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Profilbild von Philipp Brandstötter Philipp Brandstötter Buchhandlung: Thalia Linz - Landstraße
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Meine letzte Rezension Die Hoffnung nach der Krise von Matthias Horx
Der Blick in die Zukunft ist wie eine kurze Einsicht in eine Kristallkugel. Mal bekommt man eine richtige Voraussage und dann liegt man halt wieder daneben. Das ist einfach in der Prognose und der Wahrscheinlichkeit vieler Dinge geschuldet. Mal passiert es genau so wie von vielen Spezialisten vorausgesagt und dann liegt man mal wieder völlig daneben. Beim aktuellen Buch des Wiener Zukunftsforschers Matthias Horx ist das auch nicht anders. Einiges wird von ihm sicher richtig vorausgesagt sein, bei einigen Dinge des aktuellen Buches bin ich mir jedoch ziemlich sicher, dass das so nicht eintreten wird. Zu Beginn seines Buches gibt er einen allgemeinen Überblick über die Lage in Deutschland und der Welt. Aktuell in diesem Fall heißt Stand März 2021. Da sich diese Lage jedoch zur Zeit fast täglich ändert, ist natürlich nicht mehr alles ganz genau so wie von ihm zu (vermutlich) Jahresanfang beschriebener Situation. Die allgemeine Impfpflicht kommt, zumindest bis jetzt, in einigen Teilen der Bevölkerung nicht. Auch wenn manche Länder hier bereits vorpreschen, man denke etwa an die Impfpflicht bei Gesundheitsberufen in Italien, so wird dieses heiße Eisen von den meisten westeuropäischen Ländern noch nicht angegriffen. Was ich hingegen sehr interessant fand, ist eine These, welche er in der Mitte des Buches aufgreift. In seiner Jugend im Deutschland der 1980er Jahre war, im Gegensatz zu heute, eine ganz andere Krankheit die große Bedrohung der modernen Welt. Die Rede ist von Aids, einer Krankheit die ursprünglich Ende 1970er Jahre zuerst aufgetreten ist. Wann genau lässt er offen. Es ist ja ein Buch über die Zukunft nicht ein historischer Abriss über andere Krankheiten. Das Schreckgespenst der damaligen Zeit, der Ausbruch einer neuen, weltweiten Krankheit, ist somit kein völlig neues Problem. Er widerspricht somit den allgemeinen Katastrophenszenarien, dass das nur alle 100 Jahre passiert. Ein sehr nüchterner und guter Blick auf diese Dinge, wie ich finde. Auch sehr interessant fand ich seine Ansichten zum Thema Wohnen, welches er im ersten Drittel des Buches aufgreift. Herr Horx ist der Meinung, dass viele Millionen Menschen nun erneut über ihre Wohnungssituation nachdenken werden. Laut seiner Prognose ändert sich etwa alle 40-50 Jahre die Lebenssituation großer Teile der Bevölkerung eines westlichen Landes dermaßen stark, dass man das schon in Jahrzehnte einteilen kann. Ein mir völlig neuer Blick auf das Leben in einer Wohnung. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen zu Hause sind, und das haben wir ja gerade durch diverse Lockdowns hinter uns gebracht, zieht es erneut Menschen aufs Land. In Zeiten, in welchem viele, von der breiten Masse der Gesellschaft, geliebte Freizeitmöglichkeiten eben nicht möglich sind, zieht es viele Menschen, „hinaus aufs Land“. Dass der genau gegenteilige Trend, zurück in die Stadt zu ziehen, allerdings auch nicht neu ist, zeigt er hier mal wieder gekonnt. Er ist außerdem ein großer Bewunderer des verstorbenen Statistikers Hans Rosling, welchen er an mehreren Stellen zitiert. Daneben kommen diverse Soziologen und andere Zukunftsforscher, vor allem Jaron Lanier, zu Wort. Dieser hat sich bereits in den frühen 2000er Jahren darüber Gedanken gemacht wie das Internet sich weiterentwickelt. Mehrere interessante Ansätze, jedoch hätten mich mehr seine eigenen Ideen interessiert, als alle 4-6 Seiten einen weiteren Autor zu zitieren. Gut aber mit Abschlägen.
ab 15,95 €
Die Hoffnung nach der Krise
4/5
4/5

