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Ich, die ich Männer nicht kannte Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

602

Einband

Gebundene Ausgabe

Book Tropes

Found Family + weitere

Erscheinungsdatum

14.03.2026

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,8/13,2/2,5 cm

Gewicht

314 g

Farbe

Anthrazit / Altweiß

Auflage

6. Druckaufl. 2026

Originaltitel

Moi Qui N’ai Pas Connu Les Hommes

Übersetzt von

Luca Homburg

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-96670-1

Beschreibung

Rezension

»Das Großartige an Jacqueline Harpmans existentieller Parabel ist: Sie lässt all diese Deutungsoptionen zu und ist offen für weitere.« Dina Netz, Deutschlandfunk, 23. April 2026 ("Deutschlandfunk")
»Mit ihrer kargen und zugleich zutiefst menschlichen Stimme zeigt Harpman, dass manchmal selbst in den extremsten Umständen doch ein Funke Menschlichkeit bestehen bleibt. Ein beklemmender, unvergesslicher Roman, der heute mehr zum Nachdenken anregt als je zuvor.« Lola Fröbe, ELLE, 12. April 2026 ("ELLE")
»[E]in uraltes Bewusstsein in mir hat sich aufs Herrlichste umarmt gefühlt. Wenn wir uns mit Haut und Haaren dem Hier und Jetzt hingeben, uns die Neugier aufs Leben bewahren, das Staunen, selbst für die kleinsten Dinge und Ereignisse, verwurzelt sich eine tiefe Freude und innere Zufriedenheit in uns, die uns trägt und erfüllt und keine Einsamkeit und Verlorenheit kennt.« Jeanette Hain, Die Zeit "Was wir lesen" Newsletter, 02. April 2026 ("Die Zeit Newsletter")
»ein Meisterwerk« Erwin Uhrmann, Die Presse am Sonntag, 15. März 2026 ("Die Presse am Sonntag")
»Der verspätete Erfolg von ›Ich, die ich Männer nicht kannte‹ ist vermutlich das Beste, was TikTok je angestoßen hat.« Marie-Luise Goldmann, Die Welt am Sonntag, 08. März 2026 ("Welt am Sonntag")
»Harpmans Buch kann als Variation von Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ (ein Fall extremer patriarchalischer Gewalt) gelesen werden, als antifeministische Beschreibung dessen, wie Frauen Männer brauchen, um zu überleben, als Geschichte einer Gruppe von Überlebenden in einer postapokalyptischen Landschaft, als Bekräftigung der Notwendigkeit, seine Geschichte zu erzählen, […] schließlich als Echo der Auschwitz-Erfahrung der Autorin. Das Geniale an diesem Buch ist jedoch, dass es zwar mit all diesen möglichen Hintergründen spielt, aber voller Details ist, die jede dieser Lesarten zunichtemachen. Es gibt keine Erklärung dafür, was wirklich vorgefallen ist, nur die Beschreibung wachsender Verzweiflung und Einsamkeit.« Slavoj Žižek, Die Welt, 04. Februar 2026 ("Die Welt")
»›Ich, die ich Männer nicht kannte‹ ist verstörend und schön zugleich. Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Eine Dystopie, die zum Nachdenken anregt, über das, was auch in unserer Gegenwart geschieht und vollkommen absurd und sinnlos ist.« Barbara Geschwinde, SWR Kultur, 30. März 2026 ("SWR Kultur")
»Ein Buch, das mit Margaret Atwoods ›Der Report der Magd‹ in einem Atemzug genannt wird.« Christoph Schröder, SWR Kultur, 29. Januar 2026 ("SWR Kultur")

Produktdetails

Verkaufsrang

602

Einband

Gebundene Ausgabe

Book Tropes

  • Found Family
  • Dystopian
  • Survival

Erscheinungsdatum

14.03.2026

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,8/13,2/2,5 cm

Gewicht

314 g

Farbe

Anthrazit / Altweiß

Auflage

6. Druckaufl. 2026

Originaltitel

Moi Qui N’ai Pas Connu Les Hommes

Übersetzt von

Luca Homburg

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-96670-1

Herstelleradresse

Klett-Cotta Verlag
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

Email: produktsicherheit@klett-cotta.de

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Das Streben nach Wissen und Antworten

