• Produktbild: Crossroads
  • Produktbild: Crossroads
  • Produktbild: Crossroads

Crossroads

11

18,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Versandkosten


  • Kostenlose Lieferung ab 30 € Einkaufswert
  • Versandkostenfrei für Bonuscard-Kund*innen

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

14498

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.11.2022

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

832

Maße (L/B/H)

20,8/13,5/5,4 cm

Gewicht

752 g

Farbe

Kaffee / Beige

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Bettina Abarbanell

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-27574-6

Beschreibung

Rezension

«Crossroads» ist das spirituelle Gegenstück zu «Die Korrekturen». Jonathan Franzen erreicht mit dem als erster Teil einer Trilogie angelegten Familienroman die Spannung, Nuanciertheit und Intensität seines Erfolgsromans – und noch mehr Tiefe (...). Wie schwer sind Gut und Böse zu durchschauen! Genau deshalb braucht es grosse Romane wie diesen. ("NZZ am Sonntag")
Franzen lässt uns tief in die fünf Hauptfiguren hineinsehen, ja hineintauchen. Jede von ihnen stellt sich uns als tiefer, dunkler Schacht dar, in den uns der Autor mit einer starken Lampe ausgerüstet hinabsteigen lässt. (...) Diese Brillanz, diese Virtuosität im Grossen und im Detail, ist überwältigend, sie schlägt einen in den Bann und trägt die Spannung über diese mehr als 800 Seiten. ("Tages-Anzeiger")
"Crossroads" ist der erste Roman, der die neue, viel diskutierte Empfindsamkeit unserer Zeit, all die Debatten um Identität, um Rassismus und Sexismus, um wokeness und snowflakes, um kulturelle Aneignung und politische Korrektheit in einen großen geschichtlichen Zusammenhang rückt. (...) Jonathan Franzen hat einen großen Roman über den Ursprung unserer Gefühle geschrieben. (...) Grandios. ("Die Zeit")
Franzen ist (...) einer der souveränsten Erzähler und klügsten Essayisten unserer Zeit, Vogel- und Menschenfreund und nach dem Tod von John Updike und Philip Roth der vielleicht letzte Repräsentant der Great American Novel. (...) „Crossroads“ ist sein Meisterstück, ein nahezu perfekter Roman, der das Große und das Kleine, Schwere und Leichte mit beißendem Witz und Scharfsinn, mit komplexen Figuren und lebendigen Dialogen fein ausbalanciert. Der Roman ist das funkelnde Mosaikbild einer vergangenen Epoche. ("Badische Zeitung")
Es spricht schon sehr für Jonathan Franzens große Schreibkunst, dass er in Worte fassen kann, wie und wodurch jede seiner Figuren geprägt und gefangen ist. (...) "Crossroads" ist ein großes bürgerliches Selbstbefragungs- und Selbstvergewisserungsepos. Man kann, man soll und wahrscheinlich wird man es auch nicht vor der letzten Seite aus der Hand legen. ("SWR 2 "Lesenswert"")
Jonathan Franzens „Crossroads“ liest sich wie ein Dostojewski für unsere Zeit. (...) Jede Seite dieses herrlich uncoolen Romans ist ein kleines Wunder. ("Kölner Stadt-Anzeiger")
Jonathan Franzens „Crossroads“ ist ein atemberaubend gut geschriebener Familienroman über Moral, Religion und Vergebung. ("SWR 2 "Journal am Morgen"")
Ein grandioser Erzähler. (...) Er kommt in seiner Erzählweise den Figuren so nahe, dass man wie sie denken kann. (...) Es stimmt sehr froh, dass dieser Roman noch zwei Fortsetzungen finden wird. ("Frankfurter Rundschau")
Wie schon lange kein Roman mehr schärft »Crossroads« die vom täglichen Kampf in unserer Social-Media-Welt abgestumpften Sinne für die wesentliche, im weitesten Sinne religiöse (...) Frage: ob und wie es gelingen kann, das Böse zu bekämpfen. ("Der Spiegel")

Produktdetails

Verkaufsrang

14498

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.11.2022

Verlag

Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl

832

Maße (L/B/H)

