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Produktbild: All die Farben, all das Licht

All die Farben, all das Licht Roman | 'Eine Geschichte voller Emotionen - großartig und beeindruckend erzählt.' Christine Westermann, WDR 2

187

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Altersempfehlung

ab 14 Jahr(e)

Verkaufsrang

12587

Erscheinungsdatum

11.07.2026

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

3616 KB

Auflage

3. Auflage, 2026

Sprache

Deutsch

EAN

9783608125986

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • entspricht der Vorgabe WCAG Level A

Altersempfehlung

ab 14 Jahr(e)

Verkaufsrang

12587

Erscheinungsdatum

11.07.2026

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

3616 KB

Auflage

3. Auflage, 2026

Sprache

Deutsch

EAN

9783608125986

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  • Stefi

    Orell Füssli Book Circle Community

    5/5

    19.09.2026

    eBook (ePUB)

    Liebe sieht nicht immer gleich aus

    All die Farben, all das Licht hat mir besonders durch seine wechselnden Perspektiven gefallen. Dadurch erleben wir wie unterschiedlich dieselben Situationen wahrgenommen werden können. Was für eine Person Fürsorge bedeutet, kann sich für eine andere ganz anders anfühlen. Besonders interessant fand ich die Darstellung des Usher-Syndroms. Die Geschichte zeigt nicht nur, wie es ist, mit einer fortschreitenden Einschränkung zu leben, sondern auch, wie sich die Bedürfnisse und Entscheidungen eines Familienmitglieds auf die Menschen um es herum auswirken. Gleichzeitig wird die betroffene Figur nie auf ihre Behinderung reduziert. Sie ist eigensinnig, macht Fehler, und versucht wie alle anderen herauszufinden, wer sie eigentlich sein möchte. Ein weiteres zentrales Thema ist für mich die Beziehung zwischen den Schwestern. Diese verläuft gerade nicht geradlinig. Nähe und Distanz können nebeneinander existieren, und gemeinsame Erfahrungen lösen nicht plötzlich alle Probleme. Dadurch fühlte sich ihre Beziehung für mich authentisch an. Sehr schön fand ich ausserdem die Rolle der Kunst. Die im Buch beschriebenen Gemälde existieren tatsächlich, was der Geschichte noch einmal eine besondere Ebene gibt und bei mir direkt den Wunsch geweckt hat, einige davon selbst nachzuschauen. Neben Behinderung und Familie finden auch Trauer, erste Liebe, Identität und Familie ganz selbstverständlich ihren Platz in der Geschichte. Gerade diese Selbstverständlichkeit hat das Buch für mich sehr inklusiv wirken lassen. All die Farben, all das Licht ist für mich eine warmherzige Geschichte über eine Familie, in der jeder mit seinen eigenen Herausforderungen kämpft und gleichzeitig versucht, die anderen ein bisschen besser zu verstehen. Und vielleicht auch darüber, dass gleich viel Liebe nicht immer die gleiche Art von Aufmerksamkeit bedeutet.

  • Fredhel

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    12.09.2026

    eBook (ePUB)

    Berührendes Debüt

    Die Geschichte handelt von zwei ungleichen Schwester und geht von Anfang an unter die Haut. Im Mittelpunkt stehen die 17-jährige Juna, die künstlerisch hochbegabt, sehr dominant und reichlich von sich eingenommen ist, sowie ihre vier Jahre jüngere Schwester Martha, die freundlich, leicht chaotisch und deutlich zurückhaltender auftritt. Obwohl das Haushaltsbudget knapp ist, wird Juna von klein auf mit teuren Malutensilien und Kursen gefördert, während Martha stets zurückstecken und die Launen ihrer älteren Schwester ertragen muss. Die gemeinsame Mutter starb bei Marthas Geburt. Martha ist der verstorbenen Mutter nicht nur äußerlich extrem ähnlich, was die Situation im Alltag oft nicht einfacher macht. Das Cover zeigt ein Porträt, das Juna von ihrer Schwester Martha gemalt hat, womit ein hervorragender Bezug zum Inhalt geschaffen wird. Die Dynamik zwischen den beiden verändert sich spürbar, als Martha in die Pubertät kommt und selbstbewusster wird, während Juna die grausame Diagnose erhält, innerhalb eines Jahres vollständig zu erblinden. Juna wird mit diesem Schicksalsschlag nicht fertig und lässt ihre ganze Wut vor allem an Martha aus. Die Erzählung zeigt eine wunderschöne Entwicklung, wie beide Mädchen persönlich reifen und schließlich aufeinander zugehen. Zudem wird eindrucksvoll dargestellt, wie unterschiedlich Trauer verarbeitet werden kann – auch die Trauer um einen Menschen, den man nie selbst kennenlernen durfte. Der Inhalt wird so lebendig erzählt, dass man beim Lesen einfach keine Pause einlegen möchte. Ein ganz beachtliches Debüt, und ich bin wirklich froh, dass ich den Buchtipp auf WDR 2 von Christine Westermann gehört habe und so auf diese tolle Geschichte aufmerksam geworden bin.

