Luise Helm und Johann von Bülow interpretieren Kai Meyers Erzählwelt erneut mit ihren unverwechselbaren, eindringlichen Stimmen.Bestsellerautor Kai Meyer erschafft eine meisterhafte Melange aus historischem Kriminalroman und bibliophiler SchauergeschichteBaltikum, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Tiefer Schnee und endlose Wälder schneiden ein Herrenhaus von der Welt ab. Hierher reist die junge Lektorin Paula Engel aus Leipzig, um das Manuskript des Schriftstellers Aschenbrand einzusehen. Paula und ihr Verlobter Jonathan begegnen einem faszinierenden Exzentriker, der ein dunkles Mysterium wahrt.Leipzig, 1933. Im legendären Graphischen Viertel rettet der von den Nazis entlassene Kommissar Cornelius Frey einem Mädchen das Leben. Bei ihrem Abschied flüstert sie "Sie weinen alle im Keller ohne Treppe". In der nächsten Nacht liegt sie ermordet neben einem toten Polizisten. Auf der Spur des Mörders kämpft Cornelius sich zurück in seinen alten Beruf und stößt auf ein Netz aus Okkultisten und Verschwörern, Freimaurern und Fanatikern. In welcher Verbindung standen sie zu Paula und Jonathan, die vor zwanzig Jahren spurlos im Baltikum verschwanden?Nach dem Erfolg von Die Bibliothek im Nebel und Die Bücher, der Junge und die Nacht: Kai Meyer erzählt erneut von den Geheimnissen des Graphischen Viertels, dem nebelverhangenen Herz der Bücherstadt Leipzig.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Stadthagen
5/5
31.12.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Atmosphärisches Highlight, das mit verschiedenen Genres spielt
Kai Meyer entführt uns in graphische Viertel nach Leipzig- einmal im Jahre 1933, wo der von den Nazis entlassene Kommisar Cornelius Frey ein junges Mädchen vor dem Selbstmord bewahrt, um sie nach ein paar Tagen ermordet aufzufinden. Um die Täter zu finden, kehrt er zurück in seinen Beruf und stößt auf ein Geflecht von Verschwörungen. Ein zweiter Handlungsstrang spielt im Baltikum kurz vor dem ersten Weltkrieg. Schnee, Winter und einsames Herrenhaus sorgen für eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre. Wie beide Handlungsstränge zusammenhängen entwickelt sich erst nach und nach und hält den Lesenden bzw. Hörenden atemlos in seinem Bann. Luise Helm und Johann von Bülow sprechen die jeweiligen Parts intensiv und fangen die Atmosphäre perfekt ein. Für mich ein Highligt, das von Krimi bis zum Schauerroman verschiedene Genres aufgreift und mit toller Atmosphäre und Authentizität überzeugt!
Bewertung
aus Speyer
4/5
21.11.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Literarisches Spannungssoulfood
Kai Meyer lässt in „Das Haus der Bücher und Schatten“ erneut das Graphische Viertel Leipzigs lebendig werden.
Wie schon in den anderen beiden Bänden geht es zum einen um das Graphische Viertel, der andere Erzählstrang kreist dieses Mal ums Baltikum. Dorthin, genauer in ein von der Außenwelt abgeschnittenes Herrenhaus reist 1913 die Leipziger Lektorin Paula Engel in Begleitung ihres Verlobten, um ein Manuskript aus der Feder eines etwas kapriziösen Autors einzusehen. Der andere Erzählstrang kreist um Cornelius Frey, der einer jungen Frau das Leben rettet, die ihm ein Rätsel aufgibt, aber kurz darauf neben einem toten Polizisten liegt, noch dazu einem Bekannten von Cornelius – ermordet. Grund genug für den ehemaligen Polizisten, sich in Nachforschungen zu stürzen, bei denen er auf Geheimbünde und dunkle Geheimnisse stößt.
