr. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch sehr viele begeisterte Lesende abholen wird, für mich wars dann doch eher weniger so, aber das ist ja auch voll ok. Was mich hier etwas rausgeholt hat, war zum einen der ständige Gebrauch des Worts „man“ – persönliche Präferenz vielleicht, aber ich kanns nicht ab, deshalb ist es mir wahrscheinlich auch so oft ins Auge gefallen. Auch fand ich es dann etwas meh, dass Sophie ihre Geschichte mit einer klassischen RomCom verglichen hat, ihre dann aber quasi beinahe vergleichend ablief (klar, Moritz nicht ihr Retter in Nöten und auch keine romantische Liebesgeschichte). Als Sophie und Moritz in Berlin waren haben sie das Thema ihrer Privilegien zwar angeschnitten, Sophie auch nochmals in Gedanken zu Heiko, war mir aber am Ende etwas zu wenig präsent; auch dass Sophie zu Ende hin alles finanzielle unerwähnt lässt, ging mir nicht aus dem Sinn. Mal schauen was passiert immer wieder gerne aber wie Grundstückssteuer und Lebenserhalt finanzieren, ohne Erspartes, größeres Einkommen oder finanzielle Absicherung von außen? In „Statt aus dem Fenster zu schauen“ zwar nicht die Hauptthemen, denn hier geht es denk ich eher darum, einen Sinn im eigenen Dasein zu finden, ohne Druck von außen, aber ich konnte diese ganzen Punkte bei meinem Lesen nicht ganz außen vor lassen. Das ja auch das feine an Literatur und dem Lesen diverser Genres – herauszufinden, was sich selbst dabei wichtig ist und gefällt. Im Ganzen fand ich das Debüt gut geschrieben und auch die Geschichte und die Überlegung eine spannende, für mich persönlich vielleicht etwas zu flach gehalten, aber fein, um etwas abzutauchen und sich selbst ins Malerische zu denken.
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