Die Geschichte einer Familie, deren Geschicke so verschlungen sind wie der Lauf des Flusses Ein Dorf in der Lombardei zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts: Als ein Wagenzug des fahrenden Volkes nach sintflutartigen Regenfällen gezwungen ist, in Stellata zu überwintern, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Der schwermütige Giacomo Casadio verliert sein Herz an Viollca, eine Frau mit rabenschwarzer Mähne und Federn im Haar. Die beiden bekommen einen Sohn, der sich am Grab seines Vaters weiter lebhaft mit ihm – und mit anderen Toten – unterhält. Doch damit nicht genug. Für ihren Enkel Achill, der das Gewicht eines Atemzugs messen will, und Neve, die mitten im Sommer in einem Schneesturm zur Welt kommt, und auch für die unzertrennlichen Cousinen Norma und Donata, die über ihren Idealen sich selbst vergessen, hält das Leben die Herausforderung bereit, weder den Kopf in den Wolken zu verlieren noch in den Fluten unterzugehen.Daniela Raimondi erzählt meisterhaft und voller Wärme von großen Träumen, Prüfungen des Lebens und den Legenden, die eine Familie über zweihundert Jahre im Inneren zusammenhält. Bewegend interpretiert Sprecherin Simone Kabst diesen Roman.
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4.4/5.0
Bewertung
5/5
02.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Schicksalsrad dreht sich über Jahrhunderte hinweg
Die Geschichte einer italienischen Familie über Generationen hinweg erzählt. Das Schicksalsrad beginnt sich zu drehen als sich der trübselige Giacomo Casadio in Viollca, einer Frau aus dem fahrenden Volk, verliebt. Als diese mit ihren Tarot Karten eine furchteinflößende Familienzukunft prophezeit, scheint eine Art Fluch die Familie zu begleiten, welcher für die nachkommenden Generationen das Streben nach Träumen und dem Glück erschwert.
Raimondis Schreibstil war für mich wie ein wunderschöner Fluss, der mich mitgezogen hat. Die gesamte Geschichte war wie ein fortlaufender, verschlungener Strom, der an keinem Punkt gerinnt. Ich kann es gar nicht anders beschreiben. Ich fand es wirklich toll, eine sich über so viele Generationen erstreckende Familiengeschichte zu lesen. Dabei ist die Prophezeiung Viollcas der rote Faden, der sich im Laufe der Zeit niemals verliert und die Quintessenz des Wesens der Familie zu sein scheint. Dabei schwingt die unausgesprochene Frage mit, inwieweit der Glaube an eine vermeintliche Zukunft die Gegenwart beeinflusst, sodass sich eben genau diese Zukunft manifestiert.
Bücherfreundin
5/5
10.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderschön und tiefgründig - absolute Leseempfehlung!
Der Ullstein Verlag hat "An den Ufern von Stellata", den Debütroman der italienischen Autorin Daniela Raimondi, der es 2020 auf Anhieb auf die italienische Bestsellerliste geschafft hatte, veröffentlicht. Das Buch fiel mir wegen seines wunderschön gezeichneten Covers sofort auf, und der Klappentext machte mich neugierig.
Der anspruchsvolle Roman erzählt die Geschichte der Familie Casadio, die in Stellata lebt, einem kleinen Ort in der Lombardei. Wir schreiben das Jahr 1800, als ein Wagenzug des fahrenden Volkes, der sich auf der Durchreise befindet, wegen starker Regenfälle gezwungen ist, über den Winter in Stellata zu bleiben. Auf dem alljährlichen Dorffest begegnen sich Giacomo Casadio und die wunderschöne Zingara Viollca mit den bunten Federn im pechschwarzen Haar und der auffallenden Kleidung. Der schwermütige Giacomo ist ein Träumer und Eigenbrötler, der hofft, mit seinen Erfindungen zu Ruhm zu gelangen. Viollca liest Giacomo aus der Hand und sieht in ihm den Mann, auf den sie immer gewartet hat. Die beiden verlieben sich ineinander und heiraten gegen den Willen von Viollcas Familie. Bald kommt ihr gemeinsamer Sohn Dollaro zur Welt.
Viollca besitzt die Gabe, mit Hilfe von Tarotkarten in die Zukunft zu sehen und vererbt ihre vorhersehende Fähigkeit an einige ihrer Nachkommen, die wie sie dunkle Augen und schwarzes Haar haben. Giacomos träumerisches Wesen setzt sich hingegen eher fort in den Nachkommen, die wie er blaue Augen haben.
