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  • Produktbild: Auf Erden sind wir kurz grandios

Auf Erden sind wir kurz grandios Roman

90

25,50 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.07.2019

Verlag

Carl Hanser

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

12,9/20,5/2,9 cm

Gewicht

388 g

Farbe

Cool Grey

Auflage

10

Originaltitel

On earth we're briefly gorgeous

Übersetzt von

Anne-Kristin Mittag

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-26389-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.07.2019

Verlag

Carl Hanser

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

12,9/20,5/2,9 cm

Gewicht

388 g

Farbe

Cool Grey

Auflage

10

Originaltitel

On earth we're briefly gorgeous

Übersetzt von

Anne-Kristin Mittag

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-26389-5

Herstelleradresse

Carl Hanser Verlag
Vilshofener Straße 10
81679 München
DE

Email: info@hanser.de

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    16.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nicht nur kurz grandios: Sprachgewaltig, berührend & heftig

    “Ich schreibe, weil man mir gesagt hat, niemals einen Satz mit weil anzufangen. Aber ich wollte keinen Satz bilden - ich wollte freikommen.” “Auf Erden sind wir kurz grandios” von Ocean Vuong ist der Brief eines Sohnes an seine vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird, denn sie ist Analphabetin. Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Ihr Sohn ist ein schmächtiger Außenseiter, der Little Dog genannt wird.  In Rückblenden erfahren wir von seiner Kindheit, der Ankunft in den USA, den Knochenjobs seiner Mutter, ihren prügelnden und geschundenen Händen, der Krankheit seiner Großmutter und seiner ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Die nicht verarbeiteten Kriegstraumata seiner Mutter versetzen sie mit jedem Feuerwerk, jedem Spielzeugsoldaten, wieder in den Krieg zurück.  “Wann endet ein Krieg? Wann kann ich deinen Namen sagen und nur deinen Namen meinen und nicht das, was du hinter dir gelassen hast?” “Unsere Muttersprache ist so überhaupt keine Mutter - sondern eine Waise. Unser Vietnamesisch eine Zeitkapsel, die den Punkt markiert, an dem deine Bildung endete, zu Asche zerfiel. Ma, unsere Muttersprache zu sprechen heißt, nur teilweise auf Vietnamesisch zu sprechen, aber ganz auf Krieg.”   Die Sprache von Ocean Vuong ist poetisch und heftig zugleich, oft schwer zu ertragen, aber unfassbar gut. "Ja, es gab einen Krieg. Ja, wir kamen aus seinem Auge. In diesem Krieg schenkte sich eine Frau einen neuen Namen - Lan -, erklärte sich durch diese Namensgebung selbst für schön und erschuf aus der Schönheit etwas, das seiner Bewahrung wert war. Daraus wurde eine Tochter geboren und von der Tochter einen Sohn.  Diese ganze Zeit über habe ich mir gesagt, dass wir aus dem Krieg geboren wurden - aber ich habe mich geirrt, Ma. Wir wurden aus Schönheit geboren. Niemand soll glauben, wir seien die Frucht der Gewalt - sondern dass Gewalt, die durch die Frucht hindurch gegangen ist, sie nicht verderben konnte." Es ist unklar, ob dieses Buch autobiographisch geprägt ist, es liest sich jedoch sehr authentisch und ist unfassbar berührend.  “Ich weiß nicht, was ich rede. Was ich meine, ist wohl, dass ich manchmal nicht weiß, was oder wer wir sind. Es gibt Tage, an denen ich mich wie ein menschliches Wesen fühle, an anderen fühle ich mich mehr wie ein Klang. Ich berühre die Welt nicht als ich selbst, sondern als Echo dessen, der ich gewesen bin. Kannst du mich schon hören? Kannst du mich lesen?” “Ma, ich weiß nicht, ob du es in diesem Brief soweit geschafft hast - oder ob du es überhaupt hierher geschafft hast. Du sagst mir immer, es sei zu spät für Dich, lesen zu lernen, mit deiner armen Leber, deinen müden Knochen, dass du dich nach allem, was du durchgemacht hast, nur noch ausruhen willst. Dieses Lesen ist ein Privileg, das du mir durch das, was du verloren hast, ermöglicht hast. Ich weiß, dass du an Wiedergeburt glaubst. Ich weiß nicht, ob ich daran glaube, aber ich hoffe, dass es sie gibt. Weil du dann vielleicht beim nächsten Mal hierher zurückkehren kannst. Vielleicht wirst du ein Mädchen sein und vielleicht wird dein Name wieder Rose sein, und du wirst ein Zimmer voller Bücher haben und Eltern, die dir in einem von Krieg unberührten Land Gutenachtgeschichten vorlesen. Vielleicht wirst du dann, in jenem Leben und in dieser Zukunft, dieses Buch finden und wissen, was uns geschah. Und du wirst dich an mich erinnern. Vielleicht.” Ein wirklich überwältigendes, grandioses Buch. Sprachgewaltig, poetisch und heftig. Ein Roman, der noch lange in mir nachhallen wird.

