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Sayaka Murata

1. Schwindende Welt

Schwindende Welt

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Uta Simone

Spieldauer

5 Stunden und 39 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

13.08.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

107

Verlag

Aufbau Audio

Übersetzt von

Ursula Gräfe

Sprache

Deutsch

EAN

9783757018733

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Uta Simone

Spieldauer

5 Stunden und 39 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

13.08.2025

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

107

Verlag

Aufbau Audio

Übersetzt von

Ursula Gräfe

Sprache

Deutsch

EAN

9783757018733

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  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    07.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fortpflanzung ohne Sex – die neue Normalität

    Mit Schwindende Welt legt Sayaka Murata ihren dritten auf Deutsch erschienenen Roman vor. Und wieder zieht sich das Thema wie ein roter Faden durch ihr Werk: Was ist eigentlich „normal“? Diesmal steht nicht nur eine Außenseiterin im Zentrum, sondern eine ganze Gesellschaft. Amane lebt in einer Welt, in der Sex, Liebe und Familie radikal neu gedacht sind. Kinder entstehen durch künstliche Befruchtung oder sogar in männlichen Gebärmüttern. Ehen sind Zweckgemeinschaften, nicht Orte für romantische Gefühle. Verlieben darf man sich – aber am liebsten in Comicfiguren oder Filmheld*innen. Das, was für uns völlig unvorstellbar scheint, ist hier das Normale. Gerade das fand ich so faszinierend: Murata zeigt mit großer Konsequenz, dass Normalität nichts Festes ist, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt. Was heute selbstverständlich erscheint, kann morgen schon Abweichung sein – und umgekehrt. In dieser Welt ist es „abnormal“, wenn ein Ehemann plötzlich Intimität mit seiner Frau sucht. Allerdings muss ich auch sagen: So sehr mich die Grundidee begeistert hat, so sehr hat mich die Lektüre manchmal ermüdet. Obwohl Sex eigentlich kaum mehr eine Rolle für die Fortpflanzung spielt, dreht sich der Roman fast ausschließlich um Sexualität – um ihre Abwesenheit, ihr Verbot, ihre Umwege. Das wiederholt sich mit der Zeit, und ich hatte Phasen, in denen ich dachte: Ja, ich habe es verstanden. Und doch: Ich konnte nicht loslassen. Immer wieder musste ich Pausen machen, nachdenken, mir Fragen stellen. Ich habe selten ein Buch gelesen, das meine Gedankenwelt so sehr in Bewegung gebracht hat. Besonders der Teil in der experimentellen Stadt „Experimenta“ ist für mich eine regelrechte Dystopie des Grauens: Kinder ohne Eltern, alle gleich, aufgezogen von Institutionen; Menschen, die ihre Individualität zugunsten der kollektiven Ordnung verlieren. Und gleichzeitig bleibt diese Welt erschreckend vorstellbar. Am Ende bleibt für mich die Erkenntnis: Den sexuellen Trieb kann man nicht einfach abschaffen. Murata versucht es, indem sie ihn in „Clean Rooms“ und Fantasiewelten umlenkt. Doch für mich wirkt das nicht ganz konsequent: Solange der Trieb existiert, bleibt auch der Sex zwischen Menschen eine Möglichkeit – und in meinen Augen wird er immer Teil der Gesellschaft sein. Genau an diesem Punkt hadere ich mit dem Roman. Aber gerade weil Murata hier so radikal entwirft, zwingt sie mich, über diese Fragen nachzudenken. Und das ist vielleicht die größte Stärke dieses Buches Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.

  • hallobuch, Silke Schröder

    aus Hannover

    5/5

    11.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopie oder Utopie?

