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Magda W. Buchhandlung: Thalia Oberwart

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Rezensionen

Meine letzte Rezension Totensee von Sophie Czerny
„Totensee“ ist das Thrillerdebüt der österreichischen Juristin Sophie Czerny. Wer anspruchsvolle, komplexe Geschichten, die tief in die menschlichen Abgründe eintauchen, mag, der sollte hier zugreifen. Die ersten hundert Seiten habe ich mir schwer getan, der Geschichte zu folgen. Schauplätze und Zeiten wechseln sich scheinbar willkürlich ab, Bezug zu den Figuren kann man nur schwer aufbauen. Fragen über Fragen türmen sich auf und das Mitdenken bringt den Kopf zum Rauchen. Mit der ehemaligen LKA-Beamtin Ada konnte ich allerdings sofort mitgehen. Auch wenn sie es nicht zeigen kann, liebt sie ihre Tochter über alles. Dass ihr niemand glaubt, dass sie entführt wurde, bringt die suspendierte Polizistin an ihre Grenzen. Ada handelt nicht immer nachvollziehbar, aber sie setzt alles daran, um ihre Tochter Mara zu finden. Dass sie sich selbst Schmerzen zufügt oder hemmungslosen Sex mit Fremden hat, um irgendetwas zu fühlen, hat auch mit ihrer schwierigen Vergangenheit zu tun, die mit dem Fall eng verbunden ist und nach und nach ans Licht kommt. Sie ist sicherlich keine klassisch sympathische Hauptfigur, aber gerade deshalb interessant. Ab etwa der Hälfte kann man erahnen, in welche Richtung es geht und wer hinter den Morden steckt, das Warum bleibt nach wie vor im Dunkeln. Ada begibt sich auf eine turbulente Suche in Wien, Berlin, München, Salzburg, Tirol und mit ihr gemeinsam setzt der Leser das Puzzle Stück für Stück zusammen. Mehr als einmal musste ich das Lesen pausieren, weil das Gelesene zu schrecklich und grausam war. Auch wenn manche Szenen nur angedeutet wurden, blieb ich mit einem Bild im Kopf zurück, das verstörend war. Aus der Diskussion mit anderen Leserinnen weiß ich, dass sich manche eine Triggerwarnung zu Beginn der Geschichte gewünscht hätten. „Totensee“ ist kein Thriller, der unterhalten will und den man nach der Lektüre schnell vergisst. „Totensee“ ist grausam, brutal, kalt – und zeigt unterschiedliche Arten des Missbrauchs an Kindern auf. Die Stimmung ist erdrückend, das einzige Detail, das vielleicht etwas witzig sein könnte, ist die Tatsache, dass sich Ada nur von Müsliriegeln ernährt. Das Ende gibt Hoffnung, ist vielleicht etwas zu früh humorvoll nach dem wirklich quälenden Showdown in den Tiroler Bergen. Fazit: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, gleichzeitig konnte ich wegen der sehr schwierigen Themen manchmal nicht weiterlesen. Für mich ist die Geschichte komplex und anspruchsvoll, nichts für schwache Nerven. Am Ende hat sich die Lösung wie ein Mosaik zusammengesetzt, die Geschichte ist wirklich raffiniert erzählt und Fragen bleiben kaum offen. Definitiv empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die gerne mal aus dem üblichen Thriller-Einheitsbrei herauslesen möchten.
ab 18,00 €
Produktbild Totensee
4/5
  • Magda W.
  • Buchhändler/-in

