Geht so
Roman. Der große Überraschungserfolg aus Spanien | »Klug und urkomisch, auch - oder gerade - weil man sich selbst darin wiedererkennt.« ELENA MEDEL
Marisa ist mit den Nerven am Ende. Ihr Bullshit-Job in einer Madrider Werbeagentur, in dem sie nur durch Zufall gelandet ist, langweilt sie zu Tode, und das tägliche Hamsterrad des Angestelltendaseins erträgt sie nur noch, indem sie ihre Sinne mit einer Mischung aus bizarren YouTube-Videos und Beruhigungsmitteln betäubt. Als ein Teambuilding-Wochenende ansteht, gerät Marisas Angststörung völlig außer Kontrolle. Allmählich zeigen sich Risse in ihrer sorgsam aufrechterhaltenen Fassade - und die Idee, auf den Firmenausflug diverse Drogen mitzunehmen, trägt vielleicht nicht unbedingt dazu bei, ihr Leben wieder in geordnetere Bahnen zu lenken ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Micha_W
5/5
31.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Viel besser als „Geht so“
Beatriz Serrano ist nicht nur Spanierin, sondern auch eine Überraschung. Die studierte Journalistin und erfolgreiche Podcasterin hat mit „El descontento (Temas de hoy)“ einen grandiosen literarischen Treffer gelandet. „Unzufriedenheit (Themen von heute)“ wäre die eigentlich korrekte, aber doch recht sachliche und sperrige Titel-Übersetzung gewesen. Der Eichborn-Verlag hat daraus ein knackiges und flapsiges „Geht so“ gemacht und wird dem Inhalt in der Tat mehr gerecht.
Auch eine an dieser Stelle übliche Inhaltsangabe würde dem Buch wegen inadäquater Sachlichkeit in keiner Weise entsprechen. Aber muss ja wohl sein. Es geht um eine Marketing-Angestellte in einer Madrider Agentur, die im Frust über ihren sisyphoshaften Alltag in Sarkasmus, Isolation und Medikamente gegen Angststörungen und Panikattacken flüchtet. Und in eine Freundschaft mit gewissen Extras mit ihrem Nachbarn Pablo. Das ist sozusagen das Framing, das grobe Handlungsskript. Das Buch lebt jedoch in allererster Linie von den feinen Beobachtungen der Protagonistin Marisa in einer Vielzahl von mosaikartig aneinandergereihten Makro-Szenen eines ach so typischen Büroalltags. Wiedererkennungseffekte en masse garantiert. Die künstlichen Erregungen über Bagatellen, die Floskeln und Plattitüden im Umgang miteinander, die falsche Vorspiegelung von Kollegialität und Sympathie einerseits und gnadenlosem Karrierestreben auf der Hierarchieleiter andererseits. Durch all das schlängelt sich Marisa mit über Jahre antrainierten, instinktiven Verhaltensweisen und intuitivem Geschick, ist folgerichtig aufgestiegen, sollte also Genugtuung empfinden, das System zu ihren Gunsten durchschaut zu haben. Aber sie ist unglücklich. Mit ihrem Job, mit ihrem Leben, mit sich.
Seine absoluten Höhepunkte hat der Roman, wenn die Autorin ihre Leserschaft an Marisas Gedanken teilhaben lässt. Die folgenden Zitate sind nur ein marginaler Auszug aus der enormen humoristisch-ironischen Note, die letztendlich zum Erfolg des Buches entscheidend beigetragen hat.
Zu ihrer eigenen Rolle: „Ich werde mich für die nächsten acht Stunden in das verwandeln, was der Kapitalismus unter Feminismus versteht. In jenes konstruierte Monstrum von Vollfrau, die einfach alles schafft.“
Über ihre Kollegen: „Wie wohl sie sich fühlen in der Wiederholung, im Immer-wieder-Aufwärmen derselben Gedanken und Floskeln, in der Kommunikation der Oberfläche.“
„… der bescheuerte Tanz der Gemeinplätze, der jedes Meeting in allen Unternehmen der Welt einläutet …“
„… diese Pflicht-Pantomime im Büro …“
… ob man diese eisernen Überzeugungen nur hat, weil man sie immer und immer wieder wiederholt.“
Über ihre Kolleginnen, die nach der Schwangerschaft an den Arbeitsplatz zurückkehren: „Ein Kind ist immer eine große Freude, aber die Mutter fängt schnell an zu rosten und hält das ganze System auf.“
Das klingt teilweise düsterer, als es ist. Denn hat man aus dem eigenen Leben all diese realistischen Bilder vor Augen, wird der Roman zur erheiternden Parodie, bei der man mehr als einmal vor Lachen herausprusten muss. Wer kennt sie nicht, all diese nervigen Gesten und sinnentleerten Worthülsen bis hin zum allmittäglichen „Maaahlzeit“ vor und in der Kantine, wo es einen immer wieder wundert, dass hier nicht mehr psychiatrische Notfälle generiert werden.
