Ein kleiner Ort in Cornwall, eine große Geschichte über die Menschlichkeit
Eines Morgens retten die Bewohner des idyllischen Fischerdorfs St. Piran einen jungen Mann aus dem Wasser. Alle kümmern sich rührend um ihn: der pensionierte Arzt Dr. Books, der Strandgutsammler Kenny Kennet, die Romanautorin Demelza Trevarrick und Polly, die hübsche Frau des Pastors. Doch keiner von ihnen ahnt, wie existenziell ihre Gemeinschaft vermutlich bedroht ist. Denn Joe ist aus London geflohen, wo er einen Kollaps in Gang gesetzt hat. Aber steht wirklich das Ende der ganzen Zivilisation bevor? Und was ist mit dem Wal, der in der Bucht von St. Piran viel zu nah am Strand schwimmt?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
Book Circle Community
5/5
14.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Wal und das Ende der Welt – John Ironmonger
John Ironmongers Roman beginnt mit einem Wal, der an der Küste des kleinen englischen Dorfes St. Piran gestrandet ist. Der Fremde Joe Haak, ehemals Analyst in einer Londoner Bank, ist zufällig zur Stelle, um das Tier zu retten – und bleibt im Dorf hängen. Was zunächst wie ein entdeckungsfreudiges, warmherziges Dorfdreieck wirkt, entwickelt sich zu einer spannenden Geschichte über globale Vernetzung, Katastrophen und die Frage, wie wir auf Daten und Prognosen reagieren.
Joe hat seinen Job verloren, weil ein von ihm genutztes Modell – ein komplexer Algorithmus – den Zusammenbruch der Weltwirtschaft vorhergesagt hat. Das Dorf wird zur Kulisse einer globalen Krise: Lieferketten brechen zusammen, Menschen beginnen zu zweifeln, ob technologische Vorhersagen wirklich verlässlich sind oder ob der menschliche Instinkt nicht ebenso wichtig bleibt.
Besonders spannend wirkt der Roman heute, wo wir in vielen Lebensbereichen bereits stark auf Algorithmen und künstliche Intelligenz vertrauen – von Börsenprognosen über medizinische Diagnosen bis hin zu Entscheidungshilfen im Alltag. Ironmonger zeigt uns eine doppelte Perspektive: die Faszination für präzise Datenmodelle und gleichzeitig die Gefahr, wenn wir blind auf sie setzen, ohne ihre Grenzen zu verstehen.
„Der Wal und das Ende der Welt“ ist eine berührende, kluge und zeitlose Mischung aus menschlicher Verbundenheit und gesellschaftlicher Reflexion. Ein Buch, das nicht nur von einem Wal handelt, sondern davon, wie wir mit Unsicherheit leben – und welche Rolle Technologie dabei spielt.
Bewertung
5/5
15.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Retrospektiv eine Prophezeiung...?
Wenn man bedenkt, dass dieses Buch 2015 erschien und eine Blaupause der Jahre ab 2020 war, dann wird einem schon anders...
Schön geschrieben, die Menschlichkeit ins Zentrum gestellt.
Sehr empfehlenswert einschließlich des Nachworts.
Kerstin Kartenwerkstatt Kreativ- und Buchblog
aus Damme
5/5
01.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eindrucksvolle Geschichte, die nachwirkt
denken. Das Bild ist so einfach und doch wirkungsvoll. Auf einem orangen Hintergrund schwebt der Wal quasi an einem vorbei, denn er verbindet den Klappentext auf der Rückseite mit dem Cover auf der Vorderseite des Buches. Das ganze wird durch einen edlen Rahmen ergänzt, der sich hinter dem Wal erstreckt. Bei dem Buch konnte ich einfach nicht nein sagen.
Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger erschien im S. Fischer Verlag. Das Buch hat jetzt gute fünf Jahre auf meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) verbracht, bis ich es nun im Rahmen von #12für2025 gelesen habe. Die Geschichte dreht sich, wie könnte es anders sein um einen Wal, der vor dem Örtchen St. Piran gesichtet wurde und strandet. Außerdem spielt Joe, ein junger Mann aus London eine nicht unerhebliche Rolle. Er wird ebenfalls in St. Piran an den Strand gespült und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Es geht um das Ende der Welt, um den Zusammenhalt in der Gemeinschaft und wie wir in die Zukunft blicken können.
