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Mara Hollenstein-Tirk Buchhandlung: Thalia Graz – Murpark
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Meine letzte Rezension Verbunden von Octavia E. Butler
Ende der 1970er: ein gemischtrassiges Paar, ein neues Zuhause, eine gemeinsame Zukunft. Es könnte alles so schön sein, doch plötzlich verschwindet Dana einfach. Löst sich wortwörtlich vor Kevins Augen in Luft auf. Ende der 1810er: ein Fluss, ein ertrinkender Junge, eine verwirrte Frau, die alles dafür tut, um dem Jungen das Leben zu retten. Und dann wieder dieses merkwürdige Gefühl, ein Augenblick der Schwindels, plötzlich wieder die eigenen vier Wände. Was sich wie der blanke Horror anhört, wird für die Protagonistin dieses wegweisenden Werks der modernen Literaturgeschichte zur Realität. Immer wieder springt sie zurück in die Vergangenheit, zunächst noch ohne erkennbaren Grund. Nach und nach scheint sie zwar zu verstehen, weshalb Sie dorthin gezogen wird, wann und wie es passiert, bleibt trotzdem ein Rätsel. Und da gibt es dann natürlich noch ein Problem. 1815 war nicht gerade das beste Jahr, um in den amerikanischen Südstaaten als schwarze Frau zu stranden. Schnell sieht sich Dana den Greueln der Sklaverei hautnah gegenüber und muss lernen, in dieser unmenschlichen Welt zu überleben. Butler verwendet hierfür ganz bewusst eine explizite Sprache und schreckt auch vor der Beschreibung gewaltsamer Szenen nicht zurück. Aufrütteln, sichtbar machen, den Finger in die Wunde legen, das ist, was Butler mit ihrer Geschichte auf jeden Fall bezwecken möchte. Und doch auch noch so viel mehr. Hier findet man auch die Grautöne, man findet das Normale im Unbegreiflichen, das Menschliche im Unmenschlichen. Denn es ist nicht das Monster unterm Bett, es sind die Menschen selbst, die zu den schlimmsten Taten der Geschichte fähig waren. Wie es dazu kommen kann, auch das versucht Butler hier zu beleuchten. Ein wichtiges Buch also, mit einer starken Botschaft, das einem gewaltig an die Nieren geht.
ab 18,00 €
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4/5
  • Mara Hollenstein-Tirk
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4/5

Verbunden

Ende der 1970er: ein gemischtrassiges Paar, ein neues Zuhause, eine gemeinsame Zukunft. Es könnte alles so schön sein, doch plötzlich verschwindet Dana einfach. Löst sich wortwörtlich vor Kevins Augen in Luft auf. Ende der 1810er: ein Fluss, ein ertrinkender Junge, eine verwirrte Frau, die alles dafür tut, um dem Jungen das Leben zu retten. Und dann wieder dieses merkwürdige Gefühl, ein Augenblick der Schwindels, plötzlich wieder die eigenen vier Wände. Was sich wie der blanke Horror anhört, wird für die Protagonistin dieses wegweisenden Werks der modernen Literaturgeschichte zur Realität. Immer wieder springt sie zurück in die Vergangenheit, zunächst noch ohne erkennbaren Grund. Nach und nach scheint sie zwar zu verstehen, weshalb Sie dorthin gezogen wird, wann und wie es passiert, bleibt trotzdem ein Rätsel. Und da gibt es dann natürlich noch ein Problem. 1815 war nicht gerade das beste Jahr, um in den amerikanischen Südstaaten als schwarze Frau zu stranden. Schnell sieht sich Dana den Greueln der Sklaverei hautnah gegenüber und muss lernen, in dieser unmenschlichen Welt zu überleben. Butler verwendet hierfür ganz bewusst eine explizite Sprache und schreckt auch vor der Beschreibung gewaltsamer Szenen nicht zurück. Aufrütteln, sichtbar machen, den Finger in die Wunde legen, das ist, was Butler mit ihrer Geschichte auf jeden Fall bezwecken möchte. Und doch auch noch so viel mehr. Hier findet man auch die Grautöne, man findet das Normale im Unbegreiflichen, das Menschliche im Unmenschlichen. Denn es ist nicht das Monster unterm Bett, es sind die Menschen selbst, die zu den schlimmsten Taten der Geschichte fähig waren. Wie es dazu kommen kann, auch das versucht Butler hier zu beleuchten. Ein wichtiges Buch also, mit einer starken Botschaft, das einem gewaltig an die Nieren geht.

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