  • Bewertung

    5/5

    30.06.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Es gibt nichts an diesem Buch,...

    Es gibt nichts an diesem Buch, was ich bereue, außer es nicht früher gelesen zu haben! Vuong schreibt echt, roh, emotional so tief, dass man seine Worte auf den Knochen spüren kann.

  • Bewertung

    5/5

    27.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Herausragend

    Auf Erden sind wir kurz grandios ist nicht nur einer der schönsten Buchtitel, die ich je gelesen habe, das Buch selbst ist ein Meisterwerk, was seinesgleichen sucht. Ocean Vuong beschriebt so lyrisch wie präzise die tragische Familiengeschichte dreier Figuren mit ganz verschiedenen Weltverständnissen. In einen berührenden Brief an seine analphabetische Mutter gesteht er ihr seine tiefsten Gefühle und Geheimnisse, wohl wissend, dass sie diesen Brief niemals lesen wird. Er erzählt von Lügen und von Liebe, von Verlust und Identität. Als Vermittler steht er zwischen zwei Welten: Der einen die seine Familiengeschichte beschreibt, deren Sprache er flüchtig spricht, die aber doch mehr Einfluss auf sein Leben nimmt als ihm lieb ist. Und der anderen, in der er zu leben scheint, abgeschottet von der eigenen Kultur, hingewandt zur Liebe.

  • Bewertung

    5/5

    09.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein sprachliches Kunstwerk

    Literaturwissenschaftler haben den Ruf gut im analysieren und kritisieren zu sein, aber selbst große Mängel beim Schreiben aufzuweisen. Der Literaturwissenschaftler und Lyriker Ocean Vuong zeigt in seinem Debütroman, dass dieses Vorurteil nicht immer zutreffend ist. So kafkaesk der Plot wirkt, dass ein junger Mann Briefe ( der Roman selbst) an seine Mutter schreibt, die eine Analphabetin ist, so genial ist die Verknüpfung von historischen ( Vietnamkrieg), politischen ( Migration ) und persönlichen ( Homosexualität) Themen in lyrischer moderner Sprache.

  • Bewertung

    aus Villach

    5/5

    25.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Weltklasse Buch

    Der Roman ist eine Hommage des Autors an seine Mutter, als Brief geschrieben, den diese nie lesen wird – sie ist Analphabetin. Vieles hat sie bestimmt nicht richtig gemacht, hat ihn oft geprügelt, ihn nicht verstanden, konnte aber nicht anders, ihre Sprache war Gewalt. Mit der Distanz des Erwachsenen gelingt es ihm, zu beschreiben, wie es ihm als Kind und Jugendlicher ergangen ist, ohne ihr dies zum Vorwurf zu machen oder mit ihr abzurechnen. Seine Erinnerungen sind keine schönen Bilder. Sie erzählen von Armut, seinem Leben als Außenseiter, Rassismus, den psychischen Folgen des Vietnamkrieges der Vorgeneration und den ersten homosexuellen Erfahrungen. Ein emotionaler Fels in der Brandung ist die schwer traumatisierte und psychisch kranke Großmutter Lan. Sie bildet eine Stütze in seinem Leben, jedoch nur bedingt. In ihrem Kopf ist der Krieg noch nicht beendet. Alltagsbilder und –geräusche vermischen sich mit Erlebnissen aus dem Krieg. Ein grandioser Roman, sprachlich wie inhaltlich – herzzerreißend und traurig, aber wichtig.

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Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Emily R.

    Emily R.

    Thalia Wien – Hauptbahnhof

    Buchhändler*in

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    5/5

    29.07.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Meisterhafte Erzählung!

    Eine berührende Geschichte eines vietnamesisch-amerikanischen Jungen und seiner Mutter, die ihre Heimat wegen dem Krieg verlassen müssen und sich in Amerika ein neues Leben erhoffen. Doch ihre Möglichkeiten sind begrenzt. Sprachbarrieren, Fremdenfeindlichkeit und das generationsübergreifende Trauma des Krieges verfolgt sie. In seinem autofiktionalen Debütroman erzählt Ocean Vuong in starker Bildsprache ~ ein wahrer Poet der heutigen Zeit!
  • Zum Bewerterprofil von Maja Z.

    Maja Z.

    Thalia Wien – Mitte / W3

    Buchhändler*in

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    5/5

    25.01.2023

    Buch (Taschenbuch)

    "Man sagt, nichts hält ewig, dabei hat man nur Angst, dass es länger hält, als man es lieben kann."

