Der Nr. 1- SPIEGEL-Bestseller. Eine ebenso mutige wie sehr persönliche Erzählung des internationalen Bestsellerautors.
Ein Mann kommt durchnässt aus dem Regen in eine Bar - auf die Bühne - und denkt über Verbrechen und Strafen nach, über das Großartige und das Schreckliche unserer Zeit, über die Würde des Menschen, die Einsamkeit, die Liebe, den Verlust und das Scheitern. 'Regen' ist eine Erzählung in Form eines Theatermonologs, den Ferdinand von Schirach im Rahmen einer großen Premierentournee auf zahlreichen deutschen Bühnen selbst aufgeführt hat.
'Ein Mensch spiegelt sich in einem anderen Menschen. Sie wissen um den Anderen, um den Lebensmenschen, lange bevor Sie ihn zum ersten Mal sehen. Und mit ihm kehren die Bilder zurück: Der Sommer, das Hafergras, die Langsamkeit, das dunkle Grün der späten Nachmittage, der Regen.'
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Mareike Kollenbrandt
aus Jülich
5/5
19.10.2023
eBook (ePUB)
Gedanken im Regen
Ein echter Schirach: man liest und liest und ist begeistert und weiß nachher nicht mehr so ganz genau worum es eigentlich ging. Wunderbare Sprache, wie immer eine Geschichte in einem Guss. Ein Monolog, der im Herbst 2023 auf die Bühnen kommt. Überschrieben mit : Eine Liebeserklärung.
Ein Mann wird zum Geschworenen bestimmt und will das eigentlich gar nicht. Um über die Formulierung seiner Befangenheitserklärung nachzudenken, geht er durch den Regen in eine Bar. Und da ziehen seine Gedanken große Kreise.
Bewertung
5/5
25.08.2023
eBook (ePUB)
Regen
Ein nur 50 Seiten starker innerer Monolog, der trotz seiner Kürze genug Freiraum bietet, um ihn sich einzuverleiben und zu eigen zu machen. Sehr klug, sehr sehr witzig, tiefgreifend und letztlich wunderschön!
Mein bisheriges Lesehighlight 2023!
Bewertung
4/5
24.05.2025
eBook (ePUB)
Sehr gut geschrieben...
Schirachs Liebeserklärung und das darauf folgende Interview haben mich sowohl inhaltlich, als auch vom Schreibstil sehr beeindruckt. Ich werde definitiv noch mehr von ihm lesen und bin gespannt auf die anderen Werke von ihm!
Bewertung
4/5
04.10.2023
eBook (ePUB)
Monolog eines Schöffen
und Interview mit dem Schriftsteller - das ist die Kombination, die Ferdinand von Schirach und der Luchterhand-Verlag für "Regen" gewählt haben. Schirach bringt zu Beginn des Monologs den Aspekt der Unschärfe mit hinein. Dieser Punkt läßt mich nicht los, läßt mich näher hinschauen - wo wird der Autor konkret, wo fehlt (nach meiner Meinung) etwas? Wo ergeben sich für mich neue, interessante Themenspuren?
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
08.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Wie man mit dem Tod im Nacken Mut zum Leben behält
Dieses Buch hat mich sehr berührt und gleichzeitig immer wieder durch seine Klarheit, seinen tiefgründigen Verstand und seinen stillen, aber scharfen Humor beeindruckt. Regen- Eine Liebeserklärung ist kein klassischer Roman, es ist ein Theaterstück, eine Sammlung aus Gedanken, Beobachtungen, Erinnerungen, moralischen Fragen und existenziellen Einsichten. Gerade diese Form macht das Buch für mich so bedeutungsvoll.
Was ich besonders liebe, ist dieser intelligente, sarkastische, scharfe Humor, der sich leise durch das Buch zieht und wie ein Verstärker wirkt- er hebt die Bedeutung der geschriebenen Worte noch einmal hervor. Es ist kein lauter Witz, sondern eine trockene, entlarvende Nüchternheit. Besonders deutlich wird das beim sogenannten Autowandern: Warum überhaupt hinausgehen in die Natur, wenn man doch von drinnen nach draußen schauen kann und sie sieht? Das ist keine Verherrlichung des Draußenseins, sondern eine radikale Infragestellung unserer Sehnsüchte. Dasselbe gilt für den von vielen geliebten weißen Strand in der Karibik, der nicht mehr ganz so romantisch ist, wenn man ihn nüchtern betrachtet. Der Traum vom Paradies wird klar zerlegt. Ich finde diesen Humor sensationell, weil er intelligent, bitter, präzise und gerade deshalb so tiefgründig ist.