Die Hoffnung nach der Krise

Der Blick in die Zukunft ist wie eine kurze Einsicht in eine Kristallkugel. Mal bekommt man eine richtige Voraussage und dann liegt man halt wieder daneben. Das ist einfach in der Prognose und der Wahrscheinlichkeit vieler Dinge geschuldet. Mal passiert es genau so wie von vielen Spezialisten vorausgesagt und dann liegt man mal wieder völlig daneben. Beim aktuellen Buch des Wiener Zukunftsforschers Matthias Horx ist das auch nicht anders. Einiges wird von ihm sicher richtig vorausgesagt sein, bei einigen Dinge des aktuellen Buches bin ich mir jedoch ziemlich sicher, dass das so nicht eintreten wird. Zu Beginn seines Buches gibt er einen allgemeinen Überblick über die Lage in Deutschland und der Welt. Aktuell in diesem Fall heißt Stand März 2021. Da sich diese Lage jedoch zur Zeit fast täglich ändert, ist natürlich nicht mehr alles ganz genau so wie von ihm zu (vermutlich) Jahresanfang beschriebener Situation. Die allgemeine Impfpflicht kommt, zumindest bis jetzt, in einigen Teilen der Bevölkerung nicht. Auch wenn manche Länder hier bereits vorpreschen, man denke etwa an die Impfpflicht bei Gesundheitsberufen in Italien, so wird dieses heiße Eisen von den meisten westeuropäischen Ländern noch nicht angegriffen. Was ich hingegen sehr interessant fand, ist eine These, welche er in der Mitte des Buches aufgreift. In seiner Jugend im Deutschland der 1980er Jahre war, im Gegensatz zu heute, eine ganz andere Krankheit die große Bedrohung der modernen Welt. Die Rede ist von Aids, einer Krankheit die ursprünglich Ende 1970er Jahre zuerst aufgetreten ist. Wann genau lässt er offen. Es ist ja ein Buch über die Zukunft nicht ein historischer Abriss über andere Krankheiten. Das Schreckgespenst der damaligen Zeit, der Ausbruch einer neuen, weltweiten Krankheit, ist somit kein völlig neues Problem. Er widerspricht somit den allgemeinen Katastrophenszenarien, dass das nur alle 100 Jahre passiert. Ein sehr nüchterner und guter Blick auf diese Dinge, wie ich finde. Auch sehr interessant fand ich seine Ansichten zum Thema Wohnen, welches er im ersten Drittel des Buches aufgreift. Herr Horx ist der Meinung, dass viele Millionen Menschen nun erneut über ihre Wohnungssituation nachdenken werden. Laut seiner Prognose ändert sich etwa alle 40-50 Jahre die Lebenssituation großer Teile der Bevölkerung eines westlichen Landes dermaßen stark, dass man das schon in Jahrzehnte einteilen kann. Ein mir völlig neuer Blick auf das Leben in einer Wohnung. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen zu Hause sind, und das haben wir ja gerade durch diverse Lockdowns hinter uns gebracht, zieht es erneut Menschen aufs Land. In Zeiten, in welchem viele, von der breiten Masse der Gesellschaft, geliebte Freizeitmöglichkeiten eben nicht möglich sind, zieht es viele Menschen, „hinaus aufs Land“. Dass der genau gegenteilige Trend, zurück in die Stadt zu ziehen, allerdings auch nicht neu ist, zeigt er hier mal wieder gekonnt. Er ist außerdem ein großer Bewunderer des verstorbenen Statistikers Hans Rosling, welchen er an mehreren Stellen zitiert. Daneben kommen diverse Soziologen und andere Zukunftsforscher, vor allem Jaron Lanier, zu Wort. Dieser hat sich bereits in den frühen 2000er Jahren darüber Gedanken gemacht wie das Internet sich weiterentwickelt. Mehrere interessante Ansätze, jedoch hätten mich mehr seine eigenen Ideen interessiert, als alle 4-6 Seiten einen weiteren Autor zu zitieren. Gut aber mit Abschlägen.