4/5

Totensee

„Totensee“ ist das Thrillerdebüt der österreichischen Juristin Sophie Czerny. Wer anspruchsvolle, komplexe Geschichten, die tief in die menschlichen Abgründe eintauchen, mag, der sollte hier zugreifen. Die ersten hundert Seiten habe ich mir schwer getan, der Geschichte zu folgen. Schauplätze und Zeiten wechseln sich scheinbar willkürlich ab, Bezug zu den Figuren kann man nur schwer aufbauen. Fragen über Fragen türmen sich auf und das Mitdenken bringt den Kopf zum Rauchen. Mit der ehemaligen LKA-Beamtin Ada konnte ich allerdings sofort mitgehen. Auch wenn sie es nicht zeigen kann, liebt sie ihre Tochter über alles. Dass ihr niemand glaubt, dass sie entführt wurde, bringt die suspendierte Polizistin an ihre Grenzen. Ada handelt nicht immer nachvollziehbar, aber sie setzt alles daran, um ihre Tochter Mara zu finden. Dass sie sich selbst Schmerzen zufügt oder hemmungslosen Sex mit Fremden hat, um irgendetwas zu fühlen, hat auch mit ihrer schwierigen Vergangenheit zu tun, die mit dem Fall eng verbunden ist und nach und nach ans Licht kommt. Sie ist sicherlich keine klassisch sympathische Hauptfigur, aber gerade deshalb interessant. Ab etwa der Hälfte kann man erahnen, in welche Richtung es geht und wer hinter den Morden steckt, das Warum bleibt nach wie vor im Dunkeln. Ada begibt sich auf eine turbulente Suche in Wien, Berlin, München, Salzburg, Tirol und mit ihr gemeinsam setzt der Leser das Puzzle Stück für Stück zusammen. Mehr als einmal musste ich das Lesen pausieren, weil das Gelesene zu schrecklich und grausam war. Auch wenn manche Szenen nur angedeutet wurden, blieb ich mit einem Bild im Kopf zurück, das verstörend war. Aus der Diskussion mit anderen Leserinnen weiß ich, dass sich manche eine Triggerwarnung zu Beginn der Geschichte gewünscht hätten. „Totensee“ ist kein Thriller, der unterhalten will und den man nach der Lektüre schnell vergisst. „Totensee“ ist grausam, brutal, kalt – und zeigt unterschiedliche Arten des Missbrauchs an Kindern auf. Die Stimmung ist erdrückend, das einzige Detail, das vielleicht etwas witzig sein könnte, ist die Tatsache, dass sich Ada nur von Müsliriegeln ernährt. Das Ende gibt Hoffnung, ist vielleicht etwas zu früh humorvoll nach dem wirklich quälenden Showdown in den Tiroler Bergen. Fazit: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, gleichzeitig konnte ich wegen der sehr schwierigen Themen manchmal nicht weiterlesen. Für mich ist die Geschichte komplex und anspruchsvoll, nichts für schwache Nerven. Am Ende hat sich die Lösung wie ein Mosaik zusammengesetzt, die Geschichte ist wirklich raffiniert erzählt und Fragen bleiben kaum offen. Definitiv empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die gerne mal aus dem üblichen Thriller-Einheitsbrei herauslesen möchten.

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Der Fährmann
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Der Fährmann