20,8/13,5/5,4 cm

Gewicht

752 g

Farbe

Kaffee / Beige

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Bettina Abarbanell

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-499-27574-6

Herstelleradresse

Rowohlt Taschenbuch
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

Kundinnen und Kunden meinen

11 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

Jonathan Franzen hat es…

AchiM aus Deutschland am 13.06.2024

Bewertungsnummer: 2865570

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jonathan Franzen hat es wieder getan. Mit „Crossroads“ geht Franzen konsequent den Weg weiter, den er in „Die Korrekturen“ bereits äußerst erfolgreich beschritten hat. Er greift einmal mehr tief hinein in diesen Schmelztiegel an Schicksalen, den man schlichtweg Leben nennt. Sein Spezialgebiet: Familienleben. In Crossroads nimmt uns der Autor mit in das Leben der US-amerikanischen Familie Hildebrandt Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Pikant, wie Franzen bereits mit dem Titel spielt und Ahnungen generiert. Crossroads bedeutet im Englischen sowohl Wegkreuzung als auch Scheideweg. Nichts anderes passiert in dieser, nein doch eigentlich in jeder Familie. Zuerst treffen sich stets und überall Vater und Mutter, die aber auch beide ihre ganz individuelle Vergangenheit haben, ihre guten Seiten, aber auch ihre Marotten und Schattenseiten. Bei Franzen sind es Vater Russ, Pastor in einer Vorstadtgemeinde und Möchtegern-Gigolo, und Mutter Marion, die über die monotone Erfüllung mütterlicher und familiärer Pflichten äußerlich zur Matrone degeneriert ist. Und dann kommen natürlich wie immer früher oder später die Kinder dazu, die die Lebenswege der Eltern und ihrer Geschwister kreuzen. Mal für eine kürzere, mal für eine längere Zeit. Mal in Harmonie, oft aber wegen der divergierenden Persönlichkeitsentwicklung auch im Dissens, der bis zum Hass gehen kann. Wiedererkennungseffekte? Aber natürlich, alles andere wären erfolgreiche Verdrängungsmechanismen, um nicht von der rosa Wolke zu fallen. Clem, Becky, Perry und Judson heißen die vier beispielhaften Kinder-Charaktere bei Franzen. Dass Crossroads nebenbei auch der Name einer kirchlichen Jugendgruppe im Buch ist, gerät in Anbetracht der Metaphorik des Gesamtromans fast zur Nebensächlichkeit. Das Grundkonstrukt dieses Familien-Epos bietet Raum für alles, was Familien landläufig ausmacht. Da gibt es Ehebruch, Drogensucht, psychische Erkrankungen, Lebenssinnkrisen, Ablöungsprozesse, ungewollte Schwangerschaft, Geschwisterkonflikte, Trennungsabsichten, um nur die essentiellsten zu nennen. Einen erwähnenswerten zusätzlichen Fokus richtet der Autor in „Crossroads“ auf das Thema Glauben. Das Panoptikum religiöser Überzeugungen reicht von Religion als Job über eine völlig kritikunfähige Verblendung sowie die Rückkehr zum Glauben durch eine plötzliche, imaginäre Erleuchtung bis hin zum überzeugten Atheismus. Dabei nimmt Franzen scheinbar die Funktion des aussenstehenden Erzählers ein. Er scheint vordergründig nicht zu werten. Nicht immer kann man ihm diese Rolle abnehmen und fragt sich dann als Leser an der ein oder anderen Stelle, ob man sich nicht doch einer geschickt gewobenen Persiflage religiöser Geisteshaltungen gegenüber sieht. Wo ist der Roman einfach nur Storytelling oder wo sind die Messages versteckt? Ein guter Autor wie Franzen lässt das offen. All diese facettenreichen Komponenten einer Familiendynamik mixt Franzen mit einem Schuss Dramatik zu einem qualitativ hochwertigen Potpourri. Zusammen mit seinem schon in „Die Korrekturen“ bestechenden Gefühl für den richtigen Flow und das richtige Schreibtempo reiht sich Franzen mühelos ein in die lange Liste anderer großer US-amerikanischer Geschichtenerzähler wie John Steinbeck, T. C. Boyle, Ernest Hemingway und viele andere. Aber das wussten Franzen-Leser ja schon. In Summe beste Unterhaltung, viel Buch fürs Geld und ganz nebenbei eine ganze Menge philosophischer und sprachlicher Highlights. Drei verführerische Kostproben aus dem Schatzkästchen eines literarischen Ausnahmekönners: „Sein Schmerz und sein Hass waren von einer horizontlosen Totalität“, „Die Abwesenheit von Negativa ergab nicht zwingend ein Positivum“ und „Hoffnung war die Zuflucht der Dämlichen“. Und die Quelle Franzen scheint unerschöpflich. Sicherlich zur Freude des Verlags. Teil zwei und Teil drei der Generationen übergreifenden Saga sind angekündigt.

