Als sehr begeisterte Nirvana-Hörerin und liebhabende Australiens (danke hierfür, King Gizzard), fieberte ich diesem Debüt besonders entgegen. Liz Allen, ins Deutsche übersetzt von Lisa Kögeböhn, schreibt eine Coming-Of-Age Geschichte so schonungslos und mitreißend, voller Authentizität und Emotion. 1994, Vincent, Australien. Vier beste Freundinnen wollen der Kleinstadt, in die sie reingeboren wurden, entfliehen. Sie wollen kein Leben mit Kindern und Alkoholiker als Ehemänner, die, wie die Freunde ihrer Mütter, sie ständig schlagen. Ihr Ausweg - der Battle of the Bands, denn sie brüllen all ihre Teenage Angst, Wut und Frustration aus ihren Leibern, shredden an Gitarren und schlagen auf Drums wie ihre großen Idole Nirvana, allen voran Kurt Cobain. Ihr Mantra, die Zukunft ist eine Mutprobe, treibt sie vorwärts und nichts wollen sie sehnlicher, als dort ihren Durchbruch zu schaffen. Doch als Lily aus der Gruppe aussteigt und gleichzeitig heftige Vorwürfe des Missbrauchs gegen ihren Musiklehrer aufkommen, scheint ihr Traum gleich einer Blase zu platzen. Wie können sie es aus all dem rausschaffen? Hier trifft Female Rage in purster Form, als Teenager Freundinnenschaft, auf rohe, patriarchale und systematische Gewalt und Misogynie. Getrieben von Grunge, Punk und dem Verlangen, ihren Traum zu erreichen, müssen sie sich fragen, wie weit sie wirklich gehen wollen. Ich habe den Roman verschlungen und liebe all die Verbindungen, die Liz Allen zwischen Nirvana, patriarchaler Gewalt und Gesellschaftsstrukturen hineinschreibt. Fun Tipp - ich habe danach direkt mit dem Lesen von Melissa auf der Maurs Biographie "Even the Good Girls Will Cry" begonnen und kann diesen Übergang nur sehr empfehlen! Weiterer Pluspunkt, es gibt auch eine Playliste zum Buch und ich werde die nächste Zeit wieder mit Nirvanas Diskographie verbringen, yay!