    Ist es eine Dystopie oder eine Utopie, von der Sayaka Murata in “Schwindende Welt” erzählt? Immerhin stellt sie darin mal eben das gesamte Konzept des Zusammenlebens von Frauen und Männern (oder auch anderen) radikal infrage. Und doch scheint auch ein bisschen Realität dabei zu sein, wenn man sich die sinkenden Geburtenraten und das wachsende Single-Dasein in den asiatischen und auch westlichen Industriestaaten anschaut. Konsequent denkt Sayaka Murata dies in “Schwindende Welt” weiter: Kinder kommen aus Reagenzgläsern, Sex und Romantik sind in digitale Fantasiewelten oder Kurzzeit-Partnerschaften ausgelagert, in der Ehe dagegen stehen Freundschaft, Schutz, Gleichberechtigung und Heimeligkeit an erster Stelle. Mit unerschütterlicher Logik verschiebt sie die Normen und ethischen Grundlagen ihrer Roman-Gesellschaft, ohne dass ihre Protagonist:innen darüber sonderlich irritiert wären. So ist “Schwindende Welt” von Sayaka Murata eine schlüssig, direkt und sehr unterhaltsam erzählte Projektion in eine mögliche Zukunft unseres Zusammenlebens. Bestens gelesen von Uta Simone.

  • shizu_reads

    5/5

    13.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Surreal grandios

    Mein erstes Buch der Autorin. Ich hatte bereits viel Gutes von ihr gehört, und so wurde es Zeit, endlich etwas von ihr zu lesen. Ich bin sofort gut in Schreibstil und Geschichte hineingekommen und konnte gar nicht mehr aufhören. Innerhalb von 24 Stunden war ich durch! Der Schreibstil ist kühl, distanziert und fast schon steril – absolut passend zur Handlung. Auch die Geschichte selbst bleibt im Umgang mit Se*ualität bewusst nüchtern und unnahbar. Genau das macht ihren Reiz aus. In einer Zeit, in der in Büchern oft Gefühle und ️ im Vordergrund stehen, ist das ein erfrischend anderer Blickwinkel. Das Buch stellt so einiges infrage: das Konzept von Beziehungen, Familie, Kinderbekommen, den Umgang mit Gefühlen und Se*, und noch vieles mehr. Alles wird dabei – fast schon unangenehm – auf die Spitze und ins Surreale getrieben. Gerade dadurch regt es gekonnt zum Nachdenken an. Der Verlauf der Geschichte war für mich nicht vorhersehbar und hat mich immer wieder überrascht. Ich war fasziniert und gleichzeitig oft leicht irritiert. Die Charaktere wirken bewusst unnahbar, fast schon oberflächlich. Doch genau das unterstreicht die Thematik und lässt einen erneut nachdenken: Was bleibt, wenn man Beziehungen von tiefen Gefühlen und Intimität trennt? Oder wenn man sich nicht mehr in reale Menschen, sondern nur noch in fiktive Figuren verliebt? Das Ende war noch einmal komplett surreal und ließ mich ungläubig zurück. Ich war platt – und fand es zugleich einfach großartig. Es war überraschend, hat mich zum Grübeln gebracht, und insgesamt hatte ich großen Spaß beim Lesen.

  • A.Basan

    aus Garbsen

    5/5

    12.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopisch, aber nicht abwegig

