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Profilbild von Oliver Mertens Oliver Mertens Buchhandlung: Thalia Wien - Mariahilfer Straße
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Meine letzte Rezension Müll von Wolf Haas
Jetzt habe ich endlich den neuen Brenner gelesen. Frage nicht: Auf dem Mistplatz werden verschiedenste Körperteile gefunden. Ein Knie in Wanne 4, Finger in Wanne 7 usw. Und der Brenner, der hat inzwischen also einen neuen Job, hat den Kriminaljob an den Nagel gehängt und hackelt jetzt eben am Mistplatz. Dabei hat er irgendwie einen enormen „Miststolz“ entwickelt. Und auch wenn es seine früheren Kollegen von der Kripo nicht verstehen können, für ihn „war es der beste Job, den er jemals gehabt hat.“ Der Brenner ist dann aber - wie es der vielleicht etwas arg strapazierte Zufall so will - schon bald mitten in einem grausligen Fall mit Organhandel verwickelt. Neben der Kriminalhandlung sind auch kostenlose kleine Lektionen in „Müllbudhismus“ für die LeserInnen inkludiert. Der ewige Kreislauf des Lebens und der ewige Kreislauf des Mülls werden da schon mal philosophisch - metaphorisch kurzgeschlossen, was meistens gut gelingt. Klassenunterschiede werden zudem am weitgehend egalitären Mistplatz aufgehoben :„Ob das ein junger Mensch ist, oder ein alter, ob der in einer Rostschüssel vorfährt oder im neuesten Ferrari, ob das ein Mann ist oder eine Frau, vor dem Mist sind alle Menschen gleich.“ Naja, ein bisschen gleicher sind dann manche doch, wie sich herausstellt, man freut sich halt auch am Mistplatz über ein bisschen „Schmalz“, was dann schon Mal zu einer bevorzugten Behandlung führen kann. Subtile Sozialkritik fehlt jedenfalls auch nicht. Sprachlich ist das Ganze wirklich wie immer „tippttop“. Das ist „irgendwie“ ein ganz eigener Sound und ein ganz eigener Erzähler, der zur Verknappung, Lakonie und schwarzem Humor neigt, und den nachzuahmen völlig unmöglich ist. Brenner Fans wissen, wovon die Rede ist. Zwar zwingt er einem als Leser ungefragt das „Du“ auf, aber das macht in dem Fall nichts, man hört ihm gerne zu. Das Buch ist jedenfalls kein Mist, man darf es weiterempfehlen und hoffen, das der ewige Brenner Kreislauf immer weitergehen möge.
ab 16,99 €
Müll
4/5
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Müll

Jetzt habe ich endlich den neuen Brenner gelesen. Frage nicht: Auf dem Mistplatz werden verschiedenste Körperteile gefunden. Ein Knie in Wanne 4, Finger in Wanne 7 usw. Und der Brenner, der hat inzwischen also einen neuen Job, hat den Kriminaljob an den Nagel gehängt und hackelt jetzt eben am Mistplatz. Dabei hat er irgendwie einen enormen „Miststolz“ entwickelt. Und auch wenn es seine früheren Kollegen von der Kripo nicht verstehen können, für ihn „war es der beste Job, den er jemals gehabt hat.“ Der Brenner ist dann aber - wie es der vielleicht etwas arg strapazierte Zufall so will - schon bald mitten in einem grausligen Fall mit Organhandel verwickelt. Neben der Kriminalhandlung sind auch kostenlose kleine Lektionen in „Müllbudhismus“ für die LeserInnen inkludiert. Der ewige Kreislauf des Lebens und der ewige Kreislauf des Mülls werden da schon mal philosophisch - metaphorisch kurzgeschlossen, was meistens gut gelingt. Klassenunterschiede werden zudem am weitgehend egalitären Mistplatz aufgehoben :„Ob das ein junger Mensch ist, oder ein alter, ob der in einer Rostschüssel vorfährt oder im neuesten Ferrari, ob das ein Mann ist oder eine Frau, vor dem Mist sind alle Menschen gleich.“ Naja, ein bisschen gleicher sind dann manche doch, wie sich herausstellt, man freut sich halt auch am Mistplatz über ein bisschen „Schmalz“, was dann schon Mal zu einer bevorzugten Behandlung führen kann. Subtile Sozialkritik fehlt jedenfalls auch nicht. Sprachlich ist das Ganze wirklich wie immer „tippttop“. Das ist „irgendwie“ ein ganz eigener Sound und ein ganz eigener Erzähler, der zur Verknappung, Lakonie und schwarzem Humor neigt, und den nachzuahmen völlig unmöglich ist. Brenner Fans wissen, wovon die Rede ist. Zwar zwingt er einem als Leser ungefragt das „Du“ auf, aber das macht in dem Fall nichts, man hört ihm gerne zu. Das Buch ist jedenfalls kein Mist, man darf es weiterempfehlen und hoffen, das der ewige Brenner Kreislauf immer weitergehen möge.

Oliver Mertens
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