Bewertung am 14.06.2026

Bewertungsnummer: 3167981

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In einem unterirdischen Bunker sind 39 Frauen und ein Kind seit über zehn Jahren in einem Käfig gefangen, bewacht von wenigen Männern, die ihnen Essen bringen, aber ansonsten nicht mit ihnen interagieren. Durch einen Zufall können sie fliehen, aber wartet draußen wirklich die Freiheit oder nur ein neuer Käfig? Diese kürzlich wieder bekannt gewordene Geschichte ist so ziemlich das Gegenteil eines Wohlfühlbuchs. Es ist alles sehr bedrückend, trostlos und deprimierend, nur unterbrochen von kleinen Lichtmomenten. Und trotzdem liest man weiter, genau wie die Charaktere immer auf der Suche nach Antworten und Erklärungen: Wer hat sie eingesperrt, sind sie noch auf der Erde, was ist passiert - und vor allem das große Warum? Es soll vorweg gesagt sein: Es ist viel Platz für Spekulationen und Theorien, aber sichere Erklärungen wird man nicht bekommen, was durchaus frustrierend sein kann. Vor der persönlichen Geschichte der Autorin macht dies aber doch durchaus irgendwie Sinn. Harpman musste als Kind im zweiten Weltkrieg nach Marokko fliehen, ein großer Teil ihrer Familie wurde in Auschwitz ermordet. Wer könnte besser aus der Sicht eines Kindes schreiben, das in einer fremden Welt erwachsen wird, umgeben von Menschen, die ihr altes Leben vermissen, und dem allgegenwärtigen, sinnlosen Tod? So betrachtet liest sich das Buch sehr persönlich, funktioniert aber auch unabhängig davon. Die Nebencharaktere bleiben größtenteils eher blass, dafür taucht man tief in die Gedankenwelt der namenlosen Erzählerin ein. Sie erkundet nicht nur die fremde Welt, sondern auch die Konzepte der Menschlichkeit und ihr neue Gefühle, immer begleitet von einem Durst nach Wissen. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und mir vermutlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Das Streben nach Wissen und Antworten

Bewertung am 14.06.2026
Bewertungsnummer: 3167981
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In einem unterirdischen Bunker sind 39 Frauen und ein Kind seit über zehn Jahren in einem Käfig gefangen, bewacht von wenigen Männern, die ihnen Essen bringen, aber ansonsten nicht mit ihnen interagieren. Durch einen Zufall können sie fliehen, aber wartet draußen wirklich die Freiheit oder nur ein neuer Käfig? Diese kürzlich wieder bekannt gewordene Geschichte ist so ziemlich das Gegenteil eines Wohlfühlbuchs. Es ist alles sehr bedrückend, trostlos und deprimierend, nur unterbrochen von kleinen Lichtmomenten. Und trotzdem liest man weiter, genau wie die Charaktere immer auf der Suche nach Antworten und Erklärungen: Wer hat sie eingesperrt, sind sie noch auf der Erde, was ist passiert - und vor allem das große Warum? Es soll vorweg gesagt sein: Es ist viel Platz für Spekulationen und Theorien, aber sichere Erklärungen wird man nicht bekommen, was durchaus frustrierend sein kann. Vor der persönlichen Geschichte der Autorin macht dies aber doch durchaus irgendwie Sinn. Harpman musste als Kind im zweiten Weltkrieg nach Marokko fliehen, ein großer Teil ihrer Familie wurde in Auschwitz ermordet. Wer könnte besser aus der Sicht eines Kindes schreiben, das in einer fremden Welt erwachsen wird, umgeben von Menschen, die ihr altes Leben vermissen, und dem allgegenwärtigen, sinnlosen Tod? So betrachtet liest sich das Buch sehr persönlich, funktioniert aber auch unabhängig davon. Die Nebencharaktere bleiben größtenteils eher blass, dafür taucht man tief in die Gedankenwelt der namenlosen Erzählerin ein. Sie erkundet nicht nur die fremde Welt, sondern auch die Konzepte der Menschlichkeit und ihr neue Gefühle, immer begleitet von einem Durst nach Wissen. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und mir vermutlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Wie Ödnis so einen Sog erzeugen kann?