    Von Anfang an hat mich dieses Buch magisch angezogen und ich kann gar nicht genau sagen, wieso, aber sowohl das Cover als auch der Titel gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Und was soll ich sagen? Mein Instinkt war richtig, denn „Der Fährmann“ ist definitiv jetzt schon ein Jahreshighlight für mich.  Worum geht es?  Wir befinden uns kurz vor dem 1. Weltkrieg an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Die drei Freunde aus Kindertagen – Hannes, Elisabeth (Lisi) und Annemarie (Annemie) – werden gemeinsam erwachsen und erleben sowohl private als auch geschichtliche Dramen. Annemarie liebt Hannes, der liebt Lisi, die liebt ihn auch, wird aber mit Josef verheiratet, um die beiden Bauernhöfe zu verbinden. Es geht um Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Tradition und Verpflichtungen, Neid, Eifersucht und Gewalt, immer vor der Kulisse des brodelnden Krieges.  Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Hannes, Lisi, Annemarie und Josef erzählt, wobei zwischen den einzelnen Kapiteln Zeitsprünge passieren. Obwohl manchmal ein Jahr vergeht, hat man nicht das Gefühl, etwas versäumt zu haben oder etwas nicht zu verstehen. Durch die Zeitsprünge passiert sehr viel und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich immer wissen wollte, wie es weitergeht.  Der Schreibstil ist besonders und Regina Denk eine Meisterin der Worte. Sie schreibt so bildhaft und atmosphärisch, dass es mich wie ein Sog in die Geschichte hineingezogen hat. Schon das erste Kapitel „Anderswo“ war mit seinen mystischen, bedrohlichen Beschreibungen des Wassers ein Highlight. Der Fluss wird so personifiziert, dass man meinen könnte, er träfe eigene Entscheidungen. Ein Merkmal des Schreibstils sind zeilenlange Sätze – ich will nicht Schachtelsätze dazu sagen, denn die sind für mich negativ behaftet. In „Der Fährmann“ macht es Spaß, den Sätzen zu folgen, sie sind nie kompliziert oder wirken gewollt; man folgt ihnen atemlos, wie einen die ganze Geschichte atemlos macht.  Obwohl der Titel des Buches „Der Fährmann“ lautet, erfährt man im Vergleich zu den anderen recht wenig über Hannes. Trotzdem ist er ein wichtiger Part, sozusagen der Mittelpunkt, um den alle anderen kreisen. Nur dank ihm sind die Menschen mobil, er kennt viele Geheimnisse, die er auf seinen zahlreichen Fahrten über die Salzach mitbekommt. (Der Beruf des Fährmannes war mir vorher nicht wirklich bekannt. Welchen Gefahren sich diese Männer ausgesetzt haben, ist unglaublich. Dazu immer erreichbar sein, keine eigene Familie haben dürfen ...) Und Hannes ist ein Sympathieträger, hilfsbereit, würde keinen anderen verletzen, schon gar nicht die Menschen, die ihm wichtig sind. Er nimmt einen neutralen Part ein, wenn alle anderen vom Fremdenhass aufgestachelt sind. Wie einfach das geht und dass es nicht wirklich einen Unterschied zwischen damals und heute gibt, zeigt dieses Buch deutlich auf. Es ist so erschreckend, dass Krieg immer noch mit dem Adjektiv „heldenhaft“ verbunden wird. Dass niemand als Held zurückkommt, macht die Geschichte deutlich.  Wie Frauen im Buch behandelt werden und welchen Wert sie haben, ist erschreckend. Wenn man bedenkt, dass nur etwas mehr als hundert Jahre vergangen sind. Dass es Annemarie und Lisi bis zum Schluss geschafft haben, gleicht einem Wunder. Besonders Lisi, die kurz nach der Hochzeit mit Josef schon nur mehr einem Geist gleicht, muss so viel ertragen. Ich habe selten mit einer Figur so mitgelitten. Auch die Ablehnung, die sie vom eigenen Elternhaus bzw. ihrer Mutter erfährt, als sie sich hilfesuchend an sie wendet, hat mir Gänsehaut beschert. Und dann noch die Tatsache, dass die Mutter um die schlechte Behandlung weiß, ihrer Tochter aber trotzdem rät, zu ihrem Mann zurückzugehen, macht einen sprachlos. Zusammenfassend für die Mütter im Text kann man sagen, dass sie alles wissen, aber nichts tun. Sie schicken ihre Töchter bewusst ins Elend oder sehen einfach nur zu. Das finde ich genauso schrecklich wie Josefs Taten.  Obwohl Josef das Gegenstück zu Hannes darstellt, kann man ihn an manchen Stellen verstehen. Er ist selbst mit Gewalt aufgewachsen, hat nie ein liebes Wort erfahren, was er möchte, interessiert den strengen Vater nicht. Irgendwann bleibt aus seiner Sicht nichts anderes übrig, als sich mit Gewalt Gehör zu verschaffen. Es ist ein schleichender Prozess, bis Josef wirklich zum Monster wird, aber die Szene mit dem Fuchs war ein Zeichen, dass es nicht gut enden wird mit ihm – und sehr emotional beim Lesen, wie auch folgende Szenen:  Annemarie wird nach Wilms gebracht,  Lisi verliert das Wichtigste,  der gesamte Showdown und das letzte Kapitel „Anderswo“ (allein den letzten Satz habe ich mehrmals gelesen, da er so mächtig ist: „[...] es sprachen die Kinder nicht die Sprache des Wassers, verstanden nicht die Warnung und die Sorge, sahen nur das, was die Menschen sehen wollten, und glaubten nur das, was sie glauben konnten anstelle von dem, was war, und dem, was noch immer wahr ist.“)  Die Figur der Annemarie gibt immer wieder Hoffnung, da sie es zumindest teilweise schafft, unabhängig zu werden und das Leben so zu gestalten, wie sie das möchte. Dass die drei Freunde am Ende beschließen, alles anders zu machen, neu zu beginnen, aus den alten Mustern auszubrechen, ist ebenso ein hoffnungsvolles Bild.  Regina Denk hat mit „Der Fährmann“ ein zeitloses Werk geschaffen, das einen sowohl sprachlich als auch inhaltlich nicht mehr loslässt. Die Geschichte schockiert immer wieder, rührt einen immer wieder zu Tränen. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen und werde die Botschaft weitertragen, wie es sich die Autorin in der Danksagung wünscht.

  • Produktbild Ava liebt noch
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Ava liebt noch