Ein Satz, der mir besonders nahe ging, lautet: „Wir alle sind befangen, weil wir in uns gefangen sind.“.
Für mich steckt darin die ganze innere Schwere dieses Buches. Dieses Gefühl, sich selbst nicht entkommen zu können, festzusitzen in der eigenen Wahrnehmung, den eigenen Verletzungen, der eigenen Geschichte. Genau hier berührt das Buch auch ganz unmittelbar die Themen Depression und Einsamkeit, über die Schirach offen spricht. Seine Worte wirken dabei nie pathetisch, sondern ruhig, nüchtern, fast sachlich- und gerade deshalb so eindringlich.
Besonders berührend sind die biografischen Einblicke: der frühe Tod seines Vaters, der ihn tief geprägt hat und sein eigener Suizidversuch in jungen Jahren, der unbemerkt blieb- als Ausdruck einer Hilflosigkeit, die niemand gesehen hat. Diese Passagen sind nicht dramatisiert, nicht ausgeschmückt. Sie stehen einfach da. Still. Und genau darin liegt ihre große Wucht.
In diesem Zusammenhang trifft auch seine Aussage besonders tief, dass man seiner Meinung nach höchstens zweimal im Leben richtig lieben kann. Dieser Gedanke klingt banal, ist aber radikal. Er widerspricht der Vorstellung unendlicher emotionaler Möglichkeiten und spricht stattdessen von Begrenzung, von Endlichkeit, von der Seltenheit echter Liebe. Für mich liegt darin viel Melancholie, aber auch große Ehrlichkeit. Liebe erscheint hier nicht als etwas Beliebiges, sondern als etwas Kostbares, vielleicht sogar Gefährliches- weil man sich darin verlieren kann.
Spannend fand ich auch den Bezug auf die vier Tugenden der Antike: Vernunft, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung.
Sie wirken im Buch wie ein innerer moralischer Maßstab und werden zugleich immer wieder infrage gestellt. Denn Schirach macht sehr klar: „Niemand kann wirklich unvoreingenommen urteilen.“. Jeder Mensch ist geprägt, befangen, gefangen in sich selbst. Genau darin liegt für mich eine der härtesten Wahrheiten dieses Buches.
Auch die vielen Verweise auf Hemingway passen für mich hervorragend zu diesem Ton: diese Reduktion, diese innere Härte, dieses Aushalten ohne großen Gesten. Dazu passt auch Schirachs eigener Anspruch an die Sprache. Er schreibt, dass er seine Absätze immer wieder überarbeitet, bis nur noch der „einfachste Satz“ übrig bleibt, weil in ihm genug Aussage steckt. Genau das spürt man auf jeder Seite. Die Sprache ist klar, knapp, unaufgeregt und gerade deshalb so wirkungsvoll.
Für mich ist Regen- Eine Liebeserklärung ein Buch über: innere Gefangenschaft, Schuld und Gerechtigkeit, Einsamkeit und Depression, Wahrnehmung, Täuschung, Verrat und Entzauberung und über den Versuch, trotz allem einen klaren Blick auf die Welt zu behalten.
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen und habe es zum Teil auch meiner Tochter vorgelesen, weil es mir so gut gefiel. Es ist kein lautes Buch. Es drängt sich nicht auf. In dieser Stille arbeitet es im Inneren weiter und lässt viel Raum zum Nachspüren, Nachdenken und Nachfühlen.
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4/5
04.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Regen
1998 habe ich im Rahmen meiner Maturaarbeit über Heinrich von Kleist auch sein fragmentarisches, nicht ganz dreißig Seiten umspannendes Werk „Robert Guiskard“ gelesen. Als Maturantin habe ich mir ob der geringen Seitenanzahl die Hände gerieben, immerhin hat das Fragment in Form eines Reclamhefts auch keine zwanzig Schilling gekostet. Das mehr als Zehnfache an Geld für ein Werk mit dieser Textlänge ausgeben? Sehr fraglich, auch wenn der Autor Ferdinand von Schirach heißt.