    Nach der "Zeremonie des Lebens" hat Sayaka Murata wieder eine höchst interessante, dystopische Erzählung vorgelegt. In der "Schwindenden Welt" gilt Sex unter Eheleuten als primitiv, inzestuös und schmutzig. Deshalb pflanzt man sich durch Insemination fort. Sex ist weitgehend aus dem gesellschaftlichen Leben verbannt. Man verliebt sich eher in Animehelden. Man heiratet zwar noch, doch eher aus der Motivation heraus, sich Miete und Haushaltspflichten zu teilen. Die Hauptfigur Amane ist durch die Kopulation ihrer Eltern entstanden, was ihr sehr peinlich ist. Sie lässt sich von ihrem ersten Mann scheiden, als der körperliche Nähe sucht und führt mit ihrem zweiten Mann eine eher geschwisterliche Beziehung. Beide ziehen in die Modellstadt Experimenta, in der auch Männer mithilfe einer künstlichen Gebärmutter Kinder gebären können. Die Kinder werden dort nicht mehr in Familien, sondern in Zentren großgezogen. Die Individualität geht verloren. Das Bild, das Murata von einer zukünftigen japanischen Gesellschaft entwirft, löst beim Leser zunächst Befremden aus. Doch bei längeren Nachdenken, fragt man sich, ob diese Zukunftsvisionen wirklich so abwegig und nur auf Japan begrenzt sind. Auch heute kann man in Japan schon Mangafiguren heiraten. Und angesichts der zunehmenden Vereinsamung und des wachsenden Social Media-Konsums ist es nicht unvorstellbar, dass wir bald keine intimen Beziehungen zu Menschen mehr haben werden, Vielleicht sind Familie und enge menschliche Beziehungen wirklich bald eine schwindende Welt. Muratas kafkaseker Roman bringt uns dazu, darüber nachzudenken, ob wir so eine Welt wollen und wenn nein, dem selbst entgegenzusteuern.

  • Hanna (text.reisen)

    4/5

    02.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopisch, experimentell, gesellschaftskritisch

    Schon der Klappentext lässt ein extrem schräges, futuristisches Szenario vermuten - Fortpflanzung auf natürlichem Wege gilt als barbarisch, Befruchtung geschieht im Labor und bald werden wohl auch Männer schwanger werden können; Familie ist nur mehr eine platonische Zweckgemeinschaft, deren Ablösung durch ein kollektives Caresystem für den Nachwuchs kurz bevorsteht. Lust und Sexualität wird zwar nicht ausschließlich aber bevorzugt mit Comicfiguren ausgelebt. Gerade bei einem so dystopischen Szenario, war es mir wichtig, möglichst ohne Erwartungen in das Buch zu starten und das hat sich definitiv gelohnt. Der Roman hat mich von Anfang an auf eine bizarre Art und Weise in seinen Bann gezogen; was auf den ersten Blick weit hergeholt wirkt, entpuppte sich beim genaueren Hinsehen als erschreckend realistisch. Zwar hat sich für mich nicht alles ganz stimmig ineinander gefügt und einiges ist offen geblieben, aber der Text lädt dazu ein die Zusammenhänge zwischen Sexualität, Fortpflanzung, Liebe und Familie zu hinterfragen und neu zu denken, ohne dabei auf übermäßige Analysen und Erklärungen für die Leser:innen zu bestehen. Einige der Fragen, die mit beim Lesen durch den Kopf gegangen sind: Welche Werte werden unsere Gesellschaft in Zukunft prägen? Ist das Konzept der Kernfamilie zukunftsfähig? Welchen Stellenwert haben Kinder und wie kann Care-Arbeit egalitärer gestaltet werden? Ein Gedankenexperiment, das mich auf jeden Fall gefesselt hat, aber auch einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die experimentelle, gesellschaftskritische Literatur mögen und bereit dazu sind, sich auf diesen schräg, futuristischen und doch in vielen Bereichen unerwartet realistischen Roman einzulassen.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (11)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Maja Z.

    Maja Z.

    Thalia Wien – Mitte / W3

    Buchhändler*in

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    5/5

    06.01.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Über künstliche Befruchtungen, Dazugehörigkeit und... gebärende Männer?