    Vera Zischke hat vor Kurzem ihr neues Buch, „Pina fällt aus“, veröffentlicht, da habe ich mich daran erinnert, dass ich „Ava liebt noch“ auf meinem Stapel ungelesener Bücher habe. Und was soll ich sagen? „Ava liebt noch“ verdient es, sofort gelesen zu werden, denn es geht mitten ins Herz und bleibt dort auch lange, nachdem man die letzte Seite gelesen hat. Worum geht es? Vera Zischke erzählt von einer Frau, die zwischen ihrer Mutterrolle und dem eigenen Ich feststeckt – und davon, was passiert, wenn verloren geglaubte Gefühle wieder an die Oberfläche kommen. Ava ist 43 Jahre alt, hat drei Kinder und fühlt sich eingefroren. Muttersein macht ihr nicht immer nur Spaß, es ist anstrengend und aufwühlend. Beim Einkaufen trifft Ava den jungen Mitarbeiter Kieran – und etwas in ihr taut auf. Fortan liebt sie es, einzukaufen, nur um ihm nahe zu sein. Als er eines Tages verschwunden ist und Ava herausfindet, dass er im Schwimmbad Kurse gibt, meldet sie kurzerhand ihre Tochter dazu an. Und ihre gemeinsame Geschichte beginnt ... Die Autorin behandelt Themen wie Mutterschaft, Frausein, Elternsein, Liebe, Partnerschaft und Ehe, Altersunterschiede in Beziehungen – und das auf eine sehr authentische und ehrliche Weise. Schon auf den ersten Seiten findet man sich wieder, wenn man selbst Mutter ist und das alltägliche Chaos kennt. Hier wird nichts beschönigt, nichts dramatisiert. Dadurch ist die Geschichte stets echt, nahbar und man kann mit Ava und ihrem täglichen Chaos mitfühlen. Besonders wichtig finde ich, dass Mutterschaft als komplexe und vielschichtige Aufgabe dargestellt wird. Am Ende sagt Ava sogar zu ihrem nun erwachsenen Sohn, was ich besonders eindrücklich finde: „Man kann seine Kinder lieben und Mutterschaft trotzdem hassen.“ Mutter sein und Frau bleiben – über dieses Spannungsfeld wird im Buch oft nachgedacht. Ebenso über die Frage, ob und wen eine Frau lieben darf, sobald sie Mutter ist und Verantwortung trägt. Die Angst, die Ava empfindet, weil sie den 19 Jahre jüngeren Kieran liebt, wird eindringlich dargestellt. Was würden denn die Leute denken, wenn das rauskäme? Was würden sie über ihre Kinder sagen? Die Gesellschaft hat ganz genaue Vorstellungen darüber, in welchem Alter die Menschen sein dürfen, die man liebt. Dass diese Grenze aufgebrochen wird, hat mir besonders gut gefallen. Ich hatte nicht erwartet, dass wir auch Kierans Perspektive kennenlernen. Diese war im Nachhinein essenziell für das Verständnis der Figur. So blieb er nie nur eine Art blasser Love Interest, sondern war eine Figur mit eigener Geschichte und Ecken und Kanten. Ich habe ihn genauso gerne gemocht wie Ava. Eine Figur, die Literaturwissenschaft studiert, hat bei mir sowieso Pluspunkte. Die vielen Zeitsprünge haben es möglich gemacht, Ava und Kieran (aber auch Avas ganze Familie) in unterschiedlichen Lebensabschnitten kennenzulernen und wachsen zu sehen. Kieran ist am Ende so alt wie Ava, als das Buch beginnt. Für mich war es faszinierend, wie die beiden immer wieder zueinanderfinden oder sich trennen müssen. Vera Zischke erzählt eine leise Geschichte. Eine zarte. Eine eindringliche. Eine traurige. Eine schöne. Und vor allem die Geschichte, dass es nie zu spät ist, um schwimmen zu lernen.

  • Produktbild Stromlinien
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    4/5