Die auf 509 Seiten in wunderschönem und flüssigem Sprachstil erzählte Geschichte umfasst sieben Generationen innerhalb eines Zeitraums von etwa 200 Jahren. Wir lernen unzählige Nachkommen von Giacomo und Viollca kennen und begleiten sie auf ihren Lebenswegen, erleben ihre Höhen und Tiefen, Liebe und Glück, aber auch ihre Tragödien und ihr Leid. Daniela Raimondi hat die unterschiedlichen Figuren und ihre Emotionen, Gedanken und Träume ganz wunderbar beschrieben.
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, das Leben der Familienmitglieder mit den jeweiligen geschichtlichen und politischen Gegebenheiten, wie Kriege und Aufstände, zu verknüpfen. Auch die mystischen Aspekte des Romans sind behutsam mit der Handlung verwoben. Die sympathischen und authentischen Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen, und ich habe es immer bedauert, wenn es einen Generationswechsel mit neuen Hauptfiguren gab.
Vor dem Hintergrund der zahlreichen Personen fand ich den Familienstammbaum auf der letzten Seite äußerst hilfreich, um die Familienstruktur jederzeit nachvollziehen zu können.
Das Buch hat mir sehr viel Lesefreude bereitet, es hat mich begeistert und von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.
Von mir 5 hochverdiente Sterne und eine absolute Leseempfehlung für diesen ansoruchsvollen Familienroman, der zu meinen diesjährigen Lesehighlights gehört!
Bücherfreundin
5/5
10.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderschön und tiefgründig -…
Wunderschön und tiefgründig - absolute Leseempfehlung! Der Ullstein Verlag hat "An den Ufern von Stellata", den Debütroman der italienischen Autorin Daniela Raimondi, der es 2020 auf Anhieb auf die italienische Bestsellerliste geschafft hatte, veröffentlicht. Das Buch fiel mir wegen seines wunderschön gezeichneten Covers sofort auf, und der Klappentext machte mich neugierig. Der anspruchsvolle Roman erzählt die Geschichte der Familie Casadio, die in Stellata lebt, einem kleinen Ort in der Lombardei. Wir schreiben das Jahr 1800, als ein Wagenzug des fahrenden Volkes, der sich auf der Durchreise befindet, wegen starker Regenfälle gezwungen ist, über den Winter in Stellata zu bleiben. Auf dem alljährlichen Dorffest begegnen sich Giacomo Casadio und die wunderschöne Zingara Viollca mit den bunten Federn im pechschwarzen Haar und der auffallenden Kleidung. Der schwermütige Giacomo ist ein Träumer und Eigenbrötler, der hofft, mit seinen Erfindungen zu Ruhm zu gelangen. Viollca liest Giacomo aus der Hand und sieht in ihm den Mann, auf den sie immer gewartet hat. Die beiden verlieben sich ineinander und heiraten gegen den Willen von Viollcas Familie. Bald kommt ihr gemeinsamer Sohn Dollaro zur Welt. Viollca besitzt die Gabe, mit Hilfe von Tarotkarten in die Zukunft zu sehen und vererbt ihre vorhersehende Fähigkeit an einige ihrer Nachkommen, die wie sie dunkle Augen und schwarzes Haar haben. Giacomos träumerisches Wesen setzt sich hingegen eher fort in den Nachkommen, die wie er blaue Augen haben. Die auf 509 Seiten in wunderschönem und flüssigem Sprachstil erzählte Geschichte umfasst sieben Generationen innerhalb eines Zeitraums von etwa 200 Jahren. Wir lernen unzählige Nachkommen von Giacomo und Viollca kennen und begleiten sie auf ihren Lebenswegen, erleben ihre Höhen und Tiefen, Liebe und Glück, aber auch ihre Tragödien und ihr Leid. Daniela Raimondi hat die unterschiedlichen Figuren und ihre Emotionen, Gedanken und Träume ganz wunderbar beschrieben. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, das Leben der Familienmitglieder mit den jeweiligen geschichtlichen und politischen Gegebenheiten, wie Kriege und Aufstände, zu verknüpfen. Auch die mystischen Aspekte des Romans sind behutsam mit der Handlung verwoben. Die sympathischen und authentischen Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen, und ich habe es immer bedauert, wenn es einen Generationswechsel mit neuen Hauptfiguren gab. Vor dem Hintergrund der zahlreichen Personen fand ich den Familienstammbaum auf der letzten Seite äußerst hilfreich, um die Familienstruktur jederzeit nachvollziehen zu können. Das Buch hat mir sehr viel Lesefreude bereitet, es hat mich begeistert und von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Von mir 5 hochverdiente Sterne und eine absolute Leseempfehlung für diesen ansoruchsvollen Familienroman, der zu meinen diesjährigen Lesehighlights gehört!