Jonathan Franzen hat es…

AchiM aus Deutschland am 13.06.2024
Bewertungsnummer: 2865570
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jonathan Franzen hat es wieder getan. Mit „Crossroads“ geht Franzen konsequent den Weg weiter, den er in „Die Korrekturen“ bereits äußerst erfolgreich beschritten hat. Er greift einmal mehr tief hinein in diesen Schmelztiegel an Schicksalen, den man schlichtweg Leben nennt. Sein Spezialgebiet: Familienleben. In Crossroads nimmt uns der Autor mit in das Leben der US-amerikanischen Familie Hildebrandt Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Pikant, wie Franzen bereits mit dem Titel spielt und Ahnungen generiert. Crossroads bedeutet im Englischen sowohl Wegkreuzung als auch Scheideweg. Nichts anderes passiert in dieser, nein doch eigentlich in jeder Familie. Zuerst treffen sich stets und überall Vater und Mutter, die aber auch beide ihre ganz individuelle Vergangenheit haben, ihre guten Seiten, aber auch ihre Marotten und Schattenseiten. Bei Franzen sind es Vater Russ, Pastor in einer Vorstadtgemeinde und Möchtegern-Gigolo, und Mutter Marion, die über die monotone Erfüllung mütterlicher und familiärer Pflichten äußerlich zur Matrone degeneriert ist. Und dann kommen natürlich wie immer früher oder später die Kinder dazu, die die Lebenswege der Eltern und ihrer Geschwister kreuzen. Mal für eine kürzere, mal für eine längere Zeit. Mal in Harmonie, oft aber wegen der divergierenden Persönlichkeitsentwicklung auch im Dissens, der bis zum Hass gehen kann. Wiedererkennungseffekte? Aber natürlich, alles andere wären erfolgreiche Verdrängungsmechanismen, um nicht von der rosa Wolke zu fallen. Clem, Becky, Perry und Judson heißen die vier beispielhaften Kinder-Charaktere bei Franzen. Dass Crossroads nebenbei auch der Name einer kirchlichen Jugendgruppe im Buch ist, gerät in Anbetracht der Metaphorik des Gesamtromans fast zur Nebensächlichkeit. Das Grundkonstrukt dieses Familien-Epos bietet Raum für alles, was Familien landläufig ausmacht. Da gibt es Ehebruch, Drogensucht, psychische Erkrankungen, Lebenssinnkrisen, Ablöungsprozesse, ungewollte Schwangerschaft, Geschwisterkonflikte, Trennungsabsichten, um nur die essentiellsten zu nennen. Einen erwähnenswerten zusätzlichen Fokus richtet der Autor in „Crossroads“ auf das Thema Glauben. Das Panoptikum religiöser Überzeugungen reicht von Religion als Job über eine völlig kritikunfähige Verblendung sowie die Rückkehr zum Glauben durch eine plötzliche, imaginäre Erleuchtung bis hin zum überzeugten Atheismus. Dabei nimmt Franzen scheinbar die Funktion des aussenstehenden Erzählers ein. Er scheint vordergründig nicht zu werten. Nicht immer kann man ihm diese Rolle abnehmen und fragt sich dann als Leser an der ein oder anderen Stelle, ob man sich nicht doch einer geschickt gewobenen Persiflage religiöser Geisteshaltungen gegenüber sieht. Wo ist der Roman einfach nur Storytelling oder wo sind die Messages versteckt? Ein guter Autor wie Franzen lässt das offen. All diese facettenreichen Komponenten einer Familiendynamik mixt Franzen mit einem Schuss Dramatik zu einem qualitativ hochwertigen Potpourri. Zusammen mit seinem schon in „Die Korrekturen“ bestechenden Gefühl für den richtigen Flow und das richtige Schreibtempo reiht sich Franzen mühelos ein in die lange Liste anderer großer US-amerikanischer Geschichtenerzähler wie John Steinbeck, T. C. Boyle, Ernest Hemingway und viele andere. Aber das wussten Franzen-Leser ja schon. In Summe beste Unterhaltung, viel Buch fürs Geld und ganz nebenbei eine ganze Menge philosophischer und sprachlicher Highlights. Drei verführerische Kostproben aus dem Schatzkästchen eines literarischen Ausnahmekönners: „Sein Schmerz und sein Hass waren von einer horizontlosen Totalität“, „Die Abwesenheit von Negativa ergab nicht zwingend ein Positivum“ und „Hoffnung war die Zuflucht der Dämlichen“. Und die Quelle Franzen scheint unerschöpflich. Sicherlich zur Freude des Verlags. Teil zwei und Teil drei der Generationen übergreifenden Saga sind angekündigt.