Wenngleich „Das Haus der Bücher und Schatten“ auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände verständlich ist, wird einem der eine oder andere Zusammenhang bzw. Wiedersehen alter Bekannter entgehen. Ansonsten muss man unumwunden zugeben, dass die Geschichte „funktioniert“, was auch daran liegen dürfte, dass Meyer sich bewährter Zutaten bedient, derer er sich schon in „Die Bibliothek im Nebel“ bediente und hier abwandelt: statt einem Buch ist es nun ein Manuskript, statt Russland geht es nun ins Baltikum, statt gegen Ende des Ersten Weltkriegs beginnt der „Nicht-Leipzig-Strang“ kurz zuvor. Da er diese Geschichten allerdings aus der Perspektive seiner Protagonisten erzählt, gibt es eben noch mehr Variationen. Dass auf zwei Zeitebenen erzählt wird und ein Zusammenhang zwischen ihnen naheliegt, erzeugt beinah automatisch Spannung: Man will doch wissen, wie es bei Paula bzw. Cornelius weitergeht. Als reichte das noch nicht, ist der Leipziger Strang eine Art Krimihandlung, der Baltikumsstrang geht eher Richtung Grusel a la Edgar Allan Poe, schöne Mischung … für Bibliophile hat alles irgendwie noch mit Büchern zu tun, gewürzt mit einer gehörigen Portion Zeitkolorit um die Zeit der Weltkriege und die literarische Spannungssoulfood ist fertig Allerdings sollte man kein unterhaltsames Buch im Sinne von „locker, fluffig“ erwarten, denn alle Zutaten werden zu einem doch eher düsteren Gericht mit einem etwas hektisch-konstruiert wirkenden Ende vermengt, sodass dieses etwas fader ist als der Vorgänger. Kredenzt wird es einem bei der Hörbuchfassung von Luise Helm und Johann von Bülow, die der Geschichte mit ihren Stimmen Leben einhauchen und so die 3,5 Sterne noch hochreißen.
Sabrina Tschorn - Aus Liebe zum Lesen Literaturblog
5/5
14.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vielschichtiger, düsterer Roman
Es gibt Bücher, die ziehen einen mit einem feinen Sog in ihre Seiten – und lassen einen nicht mehr los. Kai Meyers neuer Roman „Das Haus der Bücher und Schatten“ ist genauso eines: atmosphärisch dicht, historisch verwurzelt und durchzogen von einer dunklen, beinahe greifbaren Spannung.
Wieder entführt uns Kai Meyer ins graphische Viertel in Leipzig des Jahres 1933, kurz nach der Machtergreifung Hitlers, wo wir dem Kommissar Cornelius bei der Klärung eines mysteriösen Doppelmords begleiten. In einer zweiten Erzählebne folgen wir der Lektorin Paula ins verschneite Baltikum, um den neuen Roman des eigentümlichen Autors Aschenbrand abzuholen. Der bewährte Wechsel beider Erzählstränge ist nicht nur dramaturgisch geschickt, sondern verleiht dem Roman eine besondere Tiefe.
Die Atmosphäre im einsamen Herrenhaus, in dem Aschenbrand wohnt, ist mysteriös, dunkel, bedrohlich. Hier wandelt Meyer auf einem schmalen Grat zu seinen früheren Horrorromanen. Ganz anders – und doch ebenso bedrückend – ist die Stimmung im Leipziger Graphischen Viertel: Hier spürt man den aufkommenden Faschismus in jeder Begegnung, in jedem Satz, in der Enge der Straßen. Die reale politische Bedrohung steht im scharfen Kontrast zur eher mystisch aufgeladenen Atmosphäre der Vergangenheit – beide Ebenen ergänzen sich auf kluge Weise.
Was den Roman neben Myers Erzähltalent auszeichnet, ist auch sein Genre-Mix: Historischer Thriller, politischer Roman, Mystery mit okkulten Anklängen – das alles fügt sich weitgehend schlüssig zusammen. Allerdings muss ich sagen: Manches war mir zu unheimlich und an die beiden Vorgängerromane aus dem graphischen Viertel kommt es nicht ganz ran.
4,5/5
Tintenweberin
aus Dahlen
5/5
25.04.2025
eBook (ePUB 3)
Atmosphärisch!