„In dem Dorf St. Piran erzählt man sich noch immer von dem Tag, als der nackte Mann am Strand angespült wurde.“
Damit startet eine eindrucksvolle Geschichte, die noch Tage lang in mir nachklingt. Wenn man St. Piran auf der Landkarte sucht, findet man kein kleines Fischerdorf an Cornwalls Küste, sondern eine frühchristliche Stätte an der Perran Bay. Was für mich persönliche eine passende Kulisse ist. So ist St. Piran zwar ein fiktiver Ort für die erzählte Zeit, hat aber geografisch einen festen Anker in Cornwall.
Wie schon erwähnt strandet Joe mehr oder weniger unfreiwillig in St. Piran und wird von der Dorfgemeinschaft direkt aufgenommen. An dieser Stelle möchte ich gar nicht alle aufzählen, die an der Geschichte beteiligt sind. Ein paar Namen erfährst du, wenn du den Klappentext liest, den Rest beim Lesen selbst. Ich möchte nur den Pastor und den pensionierten Arzt des Ortes erwähnen, da die zwei eine ganz besondere Beziehung zu Joe aufbauen.
Die Erzählung selbst springt ein wenig in der Zeit. So erlebe ich die Gegenwart, in der Joe in St. Piran ist und sich in der Gemeinschaft einbringt. Ich darf aber auch einen Blick in die Zukunft werfen, wie Generationen später auf den Tag des Wals zurückblicken und davon schwärmen, was Joe für St. Piran getan hat. Diese zwei Blickwinkel fand ich absolut faszinierend. Weil so das Leben des jungen Mannes noch einen ganz anderen Stellenwert bekam. Mit Joe zusammen darf ich aber auch in Tagträume verfallen und erlebe seine Vergangenheit, die ihn erst nach St. Piran geführt haben. Dabei fand ich es spannend ihm beim Programmieren über die Schulter zu schauen. Und so erfuhr ich, zu welchen Aussagen Cassie, sein entwickeltes Programm in der Lage ist.
An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass das Buch im Frühjahr 2019 in Deutschland auf den Markt kam. Also gut ein Jahr vor Corona und dem was der Virus mit grippeähnlichen Symptomen mit der Welt gemacht hat. Dazu habe ich ein Zitat aus dem Buch für dich.
„Und halten Sie es für denkbar, dass die Lieferungen aus irgendwelchen Gründen für eine lange Zeit [eine Woche? Oder zwei Wochen?] unterbrochen werden könnten?“ […] „Das müsste schon etwas Globales sein.“
Als ich diese Zeilen las, musste ich unweigerlich an die leeren Regale denken, wo vorher Nudeln, Mehl und Klopapier gestanden hatten. Hätte ich das Buch direkt im Herbst 2019 gelesen, als ich es gekauft habe, wäre dann dieser Satz genauso eindrucksvoll für mich gewesen, wie nun fünf Jahre später?
Vermutlich nicht, auch wenn ich mich durchaus immer mal wieder gedanklich mit Pandemien beschäftigt habe und wie diese in der heutigen Zeit sich auswirken im Vergleich zur spanischen Grippe. Doch ich möchte hier gar nicht weiter über die Grippe oder Corona schreiben, denn das Buch ist auch unabhängig davon einfach eindrucksvoll.
Die Geschichte ist übrigens in drei Teile gegliedert, die sich mit dem Davor, dem Währenddessen und dem Danach beschäftigen. Auch hier möchte ich mich nicht in Details verlieren, denn das würde dir die Spannung beim Lesen nehmen. Mich hat besonders das 13. und 14. Kapitel beeindruckt, die noch zum ersten Teil der Geschichte gehören, zu dem übrigens auch das Zitat gehört.
Wie oben bereits erwähnt, musste ich bei dem Wal auf dem Cover und im Titel an meinen Großvater denken. Dieser ist Anfang der 50er Jahre mit der Onassis Flotte auf Walfang gewesen und hat dieses in seiner Autobiographie (Von Ording an den Südpol) kurz vor seinem Tod noch niedergeschrieben. Außerdem hängt im Wohnzimmer meines Elternhauses ein Gemälde von einem Wal und einem Fischkutter, dass den Versuch von 1969 zeigt, wo vor St. Peter Ording ein Wal an Gründonnerstag strandete und die heimischen Fischer versucht haben ihn zurück ins tiefe Wasser zu führen. Dieses scheiterte jedoch und so strandete der Wal auf der Sandbank. Die Bilder, die ich aus den Fotoalben von meinem Vater und Großvater kenne hatte ich beim Lesen vor Augen, als die Bewohner von St. Piran mit aller Kraft den Wal zurück ins tiefe Wasser bugsierten.