Philipp Brandstötter
  • Philipp Brandstötter
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Die Hoffnung nach der Krise von Matthias Horx

Meine Lieblingswerke

  • Die 7 Wege zur Effektivität für starke Familien von Stephen R. Covey
    5/5

    Die 7 Wege zur Effektivität für starke Familien

    Die „7 Wege zur Effektivität“ zählen meiner Ansicht nach, zu den wichtigsten Managementbüchern unserer Zeit. Zahlreiche in diesem Werk zu findenden Denkanstöße wurden vielfach kopiert und weiterentwickelt. Stephen Covey, der Autor des hier vorliegenden Buches, hat nicht nur dieses bahnbrechende Konzept der Coachingliteratur entwickelt. Eine Reihe an Büchern, welche auf diesem Konzept aufbauen, stammen aus seiner Hand. Für zahlreiche Lebensbereiche hat er hier ein eigenes, teils sehr umfangreiches, Werk geschrieben. Diese zu lesen und dabei zu lernen ist unterhaltsam und empfehlenswert zugleich. Das, vorwiegend für meine persönliche Situation, passende Buch ist nun der Band „ für starke Familien“. Gerade als Jungpapa wurde mir erst vor wenigen Monaten bewusst, wie wichtig es ist für seine Familie präsent zu sein. Es gilt das Hauptaugenmerk nun auf die nächste Generation zu richten. Natürlich haben sich auch andere Autoren vor Stephen Covey schon damit befasst. Liest man einige Seiten gleich zu Beginn, erfährt man welche Bedeutung auch seine eigene Familie für ihn hatte. Nur anhand seiner eigenen Familie lernt man was wirklich wichtig ist im Leben. Die Familie, so sein Credo an vielen Stellen, ist das Fundament welches unsere Gesellschaft zusammenhält. Gerade in Zeiten der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit besinnen sich viele Menschen wieder auf das Wesentliche. Es sind nicht Profit oder gesellschaftliches Ansehen was für die einzelnen Familienmitglieder wichtig ist. Am Ende des Tages, so erfährt man sehr richtig im Buch, ist nur wichtig wer zu Hause auf einen wartet. Sollten Sie eine leitende Position in einem Unternehmen inne haben, so mag das auch in finanzieller Sicht erstrebenswert sein. Doch was nützt einem all der Wohlstand, wenn man ihn nicht mit einem Partner teilen kann? Steven Covey hatte zusammen mit seiner Frau Sarah Merrill Covey nicht weniger als neun Kinder! Wohlgemerkt - diese auch tatsächlich alle mit der gleichen Frau! Ich denke das zeigt allein wie wichtig das Familienleben für diesen Vordenker der Managementbranche war. Trotz seiner vielen Reisen rund um die Welt, so schreibt Sarah im Vorwort, fand er immer ausreichend Zeit für seine Kinderschar. Auch in schwierigen Phasen des Lebens, sei es deren Pubertät, oder der Eintritt ins US-Militär, stand er immer hinter den Entscheidungen seiner Kinder. Selbst als sie dem Elternhaus bereits entwachsen waren, fanden sie für ihre Sorgen immer offene Ohren bei ihrem Vater. Um ein stabiles Familienleben zu ermöglichen braucht es das Zutun aller Mitglieder. Dieses Zusammenspiel der einzelnen Personen ermöglicht das sogenannte „Beziehungskonto“. Eine Idee welche ich hier erstmals las und sicher schon dutzendfach kopiert wurde. Sollte man jemanden einen Gefallen tun ohne dazu aufgefordert zu werden, so zahlt man auf dieses „Beziehungskonto“ ein. Verletzt man ein Familienmitglied durch eine Lüge oder einen Streich so bucht man unwissentlich von diesem Konto wieder ab. Eine wirklich geniale Idee wie ich finde und welche es sich zu merken lohnt. Unzählige Ideen um ein harmonisches Miteinander zu schaffen!

    Philipp Brandstötter
    • Philipp Brandstötter
    • Buchhändler*in Thalia Linz - Landstraße

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    Die 7 Wege zur Effektivität für starke Familien von Stephen R. Covey
    • Die 7 Wege zur Effektivität für starke Familien
    • Stephen R. Covey
    • ab 25,95 €
  • Die Nadel von Ken Follett
    5/5

    Die Nadel

    Südostengland im April 1944. Der zweite Weltkrieg steht kurz vor der Entscheidenden Wende. Die Alliierten Streitkräfte bereiten die Invasion Frankreichs vor. Die deutsche Abwehr, unter Ihrem Chef Wilhelm Canaris, glaubt an eine Eröffnung der zweiten Frontlinie noch in diesem Sommer, doch die deutschen Generäle gehen nicht davon aus. In England läuft zu diesem Zeitpunkt die größte Vertuschungsaktion der Geschichte: Eine komplette Armee aus Gummipanzern, Flugzeugen aus Holz und halbfertigen Militärbaracken wurden errichtet um ein falsches Bild der Landung zu vermitteln. Die deutschen Spionagesysteme in England sind fast komplett unterwandert und es werden gezielt Fehlinformationen nach Hamburg, dem Sitz der Abwehr, geleitet. Es gibt nur noch einen wirklich guten deutschen Agenten in ganz England: Die Nadel. Er ist ein Vollprofi, mit allen Wassern gewaschen, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Nur er allein kommt hinter die wahren Pläne der Engländer: Das Unternehmen „Fortitude“. Sollte es ihm gelingen die Vertuschungsaktion rechtzeitig nach Deutschland zu bringen, so könnte der Krieg einen anderen Ausgang nehmen. Spionagethriller vom Meister des britischen Romans. Ein MUSS für alle Fans von Ken Follett und Liebhaber des spannenden Romans.