Wie es einen guten belletristischen Roman ausmacht, liegen aber Lachen und Weinen dicht beieinander. Spätestens wenn man sich fragt, warum Marisa nicht aus diesem Alltag flieht, nicht einen anderen Lebensweg einschlägt, wo sie doch so unzufrieden scheint. Zwei Freundinnen sind mehr oder weniger beim Ausbruch aus dem System gescheitert. Eine verübt auf einem Bahnhof Suizid, die andere verdient ihr Geld nach diversen plastischen Operationen durch reiche Liebhaber, weigert sich aber standhaft, dies sich selbst gegenüber als Prostitution zu deklarieren.
Am leider recht melodramatischen Schluss des Buches findet Marisa unfreiwillig eine sich von außen ergebende Lösung, also wieder nicht aktiv, sondern passiv zugeflogen. Aber es kann wohl eher nicht der Ausweg für alle Menschen in dieser Lage sein. An dieser Stelle wird einem spätestens bewusst, dass die Lebensphilosophie der Protagonistin (und der Autorin?) eigentlich schon im einleitenden Zitat des bulgarischen Schriftstellers Georgi Gospodinow aus „Physik der Schwermut“ deutlich wurde: „Unternimmt man gewisse Anstrengungen, normal zu erscheinen, spart man sich ziemlich viel Zeit, während der man so sein kann, wie man sein will.“ Das schränkt den Aktivitätsgrad in Richtung verändernder Maßnahmen schon einmal sehr ein.
Aber diese lebensphilosophischen Fragezeichen im finalen Teil geben allenfalls Abzüge in der B-Note. Oll over ist Beatriz Serrano ein sehr kurzweiliges und durchweg unterhaltsames Buch gelungen, das einen ein ums andere Mal in den Spiegel schauen lässt.
Zum Schluss ein ganz großes Lob an die Übersetzerin Christiane Quandt, die die Pointen mit sicherlich schwierigen spanischen Original-Termini perfekt treffend ins Deutsche transferiert hat und in beiden Sprachen über einen unglaublichen Wortschatz verfügen muss. Wer kommt denn sonst beim Übersetzen auf Begriffe wie „veritabler Schwengel“? Qué bueno!
Katie
5/5
05.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Böse ehrlich
Das Buch begeistert vom Cover bis zur letzten Seite.
Es ist einfach nur gut. Man kann das Büroleben so gut nachvollziehen und hasst sich danach etwas selber, weil man in manchen Momenten auch so ist.
Bewertung
5/5
27.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bitterböse Realität
Ich habe in letzter Zeit so einige Bücher abgebrochen und zur Seite gelegt, in denen der alltägliche Drogenkonsum zu sehr normalisiert und zu wenig eingeordnet wurde und hätte dementsprechend niemals zu diesem Buch gegriffen, das bereits im Klappentext von einem drogenvernebelten Arbeitsausflug erzählt. Wären da nicht die vielen begeisterten Stimmen gewesen, die mich über meinen Tellerrand hinausschauen lassen haben. Und es hat sich gelohnt!
Beatriz Serrano erzählt von der 30jährigen Marisa, die sich durch ihren Joballtag in einer Madrider Werbeagentur quält. Schon morgens wacht sie mit Angststörungen auf, den Tag übersteht sie kaum ohne Antidepressiva und Youtube-Videos zum Ablenken. Und trotzdem funktioniert sie- zumindest bis zum groß angekündigten Teambuilding-Wochenende.
Einige Rezensionen kritisieren die Unglaubwürdigkeit dieses Szenarios, die Verherrlichung einer konsequenzlosen, faulen Hauptfigur und die Untragbarkeit von Marisas gesteigertem Tablettenverzehr.