  • Thebooknista

    5/5

    09.08.2026

    eBook (ePUB)

    Berührend, intensiv und eine Geschwisterliebe die berührt

    All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer ist ein emotionaler Coming-of-Age-Roman, der mich vor allem durch die Beziehung zwischen zwei Schwestern berührt hat. Im Mittelpunkt stehen die siebzehnjährige Juna und ihre dreizehnjährige Schwester Martha. Die beiden teilen sich zwar ein Zimmer, emotional haben sie sich aber längst voneinander entfernt. Während Juna mit ihrem schwindenden Augenlicht und der Angst vor ihrer Zukunft kämpfen muss, fühlt sich Martha im Schatten ihrer Schwester zunehmend unsichtbar. Was ich an der Geschichte sehr mochte: Sie konzentriert sich nicht ausschließlich auf Juna und ihre Erkrankung. Sondern auch Martha bekommt genauso ihren Raum und darf Gefühle haben, die vielleicht nicht immer schön oder einfach sind und dennoch so nachvollziehbar. Denn eine schwere Diagnose verändert nicht nur das Leben des Menschen, der sie erhält, sondern wirkt sich auch immer eine auf die ganze Familie aus. Martha liebt ihre Schwester, ist gleichzeitig aber verletzt, wütend und möchte endlich selbst gesehen werden. Gerade diese widersprüchlichen Gefühle haben sich für mich sehr menschlich angefühlt. Cora Wucherer erzählt einfühlsam und mit einer angenehmen Leichtigkeit. Natürlich gibt es Momente, die wehtun, trotzdem wird die Geschichte nie durchgehend bedrückend. Dazwischen finden sich immer wieder Hoffnung, kleine Glücksmomente und Situationen, in denen die Schwestern einfach Teenager sein dürfen. Das hat für mich sehr gut zur Geschichte gepasst. Wunderschön fand ich außerdem, wie Junas Liebe zur Kunst eingebunden wurde. Ausgerechnet sie, die davon träumt, Malerin zu werden, muss sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, ihr Augenlicht zu verlieren. Ihr großes Vorbild ist die deutsch-schwedische Malerin Lotte Laserstein und der Wunsch, eines ihrer Lieblingsbilder in Malmö noch einmal mit eigenen Augen zu sehen, wird schließlich zum Ausgangspunkt für den gemeinsamen Roadtrip der Schwestern. Und genau dieser Roadtrip war eines meiner Highlights. Nicht nur, weil er Bewegung in die Handlung bringt, sondern weil er für Juna und Martha zu einer Reise zurück zueinander wird. Plötzlich können sie sich nicht mehr einfach aus dem Weg gehen. Sie müssen miteinander reden, streiten, zuhören und sich mit all den Dingen auseinandersetzen, die zwischen ihnen stehen. Dabei merkt man erst, wie wenig sie trotz ihrer räumlichen Nähe eigentlich voneinander wissen. Am meisten berührt hat mich deshalb die Geschwisterbeziehung. Sie wird nicht romantisiert und Juna und Martha werden nicht plötzlich zu perfekten Schwestern, nur weil eine von ihnen schwer erkrankt ist. Zwischen ihnen gibt es Wut, Eifersucht, Angst, Verletzungen und jede Menge unausgesprochene Gefühle. Gleichzeitig spürt man immer wieder, wie tief ihre Verbundenheit eigentlich ist. Für mich hat sich genau das sehr echt angefühlt. All die Farben, all das Licht ist für mich ein wunderschöner und gleichzeitig schmerzhafter Roman über zwei Schwestern, die lernen müssen, einander wirklich zu sehen. Über die Angst vor einer Zukunft, die plötzlich ganz anders aussieht als geplant, über das Gefühl, neben einem geliebten Menschen unsichtbar zu werden und darüber, wie kostbar gemeinsame Zeit sein kann. Die Verbindung aus Geschwisterliebe, Kunst und Roadtrip hat mich vollkommen abgeholt und wird mir sicherlich noch eine Weile im Gedächtnis bleiben. Von mir gibt es für All die Farben, all das Licht 5 von 5 Sternen.