    Philipp Brandstötter
    • Philipp Brandstötter
    • Buchhändler*in Thalia Linz - Landstraße

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    Die Nadel von Ken Follett
  • Reiß das Ruder rum! von David Marquet
    5/5

    Reiß das Ruder rum!

    Ein ehemaliger Kommandant eines amerikanischen Atom-U-Boots der 1990er Jahre erklärt, wie er durch seine eigene Lebensgeschichte das Thema Mitarbeiterführung versteht. David Marquet, der Autor des hier vorliegenden Buches, war von 1999 bis 2001 Kapitän der „USS Sante Fe“ der US-Marine. Wie viele andere seines Schlages, kam auch er nicht gleich direkt zu den Marinestreitkräften, sondern war ursprünglich in der freien Wirtschaft tätig. Im Rahmen seiner früheren Arbeitgeber lernte er über die Relevanz, Menschen zu führen. Seine Erfahrungen nahm er mit und bekam Anfang der 1990er Jahre sein erstes Kommando auf einem älteren Atom-U-Boot namens „Sunfish“. Dieses Atom-U-Boot gehört der „Los-Angeles-Klasse“ an, die älteste noch im aktiven Dienst stehende Baureihe der Atom-U-Boote der Amerikaner. Wie auch die „Sunfish“ selber waren die Mannschaft und ihre dazugehörigen Führungsoffiziere perfekt aufeinander eingespielt. Marquet war begeistert von der Motivation und der Leistungsfähigkeit dieses alten U-Bootes. Daher entschied er sein eigenes Kommando bekommen zu wollen und ging in den Offizierslehrergang. Doch was ihn bei seinem ersten eigenen Kommando erwartete, traf ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Im Sommer 1999 erhält er die Aussicht auf sein erstes Kommando, an Bord der USS Santa Fe erwarten ihn eine ganze Reihe an Aufgaben. Doch im Gegensatz zu seinem ersten Einsatz an Bord der USS Sunfish läuft hier so gar nichts rund. Die Mannschaft und ihre „Chiefs“, das ist die mittlere Führungsebene, haben den Ruf das schlechteste Boot der Flotte zu sein. Commander Ken „Kenny“ Wilber erteilt Marquet dennoch den Auftrag dieses Boot wieder zur bestmöglichen Leistung zu bringen. Was nun auf ihn wartet, lest sich fast wie ein Einsatzbericht zur Indienststellung eines neuen Boots mit komplett unerfahrenen Männern an Bord. Die aus 135 Mann bestehende Crew hat zu diesem Zeitpunkt die größte Personalfluktuation der gesamten US-Marine. Zwei Junioroffiziere hatten wenige Tage vor Marquets Dienstantritt gekündigt – daher auch der passende Titel des Buches „Reiß das Ruder herum“. Er beginnt 176 Tage vor dem geplanten Auslauftermin im US-Pazifikstützpunkt Pearl Harbor zu verstehen, was diese Mannschaft an guten Leistungen behindert. An allen Ecken und Enden findet er unmotivierte Mannschaftsmitglieder, Faulheit, Ignoranz und teilweise sogar grob fahrlässige Gefühlsduselei. Die Probleme ziehen sich durch alle Hierarchieebenen und haben unterschiedliche Ausprägungen. Sei es eine übersehene Urlaubsbewilligung eines einfachen Matrosen oder auch so eine Lapalie wie das Fehlen von Farb-Textmarkern. Durch das Fehlen eines Filzstiftes der Farbe ROT wurde einfach eine Tiefenangabe auf dem Einsatzplan falsch gedeutet und das Boot war mehrere Tage auf dem falschen Kurs. Das hört sich harmlos an, bei einem eine Million US-Dollar Boot ist das aber eine ganz gewaltige Verschwendung von Kosten und Zeit. Marquet beschreibt seine Arbeit sehr informativ und beginnt nun zu handeln. Hier kommen gleich zwei Dinge zusammen, die mir sehr gut gefallen: Ein durchgehender Erfahrungsbericht eines U-Boot-Kommandanten und das Thema Führung, welches man wirklich praxisnah erleben darf!

