Juna ist siebzehn und will trotz ihres schwindenden Augenlichts um jeden Preis Malerin werden. Martha ist dreizehn und versucht alles, um aus dem Schatten ihrer begabten Schwester zu treten. Die zwei wechseln kaum ein Wort miteinander. Doch dann verschlechtert sich Junas Diagnose, und sie erkennen, dass sie sich nur gemeinsam gegen die Welt wappnen können. Einfühlsam und kraftvoll erzählt Cora Wucherer vom unstillbaren Hunger auf das Leben und von einem Sommer, der alles verändert.Seit sie denken können, teilen sich Juna und Martha ein Zimmer in ihrer engen Familienwohnung in München-Giesing. Doch das ist auch schon alles, was die beiden Schwestern gemeinsam haben. Juna, außergewöhnlich begabt und bedroht von einer seltenen Krankheit, erfährt, dass ihr wohl nur noch wenige Monate bleiben, bis sie ihr Sehvermögen verliert. Ihr Traum, einmal eine ebenso bedeutende Künstlerin zu werden wie ihr großes Vorbild Lotte Laserstein, scheint zu zerbrechen. Ihre jüngere Schwester Martha hingegen kämpft darum, überhaupt gesehen zu werden. Mit Junas Ausweis in der Tasche ergattert sie sich einen Nebenjob in einem Kino – und damit eine völlig neue Unabhängigkeit. Als Juna unbedingt ihr Lieblingsgemälde von Lotte Laserstein in Malmö sehen will, ergreift Martha ihre Chance und organisiert eine heimliche Reise für die beiden. Was als Abenteuer beginnt, wird zu einer ungeahnten Herausforderung – und die Schwestern geraten an die Grenzen dessen, was sie voneinander zu wissen glaubten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
aus Leipzig
5/5
06.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Wie weit ist Familie verpflichtend?
Wie weit ist Familie verpflichtend?
Ich muss gestehen, hier hat mich zuerst das Cover in seinen Bann gezogen. Es hat etwas Magisches und dann wollte ich wissen, um was es geht. Als auch das mich überzeugen konnte, wollte ich es unbedingt lesen.
Es geht um die Schwestern Juna und Martha. Juna lebt mit dem Usher Syndrom und muss damit umgehen, dass sie nach und nach ihr Augenlicht verliert. Für sie zerplatzt damit der Traum, einmal Malerin zu werden. Martha, die Jüngere, dagegen ist gesund. Sie fühlt sich oft übersehen und steht schon ihr ganzes Leben im Schatten von Juna. Sie leben eher aneinander vorbei, bis es zu einem Roadtrip kommt.
Wir hören beide Perspektiven und ich fand es unglaublich spannend, beide Seiten kennenzulernen. Und als ich mit diesem Hörbuch begonnen habe, wusste ich dennoch nicht genau, was mich erwartet. Ich habe eine besondere Familiengeschichte bekommen, die mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. Es ist kein lauter Roman. Er erzählt relativ leise, aber ehrlich und mit viel Gefühl.
Besonders gut fand ich, wie ehrlich die Beziehung zwischen den beiden Schwestern dargestellt wird. Sie lieben sich, verletzen sich und finden oft keinen richtigen Zugang zueinander. Nicht jede Familie funktioniert perfekt und genau das zeigt dieses Buch. Der Vater versucht, für seine Töchter da zu sein und trägt gleichzeitig seine eigene Trauer mit sich, denn die Mutter ist verstorben. Man spürt, wie sehr jeder einzelne mit seiner eigenen Last kämpft.
Der Schreibstil ist kurzweilig und flüssig, obwohl die Themen alles andere als leicht sind. Die wechselnden Perspektiven haben dafür gesorgt, dass man als Leser die Gedanken und Gefühle der Figuren gut nachvollziehen konnte.
Vor allem die Familiendynamik hat mich beschäftigt. Wie schnell man jemanden übersieht, obwohl dieser genauso Liebe und Aufmerksamkeit braucht. Wie unterschiedlich Menschen mit Trauer und Angst umgehen. Und wie wichtig es ist, miteinander zu reden.
