Als Marissa mit sechs Jahren ihre Mutter verliert, beschließt ihr Vater, ein Meeresbiologe, die Forschungsarbeit seiner Frau fortzuführen. Vater und Tochter gehen nach Thailand. Dort trifft sie Arielle, und eine geradezu märchenhafte Freundschaft entsteht. Unter der Woche leben die Mädchen in dem Resort von Arielles Eltern; an den Wochenenden verbringen sie ihre Zeit mit Marissas Vater auf einer nahe gelegenen Insel. Gemeinsam entdecken die Mädchen die zerbrechlichen Wunder der Riffe, Wälder und Strände. Gemeinsam lernen sie, in die Tiefe zu tauchen und minutenlang den Atem anzuhalten. Sie bewegen sich ebenso mühelos im Wasser wie die Mantarochen, die sie mit Namen kennen. Gemeinsam lernen sie, aus Gefahren herauszuschwimmen. Doch dann kommt eine riesige Welle, der Arielle nicht entkommen kann. Jahre später ist Marissa zurück in New York, orientierungslos und verfolgt von der Erinnerung an ihre Freundin, erneut bedroht durch eine Naturkatastrophe. Als im Laufe zweier schicksalhafter Tage die Vergangenheit zurückkehrt, entdeckt sie, wie sie sich in einer unsicheren Welt behaupten kann.
»›Unter Wasser‹ ist ein ebenso fesselndes wie herzzerreißendes Werk.« CLAIRE MESSUD
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Wenn Überleben nicht bedeutet, gerettet zu sein
Johanna Zimmermann am 14.05.2026
Bewertungsnummer: 3138144
Bewertet: Hörbuch-Download
„Unter Wasser” erzählt nicht einfach von einer Naturkatastrophe. Es erzählt davon, was passiert, wenn ein Mensch überlebt – aber ein Teil von ihm für immer in diesem einen Moment zurückbleibt.
Marissa ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter stirbt. Ihr Vater, ein Meeresbiologe, zieht daraufhin mit ihr nach Thailand, um dort die Arbeit ihrer Mutter fortzuführen. Dort begegnet Marissa Arielle – und zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft, die sich fast schicksalhaft anfühlt. Zwei Mädchen, die gemeinsam aufwachsen, tauchen lernen, die Riffe entdecken, Mantas beobachten und sich in einer Welt bewegen, die genauso magisch wie zerbrechlich ist.
Dann kommt der 26. Dezember 2004. Der Tsunami. Die Welle, der Arielle nicht entkommen kann.
Jahre später lebt Marissa in New York, aber innerlich ist sie nie ganz aus Thailand zurückgekehrt. Während 2012 ein Hurricane auf die Stadt zusteuert, wird Marissa erneut mit der Angst vor einer Naturkatastrophe konfrontiert – und mit einer Vergangenheit, die sie nie wirklich losgelassen hat.
Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen: Marissa in New York, kurz vor dem Hurricane, und Marissa in Thailand, in den Stunden vor dem Tsunami. Gerade dieser Wechsel hat mich so gepackt. In New York gibt es Warnungen, Vorbereitung, Vorräte, Sirenen, Einsatzkräfte. In Thailand dagegen gibt es diesen strahlend schönen Morgen. Blauer Himmel. Sonne. Ruhe. Und genau das macht es so unfassbar beklemmend.
Man hört weiter, obwohl man weiß, was passieren wird. Vielleicht ist genau das das Schlimmste daran: dieses Wissen. Diese Ohnmacht. Dieses Hoffen, dass doch noch jemand versteht, was da gerade kommt.
Tara Menon beschreibt Marissas Trauma so eindringlich, dass ich beim Hören mehr als einmal kurz pausieren musste. Marissa wirkt wie jemand, die äußerlich weiterlebt, aber innerlich noch immer unter Wasser ist. Gefangen zwischen Erinnerung, Schuld, Verlust und der Sehnsucht nach einem Leben, das in einem einzigen Moment zerbrochen ist.
Was ich außerdem stark fand: Das Buch macht Thailand nicht einfach nur zur schönen Kulisse. Es zeigt diesen Ort als wunderschön, aber auch verletzlich. Themen wie Plastikverschmutzung, Korallensterben, die Jagd auf Mantas und Sextourismus werden nicht plakativ erzählt, sondern liegen wie feine Risse unter der Oberfläche der Geschichte.
