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Das Lied des Propheten Roman | Booker Prize 2023

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.07.2024

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,9/13,8/3,2 cm

Gewicht

406 g

Farbe

Schwarz / Champagner

Auflage

5. Druckaufl. 2024

Originaltitel

Prophet Song

Übersetzt von

Eike Schönfeld

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98822-2

Beschreibung

Rezension

»Ein Roman, der seinen Leser einsaugt, ihm seiner Präzision und albtraumhaften Intensität wegen körperliche Schmerzen bereitet und ihn bis zum unglaublichen Ende nicht mehr ausspuckt. Wer wissen will, was drohen könnte, muss dieses Buch lesen.« Peer Teuwsen, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 24. November 2024 ("NZZ am Sonntag")
»›Das Lied des Propheten‹ ist ein beklemmendes Leseerlebnis, das einen lange verfolgt. Ein politischer Warnruf, dass auch in unseren Breiten Dinge möglich sind, die wir uns nicht vorstellen mögen. Und ein literarisches Meisterwerk, das mit Recht den Booker-Preis 2023 gewonnen hat.« Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 03. Oktober 2024 ("Tages-Anzeiger")
»›Das Lied des Propheten‹ ist große Literatur. Absolut lesenswert.« Claudia Kuhland, NDR Kultur, 09. September 2024 ("NDR Kultur")
»Die Bilder, die Lynch dafür findet, sind ebenso eindringlich wie uneindeutig, von intimer Schönheit mitten im Schrecken. […] [W]eil das Buch keine Rettung verspricht und dennoch auf die Menschlichkeit pocht, verschiebt es Perspektiven, indem es seinen Lesern unabweislich vor Augen führt, wovon sie nichts wissen wollen, was sie nicht aushalten. Sollten sie die Augen öffnen, werden sie belohnt mit großer Kunst.« Julia Schröder, Deutschlandfunk, 04. August 2024 ("Deutschlandfunk")
»Paul Lynch kreiert eine klaustrophobische, atemlose Stimmung, herzzerreißende Szenen, Fiktion, die die Wirklichkeit greifbar, die tiefere Wahrheit sichtbar macht. […] ›Das Lied des Propheten‹ ist große Literatur. Absolut lesenswert.« Claudia Kuhland, Das Erste titel, thesen, temperamente, 28. Juli 2024 ("Das Erste titel, thesen,temperamente")
»›Das Lied des Propheten‹ [zieht uns] existenziell in Mitleidenschaft wie kaum ein Werk dieser Zeit: Es hat nur einmal in einem Jahrhundert einen Franz Kafka gegeben; und in diesem gibt es nur einen Paul Lynch.« Markus Gasser, Neue Zürcher Zeitung, 06. Juli 2024 ("NZZ")
»Eines der emotionalsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe. […] Ich bin völlig begeistert davon.« Anke Engelke, Wie war der Tag, Liebling?, 08. April 2024 ("Wie war dein Tag, Liebling?")
»Ein atemlos spannendes Buch« Margarete von Schwarzkopf, Bücher Magazin, April/Mai 2025 ("Bücher Magazin")
»Sicherheit, Anspruch auf Rechtsschutz, Meinungsfreiheit: Dies und noch mehr wird der Familie genommen. Der Roman zeigt, wie wichtig die Demokratie ist - und ist erschreckend aktuell.« Sabine Ebinger, Nürnberger Nachrichten, 05. März 2025 ("Nürnberger Nachrichten")
»›Das Lied des Propheten‹ ist das Buch für unsere Zeit und erschreckend aktuell, wenn man sich vor Augen führt, wie gerne Rechtsextreme und Rechtspopulisten in Deutschland und ganz Europa die Axt an demokratische Institutionen wie zum Beispiel Verfassungsgerichte oder den öffentlich-rechtlichen Rundfunk legen wollen.« Norbert Kraas und Corinna Kern, Reklamekasper, 17. Januar 2025 ("Reklamekasper")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.07.2024

