Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht? Der große Roman über Verlust und NeuanfangDie Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn."Man kann sich als Vorleserin eigentlich niemanden anderen als Hannelore Hoger vorstellen." hr2 Hörbuchzeit über "Altes Land"
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Emma Zecka
3/5
14.04.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Für mich leider nichts Neues
Ingwer muss zurück in die ostfriesische Heimat um seine Großeltern zu pflegen. Er ist in einer ländlichen Gegend aufgewachsen, die sich seit seinem Weggang sehr verändert hat. Da er noch nicht weiß, wohin er im Leben will, ist dieser Schritt zurück in die Vergangenheit auch mit einer Suche nach sich selbst verbunden.
Dörte Hansen erzählt die Handlung in einer ruhigen und gemütlichen Atmosphäre. Dennoch wird sehr deutlich, wie sich das Dorfleben seit Ingwers Kindheit verändert hat. Durch zwei Zeitebenen, Einblicke in die Zeit, bevor Ingwer geboren wurde, sowie seine Kindheit und die Rückkehr in die Gegenwart, bekommen wir den Kontrast im Dorf sehr gut mit.
Leider hat mir inhaltlich der Mehrwert gefehlt. Ich kenne es von Romanen bisher so, dass uns entweder eine spannende Handlung oder vielschichtige Hauptfiguren erwarten. Es gibt aber auch Romane, die beides zusammenbringen. Hier hingegen erzählt Dörte Hansen vor allem Ingwers Familiengeschichte und zeigt uns, was aus Ingwers Familie geworden ist.
Mir war es aber zu wenig. Die Handlung war zwar in sich rund, aber mir fehlten die Entwicklung. Ich fand es zwar interessant, in das Dorfleben und Ingwers Vergangenheit einzutauchen, etwas daraus mitnehmen konnte ich aber nicht.
Das Hörbuch wurde ungekürzt sowohl als CD als auch als Download von RandomHouse Audio produziert. Ich kann mir das Hörbuch auch gar nicht als gekürzte Ausgabe vorstellen. Wenn Teile vom Inhalt fehlen würden, ginge für mich auch viel von der Atmosphäre verloren. Da die Handlung auch vor allem durch die Gemütlichkeit lebt, bin ich froh, dass sich der Verlag für eine ungekürzte Ausgabe entschieden hat.
Es liest Hannelore Hoger, die im Vergleich zu anderen Sprecherinnen, eine tiefe Stimmfarbe hat. Das sorgt dafür, dass sie auch Männer interpretieren kann, ohne, dass es gezwungen klingt. Zudem klingt sie auch etwas älter. Sie passt als Sprecherin für mich sehr gut zur Handlung und hat unter anderem auch dazu beigetragen, dass ich das Hörbuch nicht abgebrochen habe. Hoger legt in ihrer Interpretation viel Wert auf ihre Betonung. Dadurch hebt sie die Zwischentöne der Handlung gekonnt hervor.
Da wir uns in Ostfriesland befinden, spielt Plattdeutsch eine große Rolle. Da ich kein Plattdeutsch spreche, kann ich natürlich nicht sagen, ob Hannelore Hoger Wörter richtig ausgesprochen, oder richtig betont hat. Für mich klang es aber sehr authentisch und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie mühsam auswendig gelernte Dialoge herunter liest.
Was Dörte Hansen für mich von anderen Autor*innen unterscheidet ist ihr Schreibstil. Sie beschreibt Ingwers Heimat so, als wäre sie eine eigene Welt. Ich konnte mir das Dorf, sowie die Generationen, die hier aufeinandertreffen bildhaft vorstellen und hatte das Gefühl voll in das Dorfleben eintauchen zu können.
Hansen schafft es das Tempo einer Handlung rauszunehmen, aber trotzdem viel zu erzählen. Durch die Langsamkeit verliert die Handlung nicht an Dynamik. Diesen Spagat hinzubekommen, stelle ich mir sehr schwierig vor.
Was mich aber tierisch nervte war das Plattdeutsch. Dialekte in Hörbüchern finde ich an sich super, weil Autor*innen den Dialekten dadurch wieder eine Bühne geben und den regionalen Bezug zur Handlung hervorheben. Oft konnte ich das Plattdeutsch auch aus dem Zusammenhang ableiten. Oft aber auch nicht. Das ist dann wie wenn zu Beginn eines Kapitels oder in einer Handlung tolle Zitate in einer anderen Sprache platziert werden bei denen man davon ausgeht, dass alle sie verstehen. Es schließt eine Zielgruppe aus, was ich sehr schade finde.
Bewertung
5/5
22.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Titel lässt die dörfliche...
