Produktbild: Die Vegetarierin

Die Vegetarierin Roman | Nobelpreis für Literatur 2024

88

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.10.2024

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

190

Maße (L/B/H)

21,9/13,2/2,1 cm

Gewicht

290 g

Farbe

Terracotta / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

채식주의자 (The Vegetarian)

Übersetzt von

Ki-Hyang Lee

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-04260-8

Beschreibung

Rezension

»Han Kang hat ein zartes, leises, surreales Widerstandsbuch von ungeheuerlicher Kraft geschrieben. Einer Kraft, die langsam wirkt, dann aber gewaltig.« ("DIE ZEIT")
»Hang Kangs Sprache ist auf den Punkt gebracht, bildhaft, aber schnörkellos.« ("n-tv Nachrichtenfernsehen")
»Ein spannender, berührender, sehr zum Nachdenken anregender Roman« ("Melsunger Allgemeine")
»Was Han Kangs verstörenden Roman so aussergewöhnlich macht, ist, dass er die grossen Fragen der Gegenwart aufwirft, sie aber radikal anders beantwortet.« ("NZZ")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.10.2024

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

190

Maße (L/B/H)

21,9/13,2/2,1 cm

Gewicht

290 g

Farbe

Terracotta / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

채식주의자 (The Vegetarian)

Übersetzt von

Ki-Hyang Lee

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-04260-8

Herstelleradresse

Aufbau Verlage GmbH & Co. KG
Prinzenstr. 85
10969 Berlin
DE
produktsicherheit@aufbau-verlage.de

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2 Sterne

1 Sterne

Verstörend, bizarr und mutig - eine Geschichte mit vielen Interpretationsmöglichkeiten

Sophia am 09.01.2025

Bewertungsnummer: 2381990

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Yong-Hye lebt mit ihrem Ehemann in Südkorea und führt als Hausfrau ein langweiliges Leben. Ihr Mann geht seinem Bürojob lustlos nach und die beiden leben mehr nebeneinander als miteinander. Eines Tages beschließt Yong-Hye, kein Fleisch mehr zu essen - ein Traum habe sie dazu veranlasst ist ihre Begründung. In Südkorea ist Vegetarismus verpönt und dementsprechend genervt und wütend reagiert ihr Mann. Alle in Yong-Hyes Umfeld reden auf sie ein, wieder Fleisch zu essen. Sie dagegen träumt davon, eine Blume zu werden und als Pflanze zu leben. Als sich schließlich auch ihre Familie gegen sie wendet, nimmt ihr Traum immer bizarrere Ausmaße an... Von Han Kang hatte ich vor der Vergabe des Literaturnobelpreises noch nichts gelesen. Aber ich habe eine neue wunderbare Autorin für mich entdeckt nach dem Lesen! Das Cover wirkt zunächst einfach mit den Blüten, aber auf den zweiten Blick erkennt man ein Stück Fleisch, eine Hand und eine Zunge. Es lässt sich darin bereits viel auf den Inhalt schließen. Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert: der erste Teil wird aus der Sicht des Ehemanns erzählt, der Zweite von ihrem Schwager, dem Mann ihrer Schwester und der Dritte aus der Sicht der Schwester. Interessant ist, dass Yong-Hye selbst nicht zu Wort kommt und die Selbstbestimmtheit, die sie nach und nach verliert, bereits beim Lesen verloren geht, indem andere über sie erzählen. Die Entscheidung, vegetarisch zu leben, erscheint in Deutschland mittlerweile normal und wird auch meist unterstützt und gefördert. In Südkorea ist dies allerdings äußerst verpönt, man macht es einfach nicht, weil es sich nicht gehört. Han Kang zeichnet hier die Probleme der südkoreanischen Kultur sehr gut nach: familiärer Druck, das Patriarchat, die allgemeine Rolle der Frau. Yong-Hye soll sich nicht auflehnen oder sich gar die Entscheidung heraus nehmen, selbstbestimmt zu leben. Alle drei Teile wirken beim Lesen verstörend und bizarr, beim Lesen schwingt stets ein mulmiges Gefühl mit. Man merkt schnell, dass die Lage um Yong-Hye sich immer weiter zuspitzt und man möchte ihr beim Lesen so gerne helfen, weil ihr Umfeld eben so eiskalt reagiert und sich abwendet. Han Kang spielt immer wieder geschickt zwischen Realität und Fiktion, Traum und Wachsein und erzeugt eine beklemmende, aber auch spannende Atmosphäre. Gerade der letzte Teil hat mich bedrückt zurück gelassen. Das Buch behandelt so viele wichtige Themen der heutigen Zeit, die nicht nur in Südkorea problematisch sind: die Schuld, die eine Frau trägt, ihre Rechtfertigung für eigentlich normale Dinge und die Kälte und Herablassung, die Frauen immer wieder überall auf der Welt erfahren müssen. Für mich eine absolute Empfehlung, auch wenn es einiger Triggerwarnungen bedarf - das Buch ist nichts zum Zwischendurch-Lesen, es hallt lange nach und lässt den Leser verstört und nachdenklich zurück.