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

20,9/13,8/3,2 cm

Gewicht

406 g

Farbe

Schwarz / Champagner

Auflage

5. Druckaufl. 2024

Originaltitel

Prophet Song

Übersetzt von

Eike Schönfeld

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98822-2

Herstelleradresse

Klett-Cotta Verlag
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de

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  • Bewertung

    5/5

    16.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die tote Freiheit

    Es ist ein brillantes und tief emotionales Buch. Ein Buch das aufrüttelt! Ein Buch das eine Botschaft hat! Es handelt sich um einen Regierungswechsel in einem Land. Eine neue Regierung kommt and die Macht. Irland ist in der Gewalt einer Regierung, die immer radikaler und tyrannischer reagiert. Das Buch ist erschreckend realistisch aufgebaut, alles was der Autor beschreibt, kann in der Wirklichkeit geschehen. Der Autor lässt den Leser sehr nachdenklich und fast bestürzt zurück. Das Buch geht unter die Haut, den Aufbau und die brutale Handlungsweise eines totalitären Staates und die Hilflosigkeit in einem diktatorischen und menschverachtenden System mitzuempfinden. Das Fehlen jeglicher Lebensfreude, da die Angst einen ständig verfolgt. Es ist eine hoffnungslose Situation, die nur durch Flucht in ein anderes Land beseitigt werden kann. Eine andere Alternative gibt es nicht.

  • Andrea

    aus Karlsruhe

    5/5

    13.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Aufwühlend

    Inhalt: Eilish Stacks Mann wird zuerst von Beamten der Geheimpolizei gesucht und verschwindet dann spurlos. Nach und nach versinkt Irland immer mehr im Chaos, bis hin zum offenen Krieg zwischen Rebellen und dem Staat. Eilish versucht nur noch ihre Familie zu schützen, obwohl ihre Welt zusammenbricht. Meinung: Eilish repräsentiert Stärke und Ohnmacht zugleich, sie durchlebt Situationen, die man sich nicht annähernd vorstellen kann oder will. Man gerät ins Grübeln, wie man selbst handeln würde und ob Eilish richtig handelt - kommt aber zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Der Roman ist mitreißend und aufwühlend. Absolut lesenswert!

  • Jürg Stocker

    Book Circle Community

    5/5

    11.03.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Keine unrealistische Dystopie – ein politischer Weckruf

    Einleitung: Paul Lynch (*1977) ist ein irischer Schriftsteller. Mit diesem Roman gewann er 2023 den renommierten Booker Prize. Inhalt: Die Geschichte spielt in einem von Bürgerkrieg erschütterten Irland, das in eine Diktatur abgleitet. Grundrechte werden aufgehoben, Notstandsgesetze erlassen, Ausgangssperren verhängt. Doch der Roman zeigt nicht nur die politischen Umwälzungen, sondern auch deren verheerende Auswirkungen auf eine Familie. Im Zentrum steht Eilish, eine Mikrobiologin und Mutter. Ihr Mann, ein aktiver Gewerkschafter, wird verhaftet und inhaftiert. Ihr ältester Sohn schließt sich dem Widerstand an, ein weiterer liegt schwer verletzt im Krankenhaus – ein Besuch bei ihm wird zur Gefahr. Auch Eilish selbst gerät unter Druck: Sie wird in ihrem Job systematisch ausgegrenzt und schließlich entlassen. Stil & Sprache: Lynch erzählt in prägnanten, eindringlichen Sätzen, die den Lesefluss beschleunigen und eine beklemmende Atmosphäre erzeugen. Sein Schreibstil fordert Aufmerksamkeit und verlangt von der Leserschaft, sich auf die düstere, fast visionäre Erzählweise einzulassen. Ein eindrucksvolles Zitat verdeutlicht die allgegenwärtige staatliche Kontrolle: „… trennt jedes Gesicht von der Uniform, da spricht die Uniform, nicht der Mund, durch die Uniform spricht der Staat…“ Persönliche Meinung: Diese Dystopie wirkt nicht weit hergeholt – im Gegenteil: Sie rüttelt wach und zwingt uns, über die Fragilität von Demokratie und Freiheit nachzudenken. Gerade in der heutigen Zeit erscheint der Roman erschreckend aktuell. Obwohl der Schreibstil fesselnd ist, stellt die Erzählweise eine Herausforderung dar und brachte mich an meine Grenzen. Fazit & Empfehlung: Lynch verwebt Themen wie Rache, Glaube und Erlösung in eine kraftvolle, fast poetische Erzählung. Die düstere Atmosphäre verstärkt die Dringlichkeit der Botschaft. Ein herausragender Roman, der mit Recht ausgezeichnet wurde – und den diejenigen lesen sollten, die bereit sind, sich aus der Komfortzone reißen zu lassen.