ISBN: 978-3608967043
Autorin: Cora Wucherer
Verlag: Klett Cotta
ET: 11.07.26
Umfang: 320 Seiten
Sabine
aus Köln
5/5
03.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
All die Farben, all das Licht
Juna und Martha sind Schwestern – sie verbindet kaum etwas, außer ihrem gemeinsamen Kinderzimmer. Juna, siebzehn Jahre alt, möchte unbedingt Malerin werden. Doch ihre Zukunft wird von einer schweren Diagnose überschattet: Dem Usher-Syndrom. Ihr bleiben nur noch wenige Monate, bevor sie ihr Augenlicht verliert und ihr Traum zu zerbrechen droht. Ihre dreizehnjährige Schwester Martha hingegen versucht verzweifelt, aus dem Schatten der älteren Schwester herauszutreten und wahrgenommen zu werden. Als Juna den drängenden Wunsch äußert, ihr Lieblingsgemälde der Künstlerin Lotte Laserstein in Malmö zu sehen, organisiert Martha heimlich eine gemeinsame Reise. Der Ausflug wird zu einer Herausforderung, die beide Schwestern an ihre Grenzen bringt.
Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Es ist ein großartiger, dabei unaufgeregter Coming-of-Age-Roman, der vollständig ohne Kitsch auskommt, der vielmehr eine komplexe Realität einfängt - und das ohne künstliches Drama oder Rührseligkeit. Es sind vor allem kleine und leise Momente, die mich gepackt haben: kleine Gesten und Andeutungen, die man zwischen den Zeilen entdeckt und die das Beziehungsmuster der Figuren so ganz indirekt darstellen. Neben den Themen Familie, Krankheit, Schwesternschaft und auch Freundschaft geht es auch um Malerei – und hier speziell um die reale Künstlerin Lotte Laserstein, die dem Buch eine ganz eigene Tiefe verliehen hat und die ich zuvor nicht.
Erzählt wird die Geschichte von beiden Schwestern, jeweils in Ich-Form aus ihrer Perspektive. Dadurch habe ich nicht nur Einblicke in die jeweilige Gefühlswelt erhalten, sondern konnte manche Situation aus zwei völlig unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Außerdem ist die Entwicklung der beiden dadurch wirklich greifbar.
Martha und Juna sind mit vielen Facetten gezeichnet – sie haben egoistische Seiten, sind aber gleichzeitig auch liebenswert. Juna wirkt auf mich enorm stark und tapfer. Wie sie trotz des drohenden Sehverlusts um ihren Traum kämpft, hat mich beeindruckt, auch wenn sie dabei manchmal sehr fokussiert auf sich selbst ist. Martha, die als jüngere Schwester oft hintenanstehen muss, wirkt dadurch stellenweise etwas biestig und verletzt. Dennoch sucht sie ihren eigenen Weg, behauptet sich und findet letztlich doch an die Seite ihrer Schwester.
Der Schreibstil ist angenehm, feinfühlig und voller Atmosphäre. Die Sprecherleistung im Hörbuch fängt diesen echten, unaufgeregten Tonfall sehr gut ein. Die Stimmen von Lena Tiemann, Martha Kindermann und Johannes Steck bringen die feinen Nuancen, die leise Traurigkeit, aber auch die Sehnsucht der beiden Mädchen wunderbar zur Geltung, ohne jemals ins Theaterhafte abzugleiten. Man ist beim Zuhören einfach ganz nah dran an diesem Geschehen.
Mein Fazit
Ein wunderschönes, trauriges, vor allem aber erfrischend echtes Hörbuch über Familie, Kunst und Sehnsucht. Cora Wucherer erzählt frei von Kitsch und schafft durch ruhige Töne eine beeindruckende Nahbarkeit. Die vielschichtigen Charaktere und die feinfühlige Sprecherleistung machen dieses Coming-of-Age-Werk zu einer absoluten Hörempfehlung.
Lesemone
5/5
27.07.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Schwestern
Juna und Martha sind Schwestern und benehmen sich sehr typisch für ihr Alter. Während Juna gesundheitlich zu kämpfen hat, weil sie bald blind und taub sein wird, will Martha ihre Jugend genießen und hat wenig Verständnis für ihre Schwester. Doch nach einem Ausflug der beiden nach Malmö ist nichts mehr wie es war und die Schwestern schaffen es, aufeinander zuzugehen.