  • Jessi

    5/5

    03.08.2026

    eBook (ePUB)

    Zwei ungleiche Schwestern

    All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer hatte mich direkt mit dem Klappentext und der Leseprobe abgeholt. Eine Geschichte über zwei Schwestern, die keine einfache Beziehung zueinander haben und dazu eine Krankheit, die zunächst alles überschattet. Die Kapitel wechseln ab aus der Sicht von Juna (17) und Martha (13), nach etwa der Hälfte gibt es auch ein Kapitel aus der Sicht des Vaters. Der Schreibstil ist angenehm, auch das Tempo fand ich gut und man wird direkt abgeholt. Die Beziehung zwischen Juna und Martha ist nicht so einfach. Sie sind alleine mit ihrem Vaters, der lange im Krankenhaus arbeitet, die Mutter ist gestorben und eigentlich haben sie nur noch sich gegenseitig. Wäre das nicht die schwierige Beziehung zueinander. Sie teilen sich ein Zimmer und stoßen immer wieder aneinander, sind wirklich fies, teilweise vor allem die ältere Schwester. Diese hat das Usher-Syndrom und nun wird ihr Augenlicht immer weniger. Dies lässt sie meiner Meinung nach auch an ihrer Schwester Martha aus, die so sorglos durchs Leben gehen kann, im Gegensatz zu Juna. Als sich jetzt die Diagnose verschlechtert, spitzt sich die Situation weiter zu, Juna gerät in Panik und unter Zeitdruck, denn eigentlich wollte sie doch unbedingt Künstlerin werden. Dabei öffnet sie sich ihrer Schwester gegenüber gar nicht wirklich, die selber mit dem ganzen zu kämpfen hat. Denn durch die Diagnose wird sie in der Familie nicht wirklich gesehen, sie ist ja gesund und "braucht nicht so viel Aufmerksamkeit". Also entschließt Martha sich kurzerhand als ihre Schwester auszugeben, um einen Job im Kino zu bekommen und etwas Geld zu sparen. Dies kommt den beiden dann zugute als Juna, bevor sie erblindet, ihr Lieblingsgemälde von Lotte Laserstein sehen möchte, in Malmö, und Martha ihr so die Reise ermöglichen kann. Während dieser Reise merkt man wie die Rollen tauschen und Martha, die Planung, Verantwortung und Organisation übernehmen muss, da die ganzen äußerlichen Reize für Juna zu viel sind und diese sich vollkommen auf ihre kleine Schwester verlassen muss. Die Handlung ist teilweise schwer, hat zwischendurch aber auch seine leichten Momente gehabt, vor allem aber viele emotionale Stellen, in denen man mit den Tränen kämpft. Es ist keine einfache Kost, aber es ist schön die beiden Schwestern zu begleiten, sowohl sie im Alltag kennenzulernen, mit allen Wünschen, Freundschaften, Hindernissen und Konflikten, als auch bei ihrem Abenteuer, bei dem sie über sich hinaus wachsen. Das Buch hat mir wirklich unglaublich gut gefallen, es ist mal leicht, mal wirklich schwer, super emotional und berührend und man ist dieser kleinen Familie so nah, als diese mit etwas kämpft, jeder mit seinen eigenen Problemen, die zu groß sind, um es in Worte zu fassen und dadurch die Kommunikation und das Verständnis füreinander fehlen. Ein wirklich wundervoller Roman, den ich jedem ans Herz legen kann.