  • Bories vom Berg

    aus München

    5/5

    06.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein politischer Weckruf…

    Ein politischer Weckruf ohnegleichen Der irische Schriftsteller Paul Lynch hat für seinen jüngsten Roman mit dem bibelbezogenen Titel «Das Lied des Propheten» den Booker Prize des Jahres 2023 gewonnen. Inspiriert dazu sei er vom Bürgerkrieg in Syrien, von der Flüchtlingskrise sowie von den auch in Europa zu verzeichnenden Tendenzen zu anti-demokratischen Regierungs-Formen, »Dieses Buch war nicht leicht zu schreiben», hat er erklärt, inspirierend dazu sei für ihn ein Gefühl des fortschreitenden Abgleitens in totalitäre Staatsformen. Mit der genialen Idee, seinen politisch-dystopischen Roman ausgerechnet in Europa spielen zu lassen, in seiner Heimat Irland nämlich, hat er seine Leser radikal aus ihrer politischen Komfortzone heraus gescheucht. Niemand in Europa könne sicher sein, so sein Credo, totalitäre Regime seien nur ein Phänomen fernab, auf anderen Kontinenten dieser Welt. Bei Familie Stack in Dublin klingelt es eines abends an der Haustür, und als die Protagonistin des Romans und vierfache Mutter Eilish öffnet, stehen zwei Männer von der Geheimpolizei vor ihr, die Larry Stack sprechen wollen, ihren Mann. Eine geradezu klassische Urszene in allen faschistischen Diktaturen! Und da er nicht zuhause ist, solle der Generalsekretär der Lehrer-Gewerkschaft sich baldmöglichst bei ihnen melden. Was Larry nach einigem Zögern dann auch tut, seither ist er spurlos verschwunden. Mit der Machtübernahme etabliert die «National Alliance» als rechtsradikale Partei Irlands eine politische Tyrannei, vor der niemand mehr sicher ist. fast jeder ist dem Staat verdächtig, Menschen werden willkürlich aus aberwitzigen Gründen verhaftet, und die Justiz ist per Notstands-Verordnung praktisch außer Kraft gesetzt. Es gelten strenge Ausgangssperren, Schulen werden geschlossen, Hamsterkäufe machen die Regale in den Geschäften leer. Die promovierte Molekular-Biologin Eilish wird das Opfer von Sippenhaft, sie verliert aus fadenscheinigen Gründen ihren Job, das Haus wird verwüstet, ihr Auto demoliert. Der älteste Sohn schließt sich den Rebellen an, die militärisch das Terror-Regime bekämpfen, - und auch ihn sieht sie niemals wieder. Als ihr jüngerer Sohn bei einer Detonation durch Splitter verletzt ins Krankenhaus eingelieret wird, verschwindet er dort spurlos. Bis sie ihn schließlich, nach hartnäckiger Suche, in einem Plastiksack liegend in einem militärischen Leichen-Schauhaus findet, der Körper übersäht von Folterspuren. Der Schwester von Eilish in Kanada gelingt es schließlich, sie mit ihren verbliebenen zwei jüngsten Kindern zur illegalen Ausreise zu bewegen. Ihren demente Vater muss sie notgedrungen zurücklassen, er lehnt die Emigration strikt ab. Politischer Extremismus mit den toxischen Begleit-Erscheinungen einer polarisierten, sich unversöhnlich gegenüber stehenden und zunehmend gewalttätiger werdenden Gesellschaft bildet das narrative Gerüst für diese düstere, deprimierende Geschichte, die aufrüttelnd wirkt. Die Hoffnung der Protagonistin, Derartiges könne ja in einem EU-Land niemals passieren, erweist sich als trügerisch. Gerade heute wurde ja in Österreich ein politisch stramm Rechter mit der Regierungs-Bildung betraut, wer an die Geschichte des National-Sozialismus zurückdenkt, ahnt, wohin die Reise dort gehen könnte. Und wenn der vergleichbaren deutschen Partei eine Mitgliedschaft in der rechtsgerichteten Fraktions-Gemeinschaft des EU-Parlaments verwehrt wird, spricht ja auch das Bände! Die erzählerische Eskalation am Ende des Romans, als die Menschen verachtende, gefährliche Flucht aus Irland geschildert wird, beleuchtet nach all den Schrecken auf eindringliche Weise dann auch noch die Flüchtlings-Problematik, man ist dafür kaum mehr aufnahmefähig. Andererseits lässt der Autor die Entstehung seiner politischen Szenerie im Dunklen, obwohl die Historie dafür ja einige Vorlagen anbietet, auch aus «diesem unseren Lande» übrigens! Dieser Roman ist über das rein Literarische hinaus ein politischer Weckruf ohnegleichen für eine unbedarfte Wählerschaft.