Sein neues Buch, das einen Theatermonolog enthält, bei dem die Grenzen zwischen Romanfigur und Autor leicht verschwimmen, und außerdem ein sehr interessantes Interview mit Ferdinand von Schirach, umfasst gerade einmal 112 groß gedruckte Seiten. Und das ist für mehr als 20 Euro wirklich, wirklich wenig meiner Meinung nach. Es muss nicht jedes Buch ein dicker Schmöker sein, und von Schirachs Werken ist man es gewohnt, dass sie in der Regel etwa 200 Seiten umfassen. Aber das muss sich dann auch im Preis widerspiegeln. Was bisher immer gut gepasst war, oder sich zumindest noch im annehmbaren Rahmen bewegt hat, bekommt hier preislich schon eine leichte Schieflage. Normalerweise sage ich, dass der Preis bei einem fantastischen Buch zweitrangig ist und nicht der Rede wert, aber hier ist für mich einfach die Grenze der Unverhältnismäßigkeit erreicht. Beim Lesen des ebooks dachte ich zuerst nämlich noch, dass ein Fehler vorliegt und nicht der gesamte Text abgebildet ist.
Inhaltlich gibt es an „Regen“ nichts zu bemängeln. Ferdinand von Schirach ist für mich ein Autor, der jedes Thema anpacken und für Leserinnen und Leser spannend aufbereiten kann. In diesem Fall handelt der Monolog von einem Schreiber, der vor Gericht als Schöffe fungieren muss, und seine Gedanken mit einem Barkeeper teilt. Sowohl bei der Geschichte als auch beim Interview werden mannigfaltige Themen angeschnitten, und auch Schirachs Lieblingsthemen Recht, Gerechtigkeit und das Dilemma, das daraus oft entsteht, werden aufgegriffen.
Summa summarum würde ich sagen, dass das Buch sehr empfehlenswert ist, man sich aber bewusst dafür entscheiden muss, viel Geld für wenig Text auszugeben. Möchte man mehr über den Autoren und seine Gedankenwelt erfahren, dann ist das ausführliche Interview eine wahre Goldgrube. Ist man daran weniger oder gar nicht interessiert, weil man z.B. schon Interviews gelesen hat, dann macht es vermutlich mehr Sinn, zumindest auf die Taschenbuchausgabe zu warten.
Die Bewertung ist für mich in dieser Hinsicht auch schwierig: bewerte ich rein den Inhalt oder bewerte ich auch den überhöhten Preis? Ich habe mich jetzt für letzteres entschieden: Normalerweise würde ich für die Geschichte und das Interview 5 Sterne vergeben, 1 Stern Abzug gibt es aber für die Preisgestaltung.
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3/5
25.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Memento Mori
Als Theatermonolog tituliert und als Gedankenstrom verpackt, bleibt Herr von Schirach in seiner Komfortzone und lässt seinen Protagonisten über „Gott und die Welt“ fabulieren. Mit Bildungsauftrag und pastellfarbenem, philosophischem Anstrich versehen, flicht er die romantische Komponente des Büchleins wirklich sehr gelungen ein. Aufgrund der doch vorhandenen humoristischen Zeilen bleibt der Witz nicht allein beim Preis der gebundenen Ausgabe für die knapp unter 8o Seiten.
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3/5
25.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine amüsante, jedoch SEHR kurze Kurzgeschichte...
Der Monolog Regen hat mir wirklich sehr gut gefallen; amüsant, interessant und ein wahrer Spaß zu lesen. Das ist für mich aber leider auch der einzige Grund für die drei Sterne: Die zweite Hälfte des kleinen Büchleins ist ein Interview, welches zwar ebenfalls nett zu lesen, aber einfach in Relation zum Buch deutlich zu lang ist!
Dazu kommen 21,50€ als Verkaufspreis: das ist schon ein stolzer Preis für das bisschen Inhalt.
Dafür musste ich leider zwei Sterne abziehen - schade!
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