  • buecherwurm_01

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    19.07.2026

    eBook (ePUB)

    Zwischen Krankheit und Hoffnung

    Zwei sehr unterschiedliche Schwestern mit einem Altersunterschied von 4 Jahren (13, 17) wohnen mit ihrem verwitweten Vater in einer kleinen Wohnung in München und teilen sich ein Zimmer. Die Ältere leidet sehr darunter, dass sie aufgrund einer Krankheit erblinden wird. Dadurch immer behütet, fühlt sich die Jüngere nicht richtig beachtet, was sich in ihrem Verhalten der Schwester gegenüber äußert. Als talentierte Malerin interessiert sich die 17jährige insbesondere für ein Bild von Lotte Laserstein. Als sich die Gesundheitsprognose drastisch verschlechtert, reisen die beiden nach Malmö, um dort das Bild der Malerin anzuschauen. Dieser Debütroman ist sehr einfühlsam erzählt. Die Autorin gibt beiden Schwestern eine Stimme, abwechselnd und aus ihrer jeweiligen Sicht. Die Unterschiedlichkeit der beiden kommt so hervorragend zum Ausdruck. Ob Ängste, Hoffnung oder Schmerz, die Themen betreffen nicht nur die Schwestern, sondern auch den Vater. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, ich habe mitgelitten, auch weil die Charaktere authentisch sind. Die Auseinandersetzung mit der Krankheit ist äußerst sensibel und das Krankheitssymptom gut recherchiert. Es gibt eine klare Leseempfehlung von mir.

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Bewertungen (187)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Claudia

    Claudia

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    11.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein wundervoll starkes Debüt über Liebe und Mut

    Cora Wuchers Debüt ist ein Werk so voller Emotion, sprachlicher Kraft und Poesie vermischt mit einer erstaunlichen Sanftheit. Ich konnte es kaum aus Händen legen und mehrmals hat mich die Geschichte von Martha und Juna so berührt, dass ich kurz innehalten musste. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher kaum sein, doch teilen sie sich seit Beginn an ein Zimmer. Martha möchte mit ihren 13 Jahren schon soviel erfahren und von der Welt wissen, am besten direkt darauf los und alles ausprobieren. Juna hingegen hat nur einen einzigen Wunsch - sie möchte Künstlerin, Malerin werden, ganz nach ihrem Vorbild Lotte Laserstein. Nur ihre Krankheit, bei der sie stätig ihr Augenlicht, wie auch ihr Hörvermögen, immer mehr verliert, will das nicht zulassen. Als ihr ihre Ärztin bei einem Kontrollbesuch mit ihren 17 Jahren dann zu verstehen gibt, dass die Krankheit schneller als angenommen voranschreitet, wirbelt das vieles auf - nicht zuletzt die Beziehung der Schwestern zueinander, denn wie soll es weitergehen, nach dem Schlimmsten aller Dinge? Ein so unglaubliches Buch und tolles Debüt! Die Wucht der Sprache und Sprachlichkeit der Autorin trifft mitten ins Herz und was mir persönlich hier sehr gefallen hat - die durchgehende Verwendung des generischen Femininum. 
  • Zum Bewerterprofil von Rina Salinger

    Rina Salinger

    Thalia Amstetten

    Buchhändler*in

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    4/5

    16.08.2026

    eBook (ePUB)

    Zwischen Schatten und Licht

    „All die Farben, all das Licht“ erzählt von zwei Schwestern, die sich trotz gemeinsamer Kindheit längst voneinander entfernt haben. Juna, die 17-jährige Malerin, muss sich mit der fortschreitenden Erkrankung auseinandersetzen, die ihr nach und nach das Augenlicht nimmt, während Martha darum kämpft überhaupt gesehen zu werden und einen eigenen Platz neben ihrer außergewöhnlichen Schwester zu finden. Besonders schön fand ich, wie sich die Beziehung der beiden im Laufe der Geschichte verändert. Aus Konkurrenz, Verletzungen und vielem Ungesagten entsteht langsam eine neue Nähe. Auch die Verbindung zur Kunst und zu Lotte Laserstein gibt der Geschichte eine besondere Note. Ganz erreicht haben mich die beiden Schwestern allerdings nicht, insbesondere Juna blieb mir stellenweise zu selbstbezogen, sodass mir der Zugang zu ihr manchmal schwerfiel. Auch einige Nebenfiguren und Entwicklungen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Raum und Tiefe gebraucht. Trotzdem ist Cora Wucherer ein sprachlich schönes und feinfühliges Debüt gelungen. Eine Geschichte über Geschwisterliebe, Verlust, Kunst und die Suche nach dem eigenen Weg – melancholisch, warm und mit einem hoffnungsvollen Blick auf das, was nach einem Einschnitt im Leben kommen kann.
  • Zum Bewerterprofil von Magda W.