Kai Meyer hat bei mir mit seinen Romanen, die im Graphischen Viertel in Leipzig angesiedelt sind, echt einen Nerv getroffen. "Das Haus der Bücher und Schatten" hat mich ganz tief in seine Geschichte gesogen und zum Ende hin absolut überrascht! Ich kann an dieser Stelle schonmal eine ganz klare Empfehlung aussprechen.
Der Roman, der teils Familiensaga, teils Kriminal- und Schauerroman ist, spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen folgt man dem Kommissar Cornelius Frey durchs Graphische Viertel im Jahr 1933. Die Zeiten sind rau, die Nazis auf dem Vormarsch und die Polizei eigentlich nur dazu da, Verbrechen konsequent den Kommunisten anzulasten. Cornelius, eigentlich aus dem Dienst suspendiert (da er sich geweigert hat, eben jene Kommunisten einfach zu verhaftet) verdient sich seinen Lebensunterhalt mittlerweile als Nachtwächter in der Deutschen Bücherei. Eines Nachts beobachtet er einen Mord an seinem ehemaligen Kollegen und einer jungen Frau, der ihn nicht mehr loslässt. Durch katzbuckeln darf er zurück in den Dienst und beginnt seine Ermittlungen, die ihn auf die Spur von Séancen, einer Schule für Buchhändlerinnen, Geisterfotografen und ehemaligen Bekannten bringt.
Der zweite Erzählstrang spielt im Jahr 1913. Die Lektorin Paula reist mit ihrem Verlobten Jonathan von Leipzig nach Livland, um den dritten Roman des Autors Aschenbrand abzuholen. Seine ersten beiden Bücher waren ein Erfolg und der Verlag braucht dringend Geld, daher schickt man Paula, um ein wenig Druck aufzubauen. Sie und Aschenbrand hatten in den letzten Jahren regelmäßig Briefkontakt und scheinen sich gut zu kennen. Doch angekommen im Haus, wo Aschenbrand bei einer reichen baltendeutschen Familie wohnt, die den Winter in Riga verbringt, beginnt sich Paula zu fragen, wie gut sie den Autor eigentlich kennt. Das riesige Herrenhaus steckt voller Geheimnisse und Aschenbrand gibt ihr immer mehr Rätsel auf. Sie beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren und erhält Antworten, die sie immer tiefer in den Abgrund ziehen.
Cornelius ist ein recht eigenwilliger Charakter mit dem Herzen am rechten Fleck. Er macht sich mit seiner Art wenig Freunde, aber ich mochte ihn gern.
Paula ist sehr ehrgeizig und sehr von sich überzeugt, lässt sich jedoch auch klein halten (von ihrem Verlobten zum Beispiel). Ihr Charakter ist schwer zu fassen, obwohl man ihr als Leser fast näher ist als Cornelius.
Auf den ersten Blick verbindet beide Erzählstränge nur die Stadt Leipzig. Man fragt sich schnell, wie alles zusammenhängt. 1933 wird alles aus der Sicht des Er-Erzählers geschildert während man Paula in der Ich-Perspektive begegnet. Das macht den Roman sehr reizvoll und wirft am Ende die große Frage der Glaubhaftigkeit auf.
Meyer versteht es, den Leser bei Laune zu halten. Er streut hier und da Hinweise auf Verknüpfungen und in mir hat es pauenlos gerattert. Die Geschichte hat mich von Beginn an gepackt, weil alles so atmosphärisch beschrieben ist. Die erste Seite ist so ein wundebar poetischer Vorhang, hinter dem das Graphische Viertel lauert und omnipräsent seine Rauchschwaden ausstößt. Und 1913 lauern die Geheimnisse des Hauses an jeder Ecke. Man rechnet immer mit Gefahren und verdächtig jeden. Diese Spannung zu halten ist eine wirkliche Meistenleistung. Generell fand ich die Verzahnung der Zeiten, Geschehnisse und Personen unglaublich gut gelungen. Man konnte einiges erahnen, aber bei Weitem nicht alles. Ich wurde wieder und wieder überrascht und habe mich durchweg sehr gut unterhalten gefühlt. Noch dazu kann man sein (Geschichts-)Wissen ordentlich erweitern und ich kann mir vorstellen, dass da einiges an Recherche dahinter steckt. Und der "übernatürliche " Aspekt ist auch so gehalten, dass immer ein Funken Realität durchscheint und man sich immer fragt, wie die Wahrheit aussieht.