Möchtest du nun wissen, welches Szenario John Ironmonger in „Der Wal und das Ende der Welt“ gekonnt beschrieben hat? Dann schnappe dir das Buch und tauche ein in eine eindrucksvolle Geschichte. Verfolge Joes Ambitionen in St. Piran und leide mit ihm bei seinen Tagträumen. Fühle die ganz besondere Gemeinschaft der Dorfbewohner und bange mit ihnen zusammen um das Leben. Die Geschichte lädt zum Nachdenken ein und macht Hoffnung darauf, dass die Menschheit noch nicht gänzlich verloren ist. Ich habe das Buch einfach nur verschlungen und konnte mir die Szenerie sehr gut vorstellen.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und wenn du noch mehr von John Ironmonger lesen bzw. hören möchtest dann kann ich die auch Der Eisbär und die Hoffnung auf Morgen ans Herz legen. Die Geschichte ist übrigens im gleichen Dorf in Cornwall verortet, was es irgendwie noch liebeswerter macht.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
13.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Appell an die Menschlichkeit
Die Handlung hat mich von Anfang an gefesselt. Die Personen sind so sympathisch und lebendig beschrieben und das Geschehene so realistisch, dass ich das Buch und ihre Personen darin gar nicht mehr verlassen wollte. Die Geschichte berührt nicht nur das Herz, sondern auch den Verstand. Die Geschichte zeigt, dass wir darauf angewiesen sind, einander zu vertrauen, zusammmenzuhalten und zu hoffen. Durch die vielen weisen Sprüche wirkt das Buch wärmend und durch die Gestalt des Wales hat die Geschichte auf eine feine Art etwas faszinierendes, vielleicht sogar ein klein wenig mystisches. Am Ende des Buches begegnen wir wieder dem Wal, in einer wunderbaren Funktion. Unglaublich schönes und rührendes Ende.
Das Buch hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen, weshalb ich es nur weiterempfehlen kann!
Peter
5/5
24.12.2024
eBook (ePUB 3)
Spannende Story und glaubhafte Charakteren
Mir hat das Buch gut gefallen und kann es sehr empfehlen. Es trifft meines Erachtens sehr gut den aktuellen Zeitgeist mit Ängsten und Sorgen, obwohl immer wieder der Optimismus durchdrückt und einen den guten Glauben an die Menschheit und die Menschlichkeit nicht verlässt. Die Charaktere sind interessant und handeln glaubhaft, was für ein stimmiges Bild sorgt. Für mich war dieses Buch eine erfrischende Abwechslung.
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5/5
27.07.2020
eBook (ePUB 3)
Eine bewegende Geschichte über das "Mensch sein"
Worte wie "neuer Grippevirus", "hohe Sterblichkeit" und "Pandemie" haben wir alle in diesem Jahr nur allzu oft gehört oder gelesen. Aber in dieser Geschichte geht es nicht um eine Aufzählung von Katastrophen, es geht um das kleine beschauliche Fischerdörfchen St. Piran, und einen Mann, der zufällig dort an Land gespült wird, und um einen Wal. Gemeinsam erinnern sie daran, was "Mensch sein" heißt und wie viel davon abhängt wie die Menschheit, oder auch nur ein einzelner Mensch, mit so einer Krise umgeht. Obwohl ich ein bisschen enttäuscht war, dass das Buch zu sehr an der Oberfläche bleibt, war ich trotzdem während dem Lesen und besonders am Ende tief berührt und finde es wichtig, dass viele Menschen es in unserer aktuellen Situation lesen.
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4/5
19.01.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein Roman, der Hoffnung macht
Was hat das Auftauchen eines Wals mit dem Ende der Welt zu tun? Joe Haak, Hauptprotagonist in John Ironmongers Roman, findet die Zusammenhänge während seines Aufenthalts im kleinen Fischerdorf St. Piran heraus. Wir als Leser dürfen dabei einer herzerwärmende Geschichte rund um die Themen Freundschaft, Nächstenliebe und die menschliche Natur lauschen. Ein ruhiger Roman, der zum Nachdenken anregt, und der uns deutlich macht, dass wir Menschen oft mehr Wärme in unseren Herzen tragen, als wir annehmen.
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3/5
08.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Am Anfang wusste ich nicht genau,...
Am Anfang wusste ich nicht genau, wo die Reise hingehen soll. Doch als der "Weltuntergang" nahte und er versuchte das kleine Dorf zu retten, kam ich in die Story rein. Bitte Lesen!
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