Auch als Hörbuch hat mich „Unter Wasser” sehr überzeugt. Merle Wasmuth liest Marissa mit einer Verletzlichkeit, die nie übertrieben wirkt. Ihre Stimme bleibt oft ruhig, fast zurückgenommen – und genau dadurch treffen die emotionalen Szenen noch härter. Sie bringt dieses Gefühl von innerer Erstarrung, Erinnerung und unausgesprochener Trauer sehr fein rüber. Für mich hat ihre Interpretation die Geschichte noch intensiver gemacht.
„Unter Wasser” ist kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Es ist für alle, die Geschichten mögen, die nicht nur schön geschrieben sind, sondern wirklich nachhallen. Für alle, die Bücher über tiefe Freundschaften, Trauma, Verlust, Naturgewalt und langsames Wiederauftauchen lieben. Und für alle, die sich von einer Geschichte gern komplett mitnehmen lassen, auch wenn es weh tut.
Für mich war dieses Hörbuch anders als vieles, was ich sonst höre. Leise, schmerzhaft, atmosphärisch und unglaublich eindringlich.
Ein stilles, intensives Hörbuch über Verlust und Verbindung
Apflamaus am 03.05.2026
Bewertungsnummer: 3127783
Bewertet: Hörbuch-Download
„Unter Wasser“ erzählt eine ruhige, tiefgehende Geschichte über Trauer und die vielen Formen von Verbindung im Leben.
Die Naturbeschreibungen sind besonders eindrücklich und schaffen eine starke Atmosphäre. Die Themenvielfalt ist groß, wodurch die Geschichte stellenweise sehr kompakt wirkt.
Das Hörbuch ist gut gesprochen und angenehm zu hören, erreicht aber nicht ganz die emotionale Tiefe, die der Inhalt vermuten lässt.
Fazit: Atmosphärisch und emotional, aber etwas zu dicht erzählt – dennoch empfehlenswert.
Meinung aus der Buchhandlung
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Dieser Debütroman von Tara Menon ist jetzt schon ein Jahreshighlight für mich!
Im Mittelpunkt des Romans steht Marissa, die nach dem Verlust ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht. Dort lernt sie Arielle kennen – eine tiefe Freundschaft entsteht. Doch die fatale Tsunami-Katastrophe von 2004 raubt Marissa Arielle – ein Strudel aus Trauer und Vermissen beginnt.
Das Buch springt im Laufe der Geschichte zwischen zwei Zeitebenen, zwischen Thailand und New York, acht Jahre nach der fatalen Naturkatastrophe.
Tara Menon schafft es, das Meer gleichzeitig als tröstliches, aber durchaus auch bedrohliches Motiv einzusetzen. Mir hat vor allem die bildhafte Sprache sehr gut gefallen, die für mich eine emotional greifbare Atmosphäre geschaffen hat – insbesondere die detaillierten Beschreibungen der Unterwasserwelt.
Da ich selbst Verlusterfahrungen im engsten Familienkreis gemacht habe, konnte ich mich an vielen Stellen des Buches mit Marissa identifizieren. Trauer, die in „Wellen“ kommt und geht. Mal stärker, sodass sie einen buchstäblich umhaut, mal sanfter, sodass man sie kaum wahrnimmt.
Für mich ein zutiefst berührendes Buch und eine absolute Herzensempfehlung!
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Sicher, es handelt vom Tsunami in Thailand im Jahr 2004 und vom Hurrikan Sandy im Jahr 2012 – doch es birgt so viel mehr in sich als bloß jene Tragödie, die mehrere Länder verwüstete und Millionen von Menschen das Leben kostete. Es ist eine zutiefst intime Schilderung der Liebe zwischen zwei Seelen, die zueinanderfanden – und durch eine Katastrophe wieder voneinander getrennt wurden. Zwei Mädchen, beste Freundinnen, zwei Schwestern, eine Seele. Wie lebt man weiter ohne seine andere Hälfte? Wie kehrt man heim, nur um dort nichts als Schönheit und Einsamkeit vorzufinden? Dieser Roman ist herzzerreißend, geht zutiefst unter die Haut – und ist zugleich schlichtweg großartig.
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