  • Anonym

    5/5

    14.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindrücklich Paul Lynch…

    Eindrücklich Paul Lynch schreibt in seinem 2023 mit dem Booker Prize ausgezeichneten Buch „Das Lied des Propheten“ über ein totalitäres System, das völlig ungebremst immer stärker die Rechte ihrer Bürger einschränkt. Das Buch begleitet den Alltag von Eilish Stack, deren Mann Larry sowie ihren vier Kindern. Larry, der Gewerkschaftler ist wird wegen seiner Aktivität in einer Gewerkschaft zunächst angehört und verschwindet dann vom einen auf den anderen Tag. Wie bei einem solchen System nicht anders zu erwarten, wird ihm wird kein Anwalt an die Seite gestellt und auch seine Familie wird nicht darüber informiert, wie es ihm geht. Doch Eilish lässt sich von dem immer brutaler vorgehenden System nicht einschüchtern und ist eine der einzigen, die sich gegen den Staat auflehnt. Lynch beschreibt sehr eindrücklich, wie stark sich ein System in einer relativ kurzen Zeit mithilfe von Verordnungen, der Polizei und einem Sicherheitsdienst ändern kann. Auch wenn es für mich sehr erschreckend war zu lesen, in was für einer grausamen Realität Eilish leben muss, so muss ich leider doch sagen, dass die beschriebenen Entwicklungen mit Blick auf die deutsche Vergangenheit realistisch sind. Durch Lynch stark einnehmenden Schreibstil war ich schnell in der Geschichte drin und habe dann kaum mehr das Buch aus der Hand legen wollen. Eilish Alltag wird sehr bewegend und ausführlich beschrieben, sodass man sich die gegebenen Umstände gut bildlich vorstellen kann. Durch ihre taffe Art macht es Spaß zu verfolgen, inwieweit Eilish sich gegen das System auflehnt. Gerade mit Blick auf aktuelle Wahlergebnisse erschreckt einen das Buch nur umso mehr und ist hoffentlich ein Weckruf für viele. Dementsprechend ein sehr empfehlenswertes Buch, das nochmals unseren Blick auf aktuelle Entwicklungen schärft und gerade zur aktuellen Zeit wichtiger denn je ist.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (167)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Harald Mitterecker

    Harald Mitterecker

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Intensive Erzählung

    Einer der erschütterndsten Romane, die ich gelesen habe. Die Geschichte spielt in einem totalitären Irland. Die Regierung beeinflusst immer mehr das dortige Leben, Widerstand entsteht. Hauptprotagonistin Eilish Stack ist Mutter von vier Kindern. Sie versucht mit aller Macht, ihre Familie zu beschützen. Es ist eine erschreckend intensive Erzählung.
  • Zum Bewerterprofil von Herbert Hofer

    Herbert Hofer

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    27.10.2024

    eBook (ePUB 3)