Verstörend, bizarr und mutig - eine Geschichte mit vielen Interpretationsmöglichkeiten

Sophia am 09.01.2025
Bewertungsnummer: 2381990
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Yong-Hye lebt mit ihrem Ehemann in Südkorea und führt als Hausfrau ein langweiliges Leben. Ihr Mann geht seinem Bürojob lustlos nach und die beiden leben mehr nebeneinander als miteinander. Eines Tages beschließt Yong-Hye, kein Fleisch mehr zu essen - ein Traum habe sie dazu veranlasst ist ihre Begründung. In Südkorea ist Vegetarismus verpönt und dementsprechend genervt und wütend reagiert ihr Mann. Alle in Yong-Hyes Umfeld reden auf sie ein, wieder Fleisch zu essen. Sie dagegen träumt davon, eine Blume zu werden und als Pflanze zu leben. Als sich schließlich auch ihre Familie gegen sie wendet, nimmt ihr Traum immer bizarrere Ausmaße an... Von Han Kang hatte ich vor der Vergabe des Literaturnobelpreises noch nichts gelesen. Aber ich habe eine neue wunderbare Autorin für mich entdeckt nach dem Lesen! Das Cover wirkt zunächst einfach mit den Blüten, aber auf den zweiten Blick erkennt man ein Stück Fleisch, eine Hand und eine Zunge. Es lässt sich darin bereits viel auf den Inhalt schließen. Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert: der erste Teil wird aus der Sicht des Ehemanns erzählt, der Zweite von ihrem Schwager, dem Mann ihrer Schwester und der Dritte aus der Sicht der Schwester. Interessant ist, dass Yong-Hye selbst nicht zu Wort kommt und die Selbstbestimmtheit, die sie nach und nach verliert, bereits beim Lesen verloren geht, indem andere über sie erzählen. Die Entscheidung, vegetarisch zu leben, erscheint in Deutschland mittlerweile normal und wird auch meist unterstützt und gefördert. In Südkorea ist dies allerdings äußerst verpönt, man macht es einfach nicht, weil es sich nicht gehört. Han Kang zeichnet hier die Probleme der südkoreanischen Kultur sehr gut nach: familiärer Druck, das Patriarchat, die allgemeine Rolle der Frau. Yong-Hye soll sich nicht auflehnen oder sich gar die Entscheidung heraus nehmen, selbstbestimmt zu leben. Alle drei Teile wirken beim Lesen verstörend und bizarr, beim Lesen schwingt stets ein mulmiges Gefühl mit. Man merkt schnell, dass die Lage um Yong-Hye sich immer weiter zuspitzt und man möchte ihr beim Lesen so gerne helfen, weil ihr Umfeld eben so eiskalt reagiert und sich abwendet. Han Kang spielt immer wieder geschickt zwischen Realität und Fiktion, Traum und Wachsein und erzeugt eine beklemmende, aber auch spannende Atmosphäre. Gerade der letzte Teil hat mich bedrückt zurück gelassen. Das Buch behandelt so viele wichtige Themen der heutigen Zeit, die nicht nur in Südkorea problematisch sind: die Schuld, die eine Frau trägt, ihre Rechtfertigung für eigentlich normale Dinge und die Kälte und Herablassung, die Frauen immer wieder überall auf der Welt erfahren müssen. Für mich eine absolute Empfehlung, auch wenn es einiger Triggerwarnungen bedarf - das Buch ist nichts zum Zwischendurch-Lesen, es hallt lange nach und lässt den Leser verstört und nachdenklich zurück.

"Die Zeit bleibt niemals stehen"

Bewertung am 18.10.2024

Bewertungsnummer: 2319425

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In Han Kangs außergewöhnlichem Roman, geht es um Yong-Hye, die wie aus dem Nichts entschließt, sich fortan vegetarisch zu ernähren. Die Menschen um sie herrum verstehen die Welt nicht mehr und versuchen alles sie von Ihrem neuen Lebensstil abzuhalten. Han Kang überrascht mit einer unfassbaren Wortgewandheit und einer Geschichte, die einen so fesselt, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen will. Es sind zwar einige Szenen des Romans nicht unbedingt für zartbeseitete Gemüter aber dennoch fand ich die Geschichte und den Gedanken dahinter sehr schön und einfach lesenswert!