Wenn man, wie ich, auch noch einige Jahre in Leipzig gewohnt hat (und dazu Buchbinderin ist), ist das Ganze natürlich zusätzlich reizvoll, da man viele Schauplätze kennt und verorten kann. Das hat mir die Lektüre sehr versüßt.
Alles in allem hat mich "Das Haus der Bücher und Schatten " absolut begeistert und ich freue mich auf jeden weiteren Roman, der im Graphischen Viertel angesiedelt ist.
the2bookaholics
5/5
03.04.2025
eBook (ePUB 3)
Historischer Krimi x Gothic Novel
"Sie weinen alle im Keller ohne Treppe"
⟡ ݁₊ .
Man gebe einen historischen Krimi und eine Gothic Novel in einen Hexenkessel hinein. Anschließend noch etwas von einer Essenz, die aus Büchern hergestellt wurde. Nachdem alles gut vermischt, lang genug gerührt und gekocht wurde, entsteht am Ende dieses Meisterwerk. Nämlich direkt aus der Hexenküche von Kai Meyer.
Es ist der dritte Band der Reihe um das historische Buchviertel in Leipzig und wird auf zwei Zeitebenen - 1933 und 1913 - Alle Bände können auch unabhängig voneinander gelesen werden.
1933 befinden wir uns in Leipzig. Dem Autor ist es gut gelungen, diese ganze Amosphäre von damals einzufangen, was auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.
Cornelius ist ein Polizist, der an einem Mordfall ermittelt.
Zusätzlich wird man hier mit der Thematik der Geisterbeschwörungen, den sogenannten Séancen, die damals sehr in Mode waren, konfrontiert - und zwar vorwiegend nicht auf eine mystische Weise. Uns werden darüber Dinge enthüllt, die so ganz anders sind als vielleicht erwartet.
1913 geht es um Paula, die als Lektorin für einen Verlag arbeitet und sich mit ihrem Verlobten auf den Weg zu einem Schriftsteller aufmacht, um sein neues Werk zu lektorieren. In dieser Zeitebene bekommen wir sogar noch ein Spukhaus samt seiner Geheimnisse und Toten und einen unerwarteten Plottwist.
Die Atmosphäre ist hier schaurig und düster, wie es bei einer Gothic Novel ist.
Die zwei Zeitebenen sind sehr gekonnt miteinander verflochten. Je weiter man kommt, desto mehr Sinn ergibt alles und am Ende fügen sich die Puzzleteile zusammen.
Das Zitat "Sie weinen alle im Keller ohne Treppe" löst Gänsehaut aus und verbindet beide Zeitebenen miteinander. Auf welche Weise? Nun das erfährt man zum Schluss in seiner ganzen Tragweite.
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5/5
04.12.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Cornelius Frey
Zwei Erzählstränge erzählen diese Geschichte die sich zu einem historischen Krimi verwandelt. Zum einen, 1913 die Lektorin Paula, macht sich mit ihrem Verlobten Jonathan nach Königsberg auf, um ein Manuskript abzuholen, beide kehren nicht mehr zurück. 20 Jahre später wird ein junges Mädchen und der Bruder von Jonathan getötet. Nun ermittelt Cornelius Frey, das falsche Parteibuch in der Tasche. Welchen Zusammenhang haben diese beiden Geschichten? Alles dreht sich hier um die Welt der Bücher und die Welt in Ihnen. Hat sich das alles so zugetragen oder alles nur Erfunden? Wir können hier unserer Fantasy freien Raum geben. Wahnsinnig tolles Buch. Empfehlung!
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