Meine letzte RezensionJenseits der Seevon Paul Lynch
Bolivar ist Fischer. Er ist ein grober Mensch. Er trinkt gern. Er raucht gern. Er liebt seine Rosa. Und er lässt sich nichts sagen. So missachtet er auch Warnungen der Dorfbewohner. Ein Sturm komme auf. Er solle nicht aufbrechen, um zu fischen. Er tut es trotzdem. In Begleitung eines jungen Mannes bricht er auf, sticht trotz eindringlicher Mahnungen in See und gerät in das Abenteuer seines Lebens.
Bolivar und sein Begleiter werden auf das offene Meer hinausgetrieben. Sie begegnen der wilden ungezügelten Kraft der Natur, der unglaublichen und einsamen Stille des weiten Ozeans.
Paul Lynch versteht es mit Worten zu spielen. Seine Literatur berührt.
Auf knappe, fast lyrische Sätze folgen ausschweifend, wilde Worte, einem nachlassenden Sturm gleich beruhigt sich seine Sprache wieder, erfindet sich neu auf dem besänftigten, spiegelglatten Meer seiner Fantasie.
Wie feingeriffelte, vom Wind zart bewegte Wellen lesen sich seine Worte, dann wieder gleichen sie wild aufschäumend, triefend rollenden Wasserwogen.
Es sind schließlich jedoch nicht die Tiefen des unendlich weiten Ozeans, sondern die Abgründe der menschlichen Seele, die mich erstaunt und bewegt zurücklassen.
Ein großes Stück Literatur. Bitte unbedingt lesen.