"Die Zeit bleibt niemals stehen"

Bewertung am 18.10.2024
Bewertungsnummer: 2319425
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In Han Kangs außergewöhnlichem Roman, geht es um Yong-Hye, die wie aus dem Nichts entschließt, sich fortan vegetarisch zu ernähren. Die Menschen um sie herrum verstehen die Welt nicht mehr und versuchen alles sie von Ihrem neuen Lebensstil abzuhalten. Han Kang überrascht mit einer unfassbaren Wortgewandheit und einer Geschichte, die einen so fesselt, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen will. Es sind zwar einige Szenen des Romans nicht unbedingt für zartbeseitete Gemüter aber dennoch fand ich die Geschichte und den Gedanken dahinter sehr schön und einfach lesenswert!

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Die Vegetarierin

von Han Kang

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Meinung aus der Buchhandlung

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Lilian

Thalia Graz – Shopping Nord

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5/5

Stiller Protest

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein Buch, das einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt und definitiv 'Female Rage' auslöst. Bedrückend, skurril, und gleichzeitig hypnotisierend wird das Leben von Yong-Hye beschrieben, ihr vergeblicher Kampf um ein kleines bisschen Selbstbestimmung, der sie letztendlich an ihrem eigenen Menschsein und der Zugehörigkeit zu ihresgleichen zweifeln lässt. Hauptsächlich erzählt aus der Sicht von anderen, wird auch so die Unterdrückung und Fremdbestimmung der Protagonistin durch die Menschen um sie herum deutlich. Für mich ein mehr als lesenswertes Buch, das lange nachhallt.
  • Lilian
  • Buchhändler/-in

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5/5

Stiller Protest

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein Buch, das einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt und definitiv 'Female Rage' auslöst. Bedrückend, skurril, und gleichzeitig hypnotisierend wird das Leben von Yong-Hye beschrieben, ihr vergeblicher Kampf um ein kleines bisschen Selbstbestimmung, der sie letztendlich an ihrem eigenen Menschsein und der Zugehörigkeit zu ihresgleichen zweifeln lässt. Hauptsächlich erzählt aus der Sicht von anderen, wird auch so die Unterdrückung und Fremdbestimmung der Protagonistin durch die Menschen um sie herum deutlich. Für mich ein mehr als lesenswertes Buch, das lange nachhallt.

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Delitcia C.

Thalia Wien – Schottengasse

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4/5

… so … bizarr... und unvergesslich.

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Als ich die letzte Seite zuklappte, war ich genauso ratlos wie am Anfang. Und auch Wochen später bin ich es noch. Es ist ein seltsames Gefühl, denn ich kann nicht sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hat oder dass es eine Qual war. Im Gegenteil, es las sich sehr flüssig, aber … so … bizarr. Es gibt eine sehr interessante Mischung aus Themen, die aus drei verschiedenen Erzählperspektiven miteinander verwoben sind: dem Ehemann der Hauptfigur (Yeong-hye), ihrem Schwager und ihrer Schwester. Yeong-hye hat gewalttätige, blutige Träume (die sehr detailliert beschrieben werden), die sie plötzlich dazu bringen, kein Fleisch mehr zu essen. Diese Veränderung wird von ihrem Mann und ihrer Familie missverstanden, was sie zunehmend isoliert. Durch die Augen der Menschen in ihrem Umfeld erkundet Han Kang die Herausforderung der Selbstbestätigung, insbesondere aber, wie die Menschen um sie herum die Identität des geliebten Menschen wahrnehmen. Ich entdeckte darin auch eine sehr ehrliche Darstellung des koreanischen Patriarchats (übrigens sehr schwer zu ertragen), in der Art, wie Yeong-hyes Ehemann sie behandelt, sie beschreibt, mit ihr spricht, Gefälligkeiten von ihr erwartet und sie schließlich verlässt, als sie ihn nicht mehr befriedigt. Der Roman geht nicht näher auf das Thema Vegetarismus selbst ein; vielmehr spiegelt er wider, wie die Menschen Yeong-hye wahrnehmen, weil sie sie nicht verstehen. Ihr Wunsch ist nicht, Vegetarierin zu sein, sondern sich so weit wie möglich zu entmenschlichen, zu einer Pflanze zu werden, bis hin zum Sterben, indem sie die menschliche Existenz ablehnt, die sie zum Essen zwingt. Der Roman wirft auch die Frage nach der Grenze zwischen persönlichem Willen und psychischer Erkrankung auf, wodurch andere für uns verantwortlich gemacht werden. Ihre Schwester lässt sie einweisen und zwingt die Ärzte, sie zu „heilen“, entgegen Yeong-hyes Wünschen. Sie will nicht so leben, hört auf zu sprechen, sich zu bewegen, zu atmen und lässt sich selbst dahinsiechen. Han Hang gelang es, zwei Themen miteinander zu verknüpfen, die ich zuvor noch nie zusammen gelesen hatte: den weiblichen Körper in all seiner Zerbrechlichkeit, Sinnlichkeit, Begehrenswürdigkeit und Sexualisierung durch die Natur. Indem sie ihren Körper mit Blumen bemalt, wird Yeong-hye zum Objekt unwiderstehlicher Begierde (was zu ihrem Tod durch die Hand eines nahen Verwandten führt). Doch ich glaube, nie zuvor war sie so sehr sie selbst wie mit diesen Mustern, die sie für immer bewahren möchte. Was aus ihr geworden ist, hat sowohl ihre Beziehungen zu ihrer engsten Familie als auch alle Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern zerstört. Es ist eine Familientragödie. Der Stil ist so bizarr, so absurd, so einzigartig, dass er verstörend wirkt. Letztendlich ist es vielmehr ein Leseerlebnis, etwas, das man selbst erfahren muss, als etwas, das man nacherzählt. Es war eindrucksvoll. Bizarr. Aber unvergesslich.
  • Delitcia C.
  • Buchhändler/-in