    Philipp Brandstötter
    • Philipp Brandstötter
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    Reiß das Ruder rum! von David Marquet
  • Halt den Mund, hör auf zu heulen und mach Deinen Job! von Larry Winget
    5/5

    Halt den Mund, hör auf zu heulen und mach Deinen Job!

    Der Titel als solches hat mir ja schon sehr gut gefallen. Prägnant, aussagekräftig und natürlich leicht zu merken. Das könnten auch die Gründe sein, daß ich dieses Buch, als erstes im Bereich Coachingliteratur, nach knapp sechs Jahren erneut lese. Fast alle anderen Bücher zu diesem Bereich habe ich nur einmal gelesen und werde sie in nächster Zeit auch nicht nochmals verschlingen. Anders so beim Buch von Herrn Larry Winget! Es handelt sich in diesem Fall um das erste der insgesamt fünf auf Deutsch erschienenen Büchern. In jedem der Fortsetzungsbände wird dann ein Teil vom hier vorliegenden Hauptband nochmals genauer bearbeitet. Larry Winget zeigt einem in diesem Buch, warum so viele Menschen alle möglichen Probleme haben, jedoch nur ganz Wenige den Mut dazu haben, diese zu ändern. Zu Beginn erhellt einem Herr Winget einmal wo die inneren und äußeren Blockaden vieler Menschen liegen. Sei es nun das ständige Hören auf andere Menschen, die Gleichgültigkeit bei Ratschlägen von Vorgesetzten oder die Missachtung von Regeln im Alltagsleben. Er spart dabei auch nicht mit Kritik an seiner eigenen Person. Er selbst, so schreibt Winget öfter im Buch, hat früher viele Fehler gemacht. Niemand ist perfekt, so auch er nicht. In seiner Tätigkeit als Seminartrainer und Vortragender gelingt es ihm in wirklich einfacher Form seine eigenen Grenzen des Möglichen auszuloten. Nicht jeder auf der Welt muss alles können, so seine Kernaussage. Viele gute Beispiele aus seiner Praxis fließen in das Buch ein, folgendes (kurz umrissenes) Fallbeispiel möchte ich Ihnen geben. Seine Frau Rose Mary und er sitzen in einer Bar irgendwo in den Vereinigten Staaten. Ein junges Mädchen um die 25 Jahre gesellt sich zu den Beiden. Wie es so kommt, erzählt sie ihnen nach ein paar Minuten ihre Leidensgeschichte. Sie habe keinen fixen Freund, die Arbeit macht ihr keinen Spaß und mit ihren Eltern hat sie auch kein allzu gutes Verhältnis. Was Winget sofort auffällt ist, daß sie eine Tätowierung eines gebrochenen Herzens auf der linken Schulter trägt. Er gibt ihr den Rat, dieses gebrochene Herz besser ändern zu lassen. Es wirft einfach ein schlechtes Bild auf sie, vor allem bei Menschen, die sie nicht kennen. Sofort ist sie Feuer und Flamme und lässt am nächsten Tag die Tätowierung ändern. Innerhalb von nur wenigen Tagen ändert sich so ihr Leben grundlegend, und das durch eine eigentlich recht banale optische Veränderung. Es sind gerade Ratschläge und Geschichten wie diese, die das Buch von Herrn Winget so lesenswert macht. Kurz und nicht allzu tiefgründig zeigt er einem auf, was man alles aus seinem Leben machen kann. Hat mir vor Jahren schon gefallen und gefällt mir immer noch, toll!

    Philipp Brandstötter
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    Halt den Mund, hör auf zu heulen und mach Deinen Job! von Larry Winget
    • Halt den Mund, hör auf zu heulen und mach Deinen Job!
    • Larry Winget
    • ab 9,25 €
  • Ausgestorben, um zu bleiben von Bernhard Kegel
    5/5