Der Titel lässt die dörfliche Ruhe zur Mittagszeit erahnen. Dörte Hansen schildert wunderbar die Metamorphose eines Dorfes und seiner Bewohner: Der technische Fortschritt hält Einzug, die zwischenmenschlichen Konflikte aber bleiben. Die Autorin ist eine großartige Erzählerin!!!
Bewertung
5/5
25.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Einfach toll!
Ich bin durch den Kinofilm, der mindestens genauso toll ist, auf das Buch aufmerksam geworden und habe es gleich danach verschlungen. Die Geschichte ist sehr berührend und mir hat vor allem der Schreibstil von Dörte Hansen gut gefallen, es war mal was anderes. Wirklich ein schönes Buch.
Bewertung
aus Kiel
5/5
28.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Schleswig-Holstein pur
Ein wunderbares, leises Buch.... Ich bin zwar eine waschechte Kieler Sprotte und kein Dorfkind, aber vieles war auch bei uns früher so. Mittagsstunde.... Jo, auch bei meinen Eltern... Da wurde einfach nicht geklingelt :). Das Buch bekommen und nicht wieder aus der Hand gelegt bis ich durch war. Und Ingwer hatte sein Büro da, wo ich jetzt wohne....
Bewertung
5/5
11.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein berührender Heimatroman von Dörte Hansen
Obwohl meine Wurzeln im Osten der Republik sind, habe ich, geboren 1954, vieles aus meiner eigenen Kindheit wiedererkannt und Parallelen gefunden. Die Geschichten um das norddeutsche Dorf sind sehr realistisch auf dennoch gefühlvolle Weise erzählt. Einzig das Schicksal von Marret blieb mir zu sehr im Dunkeln. Ich kann das Buch nur empfehlen.
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5/5
05.09.2025
eBook (ePUB)
Metamorphose eines Dorfes
Diese wunderbare Familiengeschichte mit ihren sympathischen und teils schrulligen Figuren dreht sich um die Rückkehr von Enkel Ingwer ins nordfriesische Dorf Brinkebüll, um sich um seine betagten Großeltern zu kümmern. Abseits der Dramen und Familiengeheimnisse spielen auch die Folgen des technischen Fortschritts und der Flurbereinigung, die das Ende der Sesshaftigkeit symbolisieren, eine wesentliche Rolle.
Eine kluge, emotionale Erzählung mit knapper, präziser Sprache, die die Komplexität menschlicher Beziehungen authentisch einfängt - etwas ganz Besonderes!
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5/5
24.08.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das zweite Buch von Dörte Hansen...
Das zweite Buch von Dörte Hansen über Land und Leute im Norden Deutschlands - ein wunderschön erzählter, humorvoller und warmherziger Roman über ein Dorf und seine Bewohner.
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5/5
01.12.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unaufgeregt in Worten, aber gewaltig...
Unaufgeregt in Worten, aber gewaltig in der Bildsprache. Man sieht, man spürt, man fühlt - die handelnden Personen, die Natur, die Landschaft. Alle wachsen einen ans Herz. Super!
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5/5
15.10.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unbedingt lesen!
Dörte Hansen ist mit "Mittagsstunde" erneut ein wunderbarer Roman gelungen, der den Leser mitreißt und tief berührt.
Ingwer Feddersen befindet sich in einer Midlife-Crisis und nimmt sich ein Jahr Auszeit, um in das kleine ostfriesische Dorf zurückzukehren, in dem er aufgewachsen ist, und um seine Großeltern zu pflegen und sie im Alter zu begleiten.
Hansen gelingt es mit ihrem tollen Erzählstil, die Geschichte eines ganzen Dorfes und deren eigenwilligen Bewohnern im Wandel der Zeit zu entwerfen und vom Leben in Stadt und Land zu erzählen. Dabei sind ihre Figuren oft etwas schrullig und norddeutsch kühl, doch die Autorin schafft es auf einfühlsame und reduzierte Weise den weichen Kern unter der harten Schale hervorzukehren, ohne dabei kitschig oder überdramatisch zu werden. Genau dieses Maß von nicht zu viel und nicht zu wenig mag ich bei Hansens Romanen. Ihre Bücher berühren mich ganz tief drinnen, gerade weil sie so echt, so real und aus dem Leben gegriffen sind. Hier wird keine große epochale Geschichte gesponnen, sondern von ganz einfachen Menschen mit alltäglichen Problemen erzählt. Und dennoch möchte man "Mittagsstunde" nicht aus der Hand legen, weil gerade diese Nähe zum Leben und zu den Menschen den Leser fesselt.
Meine Erwartungen an Dörte Hansens zweiten Roman waren durch ihr tolles Debüt sehr hoch und ich wurde nicht enttäuscht. "Mittagsstunde" zählt für mich zu meinen Lese-Highlights des Jahres.
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