In meiner Top 5 !!

Natalie am 13.10.2025

Bewertungsnummer: 2624791

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wirklich ein Lese-Highlight der letzten Jahre. Habe mittlerweile mehrere Romane von dem Autor gelesen und muss sagen, Crossroads hat mir bisher am besten gefallen. Man kann so schön in die Geschichte eintauchen, alles um einen rum vergessen, man fühlt mit den Charakteren mit, und ist sofort in diesem wirklich mitreißenden Schreibstil gefangen. Konnte es kaum zur Seite legen. Franzen beschreibt die Charaktere so genau ohne dass es eine langweilige Aneinanderreihung von Eigenschaften wäre, ich hab mich nach dem ersten Drittel gefühlt, als würde ich die Familie persönlich kennen. Und war echt traurig, als der Roman zu Ende war...

In meiner Top 5 !!

Natalie am 13.10.2025
Bewertungsnummer: 2624791
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wirklich ein Lese-Highlight der letzten Jahre. Habe mittlerweile mehrere Romane von dem Autor gelesen und muss sagen, Crossroads hat mir bisher am besten gefallen. Man kann so schön in die Geschichte eintauchen, alles um einen rum vergessen, man fühlt mit den Charakteren mit, und ist sofort in diesem wirklich mitreißenden Schreibstil gefangen. Konnte es kaum zur Seite legen. Franzen beschreibt die Charaktere so genau ohne dass es eine langweilige Aneinanderreihung von Eigenschaften wäre, ich hab mich nach dem ersten Drittel gefühlt, als würde ich die Familie persönlich kennen. Und war echt traurig, als der Roman zu Ende war...

Kundinnen und Kunden meinen

Crossroads

von Jonathan Franzen

0 Bewertungen filtern

Meinung aus der Buchhandlung

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Oliver Mertens

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

Zum Portrait

3/5

Etwas überschätzt?