Bewertung
5/5
17.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Am Am Ende bleibt nur eine kleine Schachtel mit der Aufschrift "Santini"
Ein Fluß, ein kleines Dorf in der Lombardei, eine Familie und zwei Jahrhunderte bilden den Rahmen für diese wunderbare Geschichte. Namen und Schicksale wechseln sich ab. Die Lebenswege fließen ruhig dahin. Weder Armut, noch Kriege oder Krankheiten trennen das Band, was sie alle verbindet. Es lohnt sich die Familie Casadio kennen zu lernen. Sie begann vor mehr als 200 Jahren mit Giacomo und Viollca und liegt jetzt, als stattliche Sammlung von Totenbildchen, in den Händen von Federica.
Bewertung
5/5
16.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine beeindruckende Familiengeschichte...
Eine beeindruckende Familiengeschichte über mehrere Jahrhunderte. Man taucht ein in die Welt der Casadio, erlebt Glück, Liebe, Rebellion, Mystik...
Ein besonderes Leseerlebnis!
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4/5
09.08.2022
Hörbuch (Audio)
An den ufer
Szenen reich, beeindrucken bildhaft erzählt. Sehr interessant, trotz der vielen Personen, es bedarf an Aufmerksamkeit. Den man verliert, sofort den Überblick, wo man gerade ist bzw. wer uns gerade seine Geschichte erzählt. Ein Werk über mehrere Generationen vom 1800 bis heute. Sehr gut gelesen.
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4/5
26.07.2022
Hörbuch (Audio)
Von Liebe, Leid und Träumen
Alles beginnt mit einer Liebe gegen alle Widerstände: Im Jahr 1800 begegnen sich in Stella, einem kleinen Ort im Norden Italiens, Giacomo und Viollca. Der verträumte junge Mann mit den strahlend blauen Augen und die junge Frau aus dem fahrenden Volk mit den stechend schwarzen Augen und rabenschwarzem Haar, die mit ihrer ungezügelten Energie sich nie einem Mann unterwerfen würde. Und als die beiden sich vorsichtig einander annähern, scheint der Dorfbevölkerung selbst das schon auszureichen, um Lautstark auf die Barrikaden zu gehen. Denn eigentlich wollten die zingara nur für ein Wochenende hier ihre Zelte aufschlagen und schon bald reiht sich Monat an Monat.
Das ungleiche Paar wird einen Sohn bekommen und so entspinnt sich eine lange Kette von Generationen der Familie Casadio, von Daniela Raimondi nachgezeichnet bis in unsere Gegenwart.
„An den Ufern von Stellata“ ist eine bewegende Familiensaga, die alle Höhen und Tiefen, Glücksmomente und Tragödien der menschlichen Existenz im Verlaufe von über zwei Jahrhunderten erzählt. In fast jeder Generation wird es einen ausgemachten Träumer geben, der unablässig an seinen Hoffnungen und Visionen festhält – was nicht selten auch seinen Untergang bedeutet. So ist der Sohn von Giacomo und Viollca besessen von der Idee, eine funktionierende Arche zu bauen; doch keiner seiner sechs Versuche, ein größeres Boot in die Fluten des Po zu setzen, trägt ihn länger als ein paar Kilometer, bevor es seine letzte Reise abwärts antritt. So reihen sich unzählige Schicksale aneinander: berührende Liebesgeschichten, wundersame Heilungen todkranker Kinder, untrennbare Freundschaften, aber auch entfremdete Ehen, enttäuschte Träume und die Schrecken der Unabhängigkeits- und Weltkriege.