Ich muss sagen, zum Glück arbeite ich nicht in einem so krassen Hamsterrad wie einer Werbeagentur, wo sich jeder der nächste ist und alle versuchen Illusionen an den Menschen zu bringen. Der Autorin ist das Szenario jedoch auf sehr eindrückliche Weise geglückt und ich kann nachvollziehen, was Marisa in ihre aktuelle Lage gebracht hat.
Insgesamt ist mit Marisa eine sehr starke, wenn auch polarisierende Hauptfigur gelungen, deren Emotionen und Entscheidungen ich jederzeit verstehen (wenn auch nicht immer moralisch unterstützen) konnte. Mal abgesehen davon, dass ich sie unheimlich kreativ und in Stresssituationen funktionierend empfand, kann ich auch nachvollziehen wie ihre Umgebung sie zu dem Menschen geformt hat, den man in diesem Buch erleben darf.
Insgesamt war das Buch für mich ein riesiges Plus (mit kleinen roten Flaggen), weil es sich auf beeindruckende Weise mit einem sehr kritischen Thema auseinandersetzt.
Bewertung
5/5
27.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bitterböse Realität Ich habe…
Bitterböse Realität Ich habe in letzter Zeit so einige Bücher abgebrochen und zur Seite gelegt, in denen der alltägliche Drogenkonsum zu sehr normalisiert und zu wenig eingeordnet wurde und hätte dementsprechend niemals zu diesem Buch gegriffen, das bereits im Klappentext von einem drogenvernebelten Arbeitsausflug erzählt. Wären da nicht die vielen begeisterten Stimmen gewesen, die mich über meinen Tellerrand hinausschauen lassen haben. Und es hat sich gelohnt! Beatriz Serrano erzählt von der 30jährigen Marisa, die sich durch ihren Joballtag in einer Madrider Werbeagentur quält. Schon morgens wacht sie mit Angststörungen auf, den Tag übersteht sie kaum ohne Antidepressiva und Youtube-Videos zum Ablenken. Und trotzdem funktioniert sie- zumindest bis zum groß angekündigten Teambuilding-Wochenende. Einige Rezensionen kritisieren die Unglaubwürdigkeit dieses Szenarios, die Verherrlichung einer konsequenzlosen, faulen Hauptfigur und die Untragbarkeit von Marisas gesteigertem Tablettenverzehr. Ich muss sagen, zum Glück arbeite ich nicht in einem so krassen Hamsterrad wie einer Werbeagentur, wo sich jeder der nächste ist und alle versuchen Illusionen an den Menschen zu bringen. Der Autorin ist das Szenario jedoch auf sehr eindrückliche Weise geglückt und ich kann nachvollziehen, was Marisa in ihre aktuelle Lage gebracht hat. Insgesamt ist mit Marisa eine sehr starke, wenn auch polarisierende Hauptfigur gelungen, deren Emotionen und Entscheidungen ich jederzeit verstehen (wenn auch nicht immer moralisch unterstützen) konnte. Mal abgesehen davon, dass ich sie unheimlich kreativ und in Stresssituationen funktionierend empfand, kann ich auch nachvollziehen wie ihre Umgebung sie zu dem Menschen geformt hat, den man in diesem Buch erleben darf. Insgesamt war das Buch für mich ein riesiges Plus (mit kleinen roten Flaggen), weil es sich auf beeindruckende Weise mit einem sehr kritischen Thema auseinandersetzt.