Die Geschichte beschreibt den Verlauf der Annäherung zwischen den beiden Schwestern. Das ist der Autorin mit sehr viel Feingefühl gelungen. Man spürt förmlich, wie sich das Verständnis füreinander bei beiden immer mehr verstärkt und wie plötzlich Mitgefühl und schwesterliche Liebe aufkommen. Das Hörbuch wird mit unterschiedlichen Stimmen gelesen, wodurch man sehr gut folgen kann. Es war sehr angenehm, der Geschichte zu lauschen, da sie gut betont und mit viel Gefühl vorgelesen wurde. Ich konnte keine Längen in der Geschichte feststellen, da immer was Neues passiert ist. Ich fand den Vater der beiden richtig toll. Er hat nie überreagiert und stets zu vermitteln versucht. Mir hat diese Geschichte unheimlich gut gefallen!
Bücherhummelchen
5/5
25.07.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Ein Hörbuch, das unter die Haut geht
„All die Farben, all das Licht“ ist das bewegende Romandebüt von Cora Wucherer und wurde als Hörbuch von Lena Tiemann, Martha Kindermann und Johannes Steck eingesprochen. Der Roman verbindet Familiengeschichte, Coming of Age und Roadtrip mit Themen wie Kunst, Verlust, Hoffnung und Geschwisterliebe. Schon nach wenigen Minuten war ich mitten in der Geschichte und konnte das Hörbuch kaum noch pausieren.
Die Sprecherinnen und der Sprecher haben mir unglaublich gut gefallen. Lena Tiemann und Martha Kindermann verleihen den beiden Schwestern Juna und Martha eine ganz eigene Stimme und transportieren ihre Gefühle sehr authentisch. Man spürt Junas Verzweiflung, ihre Wut und gleichzeitig ihre große Liebe zur Kunst. Ebenso wird Marthas Sehnsucht, endlich gesehen zu werden und aus dem Schatten ihrer Schwester herauszutreten, sehr glaubwürdig dargestellt. Johannes Steck ergänzt das Ensemble wunderbar und sorgt dafür, dass die Geschichte noch lebendiger wirkt. Für mich war die Vertonung perfekt und hat die Emotionen des Romans eindrucksvoll eingefangen.
Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Juna und Martha, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Juna ist siebzehn Jahre alt, talentierte Malerin und muss damit umgehen, dass sie durch das Usher-Syndrom nach und nach ihr Augenlicht verliert. Martha ist dreizehn und fühlt sich oft unsichtbar, weil sich in der Familie vieles um ihre Schwester dreht. Als Juna unbedingt ein Gemälde ihrer Lieblingskünstlerin Lotte Laserstein in Malmö sehen möchte, machen sich die beiden heimlich auf den Weg. Dieser Roadtrip wird zu einer Reise voller Herausforderungen, neuer Begegnungen und wichtiger Erkenntnisse. ...
Cora Wucherer schreibt mit einer wunderschönen, feinfühligen und modernen Sprache. Sie erzählt von schweren Themen wie Krankheit, Verlust und Angst, ohne jemals kitschig oder übertrieben zu wirken. Besonders beeindruckt hat mich, wie echt und nah sich die Figuren anfühlen. Die wechselnden Perspektiven von Juna und Martha machen ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehbar und sorgen dafür, dass man beide Schwestern ins Herz schließt. Auch die vielen Bezüge zur Kunst und zu Lotte Laserstein verleihen der Geschichte eine besondere Atmosphäre.
Juna und Martha sind zwei Figuren, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Ihre Beziehung ist nicht immer einfach, sondern geprägt von Liebe, Eifersucht, Wut und Zusammenhalt. Genau diese Mischung macht die beiden so authentisch. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein.
Für mich war „All die Farben, all das Licht“ ein absolutes Highlight und eines der schönsten Hörbücher, die ich in letzter Zeit gehört habe. Die Geschichte hat mich berührt, zum Nachdenken gebracht und gleichzeitig Hoffnung geschenkt. Ich vergebe dafür gerne 5 von 5 Sternen und würde mich sehr freuen, noch viele weitere Bücher von Cora Wucherer zu lesen. Dieses Hörbuch kann ich allen empfehlen, die bewegende Familiengeschichten, starke Figuren und einfühlsam erzählte Geschichten lieben. Wer Romane über Geschwister, Kunst, das Erwachsenwerden und die Kraft der Hoffnung mag, sollte dieses Hörbuch unbedingt hören.