    Für uns das Ende der Welt, für andere nur ein kurzer Bericht in den Nachrichten

    Das Lied des Propheten ist durchaus fordernde und emotional belastende und dabei umso wichtigere Lektüre. In Folge einer nicht näher definierten Krise wird das Land, in dem der Roman spielt, per Notverordnungen regiert und entwickelt sich zusendends autoritärer und diktatorischer. Nun hat Paul Lynch dieses Szenario nicht in eine unbestimmte Zukunft oder Weltgegend verlagert sondern in ein Irland das zwar zweifelllos fiktiv aber dennoch im heutigen Europa angesiedelt ist. Ganz deutlich wird dem Leser damit vermittelt wie wenig weit es von einer funktionierenden Demokratie zu einer Diktatur sein kann und ein Rundumblick jetzt, im Oktober 2024, wird diesen Befund nur unterstreichen können! ___ Das Buch beschreibt das subjektive Erleben Eilish Stack's, Mutter von vier Kindern und Ehefrau von Larry. Die Ereignisse beginnen, als Larry, Funktionär der Lehrergewerkschaft, erst zu einer Befragung geladen und kurz danach verhaftet wird und und in der Folge unauffindbar ist. Die machthabende Partei erhöht den Druck, Ausgrenzungen, Drohungen, Säuberungen, behördliche Schikanen setzen Eilish nicht nur psychisch zu sondern machen ihren Alltag - als Ehefrau eines Regimegegners - mit den Kindern und dem demenzkranken Vater zusehends schwieriger. Rebellen leisten Widerstand, die Lage verschärft sich weiter, Hinrichtungen, Folter, Bürgerkrieg sind die unweigerlichen Folgen, Eilish und ihre Kinder in unterschiedlicher Weise von alledem betroffen, sie selbst als Mutter stets versuchend, den Kindern Zuversicht zu geben. ___ Paul Lynch’s Text hat sehr wenige Absätze, direkte Reden sind nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, es gibt unkommentierte Zeitsprünge in der Handlung und es vermischen sich oft Träume und Fantasien mit den Handlungselementen. Das sind Kunstgriffe, die die Lektüre möglicherweise schwieriger machen, aber sie sorgen auch für eine Permanenz des Drucks und erhöhen die Emotionalität des Textes noch einmal deutlich - bis zu wirklich schwer erträglichen Szenen! ___ Paul Lynch wurde für dieses Buch mit dem Booker-Preis ausgezeichnet, es wurde mit so vielen Superlativen bedacht, dass es schwerfällt noch eigene Attribute dafür zu finden: ich fand es eindringlich und intensiv und es ist von einer beklemmenden Aktualität!
  • Zum Bewerterprofil von Elin K.

    Elin K.

    Thalia Ried – Weberzeile

    Buchhändler*in

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    5/5

    31.07.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der machtlose Mensch

    Ungeheuer relevante Literatur ist Paul Lynchs beeindruckender Roman: eine Dystopie, die nicht realer sein könnte! Als Leser folgt man einer Frau in Irland und ihrem täglichen Kampf um das Überleben ihrer Familie, als ihr Mann verhaftet wird und der Staat in Totalitarismus und Bürgerkrieg abdriftetet. Bedrückend wie Cormac McCarthys „The Road“ und meisterhaft erzählt, vermag es der Autor, Gefühlen von Schockstarre, Verdrängung, Verzweiflung und Machtlosigkeit zu übermitteln. Der Roman weist darauf hin, wie nah wir am Abgrund stehen und zeigt mit dem Finger auf die Unmenschlichkeit unserer heutigen Zivilisation.
  • Zum Bewerterprofil von Lukas Bärwald

    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

    Buchhändler*in

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    4/5

    16.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zur Vermeidung einer Dystopie