    Stromlinien

    „Stromlinien“ ist ein wunderbar atmosphärisches, intensives, dichtes, emotionales Buch, das mich an vielen Stellen zu Tränen gerührt und Gänsehaut verursacht hat. Worum geht es? Die Zwillingsschwestern Enna und Jale zählen die Tage und Stunden, bis ihre Mutter Alea endlich aus dem Gefängnis entlassen wird. Aufgewachsen sind die Mädchen bei ihrer Oma Ehmi. Doch als es endlich so weit ist – der Tag der Entlassung ist angebrochen –, verschwinden Jale und Alea spurlos. Enna beginnt, tief in ihre Familiengeschichte einzutauchen und lernt sich selbst, aber vor allem auch die Geheimnisse ihrer Familie kennen und welche Auswirkungen Entscheidungen vor 100 Jahren auf ihr jetziges Leben haben. Der Schreibstil des Buches ist angenehm, gut lesbar, aber vor allem anspruchsvoll. Man hat es hier mit keinem Buch zu tun, das man so nebenbei lesen kann. Und das sollte man auch nicht tun, denn dann würde man viel Großartiges versäumen. Seit „Der Gesang der Flusskrebse“ begeistert mich das Setting der Marsch, des Sumpflandes, der Tiere dort, der Flüsse, der Bewegung des Wassers, der Ruhe und gleichzeitig der Gefahr, die das Wasser ausstrahlt ... Und auch hier in diesem Buch wird die Landschaft so bildlich dargestellt, dass man das Gefühl hat, man fährt selbst mit Enna auf der „Sturmhöhe“ die Elbe entlang. Ich habe ein Faible für Familiendramen und -geheimnisse, deshalb hat mich das Buch sofort angesprochen. Und ich wurde nicht enttäuscht: Nach und nach werden Verknüpfungen hergestellt, die Geschichte deckt eine Zeitspanne von 100 Jahren ab. Alle losen Fäden führen am Ende logisch zusammen und die Geschichte ist wirklich gut konstruiert. Ich weiß gar nicht so recht, was ich schreiben soll, um auszudrücken, wie sehr mich dieses Buch berührt hat. Einmal saß ich da und konnte vor lauter Tränen in den Augen nicht weiterlesen. Ich habe mit jeder einzelnen Figur – Gunnar und Alea in der Vergangenheit, Jale und Enna in der Gegenwart – mitgefühlt. Was ich auch erwähnen möchte, ist, dass das Buch durchgängig spannend ist und zum Miträtseln eingeladen hat, was ja sonst eher bei der Lektüre von Krimis der Fall ist. Diese Mischung aus Drama und Verbrechensaufklärung hat mir gut gefallen. Was das Buch auch besonders macht, ist die Thematisierung von zwei realen Schiffsunglücken, die in die fiktive Geschichte von Enna und Jale und ihrer Familie eingebaut werden. Man hat beim Lesen gemerkt, wie gut die Autorin recherchiert hat. Einen Punkt Abzug gebe ich trotzdem, da ich mich nicht immer mit Enna identifizieren konnte und sie stellenweise unsympathisch fand. Ihre Handlungen waren oft unüberlegt. Und weil mich das Ende nicht zufriedengestellt hat, da in meinen Augen keine Erlösung oder Erleichterung stattfindet, sondern ein neuer Kreis des Schweigens und der Geheimnisse entsteht, was für mich einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Ich hatte die Hoffnung, dass sich alles in Wohlwollen auflöst, aber dann wäre es vermutlich nicht das Leben der Familie Eggers.

  • Produktbild In einem Zug
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    In einem Zug

    Schon als ich „In einem Zug“ zum ersten Mal in der Buchhandlung entdeckte, wusste ich, dass es ein Buch für mich sein würde. Es gibt diese seltenen Werke, die einen auf eine fast magische Weise anziehen – als ob sie für einen selbst bestimmt wären. Oder zumindest lässt einen der Gedanke an diese Möglichkeit nicht los. Das wird sogar im Buch selbst thematisiert, als Eduard Brünhofer, der Protagonist, sagt: „Das ist ja gerade der Zauber eines erfolgreichen Romans, dass alle Leserinnen und Leser glauben, dieses Buch sei ausschließlich für sie geschrieben.“ In diesem Fall habe ich mich sehr wiedergefunden. Aber worum geht es in diesem Roman? Eduard Brünhofer, ein Liebesroman-Autor, befindet sich auf einer Zugreise von Wien nach München. Zehn Jahre sind vergangen, seitdem er sein letztes Werk geschrieben hat. Nun ist er auf dem Weg nach München, um eine neue Idee zu präsentieren – die er erst noch finden muss. Während der Fahrt trifft er auf Catrin Meyr, eine junge Frau, die sich spontan zu ihm setzt und ihn bis zum Ende der Reise begleitet. Es entspinnt sich ein lebhaftes Gespräch, das sich über Themen wie das Leben, das Schreiben, die Liebe, Alkohol und Partnerschaften erstreckt – ein Dialog, der ebenso humorvoll wie tiefgründig ist. Schon zu Beginn hat mich Eduard Brünhofer gefesselt. Ich hätte mich sehr gefreut, mit ihm im Abteil zu sitzen und mich zu unterhalten. Seine Reflexionen über das Leben und seine humorvolle, gleichzeitig nachdenkliche Art haben genau meinen Geschmack getroffen. Die Dialoge zwischen ihm und Catrin waren für mich pures Lesevergnügen – oft musste ich laut lachen. Die Chemie zwischen den beiden Figuren, die sich schnell entwickelt, ist mitreißend und überzeugend. Was die Erzählung besonders spannend macht, ist die Ungewissheit über den Verlauf der Handlung. Kennen sich die beiden vielleicht schon? Wird sich zwischen ihnen eine Liebesgeschichte entfalten? Oder weiß Catrin mehr über Eduard, als sie zugibt? Die vielen möglichen Wendungen haben die Lektüre spannend gestaltet. Die beiden Figuren sind so intensiv miteinander verbunden, dass sich die Frage stellt, ob sie nicht mehr ohne den anderen existieren können – sie fordern sich gegenseitig heraus und entwickeln sich stetig weiter. „In einem Zug“ ist ein Buch, das sowohl zum Nachdenken als auch zum Schmunzeln anregt. Kritikpunkte fallen mir ehrlicherweise keine ein – ein wahrlich seltenes Vergnügen. Deshalb empfehle ich das Buch gerne weiter und werde es möglicherweise selbst noch einmal lesen, um noch mehr feine Details der Erzählung zu entdecken.