Wortschätzchen
aus Kreis HD
5/5
26.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geht gar nicht! Marissa hasst…
Geht gar nicht! Marissa hasst ihren Job, den sie nur durch Zufall bekommen hat. Sie hangelt sich durch die Tage und mogelt sich überall durch. Die Ankündigung eines Team-Building-Wochenendes versetzt sie in totale Panik. Echt jetzt? Hab ich einen Fehldruck erhalten? Ich kann im ganzen Buch nichts von El Culturals Lobpreisung, den witzigsten, bösesten und treffsichersten Debutroman seit Langem in den Händen zu halten, finden. Mich nervt Marissa einfach nur. Ihr Gejammer und Gemecker geht mir echt auf den Senkel. Sie ist dauergelangweilt, delegiert ihre Arbeiten an andere und glotzt den ganzen Tag sinnbefreite Videos auf YouTube. Das stresst sie enorm. Echt jetzt? Ach, das sagte ich ja bereits. Nein, im Ernst, ich kann das nicht nachvollziehen, wie man kurz vor dem Burnout stehen kann oder will, wenn man so rein gar nichts tut. Die vergeudete Zeit hätte Marissa doch wohl sinnvoll in die Suche nach einem neuen Job und einem neuen Umfeld investieren können! Ach so, es geht um Bore-out? Na, erst recht ein Grund, einen neuen Job zu suchen! Huch, und dann auch noch eine Angststörung, die die Teilnahme am Team-Building-Wochenende zu einem Horrortrip macht! Nee, danke. Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass das Buch von einer spanischen Autorin stammt. Also ich gehe echt nicht davon aus, dass ich einfach keine spanische Literatur mag. Oder spanischer Humor so seltsam ist, dass er sich mir nicht erschließt. Ja, ich habe auch mal gelernt, dass Übertreibung ein Stilelement ist. Aber hier ist es einfach nur überstrapaziert worden, wodurch es die sanft durchschimmernde Gesellschaftskritik zu einer Farce werden lässt. Marissa hat an nichts und niemandem Interesse und beklagt sich dennoch über alles und jeden. Nein, das ist so gar nicht meins und auch überhaupt nicht lustig. Und nein, ich kann Elena Medel nicht zustimmen, denn ich finde mich in diesem Buch nicht selbst wieder. Zum Glück! Mich hat das Buch nicht nur enttäuscht, sondern auch wütend gemacht. Die 22 € sind mal echt definitiv in den Sand gesetzt. Da Marissa mich fast mit dem Bore-out angesteckt hat, gibt es nur einen einzigen Stern und den auch nur, weil man nicht null Sterne geben kann.
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5/5
09.07.2026
eBook (ePUB)
Herrlich!
Ironisch, witzig und herrlich satirisch! Mit minimalen Aufwand zum beruflichen Erfolg - so hält es die Protagonistin und sie kommt ganz gut durch den Alltag. Nur war, wenn sie dann doch bei einer Firmenfeier anwesend und bereit sein sollte! Leseempfehlung!
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5/5
14.08.2025
eBook (ePUB)
Wenn der Job einen zu Tode langweilt
Marisa geht es von außen betrachtet gut. Sie arbeitet in einer Madrider Marketing Werbeagentur, verdient so gut, dass sie sich ein kleines Appartement mit Dachterrasse und Einkäufe in der Delikatessenabteilung leisten kann. Allerdings langweilt sie ihr Job zu Tode. Sinnlose Meetings und Gespräche mit ihren Kolleg*innen erträgt sie nur mit Hilfe von Beruhigungsmitteln und dem Schauen von sinnbefreiten YouTube-Videos.
Dies alles wird noch getoppt durch das Teambuilding Event für Führungskräfte, an dem sie nicht nur teilnehmen, sondern auch einen Beitrag vorbereiten muss. Ob es eine gute Idee von ihr ist, verschiedene Drogen mit zu der Veranstaltung zu nehmen, um ihre Angstzustände zu bekämpfen, wird sich noch herausstellen.
Beatriz Serrano gelingt es in diesem Buch ihre Leser*innen gleichzeitig zum Lachen zu bringen und parallel dazu, dass ihnen dieses Lachen im Halse stecken bleibt. Auf der einen Seite beschreibt sie die ewig gleichen Tagesabläufe, unnötige Meetings und unwichtige Absprachen und den Kampf um die Pole Position auf der Aufmerksamkeitsskala der Chefetage so witzig und bissig, dass man sich kugeln könnte, um auf der anderen Seite die tiefe Traurigkeit und Verzweiflung der jungen Frau zu spüren. Gefangen in einem sinnlosen Job, in dem nur der schöne Schein zählt, ist Marisa zu schwach, um etwas daran zu ändern. Sie ist ausgebrannt vor lauter Langeweile, etwas das es in vielen Jobs gibt. Sie erledigt langweilige Aufgaben und hat nichts, mit dem sie wirklich etwas erreichen kann, ein Phänomen unserer Zeit.
