Familie Hardcastle lädt zum Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, ist tot. Einer der Gäste muss mehr über ihren Tod wissen, denn am selben Tag hat Aiden Bishop eine seltsame Nachricht erreicht: "Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus." Tatsächlich wird Evelyn nicht nur ein Mal sterben. Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren. Jemand will ihn mit allen Mitteln davon abhalten, Blackheath jemals wieder zu verlassen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
18.10.2019
Hörbuch-Download (MP3)
Außergewöhnlich,raffiniert und absolut spannend!
Was für ein Buch! Alles andere als ein gewöhnlicher Krimi, raffiniert und clever mit einem Hauch von Agatha Christie.
Die Familie Hardcastle lädt zum Maskenball in ihren Herrenhaus Blackheath ein. Auf den Tag genau vor 19 Jahren ist auf dem Anwesen ein schreckliches Unglück passiert und die Dame des Hauses hat diesen Tag gewählt, um mit den denselben Gästen wie damals einen Ball zu veranstalten.
Allein das ist schon merkwürdig für mich gewesen und hat mich neugierig gemacht. Die Tochter, Evelyn Hardcastle, die mittlerweile in Frankreich lebt, ist der Einladung gefolgt und schnell erfährt der Leser, dass Evelyn am gleichen Abend noch Selbstmord begehen wird.
Dann lernen wir Sebastian Bell kennen, der völlig verwirrt und panisch durch einen Wald rennt, glaubt, Zeuge eines Mordes gewesen zu sein und Zuflucht in einem Herrenhaus, eben jenem Blackheath sucht. Zu Anfang kennt er jedoch weder seinen Namen, noch das Herrenhaus oder auch die anderen Gäste, die ihn mehr oder weniger freundlich aufnehmen. Das einzige, woran Bell sich erinnern kann, ist ein Name. Anna, das vermeintliche Opfer. Mühsam versucht er sich Stückchen für Stückchen zu erinnern und sich in der ungewohnten Umgebung und den Leuten zurechtzufinden.
Dieser ungewöhnliche Auftakt hat mich gleich gefangen genommen. Und da der Klappentext schon preis gibt, dass es sich bei dem Mann um Aiden Bishop handelt, der gefangen in einer Zeitschleife den Tod von Evelyn Hardcastle aufklären muss, um sich zu befreien, hat mich das umso neugieriger gemacht. Aiden hat acht Tage, acht Körper und damit acht verschiedene Wirte und sollte er danach den Selbstmord Evelyns aufklären können, seine Freiheit zurück. Ansonsten beginnt der Zyklus von vorn…
Aiden Bishop erlebt nun Tag für Tag neu, jedoch mit jedem zusätzlichen Körper und dem jeweiligen Wirt auch die Möglichkeit dessen Stärken, Gefühle und Gedanken mit einzubringen, um den Tod von Evelyn aufzuklären. Das erweist sich manches Mal aber als Hindernis, weil Aiden auch mit der körperlichen Statur zurechtkommen muss. Bei einem Wirt haben sich mir die Nackenhaare gesträubt, so schonungslos sprangen mich die Gedanken an. Das hat mir aber auch besonders gefallen, diese verschiedenen Grundvoraussetzungen der Avatare und Aidens Versuche sich mit ihnen zu arrangieren, sich die Stärken anzueignen oder auch dessen Gedanken zurück zu drängen.
Das halbverfallene Herrenhaus ist fast schon gespenstisch, ich konnte den Staub beinahe schon riechen und ich hatte die verschlissenen Vorhänge und manche kaputte Möbel schon vor Augen. Dazu die erlesenen Gäste, die sich jedoch meist mit einem Drink in der Hand die Zeit vertreiben und sich fast alle gegenseitig nicht leiden können. Das Ganze ist so atmosphärisch geschrieben, dass ich da vollkommen eingetaucht bin. Die Beschreibung des Wetters, nahezu immer Regen und Sturm, Dunkelheit und Kälte sowie die bildhafte Sprache unterstreichen das Gefühl noch. Nach und nach setzt sich für Aiden und für den Leser der Tag und der Abend zusammen, wobei auch tief verborgene Geheimnisse ans Licht kommen.
Erst war ich verwirrt, als ein einziger Tag und Körper gleich mehrmals aufgetaucht ist, aber das hat sich sehr schnell aufgeklärt. Ich fand das großartig und hab versucht zu entschlüsseln wer denn nun ein falsches Spiel treibt.
Was hat es mit dem Pestdoktor auf sich? Oder mit Anna, zu der Aiden anscheinend eine tiefe Verbindung hat? Im Buch sind so viele Details, Puzzlestücke und einfach nur tolle Sachen verborgen, es war für mich ein Vergnügen! Allerdings sollte man das Geschehen aufmerksam verfolgen. Manches habe ich daher auch erst etwas später zusammenfügen können.