    Ausgestorben, um zu bleiben

    Dinosaurier. Alleine der Name löst in den meisten Menschen von uns schon ein Gefühl der Erfrucht aus. Diese gigantischen Tiere lebten lange bevor es uns Menschen auf der Erde gab. Über die Weltmeere und über alle Kontinente hinweg haben sie sich ausgebreitet und die Welt in Besitz genommen. Über 170 Millionen Jahre beherrschten Sie die Erde, bevor sie völlig überraschend von der Bildfläche verschwanden. An ihrer Stelle traten die Säugetiere, die bis heute bestehen. Daher ist es, so Autor Berhnahrd Kegel, doch eigentlich verwunderlich, dass es eine Vielzahl an Büchern zum Thema „Dinosaurier“ gibt, jedoch sind alle halbwegs aktuellen Ausgaben für die Zielgruppe Kinder und kein einziges für ein erwachsenes Publikum. Und genau an diesem Punkt setzt sein neues Buch an. Wie kann man die großen Urzeitriesen aus dem Erdmittelalter einem erwachsenen Zielpublikum näherbrigen? Herr Kegel beginnt sein Buch mit einem historischen Abriss über den Beginn der Saurierforschung vor knapp 180 Jahren. Die ersten fossilen Überreste wurden in einem Steinbruch in Großbritannien gefunden. Die Bergmänner wussten damals nicht so recht was sie mit diesem „überdimensionalen Unterkiefer einer Echse“ anfangen sollen. Selbst die führenden Forscher ihrer Zeit waren sprachlos. Gerade noch hatte man sich vom kirchlichen Weltbild, dass die Welt kaum älter als 10.000 Jahre ist, verabschiedet und plötzlich kamen die Überreste von Tieren zum Vorschein, die scheinbar aus der grauen Vorzeit stammen. Kann es wirklich sein, dass diese ausgestorbenen Vierbeiner die Welt vor den Menschen beherrschten? Alleine hier sieht man schon wie gewaltig sich die Paläontologie seit dem Beginn der Dinosaurierforschung verändert hat. Zu Beginn der 1840er Jahre hatten die Wissenschafter der damaligen Zeit nur vier Arten zu bestimmen. Den Unterkiefer eines Mosasaurus, mehrere großteils vollständige Skelette von Iguanodon, sowie zwei fast vollständig erhaltene Skelette von Ichitosaurus, sowie Plesiosaurus. Für die Biodiversität eines Ökosystems, so schreibt Kegel, ist das doch relativ überschaubar. Zu Beginn des 19ten Jahrhunderts kamen jedoch ein ganze Reihe neue Entdeckungen hinzu, was den Stammbaum der Dinos stark erweiterte. Wurden die Dinosaurier in der Anfangszeit der Forschung als plumpe, schwerfällige Geschöpfe (ähnlich eines Nashorns) dargestellt, war dies auch lange Zeit der Wissensstand der Oberschicht. Doch die Wissenschaft bleibt nicht stehen und bis in die 1920er Jahre waren bereits über 120 verschiedene Dinosaurier bekannt. Danach folgten zwei Weltkriege und das breite Intresse der Weltöffentlichkeit blieb aus. So ist es nicht verwunderlich, dass die neuesten Erkenntnisse der Forschung nur eingeweihten Wissenschaftlern bekannt sind. Wussten Sie etwa, dass viele Dinosaurierarten Federn hatten? Erst ein Fund Anfang der 2000er Jahre im Süden Chinas konnte dies bestätigen - vermutet wurde dies jedoch schon länger. Heute sind der modernen Paläontolgie 627 Arten sicher, sowie eine unbekannte Art an weiteren Tieren bekannt. Da hier nur Knochefragmente oder Bruchstücke erhalten sind, ist noch nicht sicher ob es sich um eigene und vielleicht sogar neue Arten handelt. Außerdem wissen wir heute (auch dank des Buches von Herrn Kegel), dass gerade die größeren Vertreter der Dinos, etwa der Tyrannosaurus Rex, ihren langen Schwanz nicht schwerfällig hinter sich herzogen, sondern ihn sehr schwungvoll bewegen konnten. Auch die Vorstellung von der Art der Fortpflanzung oder der Nahrungsaufnahme hat sich in den letzten Jahren in der Wissenschaft erneut drastisch verändert. Jede Generation an Paläontologen, so schreibt Kegel, hat ihre eigenen Methoden Wissen über die Dinos zu lukrieren und diese sind in den darauffolgenden 20 Jahren bereits wieder veraltet. Ein wirklich tolles Buch, das mit vielen Klischees aufräumt, gewaltige Wissenslücken schließt und bildliche Falschdarstellungen der letzten 180 Jahre ins richtige Licht rückt. Toll!

    Philipp Brandstötter
    • Philipp Brandstötter
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    Ausgestorben, um zu bleiben von Bernhard Kegel

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