    Magda W.

    Thalia Oberwart – EO Oberwart

    Buchhändler*in

    4/5

    17.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Im Schatten der Schwester

    „All die Farben, all das Licht“ von Cora Wucherer ist eine einfühlsame, sanfte Geschichte über zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und ihren Platz im Leben und zueinander suchen. Die großen Themen der Geschichte sind Verlust, Identität und die Beziehung zwischen Geschwistern. Juna ist 17 und leidet am Usher-Syndrom, bei dem man zunächst hörbeeinträchtigt ist und schließlich erblindet. Die 13-jährige Martha steht immer schon im Schatten ihrer begabten, künstlerisch veranlagten Schwester. Wer ist Martha ohne Juna? Wer sind sie beide füreinander? Das Buch hat mich vor allem deshalb angesprochen, da ich selbst eine kleine Schwester habe und Geschichten über Geschwisterbeziehungen gerne lese. Der Schreibstil von Cora Wucherer lässt sich als angenehm, harmonisch und ruhig bezeichnen. Emotionale Szenen benötigen keinen dramatischen Stil, sondern können für sich allein stehen. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir die Szene, in der Martha sich alte Fotos ansieht und sich dann im Lächeln ihrer Mutter wiedererkennt. Auffällig ist, dass Martha ihre Schwester ständig im Blick hat, mit ihr konkurriert, über sie nachdenkt, während Juna zu Beginn vor allem mit ihrer Kunst beschäftigt ist. Ich wollte Juna gerne mögen, aber oft war sie mir unsympathisch und unfreundlich zu anderen. Martha hat mir oft leid getan, denn entweder wurde sie übersehen oder ständig mit Juna verglichen. Ich konnte die Konflikte zwischen den Schwestern gut nachempfinden, auch das Aufeinander-eifersüchtig-Sein. Die Autorin beschreibt eine Hassliebe zwischen den Schwestern, die sie authentisch rüberbringt. Besonders bereichernd fand ich das Kapitel aus der Sicht des Vaters, das seiner Figur deutlich mehr Tiefe verleiht. Einige Aspekte der Geschichte sind für mich etwas blass geblieben, beispielsweise die Beziehung zwischen Martha und Sophie, aber auch die zwischen Juna und Constantin. Besonders Sophie ist für mich als Figur leider nicht greifbar gewesen. Manchmal stand die Dynamik zwischen den Schwestern und ihre Geschichte nicht so sehr im Mittelpunkt, wie ich erwartet hatte. Besonders gefallen hat mir Marthas Job im Kino und ihre Freundschaft mit Sam. Diese gerät durch den Betrug zwar ins Wanken, doch als sich zeigt, dass Sam ehrlich an Martha interessiert ist und nicht an Juna, habe ich mich sehr für sie gefreut. Auch Alex ist ein guter Freund für Martha. Besonders gefallen hat mir, dass Martha ihre Erkenntnis, dass es nicht so schlimm ist, auch mal mit anderen zu sprechen, Alex nicht aufzwingen möchte. Juna findet am Ende eine andere Art, sich künstlerisch auszudrücken, was ich sehr spannend fand, und rückt die Beziehung zu ihrer Schwester in den Vordergrund. So endet das Buch zwar sehr offen, aber mit positiven Aussichten für die Zukunft. „All die Farben, all das Licht“ hat mich mit seinem angenehmen Schreibstil überzeugt, versucht aber an manchen Stellen zu viele Themen miteinander zu verbinden. Die Geschichte war schön, hat aber nicht so viele Emotionen aus mir herausgekitzelt wie erwartet.

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