Das Ende war für mich nicht vorhersehbar, ich hätte da echt so nicht mit gerechnet und auf alle Fälle bleibt dieses Ende hängen und regt zum Nachdenken an. Und das gefällt mir!
Ein großartiges Buch mit einer außergewöhnlichen Geschichte, ein spannender Krimi und eine clevere Suche nach dem Täter, atmosphärisch dicht und toll geschrieben. Dazu im wahrsten Sinne des Wortes ein prächtiges Cover.. für mich ein wirklich tolles Erlebnis zum Lesen und auch zum Hören!
Maria
5/5
20.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Gelungenes Verwirrspiel - ohne den Faden zu verlieren
Was für ein großartiger Rätselkrimi! Selten hat mich ein Buch so eingesogen, ohne dass ich entweder vor lauter Aufregung platze oder nach 50 Seiten vor Langeweile selbst sterbe. „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ ist herrlich verdreht, atmosphärisch und ein bisschen unheimlich – für mich ein bisschen wie Agatha Christie, die in ein Spiegelkabinett geraten ist. Mein absolutes Lieblingsbuch des Jahres und inzwischen eines, das ich mit Begeisterung weiterverschenke – bislang durchaus erfolgreich. Für mich war es außerdem der Beginn einer ausgedehnten Turton-Phase, denn natürlich mussten danach auch die anderen Romane dran glauben.
Starlight.of.Books
aus Hessen
5/5
23.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Spannend und rätselhaft
Nachdem ich vor kurzem „Der letzte Mord am Ende der Welt“ von Stuart Turton gelesen und wirklich begeistert war, war ich sehr neugierig auf die Bücher die er vorher schon geschrieben hat.
Deshalb hatte ich mir zum Geburtstags „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ gewünscht.
Tag für Tag wird sich Evelyn Hardcastles mysteriöser Tod wiederholen, so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist und diesen Mörder muss Aiden Bishop finden.
Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren.
Ein großes Lob an den Autoren auch für diesen unterhaltsamen Krimi, ich war begeistert vom ersten Kapitel an und hatte bis zum Ende hin keine Ahnung wer der Mörder von Evelyn ist.
Der Schreibstil ist so anschaulich und packend, dass man das Gefühl hat mir Aiden zusammen den Fall lösen zu müssen.
Wer auf spannende und geheimnisvolle Krimis mit ein wenig „Und täglich grüßt das Mutmeltier“ steht, dem kann ich das Buch absolut empfehlen.
Bewertung
5/5
16.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Respekt!
…an den Autor! Dass er das alles zusammengekriegt hat. Ein sehr anspruchsvolles Lesevergnügen, sehr spannend bis zur letzten Seite. Mal so überfliegen geht nicht, man muss aufmerksam lesen. Kann ich nur empfehlen.
Michaela
aus Wien
5/5
29.05.2022
eBook (ePUB 3)
Großartig!
Eine spannende, phantastische Geschichte! Ich war unglaublich aufgeregt beim Lesen, die Story hat mich absolut in ihren Bann gezogen. Sie war so erfrischend: Zum ersten Mal seit Jahren (vielleicht sogar seit einem Jahrzehnt) konnte mich eine Geschichte wieder überraschen. Ich wusste tatsächlich nicht wie es weitergehen würde - ich hatte nicht die leiseste Ahnung!
Weiters wird es mir einen Freude sein, dass Buch in ein-zwei Jahren nochmals zu lesen - die Charaktäre sind feinfühlig beschrieben. Ihre Innen- und Außenwelt fließt nahtlos zusammen und wird doch jeder "Person" in der Erzählung gerecht. Sehr empfehlenswert!
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5/5
27.03.2020
eBook (ePUB 3)
Außergewöhnlich!
Ich muss zugeben, bis zur Hälfte des Buches war ich vollkommen verwirrt, um es mit dem Worten des Protagonisten zu formulieren: "..aber es ist alles ein einziges Durcheinander. Es sind einfach zu viele Tage. Zu viele Gespräche.."
Faszinierender Krimi. Der Mord, das Anwesen, die Zeit ähnelt dem Stil von Agatha Christie. Aber der Aufbau und die Geschichte dahinter ist außergewöhnlich und faszinierend! Tolle Leistung vom Autor. Bitte nicht weglegen und über die Verwirrung 'drüber' lesen, es lohnt sich!
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5/5
05.01.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Und täglich grüßt das Murmeltier....jeden...