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Franzen, dessen "Korrekturen" ich gern gelesen habe, hat sich mit seiner geplanten Trilogie, deren erster Teil jetzt erschienen ist, viel vorgenommen. Es geht, so der Übertitel, um nichts weniger als dien "Schlüssel zu allen Mythologien". Dies ist eine Anspielung auf George Eliots "Middlemarch" in dem ein gewisser Geistlicher namens Reverend Edward Casaubons das gleiche Ziel verfolgt und daran scheitert. Diese Ironie, die das Scheitern eines solch megalomanischen Projekts gleich miteinbezieht, muss man Franzen anrechnen. Auch sein explizites Ansinnen einen literarischen Gegenpol zu Netflix und Co. zu schaffen, indem er sich auf die Stärken des großen Romans rückbesinnt, sind ambitioniert. Tatsächlich muss man sich aber fragen, ob man seinen Serienmarathon für dieses Buch wirklich unterbricht. Mich hat es gelangweilt von Seite 1 bis 300, weiter bin ich nicht vorerst gekommen. (Und ja, es ist anmaßend eine Rezension über ein Buch zu schreiben, das man nur zu einem Drittel gelesen hat.) Aber dem langatmigen und halbironischen Stil und den großväterlichen Umgang mit den holzschnittartigen Figuren kann ich nicht viel abgewinnen und ich hatte wenig Hoffnung, das sich das auf den verbleibenden rund 500 Seiten noch wesentlich ändert. Zudem scheint mir das Buch aus besagten Gründen weder zeitgemäß noch historisch besonders erhellend. Dafür sind mir die Figuren und die Situationen in die sie sich manövrieren ebenfalls zu klischeehaft (Der junge Mann, der seine Freundin verlässt um als Soldat nach Vietnam zu gehen / Der verheiratete Pfarrer, der eine andere Frau aus der Gemeinde begehrt / der Drogendealende hochintelligente Sohn etc.) Vielleicht habe ich aber auch die Monumentalität dieses Werkes nicht verstanden. Eine Franzen Kennerin, sagte mir jedenfalls kürzlich, seine Werke entfalten sich erst mit der Zeit. Dass Franzen sehr gut familiäre Neurosen sezieren und die psychologischen Mechanismen zwischenmenschlicher (und meistens triebgesteuerter) Beziehungen analysieren kann, steht auch außer Frage. Fraglich bleibt dennoch, ob man sich die viele Zeit dafür nehmen möchte.
  • Oliver Mertens
  • Buchhändler/-in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

3/5

Etwas überschätzt?

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Franzen, dessen "Korrekturen" ich gern gelesen habe, hat sich mit seiner geplanten Trilogie, deren erster Teil jetzt erschienen ist, viel vorgenommen. Es geht, so der Übertitel, um nichts weniger als dien "Schlüssel zu allen Mythologien". Dies ist eine Anspielung auf George Eliots "Middlemarch" in dem ein gewisser Geistlicher namens Reverend Edward Casaubons das gleiche Ziel verfolgt und daran scheitert. Diese Ironie, die das Scheitern eines solch megalomanischen Projekts gleich miteinbezieht, muss man Franzen anrechnen. Auch sein explizites Ansinnen einen literarischen Gegenpol zu Netflix und Co. zu schaffen, indem er sich auf die Stärken des großen Romans rückbesinnt, sind ambitioniert. Tatsächlich muss man sich aber fragen, ob man seinen Serienmarathon für dieses Buch wirklich unterbricht. Mich hat es gelangweilt von Seite 1 bis 300, weiter bin ich nicht vorerst gekommen. (Und ja, es ist anmaßend eine Rezension über ein Buch zu schreiben, das man nur zu einem Drittel gelesen hat.) Aber dem langatmigen und halbironischen Stil und den großväterlichen Umgang mit den holzschnittartigen Figuren kann ich nicht viel abgewinnen und ich hatte wenig Hoffnung, das sich das auf den verbleibenden rund 500 Seiten noch wesentlich ändert. Zudem scheint mir das Buch aus besagten Gründen weder zeitgemäß noch historisch besonders erhellend. Dafür sind mir die Figuren und die Situationen in die sie sich manövrieren ebenfalls zu klischeehaft (Der junge Mann, der seine Freundin verlässt um als Soldat nach Vietnam zu gehen / Der verheiratete Pfarrer, der eine andere Frau aus der Gemeinde begehrt / der Drogendealende hochintelligente Sohn etc.) Vielleicht habe ich aber auch die Monumentalität dieses Werkes nicht verstanden. Eine Franzen Kennerin, sagte mir jedenfalls kürzlich, seine Werke entfalten sich erst mit der Zeit. Dass Franzen sehr gut familiäre Neurosen sezieren und die psychologischen Mechanismen zwischenmenschlicher (und meistens triebgesteuerter) Beziehungen analysieren kann, steht auch außer Frage. Fraglich bleibt dennoch, ob man sich die viele Zeit dafür nehmen möchte.

Meinung aus der Buchhandlung

Crossroads

von Jonathan Franzen

0 Rezensionen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Crossroads
  • Produktbild: Crossroads
  • Produktbild: Crossroads