Newspaper
Thalia Book Circle Community
4/5
17.07.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Vom Übersehenwerden und Gesehenwerden
Zwei Schwestern, die kaum unterschiedlicher sein könnten, teilen sich ein Zimmer, aber längst nicht ihr Leben. Während die ältere um ihren Traum kämpft, obwohl ihr Augenlicht immer weiter schwindet, versucht die jüngere endlich aus ihrem Schatten herauszutreten. Eine spontane Reise wird für beide zu einem Wendepunkt, an dem sie sich selbst und einander neu kennenlernen.
Mich konnte die Geschichte schnell abholen. Die Beziehung der beiden Schwestern wirkt glaubwürdig, mit all ihren Reibungen, unausgesprochenen Gefühlen und kleinen Momenten, in denen langsam Nähe entsteht. Gerade diese Entwicklung macht einen großen Teil des Reizes aus. Die Hörbuchfassung hat mir ebenfalls sehr gefallen. Die beiden Sprecherinnen verleihen den unterschiedlichen Perspektiven viel Persönlichkeit und treffen die emotionalen Momente genau richtig. Dadurch wirken die Figuren lebendig und ihre Gedanken und Gefühle kommen authentisch rüber.
Ein kleiner Wermutstropfen war für mich allerdings der Klappentext. Er verrät bereits viele wichtige Stationen der Handlung, sodass einige Entwicklungen ihre Überraschung verloren haben. Dadurch fehlte mir stellenweise etwas von der Neugier, was als Nächstes passieren könnte. Trotzdem hat mich die Erzählweise bei der Stange gehalten, weil der Weg der beiden Schwestern emotional und nachvollziehbar geschildert wird. Am Ende bleibt eine berührende Geschichte über Geschwister, Träume, Verlust, Mut und die Frage, was wirklich zählt, wenn sich das Leben plötzlich verändert.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
11.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wundervoll starkes Debüt über Liebe und Mut
Cora Wuchers Debüt ist ein Werk so voller Emotion, sprachlicher Kraft und Poesie vermischt mit einer erstaunlichen Sanftheit. Ich konnte es kaum aus Händen legen und mehrmals hat mich die Geschichte von Martha und Juna so berührt, dass ich kurz innehalten musste. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher kaum sein, doch teilen sie sich seit Beginn an ein Zimmer. Martha möchte mit ihren 13 Jahren schon soviel erfahren und von der Welt wissen, am besten direkt darauf los und alles ausprobieren. Juna hingegen hat nur einen einzigen Wunsch - sie möchte Künstlerin, Malerin werden, ganz nach ihrem Vorbild Lotte Laserstein. Nur ihre Krankheit, bei der sie stätig ihr Augenlicht, wie auch ihr Hörvermögen, immer mehr verliert, will das nicht zulassen. Als ihr ihre Ärztin bei einem Kontrollbesuch mit ihren 17 Jahren dann zu verstehen gibt, dass die Krankheit schneller als angenommen voranschreitet, wirbelt das vieles auf - nicht zuletzt die Beziehung der Schwestern zueinander, denn wie soll es weitergehen, nach dem Schlimmsten aller Dinge? Ein so unglaubliches Buch und tolles Debüt! Die Wucht der Sprache und Sprachlichkeit der Autorin trifft mitten ins Herz und was mir persönlich hier sehr gefallen hat - die durchgehende Verwendung des generischen Femininum.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
16.08.2026
eBook (ePUB)
Zwischen Schatten und Licht
„All die Farben, all das Licht“ erzählt von zwei Schwestern, die sich trotz gemeinsamer Kindheit längst voneinander entfernt haben. Juna, die 17-jährige Malerin, muss sich mit der fortschreitenden Erkrankung auseinandersetzen, die ihr nach und nach das Augenlicht nimmt, während Martha darum kämpft überhaupt gesehen zu werden und einen eigenen Platz neben ihrer außergewöhnlichen Schwester zu finden.