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4/5

… so … bizarr... und unvergesslich.

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Als ich die letzte Seite zuklappte, war ich genauso ratlos wie am Anfang. Und auch Wochen später bin ich es noch. Es ist ein seltsames Gefühl, denn ich kann nicht sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hat oder dass es eine Qual war. Im Gegenteil, es las sich sehr flüssig, aber … so … bizarr. Es gibt eine sehr interessante Mischung aus Themen, die aus drei verschiedenen Erzählperspektiven miteinander verwoben sind: dem Ehemann der Hauptfigur (Yeong-hye), ihrem Schwager und ihrer Schwester. Yeong-hye hat gewalttätige, blutige Träume (die sehr detailliert beschrieben werden), die sie plötzlich dazu bringen, kein Fleisch mehr zu essen. Diese Veränderung wird von ihrem Mann und ihrer Familie missverstanden, was sie zunehmend isoliert. Durch die Augen der Menschen in ihrem Umfeld erkundet Han Kang die Herausforderung der Selbstbestätigung, insbesondere aber, wie die Menschen um sie herum die Identität des geliebten Menschen wahrnehmen. Ich entdeckte darin auch eine sehr ehrliche Darstellung des koreanischen Patriarchats (übrigens sehr schwer zu ertragen), in der Art, wie Yeong-hyes Ehemann sie behandelt, sie beschreibt, mit ihr spricht, Gefälligkeiten von ihr erwartet und sie schließlich verlässt, als sie ihn nicht mehr befriedigt. Der Roman geht nicht näher auf das Thema Vegetarismus selbst ein; vielmehr spiegelt er wider, wie die Menschen Yeong-hye wahrnehmen, weil sie sie nicht verstehen. Ihr Wunsch ist nicht, Vegetarierin zu sein, sondern sich so weit wie möglich zu entmenschlichen, zu einer Pflanze zu werden, bis hin zum Sterben, indem sie die menschliche Existenz ablehnt, die sie zum Essen zwingt. Der Roman wirft auch die Frage nach der Grenze zwischen persönlichem Willen und psychischer Erkrankung auf, wodurch andere für uns verantwortlich gemacht werden. Ihre Schwester lässt sie einweisen und zwingt die Ärzte, sie zu „heilen“, entgegen Yeong-hyes Wünschen. Sie will nicht so leben, hört auf zu sprechen, sich zu bewegen, zu atmen und lässt sich selbst dahinsiechen. Han Hang gelang es, zwei Themen miteinander zu verknüpfen, die ich zuvor noch nie zusammen gelesen hatte: den weiblichen Körper in all seiner Zerbrechlichkeit, Sinnlichkeit, Begehrenswürdigkeit und Sexualisierung durch die Natur. Indem sie ihren Körper mit Blumen bemalt, wird Yeong-hye zum Objekt unwiderstehlicher Begierde (was zu ihrem Tod durch die Hand eines nahen Verwandten führt). Doch ich glaube, nie zuvor war sie so sehr sie selbst wie mit diesen Mustern, die sie für immer bewahren möchte. Was aus ihr geworden ist, hat sowohl ihre Beziehungen zu ihrer engsten Familie als auch alle Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern zerstört. Es ist eine Familientragödie. Der Stil ist so bizarr, so absurd, so einzigartig, dass er verstörend wirkt. Letztendlich ist es vielmehr ein Leseerlebnis, etwas, das man selbst erfahren muss, als etwas, das man nacherzählt. Es war eindrucksvoll. Bizarr. Aber unvergesslich.

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