    Sayaka Murata ist für mich zu einer Autorin geworden, die ich sofort lese, sobald etwas Neues erscheint. In all ihren Büchern hat sie eine andere Seite von ihrem Können und ihren Ideen unter Beweis gestellt und ist ihrer Linie dabei trotzdem treu geblieben. So auch hier wieder. Mit "Schwindende Welt" hat sie eine Dystopie geschaffen, in der die Fortpflanzung nur noch über künstliche Befruchtung vonstattengeht. Es geht um Dazugehörigkeit, Liebe und Lust und neuen Konzepten von Mutter-/Vaterschaft. Auch wenn sich das Konzept des Romans schräg oder absurd anhört, schafft Murata es, ihre Ideen so umzusetzen, dass es sich plötzlich doch erschreckend realistisch anfühlt. Die Art, wie die Protagonistin versucht, sich in eine Gesellschaft einzugliedern und deren Überzeugungen anzunehmen, war so authentisch beschrieben. Wie sie sich ständig Streitereien mit ihrer Mutter stellt, die an dem alten Konzept von Liebe und Lust festhält, was auch total verständlich war. Es ist definitiv ein besonderes Buch, das einen schockiert, teils verstört, teils zum Lachen bringt, weil das der einzige Weg ist, mit manchen ihrer nicht fernen Ideen umzugehen. Und manchmal fühlt es sich dann wieder befremdlich an. Aber danach ist man einfach froh, es dennoch gelesen zu haben. Murata definiert mit jedem Buch ihre Grenzen neu und das ist das, was ich an ihr schätze! Große Empfehlung.
  • Zum Bewerterprofil von Herbert Hofer

    Herbert Hofer

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    14.09.2025

    eBook (ePUB 3)

    Eine hoffentlich doch nicht schwindende Welt

    Ohne mich zuvor über Sayaka Muratas bisherige Arbeiten informiert zu haben habe ich den Text anfangs als eher satirisch empfunden, mit Fortschreiten der Handlung wird die beschriebene Welt allerdings deutlich dystopischer und beklemmender. ____ Die Autorin beschreibt eine Welt in der Sex mehr und mehr zu verschwinden droht. Menschliche Fortpflanzung geschieht ausschliesslich künstlich, die Institution der Ehe dient der Betreuung der Kinder und der gegenseitigen Unterstützung, Sex in der Ehe hingegen gilt als abscheulicher Inzest. Man hat sehr wohl ein Liebesleben - durchwegs ein aussereheliches mit Wissen und eben auch Unterstützung des Ehepartners - aber auch diese Beziehungen sind zunehmend asexuell. Und man verliebt sich in Serienhelden oder Mangafiguren ebenso wie in reale Menschen - für die Hauptfigur Amane ist dabei Sex mit einem realen Menschen nicht von Masturbation zu Bildern virtueller Figuren zu unterschieden. ____ Obwohl Amane der herrschenden Lebensweise durchaus angepasst ist, ist sie durch ihre natürliche Zeugung durch ehelichen Sex und durch den Einfluß ihrer Mutter, die weiterhin die frühere Lebensform verteidigt, zu einer dissidenten Haltung gedrängt und sucht weiterhin Sex mit anderen. Sie und ihr Ehemann Saku, dem hingegen sexuelle Handlungen mit seiner Geliebten zunehmend zu einer Belastung werden, beschliessen, sich einem Experiment anzuschliessen, in dem noch neuere Formen des Zusammenlebens entwickelt werden sollen und Männer mit künstlichen Gebärmüttern in der Lage sein werden, Kinder zur Welt zu bringen. Hier wird Amanes Unbehagen allmählich auch für sie selbst deutlich. ____ Murata kritisiert in ihrem Buch nicht einzelne, konkret benennbare Zustände unserer heutigen Welt. Sie schafft aber sehr wohl einprägsame Bilder zu unserem deutlichen Wegdriften von einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit uns selbst und unseren Bedürfnissen hin zu einer Welt die auch in diesem Bereich von technischen Möglichkeiten geprägt ist. ____ Nachdem ich es schon vor ein paar Tagen ausgelesen habe, merke ich jetzt, dass das Buch - gerade weil seine Kritik so wenig spezifisch ist - mich weiterhin sehr dazu anregt, über diesen weiten Themenkomplex nachzudenken und Parallelen zu unserer heutigen Welt aufzuspüren. Das ist schliesslich das wertvollste, was Literatur bewirken kann!
  • Zum Bewerterprofil von Harald Mitterecker