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4/5
06.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
DER Ratgeber bei Burnout haha
Wer jemals in einem Großraumbüro saß und sich beim Anblick einer Powerpoint-Präsentation gefragt hat, ob das Leben nicht vielleicht doch ein einziger, grausamer Scherz ist, wird sich hier gut wiederfinden können. Marisas Überlebensstrategie: exzessiver Internetkonsum und sarkastisches Schweigen. Der Klimax besteht in einem Teambuilding Wochenende der Firma: der erzwungene Spaß kulminiert in einem veritablen Nervenzusammenbruch. Der pechschwarze Humor macht das ganze zu einer großartigen Sozialsatire; Marisas innere Monologe sind pures Comedy-Gold. Dazu treffsicher geschriebene Nebencharaktere, überspitzte Stereotypen die vermutlich jeder igendwo in seinem Arbeitsfeld identifizieren kann. Weit mehr als nur Geht So, kongenial. Am Besten während der Arbeitszeit lesen.
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4/5
11.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Pikant, aktuell, sarkastisch und empfehlenswert
Es schildert die Geschichte Marisas, Mitte 30, die ihren Job als Head of Creative in einer Madrider Werbeagentur nicht mehr erträgt. Erfolgreich, strahlend, selbstbewusst, geschätzt und respektiert, kämpft Marisa aber im täglichen Hamsterrad um zu überleben. Die Realität ihres Inneren scheint aber ganz anders zu sein… Damit sie ihre Arbeitsleistung erbringt, wird sie von Beruhigungsmitteln und Drogen abhängig. Das Thema des Buches findet sich genau hier: wo zieht man die Grenzen zwischen Arbeit und psychischer Gesundheit, wenn die beiden gegeneinander sprechen?
Marisa hat das Gefühl eine (sehr gute) Rolle zu spielen. Sie beschreibt wie oberflächlich die Unterhaltungen zwischen Kollegen klingen, wie hypokritisch man in einer Firma wirken kann – dafür nimmt sie das Beispiel einer ehemaligen Kollegin, die sehr einsam im Büro war, die sich nach ein paar Monaten umgebracht hat. Alle Mitarbeiter schienen traurig, aber beschwerten sich, da sie wegen ihres Todes mehr Aufgaben hatten.
Serrano bietet eine Gesellschaftskritik mit einer humorvollen und sarkastischen Stimme. Der witzige und überspitzte Schreibstil hat mich sofort abgeholt, da die Autorin es schafft über Themen wie Feminismus, Trauer, Einsamkeit und Freundschaft in einer modernen Perspektive zu erzählen. Marisa schaut Youtube um sich abzulenken und vieles kennt meine Generation sicher auch, sodass ich mich der Protagonistin näher gefühlt habe – obwohl eine gute Menge ihrer Entscheidungen sehr fragwürdig waren und ihr „alles ist es mir egal“ Verhalten oft unsympathisch rüberkam.
Ich muss aber sagen, dass der letzte Teil mich ein bisschen enttäuscht hat. Die Teambuilding Veranstaltung, präsentiert als der Höhepunkt des Buches, war eine Irre. Ich kann es kaum fassen, alles kam mir so irreal vor und war fast wie ein Albtraum von Marisa. Und ganz am Schluss, indem sie sich freut, verletzt zu sein, damit sie nicht am nächsten Tag in die Arbeit muss, war zwar eine interessante Idee, da sie zeigt, wie sehr Marisa am Ende ist, aber mmn übertrieben oder zu wenig reflektiert.
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4/5
31.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geht so... :-)
Marisa scheint ein gutes Leben zu haben: Sie arbeitet in einer Werbeagentur in Madrid, verdient genug Geld und hat eine schöne Wohnung. Aber ihr Job macht sie sehr müde und langweilt sie. Sie muss viele sinnlose Meetings besuchen und redet oft mit Kollegen, die sie nicht wirklich mag. Um das auszuhalten, nimmt sie Beruhigungsmittel und schaut nutzlose Videos.
Bald muss sie bei einem wichtigen Treffen mitmachen und sogar etwas vorbereiten. Dabei nimmt sie Drogen, um ihre Angst zu beruhigen.
Die Autorin Beatriz Serrano erzählt die Geschichte mit viel Witz, aber auch mit traurigen Momenten. Man lacht über den langweiligen Büroalltag, merkt aber auch, wie unglücklich Marisa wirklich ist. Sie fühlt sich gefangen und ausgebrannt, ohne etwas zu verändern. Das zeigt gut, wie viele Menschen heute ihren Job als sinnlos empfinden.
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