Wie schwer wiegt ein Geheimnis? Ein großer, sensibel erzählter Familienroman über Lebensentscheidungen, die uns auseinandertreiben können – oder für immer miteinander verbinden.
Enna und Jale sind in den Elbmarschen zu Hause. Sie leben im Rhythmus von Ebbe und Flut, beobachten Kormorane und Austernfischer – und zählen die Tage, bis ihre Mutter Alea aus der Haft entlassen wird. Doch als es endlich so weit ist, verschwindet nicht nur Alea spurlos, sondern auch Jale. Entschlossen durchkämmt Enna auf der Suche nach ihnen das Alte Land, ohne zu ahnen, dass dieser Weg sie für immer verändern wird.
Berührende Lesestunden mit Rebekka Frank:
Das Echo der Gezeiten
Stromlinien
Spiegelland
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
163 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
1 Sterne
Einfach nur wow!
Bewertung am 06.12.2025
Bewertungsnummer: 2671650
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich muss sagen, ich bin etwas schwer eingekommen. Aber es zog sich nicht lange. Mir wird die Natur im Buch zu oft zu detailliert und wiederholt beschrieben, aber es hat mich nicht weiter gestört. Die unterschiedlichen Zeiträume und Geschichten und wie alles miteinander verbunden ist hat mich gefesselt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich gemeinsam mit Enna herausfinden wollte, was hinter dem großen Familiengeheimnis steckt und wie alles miteinander verwoben ist.
Ich würde das Buch jederzeit wieder lesen ins habe es schon mehrfach empfohlen.
Tief und undurchsichtig wie die Elbe
Bewertung am 12.10.2025
Bewertungsnummer: 2623931
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
....ein großartiges Leseerlebnis, gesponnen durch drei Generationen, mit detailreich recherchierter Wahrheit und gekonnter Fiktion, mit echtem Gefühl ohne jemals rührselug zu sein, mit feinen Nuancen und starken, glaubhaften Charakteren. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Unbedingte Leseempfehlung.
Enna und Jale sind Zwillinge, seit Jahren warten sie darauf, dass ihre Mutter aus dem Gefängnis entlassen wird. Dann ist es endlich so weit, der Tag der Entlassung ist da und Jale verschwindet. Ihre Mutter ist auch nicht zum vereinbarten Treffpunkt gekommen. Am selben Tag verliert ein Mann sein Leben weil sein Boot sinkt. Enna sucht beide und taucht ein in die Vergangenheit ihrer Mutter. Warum war sie so lange im Gefängnis ? Wo ist Jale?
Ein wirklich tiefgründiger Roman und viele Geheimnisse. Unbedingt lesen!!!
Wie sehr beeinflussen uns Geheimnisse und Entscheidungen aus der Vergangenheit?
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
„Stromlinien“ ist ein wunderbar atmosphärisches, intensives, dichtes, emotionales Buch, das mich an vielen Stellen zu Tränen gerührt und Gänsehaut verursacht hat.
Worum geht es?
Die Zwillingsschwestern Enna und Jale zählen die Tage und Stunden, bis ihre Mutter Alea endlich aus dem Gefängnis entlassen wird. Aufgewachsen sind die Mädchen bei ihrer Oma Ehmi. Doch als es endlich so weit ist – der Tag der Entlassung ist angebrochen –, verschwinden Jale und Alea spurlos. Enna beginnt, tief in ihre Familiengeschichte einzutauchen und lernt sich selbst, aber vor allem auch die Geheimnisse ihrer Familie kennen und welche Auswirkungen Entscheidungen vor 100 Jahren auf ihr jetziges Leben haben.
Der Schreibstil des Buches ist angenehm, gut lesbar, aber vor allem anspruchsvoll. Man hat es hier mit keinem Buch zu tun, das man so nebenbei lesen kann. Und das sollte man auch nicht tun, denn dann würde man viel Großartiges versäumen. Seit „Der Gesang der Flusskrebse“ begeistert mich das Setting der Marsch, des Sumpflandes, der Tiere dort, der Flüsse, der Bewegung des Wassers, der Ruhe und gleichzeitig der Gefahr, die das Wasser ausstrahlt ... Und auch hier in diesem Buch wird die Landschaft so bildlich dargestellt, dass man das Gefühl hat, man fährt selbst mit Enna auf der „Sturmhöhe“ die Elbe entlang.
Ich habe ein Faible für Familiendramen und -geheimnisse, deshalb hat mich das Buch sofort angesprochen. Und ich wurde nicht enttäuscht: Nach und nach werden Verknüpfungen hergestellt, die Geschichte deckt eine Zeitspanne von 100 Jahren ab. Alle losen Fäden führen am Ende logisch zusammen und die Geschichte ist wirklich gut konstruiert.
Ich weiß gar nicht so recht, was ich schreiben soll, um auszudrücken, wie sehr mich dieses Buch berührt hat. Einmal saß ich da und konnte vor lauter Tränen in den Augen nicht weiterlesen. Ich habe mit jeder einzelnen Figur – Gunnar und Alea in der Vergangenheit, Jale und Enna in der Gegenwart – mitgefühlt. Was ich auch erwähnen möchte, ist, dass das Buch durchgängig spannend ist und zum Miträtseln eingeladen hat, was ja sonst eher bei der Lektüre von Krimis der Fall ist. Diese Mischung aus Drama und Verbrechensaufklärung hat mir gut gefallen. Was das Buch auch besonders macht, ist die Thematisierung von zwei realen Schiffsunglücken, die in die fiktive Geschichte von Enna und Jale und ihrer Familie eingebaut werden. Man hat beim Lesen gemerkt, wie gut die Autorin recherchiert hat.
Einen Punkt Abzug gebe ich trotzdem, da ich mich nicht immer mit Enna identifizieren konnte und sie stellenweise unsympathisch fand. Ihre Handlungen waren oft unüberlegt. Und weil mich das Ende nicht zufriedengestellt hat, da in meinen Augen keine Erlösung oder Erleichterung stattfindet, sondern ein neuer Kreis des Schweigens und der Geheimnisse entsteht, was für mich einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Ich hatte die Hoffnung, dass sich alles in Wohlwollen auflöst, aber dann wäre es vermutlich nicht das Leben der Familie Eggers.
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