    Harald Mitterecker

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

    Buchhändler*in

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    4/5

    24.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gesellschaftliche Entfremdung und die Veränderungen in der Sexualität und Ehe

    Es ist ein dystopischer Roman, der die Zukunft einer Gesellschaft beschreibt, in der künstliche Befruchtung die Norm geworden und die Sexualität fast ganz verschwunden ist. Hauptprotagonistin Amane erfährt, dass ihre Eltern sie auf normalem Weg gezeugt haben, was sie beschämt, und deswegen wird sie von ihren Mitschülern ausgelacht. Verheiratete Paare sind Familie, darum wird in dieser Gesellschaft der sexuelle Akt als Inzest angesehen. Amane flüchtet sich in geistige Beziehungen zu künstlichen Charakteren aus Animes, was in dieser Gesellschaft normal zu sein scheint. Trotz allem hat sie sexuelle Begegnungen mit ihren Mitschülern und Lehrern. Im Verlauf der Erzählung erfährt man von Amanes Leben nach ihrer Heirat mit dem sensiblen Saku und deren Umzug nach Experimenta. Dort wird das Leben durch künstliche Befruchtung geregelt. Amane und Saku, der einen künstlichen Beutel außerhalb des Körpers bekommt, werden beide künstlich befruchtet. Es ist eine interessante, aber verstörende Darstellung der Zukunft.
  • Zum Bewerterprofil von Mara Hollenstein-Tirk

    Mara Hollenstein-Tirk

    Thalia Graz – Murpark

    Buchhändler*in

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    4/5

    01.10.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn das Gefährlichste die Normalität ist

    Was wenn einem alles genommen wird, was einen zum Menschen macht? Wenn Individualität ein Makel ist? Wenn die Gesellschaft sich schneller entwickelt, als man hinterherkommt? Würdest du dich fügen? Würdest du dich wehren? Würdest du zerbrechen? Sayaka Murata entführt die Leserschaft in ihrem neuesten Roman in eine wohl nicht allzu ferne Zukunft, in ein "Was wäre wenn"-Szenario, dass einem erschreckend nah erscheint. Dabei geht es um eine junge Frau, die Probleme hat sich in diese schöne neue Welt einzufügen, in der Ehen nur mehr aus Vernunft geschlossen werden und Babys nur mehr durch künstliche Befruchtung entstehen. Mehr als einmal in ihrem Leben eckt sie dabei an, korrigiert den Kurs, wird immer mehr zu der Frau, die sie sein soll, statt jener, die sie sein will, und zahlt am Ende dafür einen ebenso tragischen wie verstörenden Preis. Zart besaitete Gemüter seien somit gewarnt: denn was sich hier nach und nach entspinnt, ist eine Geschichte, die einem unter die Haut geht, die einen noch lange beschäftigt, die sich dabei aber nie ganz greifen lässt. Somit beweist Murata abermals, dass sie eine Meisterin darin ist, scheinbar unaufgeregte Geschichten zu erzählen, die unter der Fassade allerdings einem brodelnden Vulkan gleichen - und am Ende geht dann alles hoch!
  • Zum Bewerterprofil von Carina

    Carina

    Thalia Wien – Westfield Donau Zentrum

    Buchhändler*in

    3/5

    08.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Absolut verstörend

    Eine absurd-komische Zukunftsvision, wie ich sie noch nie gelesen habe. Der Mensch wird auf eine Art entsexualisiert, die abstrus und fast abstoßend wirkt. Kapitel für Kapitel wird die Geschichte immer verstörender, und doch blitzt vermehrt die Erkenntnis auf, wie die Autorin von unserer heutigen Welt auf diese „schöne neue“ schließen konnte. Ebenso wird klar, dass die Autorin in diesem Roman ihr persönliches Unverständnis für aktuelle Entwicklungen im Bezug auf Sexualität und Familie verarbeitet. Für mich war es etwas zu viel des Guten, aber es gibt bestimmt Leser:innen, die sich mehr dafür begeistern können.

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Bewertungen (5)

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