Der Debütroman der italienischen Autorin liest sich unglaublich leicht und flüssig, ihre Sprache hat einen melodischen, aber niemals aufgesetzt lyrischen Klang und die Geschichten der verschiedenen Generationen und Zeitalter sind so klar voneinander getrennt, dass es nie zu Verwechslungen kommt – und das obwohl mit der Zeit die Anzahl der Figuren auf eine beachtliche Menge ansteigt. Doch genau darin liegt auch eine der besonderen Schönheiten dieses Romans: Wie man über die Jahrzehnte dabei zuschaut, wie sich ein ganzer Geschichtenteppich bildet von zwischenmenschlichen Beziehungen, erträumten Kindern, erinnerten Urgroßeltern und eben jenen Idealist*innen, die nicht bereit sind, ihre Träume aufzugeben.
Besonders allen Fans von Domenico Daras „Der Postbote von Girifalco“ oder Gabriel Garcia Marquez „Liebe in Zeiten der Cholera“ nachhaltig empfohlen.
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3/5
23.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Farbenrprächtige, aber langatmige Erzählung aus Italien
Italien ist ja gerade im Sommer der Sehnsuchtsort vieler Österreicher/innen und Deutschen. Das sich das auch beim Erscheinen von Büchern, welche wie es der Zufall will, genau im Sommer erscheinen, auch deutlich macht, ist kein Geheimnis. Mit schönen Romanen über Spanien oder Griechenland ist es ja auch nicht anders. Daher habe ich mich auch heuer dazu entschlossen, in der heißesten Jahreszeit ein Buch aus einem Land zu lesen, in dem viele von uns im August Urlaub machen.
Ohne Vorbehalte entschied ich mich für das hier vorliegende Buch der italienischen Schriftstellerin Daniela Raimondi. Ich kannte die Autorin im Vorhinein nicht und daher begann ich ohne Vorurteile zu lesen. Im Wesentlichen ist es eine farbenprächtige Erzählung, welche während eines realtiv langen Zeitraum in der Po Gegend spielt. Aus der Sicht von Viollca wird erzählt, wie sich eine Familie im Laufe der Zeit verändert. Mal im Guten und mal im Schlechten werden neue Seiten der Familienmitglieder bekannt, das ist mitunter leider auch sehr langatmig.
Viollca lebt bei ihrer Familie in dem kleinen Städtchen Stellata. Hier ist sie von Anfang an eine Außenseiterin. Sie kleidet sich nicht wie alle anderen im Ort und ist von jeher eine Person, die gerne auch mal auch aneckt. Ihre Zöpfe entsprechen nicht dem Idealbild der durchscnittlichen Menschen jener Region und eine Fasanenfeder in den Haaren ist auch nicht wirklich hilfreich, wenn man aus der Menge nicht herausstechen möchte. Doch das ist nicht das größte Geheimnis von Stellata.
Sie ist in der Lage in die Zukunft zu sehen. Die anderen Familienmitglieder der Familie "Casadios" wollen ihr verbieten von dieser Gabe Gebrauch zu machen Die Tarot Karten, welche auf immer abenteuerliche Weise verschwinden, können Viollca jedoch nicht davor bewahren, anderen in ihrer Familie zu helfen. Sie weiß nämlich, nur wenn sie in der Lage ist ihre Kinder und auch die Kindeskinder zu warnen, gibt es eine Zukunft für sie, die besser ist als das was sie zu sehen geglaubt hat.
Die Casadios haben als Haustier eine Schlange. Auch das ist im ersten Moment mal nicht wirklich schlecht, andere haben eben Katzen, Hunde oder Schildkröten. Dieses Haustier jedoch ist den meisten Bewohnern nicht bewusst, lebt es doch im Fundament des Hauses und belauscht die Bewohner. Ebenfalls etwas eigenartig ist der tote Sohn von Viollca. Obwohl er eigentlich tot ist, unterhält er sich weiterhin mit ihr und natürlich auch mit anderen Toten in den Gräbern in seiner Umgebung.
Grundsätzlich ist das eine interessante Idee - leider mit über 500 Seiten aber zu lange. Ich konnte den verschiedenen Blickwinkeln durchaus etwas abgewinnen, jedoch muss ich leider sagen, dass die Form, die hier gewählt wurde, stark an Gabriel Garica Marquez erinnert. Auch dieser, aus Südamerika stammende Autor, hat die Form des magischen Realismus gewählt. Einen roten Faden konnte ich hier, wie bei Marquez, jedoch leider nicht sehen. Inkludiert ist eine schöne Beschreibung der Landschaft und deren Bewohner, welche zu Beginn des 18ten Jahrhunderts startet und über mehrere Jahrzente ausgebauet wird. Die Handlung an sich wurde mir aber zu langatmig.
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