    Leicht war das nicht. Ursprünglich hatte ich mich für diesen Roman entschieden, weil er nach einer Mischung aus Margaret Atwoods „Report der Magd“, Orwells „1984“ und Kafkas „Der Prozess“ klang. Obendrein noch der Gewinn des renommierten Booker Preises und schon war ich überzeugt. Der Weg bis zum Ende des Buches war ein durchaus steiniger, aber rückblickend war es durchaus der Mühe wert. Aber von Beginn an: Die Geschichte spielt in einer unbestimmten, sich aber nicht allzu fern anfühlenden Zukunft in Dublin. Nachdem ihr Mann ohne Angabe nachvollziehbarer Gründe zuerst festgenommen und dann ohne Gerichtsverfahren mit unbekanntem Aufenthaltsort weggesperrt wurde, muss Eilish sehen, wie sie sowohl ihr Alltagsleben mit vier Kindern als auch das Überleben in diesem von Chaos und Willkür beherrschten Land meistern kann. Von innen und außen beginnt von da an ihre Welt immer weiter zu erschüttern: Während die neue Regierung sich immer mehr Notstandsvollmachten zu eigen macht und dadurch das Land mehr und mehr von einer Demokratie in eine Diktatur verwandelt, beginnt auch ihr Verhältnis zu den Kindern immer schwieriger zu werden und es scheint ihr kaum mehr möglich zu sein, den Anforderung Aller noch gerecht werden zu können und dabei gleichzeitig noch die verzweifelte Suche nach ihrem Mann voran zu treiben. Ein nicht zu kleiner Stolperstein bei der Lektüre des Buches ist die Entscheidung des Autors, keinerlei Anführungszeichen zu verwenden. So muss man auf eine Mischung aus eigener Intuition und dem Verstehen aus dem Kontext heraus vertrauen um in Dialogen nachzuvollziehen, zu welchem Zeitpunkt eine andere Figur die Sprache übernimmt. Gleichzeitig ist – dem Inhalt angemessen – der Ton des Romans durch und durch bedrückend und trostlos. Die Schicksalsgeschichte der Familie und der Blick auf die politische Zerrüttung des Landes sind spannende Punkte, die einen motiviert durch das Buch führen, jedoch muss man sich bewusst sein, dass es hier annähernd keinen Moment gibt, an dem man emotional zur Ruhe kommt – hier folgt eher Abgrund auf Abgrund. Was Paul Lynch mit „Das Lied des Propheten“ eindrücklich gelingt, ist vor Augen zu führen, wie Diktatur, Vertreibung und Flucht zustande kommen können. Und das nicht Tausende Kilometer entfernt in Asien oder Afrika, sondern einem Land nur ein paar Stunde mit dem Flugzeug entfernt, quasi gleich vor unserer Haustür. Im Englischen gibt es den Begriff der self-defeating prophecy, einer Variante unserer Zukunft, deren Geschichte uns präsentiert wird, um uns dermaßen abzuschrecken, dass wir unser Verhalten dahingehend ändern, dass diese Prophezeiung niemals zustande kommt. Hierbei handelt es sich um ein großartiges literarisches Beispiel dafür und es bleibt zu hoffen, dass es seinen Zweck erfüllen wird.
  • Zum Bewerterprofil von Walter Fürhacker

    Walter Fürhacker

    Thalia Salzburg – Europark

    Buchhändler*in

    5/5

    30.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    ERSCHÜTTERND!

    Albtraumhaft beschreibt Paul Lynch in seinem Roman ein von Anfang an dunkles, düsteres Schauspiel, das sich wüst und wild in einer gewaltigen Bildsprache zu einem grauenhaft deprimierenden Bürgerkrieg hochschaukelt. Die schwarzen Worte Lynchs schwärmen auf wie Nachtfalter, finstere Boten der Dunkelheit flirren ins dasige Hell, bedecken alles Licht, ihre Flügel umschließen die Hoffnung und verschlingen im Schwirren das letzte Schimmern einer guten Welt. Ein großes Warum bleibt übrig. Ich sehe auf, blinzle und blicke in meine Welt, wissend, dass dieses Buch diese Welt beschreibt, diese Welt, in der ich lebe, dass vieles Wirklichkeit sein könnte und auch tatsächlich ist. Ein erschütterndes, trauriges Buch. Ich war beim Lesen den Tränen nahe. Ein aufrüttelnder Roman. Eine Warnung, wachsam zu bleiben. Bitte unbedingt lesen!

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