  • Produktbild Unter Wasser ist es still
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Unter Wasser ist es still

    Ich weiß nicht, wieso dieses Buch so lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher war, und wieso ich einmal schon begonnen und nach ein paar Seiten wieder aufgehört habe ... Denn es ist definitiv ein Highlight für mich. Die Geschichte ist tragisch, emotional, wird aber sehr ruhig, manchmal fast rau und ohne jeglichen Kitsch erzählt: Und genau das macht das Buch aus. Durch den besonderen Schreibstil sind alle Figuren und Gespräche echt und wirken nie aufgesetzt oder drüber. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und mit den Briefen dazwischen wird es auf der einen Seite spannender, auf der anderen emotionaler. Bei ausnahmslos jedem Brief von Kathi an Maira hatte ich Tränen in den Augen, obwohl man ganz am Anfang noch gar nicht weiß, was überhaupt passiert ist. Aber in jeder Zeile diese intensive Liebe einer Mutter für die Tochter zu spüren, hat mich tief im Herzen berührt. Dazu kommen die Kulissen, die allesamt etwas Ruhiges, Nostalgisches, Unberührtes ausgestrahlt haben. Der perfekte Platz, um im Einklang mit der Natur zu leben. Ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail: An einer Stelle wird erwähnt, dass Maira kein Fleisch isst. Und hier bin ich der Autorin dankbar, dass sie den Umwelt-, Natur- und Tierschutz ein Stück weitergedacht hat. Ich mochte es sehr, mit welcher Dringlichkeit Maira für ihre Umwelt und die Wale kämpft. Und das, ohne zu zögern. Ich habe das Buch einfach genossen und mich mitnehmen lassen auf Mairas Reise, mir fällt tatsächlich nur ein kleiner Kritikpunkt ein: die Rolle, die Mischa am Ende spielt. Das hätte für mich nicht so sein müssen. Ansonsten war das Ende besonders schön, zwar vorhersehbar, aber in diesem Fall ist das nichts Schlechtes. Ich habe es mir sehr gewünscht, dass Maira wieder zu sich selbst findet.

  • Produktbild Die Gejagte - Sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon.
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Die Gejagte - Sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon.

    „Die Gejagte“ ist mein zweites Buch von René Anour und der erste Thriller des Autors. Das kann man gar nicht glauben, denn das Buch bietet von der ersten bis zur letzten Seite das perfekte Thrill-Erlebnis, inklusive Gänsehaut, Grusel und Atemlosigkeit. Jess wacht im Dschungel auf, gefesselt in Handschellen. Sie weiß nicht, wo sie ist, wer sie ist und vor allem nicht, warum sie hier ist. Als ein Mensch mit Fuchsmaske auftaucht, beginnt eine gnadenlose Hetzjagd. Jess versucht zu entkommen und ist auf der Suche nach einem Ausweg – und vor allem auf der Suche nach ihren Erinnerungen ... Die Geschichte entfaltet sich auf zwei Ebenen: einmal die Gegenwartsebene im Dschungel, in der Jess versucht zu überleben, und einmal die Vergangenheitsebene, die uns Leserinnen und Lesern sowie Jess selbst ihre Erinnerungen nahebringt. Passagen in der Vergangenheit sind kursiv gesetzt, was dafür sorgt, dass man leicht den Überblick behält und sich voll auf die Geschichte konzentrieren kann. Beide Erzählebenen greifen sowohl formal als auch stilistisch ineinander, beispielsweise wenn Gegenstände oder Vergleiche aus der Vergangenheit in der Gegenwart ihren Platz finden oder Jess durch ein aktuelles Gefühl eine Erinnerung auslöst, weil sie damals das gleiche Gefühl hatte. Der Autor hat mich vor allem deshalb so in seinen Bann gezogen, da ich mit Jess gemeinsam ihre Erinnerungen zusammensetzen musste. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber auf jeden Fall nicht das: einen packenden Survival-Thriller, gepaart mit einer Menge Action, Gänsehaut und einem liebevollen Blick auf die Natur. Der liebevolle Blick klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber das Buch vermittelt sowohl eine Bedrohung durch die Natur als auch eine Faszination für sie zur selben Zeit. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und bin nur so durch die Kapitel geflogen. Immer auf der Suche nach der Wahrheit, die ich immer wieder über den Haufen werfen musste, wenn ich dachte, am Ziel zu sein ... Der Autor ist Veterinärmediziner und für die Recherche für seinen Thriller in den Dschungel gereist. Und das merkt man beim Lesen auf jeder Seite: Die Natur-, Tier- und Pflanzenbeschreibungen sind so authentisch, als wäre man beim Lesen selbst im Dschungel. Ich habe durchs Lesen Lust auf so eine Reise bekommen (natürlich ohne das ganze Thrill-Erlebnis!). Immer wieder werden interessante Details zur Fauna und Flora auf ganz ungezwungene Weise eingestreut, denn Jess ist Biologin. Ihr Wissen hilft ihr beim Überleben und gleichzeitig charakterisiert es sie. Solche Passagen haben den Lesefluss nicht gehemmt, sondern dafür gesorgt, dass ich noch neugieriger weiterlesen wollte. Da kreucht und fleucht einiges im Dschungel und es gab richtig unangenehme Momente, in denen ich Gänsehaut auf meinem ganzen Körper gespürt habe oder mich immer wieder umgeschaut habe, ob nicht gerade jemand (oder etwas) Ausschau nach mir hält. Besonders die Szene mit dem Riesenläufer wird mir für immer im Gedächtnis bleiben. Oder die Szene mit den Piranhas. Oder die Szenen mit den Zitteraalen. Jess als Hauptfigur bin ich gerne gefolgt. Sie ist eine kluge, wissbegierige Frau, eine Kämpferin, die nicht ohne Fehler ist. Ich habe sie als nahbar und echt empfunden und konnte mich daher gut mit ihr identifizieren. Am Ende habe ich mir für sie einfach nur gewünscht, dass sie in Ruhe und Frieden irgendwann wieder forschen kann. Den ganzen Text über hatte ich jemanden in Verdacht, doch dieser Verdacht hat sich gegen Ende aufgelöst. Doch dann kam die Auflösung und ich war einfach nur perplex. Genau das möchte ich von einem guten Thriller. Und so ganz nebenbei gibt es noch einen lohnenswerten Blick auf die Natur und wichtige Fragen zur Ethik und zum Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Ich bin begeistert und empfehle „Die Gejagte“ gerne weiter.