Und täglich grüßt das Murmeltier....jeden Tag aufs neue, bis der Mord aufgeklärt werden kann. Tolles Buch, anders als die anderen Bücher, dies gehört auf die Bestsellerliste. Einzigartig und skurril. Toll, bitte Lesen
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4/5
24.08.2019
eBook (ePUB 3)
Gefangen im Todesspiel
Eine Frau schreit, verfolgt von einem vermummter Mann, ein Schuss fällt, Stille.
Der Erzähler beobachtet diese nächtliche Szenerie wie aus einem Schleier heraus, denn er ist gerade zu Bewusstsein gekommen und hat jegliche Erinnerung an sein vorheriges Leben verloren.
Am Ende dieses an sich schon verwirrenden Tages wird ein Mensch gewaltsam ums Leben gekommen sein, doch als der Protagonist am nächsten Morgen aufwacht – hat sich nichts verändert und er durchlebt den gleichen Tag ein weiteres Mal.
Acht mal lässt Stuart Turton seine Hauptfigur den selben Tag wieder und wieder durchleben, jeden Tag im Körper eines anderen Menschen. Doch egal was er unternimmt, ganz gleich wie radikal er in den Ablauf dieses Tages eingreift, der Tod von Evelyn Hardcastle scheint unaufhaltsam zu sein.
Doch nicht jeder Wirtskörper lässt sich von ihm so widerstandslos übernehmen und so muss er mitunter hart ankämpfen, um in ihnen immer noch er selbst zu bleiben und sich nicht von ihren Charaktereigenschaften zu stark beeinflussen zu lassen. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, die sich immer wieder dem Zeitpunkt des Mordes nähert, nur um dann wieder auf Null zurück zu springen. Gleichzeitig ein Ringen mit den Lücken des eigenen Gedächtnisses: Was hat ihn eigentlich hierher gebracht, wie kann er diesem Kreislauf entfliehen und wer ist er selbst unter diesen acht Masken?
Der Debütroman des englischen Reisejournalisten ist ein ungewöhnlich komplex und im positiven Sinne verworrenes Erzählkonstrukt, dessen Elemente an Agatha Christies „Mord im Orientexpress“, „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und David Levithans „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ erinnern.
Wo in vielen Krimis und Thrillern die Sprache selbst nur als Transportmittel der Handlung dient, bedient sich der Autor einer kunstvollen, stimmungsreichen Sprache, die vor allem dann überzeugt, wenn es ihm gelingt, jeden der acht verschiedene Wirte unterschiedlich klingen zu lassen.
„Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ ist kein Buch zum Abschalten und genüsslich berieseln lassen. Hier ist Aufmerksamkeit, Mitdenken und ein gewisser Hang zum Um die Ecke-Denken gefragt. Wer dazu jedoch bereit ist, wird mit einem äußerst kurzweiligen Kriminalroman belohnt, der sich weit abseits der üblichen Pfade bewegt – nicht zuletzt Fans der TV-Serie „Dark“ sehr empfohlen.
„Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ stechen aus der Masse der Krimi-Neuerscheinungen eindeutig hervor. Das liegt in erster Linie an der besonderen Stil und an dem Hauptcharakter, aus dessen Sicht diese Geschichte erzählt wird. Er wechselt die Körper, sobald dessen Wirt eingeschlafen ist und wacht am selben Tag, in einem anderen wieder auf. Er übernimmt dessen Leben, seine stärksten Charakterzüge und muss darüber hinaus einen Mord aufklären. Hier zeigt sich das stärkste Talent von Stuart Turton. Er kreiert wunderbare und authentische Personen, da könnte sich der eine oder andere Autor eine Scheibe abschneiden.
Das Ganze klingt ein wenig chaotisch und ist es auch. Der Schriftsteller hält sich nicht lange mit einer Einleitung auf und der Leser wird ohne große Erklärung in die Geschichte reingeworfen. Es lohnt sich aber tatsächlich dran zu bleiben und auch wenn der Vergleich mit anderen Krimis ein wenig zu weit hergeholt ist. Das heruntergekommenes Anwesen Blackheath und eine mordlustige englische Gesellschaft reichen nicht aus, um hier tatsächlich Vergleiche mit Agatha Christie zu ziehen, wie im Klappentext beschrieben. Das überraschende und halboffene Ende war sehr gut gewählt.
Der Übersetzerin Dorothee Merkel sollte hier lobenswert erwähnt werden. Die Sprache ist sehr gut ins Deutsche übersetzt worden, was bei englischen Krimis nicht immer der Fall ist. Stuart Turton hat mit „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ ein gutes Debüt hingelegt, an dem er anscheinend über vier Jahre geschrieben hat. Wer sich einem handfesten Krimi in Agatha Christie Manier lesen möchte, dem empfehle ich die Bücher von Anne Perry.
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