Besonders schön fand ich, wie sich die Beziehung der beiden im Laufe der Geschichte verändert. Aus Konkurrenz, Verletzungen und vielem Ungesagten entsteht langsam eine neue Nähe. Auch die Verbindung zur Kunst und zu Lotte Laserstein gibt der Geschichte eine besondere Note. Ganz erreicht haben mich die beiden Schwestern allerdings nicht, insbesondere Juna blieb mir stellenweise zu selbstbezogen, sodass mir der Zugang zu ihr manchmal schwerfiel. Auch einige Nebenfiguren und Entwicklungen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Raum und Tiefe gebraucht.
Trotzdem ist Cora Wucherer ein sprachlich schönes und feinfühliges Debüt gelungen. Eine Geschichte über Geschwisterliebe, Verlust, Kunst und die Suche nach dem eigenen Weg – melancholisch, warm und mit einem hoffnungsvollen Blick auf das, was nach einem Einschnitt im Leben kommen kann.
„All die Farben, all das Licht“ von Cora Wucherer ist eine einfühlsame, sanfte Geschichte über zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und ihren Platz im Leben und zueinander suchen. Die großen Themen der Geschichte sind Verlust, Identität und die Beziehung zwischen Geschwistern.
Juna ist 17 und leidet am Usher-Syndrom, bei dem man zunächst hörbeeinträchtigt ist und schließlich erblindet. Die 13-jährige Martha steht immer schon im Schatten ihrer begabten, künstlerisch veranlagten Schwester. Wer ist Martha ohne Juna? Wer sind sie beide füreinander?
Das Buch hat mich vor allem deshalb angesprochen, da ich selbst eine kleine Schwester habe und Geschichten über Geschwisterbeziehungen gerne lese. Der Schreibstil von Cora Wucherer lässt sich als angenehm, harmonisch und ruhig bezeichnen. Emotionale Szenen benötigen keinen dramatischen Stil, sondern können für sich allein stehen. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir die Szene, in der Martha sich alte Fotos ansieht und sich dann im Lächeln ihrer Mutter wiedererkennt.
Auffällig ist, dass Martha ihre Schwester ständig im Blick hat, mit ihr konkurriert, über sie nachdenkt, während Juna zu Beginn vor allem mit ihrer Kunst beschäftigt ist. Ich wollte Juna gerne mögen, aber oft war sie mir unsympathisch und unfreundlich zu anderen. Martha hat mir oft leid getan, denn entweder wurde sie übersehen oder ständig mit Juna verglichen. Ich konnte die Konflikte zwischen den Schwestern gut nachempfinden, auch das Aufeinander-eifersüchtig-Sein. Die Autorin beschreibt eine Hassliebe zwischen den Schwestern, die sie authentisch rüberbringt.
Besonders bereichernd fand ich das Kapitel aus der Sicht des Vaters, das seiner Figur deutlich mehr Tiefe verleiht.
Einige Aspekte der Geschichte sind für mich etwas blass geblieben, beispielsweise die Beziehung zwischen Martha und Sophie, aber auch die zwischen Juna und Constantin. Besonders Sophie ist für mich als Figur leider nicht greifbar gewesen. Manchmal stand die Dynamik zwischen den Schwestern und ihre Geschichte nicht so sehr im Mittelpunkt, wie ich erwartet hatte.
Besonders gefallen hat mir Marthas Job im Kino und ihre Freundschaft mit Sam. Diese gerät durch den Betrug zwar ins Wanken, doch als sich zeigt, dass Sam ehrlich an Martha interessiert ist und nicht an Juna, habe ich mich sehr für sie gefreut. Auch Alex ist ein guter Freund für Martha. Besonders gefallen hat mir, dass Martha ihre Erkenntnis, dass es nicht so schlimm ist, auch mal mit anderen zu sprechen, Alex nicht aufzwingen möchte.
Juna findet am Ende eine andere Art, sich künstlerisch auszudrücken, was ich sehr spannend fand, und rückt die Beziehung zu ihrer Schwester in den Vordergrund. So endet das Buch zwar sehr offen, aber mit positiven Aussichten für die Zukunft.
„All die Farben, all das Licht“ hat mich mit seinem angenehmen Schreibstil überzeugt, versucht aber an manchen Stellen zu viele Themen miteinander zu verbinden. Die Geschichte war schön, hat aber nicht so viele Emotionen aus mir herausgekitzelt wie erwartet.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.