    • Die Gejagte - Sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon.
    • René Anour
    • ab 18,00 €
  • Produktbild Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels

    Vea Kaiser zählt schon seit einigen Jahren zu meinen liebsten österreichischen Autorinnen – demzufolge war ich hocherfreut über ihr neues Buch. Und habe dieses innerhalb kürzester Zeit verschlungen ... Das Buch liest sich sehr flüssig, der Schreibstil ist locker, an den richtigen Stellen emotional, typisch wienerisch und erzeugt das gesamte Buch über eine Atmosphäre, der ich mich nicht entziehen konnte. Wir erleben um die 40 Jahre im Leben von Angelika Moser: von ihren Anfängen als Partymaus und Buchhalterin im Nobelhotel Frohner, von der Suche nach dem richtigen Mann (und Männer gibt es wahrlich viele), von ihrer Zeit als frischgebackener Mutter, von ihrer Suche nach dem perfekten Leben und dem perfekten Glück. Die Betrugsgeschichte steht oftmals im Hintergrund, es ist vielmehr eine Lebens- und Entwicklungsgeschichte, die Vea Kaiser hier erzählt. Angelika Moser ist dabei eine schwierige und diskussionswürdige Protagonistin. Sie ist ein ziemlicher Kontrollfreak, hat große Vertrauensprobleme, erwartet kaum Gutes, hat hohe Ansprüche (an Männer); ist dabei aber so hilfsbereit und will alles richtig machen, dass man das Gefühl hat, sie gibt sich selbst dabei auf. Ich bin ihr liebend gerne gefolgt und habe mir das bisschen Glück für sie gewünscht. Besonders authentisch hat die Autorin meines Erachtens die erste Zeit mit Baby geschildert. Ich habe mich hier zurückversetzt gefühlt und richtig mit Angelika mitgefühlt. Vea Kaiser erzählt grundsätzlich sehr ehrlich und authentisch und genau das spricht mich an. Was ich vor der Lektüre nicht wusste, ist, dass eine wahre Betrugsgeschichte, die sich in Wien abgespielt hat, Hintergrund für das Buch war. Das gibt der Geschichte einen besonderen Reiz und macht auch die Zwischenkapitel „Gespräche in der Josefstadt“, in denen die Autorin mit der realen „Angelika Moser“ spricht, greifbarer. Ich habe das Buch verschlungen und hatte schöne Lesestunden – also große Empfehlung von mir!

    • Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
    • Vea Kaiser
    • ab 26,50 €
  • Produktbild Die spürst du nicht
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Die spürst du nicht

    Ohne Umschweife: Dieses Buch hat mich überrascht – emotional, erzählerisch und thematisch. Obwohl der Klappentext eine Katastrophe andeutet, war ich von den ersten Seiten an völlig überrumpelt von dem Ausmaß des Geschehens. Ich habe einen Moment gebraucht, um mich zu orientieren, denn ich hatte nicht erwartet, dass der Einstieg so unmittelbar und drastisch sein würde. Doch genau diese Verunsicherung macht den Reiz des Romans aus – und am Ende bin ich sehr dankbar dafür, das Buch gelesen zu haben. Besonders beeindruckt hat mich die Figur So-Lu. Ihr schleichender „Untergang“, ihre Unsichtbarkeit inmitten der Welt, wurde eindringlich und glaubwürdig geschildert. Nicht nur Aayana und ihre Familie blieben „ungespürt“, sondern auch So-Lu wurde übersehen – von der Gesellschaft und von ihrer Familie. Ihr inneres Abdriften war erschreckend authentisch, und ich konnte stark mit ihr mitfühlen. In den Dialogen mit Pierre blitzt für mich sogar Glattauers Stil aus „Gut gegen Nordwind“ auf – klug und emotional. Auch in Elisa konnte ich mich gut hineinversetzen. Ihre Entwicklung und insbesondere die Entscheidung am Ende wirkten auf mich nachvollziehbar und richtig. Oskar und Engelbert waren auf beunruhigende Weise realitätsnah. Ihre Haltung, ihre Sätze, ihre Reaktionen – all das habe ich in ähnlicher Form schon in der echten Welt gehört. Gerade diese Authentizität zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman. Selbst Nebenfiguren, wie etwa die Anwälte, waren in meinen Augen realistisch gezeichnet und wirkten nie beliebig. Glattauers Sprache ist wie gewohnt flüssig und fesselnd – er versteht es wie kein anderer Autor, mich „an die Hand zu nehmen“. Besonders mochte ich seine fein gesetzten Beobachtungen, die mich innehalten ließen. Wenn eine Figur etwa „Danke“ sagt und der Erzähler anmerkt, dass niemand so recht weiß, wofür – dann sind das genau die sprachlichen Details, die zum Nachdenken anregen und hängen bleiben. Die eingefügten Zeitungsartikel und vor allem die Leserkommentare haben mich zunächst aus dem Konzept gebracht – ich empfand sie als anstrengend und provokant. Doch im weiteren Verlauf wurde mir klar: Sie spiegeln gnadenlos realistische Reaktionen wider, wie sie in öffentlichen Foren tatsächlich stattfinden. Und auch wenn man sich davon abgestoßen fühlt und das alles nicht lesen will – oder gerade deshalb – sind sie ein zentraler Teil der Wirkung des Buches. Die Kapitelstruktur mit Überschriften war gut durchdacht, und der Prozess gegen Ende war sehr emotional. Als So-Lus Brief vorgelesen wurde, hatte ich einen Kloß im Hals. Ihre Vergesslichkeit – dass sie den Brief nie übergeben hat – war frustrierend, aber letztlich sehr menschlich und für ihr Alter passend. Am Ende bleibt man betroffen, traurig und nachdenklich zurück. Die Geschichte ist erschreckend realistisch und rückt das Schicksal geflüchteter Menschen in beklemmende Nähe. Glattauer gelingt es, ein unbequemes Thema literarisch sensibel, aber eindringlich umzusetzen. Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es hat mich emotional bewegt, gedanklich herausgefordert und sprachlich beeindruckt.

  • Produktbild Es war einmal Indianerland
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    4/5

    Es war einmal Indianerland

    „Es war einmal Indianerland“ von Nils Mohl ist ein anspruchsvoller Jugendroman, der zwei meiner liebsten literarischen Motive vereint: unzuverlässiges Erzählen und das Motiv des Doppelgängers. Dieser Roman verlangt volle Konzentration, denn mit der Pause-, Vor- und Zurücktaste wird die Geschichte angehalten oder springt in der Zeit. Nach und nach kristallisiert sich heraus, was wirklich passiert ist. Bei diesem Buch lohnt sich tatsächlich eine zweite Lektüre, da es sehr bereichernd ist. Mein Fazit: Anspruchsvoll erzählt und dennoch zugänglich – ein Coming-of-Age-Roman, der Jugendliche wie auch Erwachsene anspricht. Auch die Verfilmung (unter anderem mit Emilia Schüle) finde ich gelungen, in Anbetracht dessen, dass es wirklich schwierig ist, so ein Buch zu verfilmen.

  • Produktbild Tokioregen
    • Magda W.
    • Buchhändler/-in

    5/5

    Tokioregen

    „Tokioregen“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher im Genre Jugendbuch. Es ist eine hoffnungsvolle und gleichzeitig traurige Geschichte. Eine Geschichte voller magischer Momente und gleichzeitig so echt und authentisch. Mich hat es an vielen Stellen berührt und ich konnte mich gut mit Malu identifizieren. Yasmin Shakarami ist eine Entdeckung!

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