    Diesem Roman mit seinen eigenen Worten gerecht zu werden, ist wahrlich eine Herausforderung. Der Erzähler schreibt seiner Mutter einen knapp 270 Seiten langen Brief. Sie ist allerdings Analphabetin und wird das Geschriebene vermutlich nie lesen. Ocean Vuong ist selbst ein Einwandererkind aus Vietnam und verarbeitet hier schonungslos seine unglücklichen Erfahrungen in den USA. Das Buch lebt allen voran von der Sprachkunst des Autors. Präzise, berührend, poetisch und aufwühlend. Kein Wort ist zu viel. Bei dieser Geschichte kann ich nur empfehlen, sich genügend Zeit zu nehmen. Genießen Sie die einzigartigen Sätze, die Sie durch das Buch begleiten. Es ist keine leichte Kost, aber das Lesen definitiv wert!
  • Zum Bewerterprofil von Lukas Bärwald

    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

    Buchhändler*in

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    4/5

    26.07.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Ich vermisse dich mehr, als dass ich mich an dich erinnere"

    Im Jahr 2002 erschien die Verfilmung von Frida Kahlos Leben mit Selma Hayek in der Hauptrolle. Eine der zentralen Szenen dabei ist der Verkehrsunfall, durch den die Malerin lange Zeit ans Bett gefesselt sein wird: Während der Bus mit Wucht gegen eine Hausmauer prallt, verlangsamen sich die gezeigten Geschehnisse in Zeitlupe. Es herrscht Chaos im Bus, Fahrgäste werden umgeworfen, Dinge zerbrechen – doch dieser Moment von Leid und Zerstörung wird kontrastiert mit dem schneeflockengleich durch die Luft tanzendem Blattgold eines mitfahrenden Künstlers. Schrecken und Schönheit vereint und sich gegenseitig verstärkend. Auf gleiche Art und Weise lässt Ocean Vuong seinen Protagonisten einen langen Brief an seine Mutter schreiben, in der er ihr von eben jener Schönheit und jenen Schrecken erzählt, die ihn letztendlich zu dem Menschen gemacht haben, der er heute ist. Sie sind eine Familie der Gebrochenen: Die Großmutter gezeichnet durch den Horror des Vietnamkriegs, in dem sie trotz allem ihre Liebe zu einem amerikanischen Soldaten findet; die Mutter, die ihren Traum vom Geld und Glück in den USA als Analphabetin in einem Nagelstudio früh aufgeben muss und er selbst, gefangen zwischen den psychotisch aggressiven Anfällen seiner Mutter, seiner ungestillten Sehnsucht nach Schönheit, Erfüllung der ersten großen Liebe zu einem anderen Jungen. Der Autor gehört zu den wichtigsten Stimmen der jungen amerikanischen Lyrik dieses Jahrzehnts und bringt auch eben jene besondere Sprachsensibilität in seinem Debütroman mit. Ähnlich wie in Max Porters im Frühjahr 2019 erschienenen „Lanny“ oder Paul Beattys „Slumberland“ liest sich dieses Buch durch die enorme Dichte an poetisch berührenden Sprachbildern, ungehörten Metaphern und einem schier nicht versiegen wollenden Schatz an bedrückend schönen Bildern fast mehr wie eine lyrische Ballade als ein klassischer Roman. Doch diese besondere Stärke des Romans kann auch bisweilen ihr Fallstrick sein: Dadurch, dass die Flut an außergewöhnlichen Gedanken und Gefühlen, verpackt in ungewohnte, weil vorhandene Klischees vermeidende Sprache quasi niemals abreißt, kann es schwer fallen, diesem konstanten Strom immer folgen zu können. Immer wieder beschäftigt und berührt ein Gedanke einer einzelnen Zeile und während die Augen bereits die nachfolgenden Absätze lesen, ist der Kopf eigentlich immer noch mit diesem bereits vergangenen Gedanken beschäftigt. So wird sich dieses nachhaltig empfehlenswerte Buch unter anderem besonders gut als Gemeinschaftslektüre in beispielsweise einem Lesekreis eignen, wo man immer wieder bewusst das Gas raus nimmt und sich die Zeit nimmt, einzelne Momente des Romans wirken zu lassen. Für sich allein gelesen, treibt die Handlung einen stetig vorwärts und so könnte die Gefahr bestehen, dass manche der zahlreichen Glanzpunkte kaum wahrgenommen vorüberziehen, weil sie eben so häufig und intensiv auf einen zuströmen. „Auf Erden sind wir kurz grandios“ ist ein einzigartiger Roman über die Utopie des Amerikanischen Traums und was dieser den Menschen vermittelt, anstreben zu wollen. Ein Buch über Sehnsucht, Scheitern und Schönheit, Ängste, Hoffnungen und Figuren, die sich oftmals in sich selbst eingeschlossen wiederfinden. Für die Lektüre bleibt zuletzt der Tipp, sich für dieses scheinbar schlanke Buch Zeit zu nehmen und immer wieder aus dem Fluss der Handlung auszusteigen, um einzelnen Ideen und Bildern nachzufühlen – denn diese sind oft so außergewöhnlich, dass es schade wäre sie zu überfliegen. „Auf Vietnamesisch ist der Ausdruck für jemanden vermissen und sich an ihn erinnern derselbe: nho. Manchmal, wenn du mich am Telefon fragst: Con nho me không?, zucke ich zusammen, im Glauben, du meintest: Erinnerst du dich an mich? Ich vermisse dich mehr, als dass ich mich an dich erinnere.“

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