TineBook87 aus Markkleeberg am 13.06.2026

Bewertungsnummer: 3167145

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Einem über 30 Jahre alten BookTok-Hype konnte ich mich nicht entziehen. TikTok gibt es noch nicht so lange, denken jetzt einige. Das stimmt, aber den Roman „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpamnn, welcher 1995 erstmals erschienen ist & dank TikTok eine Wiederbelebung erfahren hat. Ich kann Marie-Luise Goldmann nur zustimmen, die am 9. März 2026 (welch Zufall, dass das mein Geburtstag ist) in Welt am Sonntag meinte: „… vermutlich das Beste, was TikTok je angestoßen hat!“ „Mir fehlen wohl einige der Erfahrungen, die einen erst zum Menschen machen.“ S. 133 Was ist so besonders an dieser Dystopie? Alles & Nichts könnte man sagen. 39 Frauen & 1 Mädchen gefangen in einem unterirdischen Käfig, einem künstlichen Zeitrhythmus ausgesetzt, Tag für Tag eine Routine, die sie selbst nicht beeinflussen können, bewacht von Männern, die nicht sprechen, aber alles sehen. Ein Ereignis was den Frauen & dem Mädchen zur Flucht verhilft. Eine Flucht wohin? Der Roman erzählt eindringlich & doch mit einer Ruhe, wie es den Frauen & der Kleinen im Käfig als auch in der Außenwelt ergeht. Eine Außenwelt, die anders ist, als Alles was die Frauen kannten, die Kleine, im Käfig aufgewachsen kannte Nichts. Weites Land, Ödnis … „Sie fragte sich, wann wie begriffen hatten, dass wir im Freien genauso ausweglos gefangen waren wie hinter den Gittern des Käfigs.“ S. 142/143 Der Klappentext verrät Alles & Nichts. Der Roman wirft viele Fragen auf, die sich jeder selbst beantworten muss. Was macht Menschsein aus? Ist es das, was die Gesellschaft aus uns macht? Was wären wir ohne andere Menschen, ohne gewohnten Alltag, ohne das Leben selbst? Ist es angeboren, entwickelt es sich natürlich? Kann es verkümmern, wenn man es nicht auslebt? Kommen Emotionen ohne zwischenmenschliche Interaktion überhaupt auf? „Zeit ist etwas Menschliches“ S. 210 Dieses Buch darf zu keiner Zeit wieder in Vergessenheit geraten. Es ist ein außergewöhnliches Werk & schade, das die Autorin den verspäteten Ruhm nicht mehr erleben kann.

Wie Ödnis so einen Sog erzeugen kann?

TineBook87 aus Markkleeberg am 13.06.2026
Bewertungsnummer: 3167145
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Einem über 30 Jahre alten BookTok-Hype konnte ich mich nicht entziehen. TikTok gibt es noch nicht so lange, denken jetzt einige. Das stimmt, aber den Roman „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpamnn, welcher 1995 erstmals erschienen ist & dank TikTok eine Wiederbelebung erfahren hat. Ich kann Marie-Luise Goldmann nur zustimmen, die am 9. März 2026 (welch Zufall, dass das mein Geburtstag ist) in Welt am Sonntag meinte: „… vermutlich das Beste, was TikTok je angestoßen hat!“ „Mir fehlen wohl einige der Erfahrungen, die einen erst zum Menschen machen.“ S. 133 Was ist so besonders an dieser Dystopie? Alles & Nichts könnte man sagen. 39 Frauen & 1 Mädchen gefangen in einem unterirdischen Käfig, einem künstlichen Zeitrhythmus ausgesetzt, Tag für Tag eine Routine, die sie selbst nicht beeinflussen können, bewacht von Männern, die nicht sprechen, aber alles sehen. Ein Ereignis was den Frauen & dem Mädchen zur Flucht verhilft. Eine Flucht wohin? Der Roman erzählt eindringlich & doch mit einer Ruhe, wie es den Frauen & der Kleinen im Käfig als auch in der Außenwelt ergeht. Eine Außenwelt, die anders ist, als Alles was die Frauen kannten, die Kleine, im Käfig aufgewachsen kannte Nichts. Weites Land, Ödnis … „Sie fragte sich, wann wie begriffen hatten, dass wir im Freien genauso ausweglos gefangen waren wie hinter den Gittern des Käfigs.“ S. 142/143 Der Klappentext verrät Alles & Nichts. Der Roman wirft viele Fragen auf, die sich jeder selbst beantworten muss. Was macht Menschsein aus? Ist es das, was die Gesellschaft aus uns macht? Was wären wir ohne andere Menschen, ohne gewohnten Alltag, ohne das Leben selbst? Ist es angeboren, entwickelt es sich natürlich? Kann es verkümmern, wenn man es nicht auslebt? Kommen Emotionen ohne zwischenmenschliche Interaktion überhaupt auf? „Zeit ist etwas Menschliches“ S. 210 Dieses Buch darf zu keiner Zeit wieder in Vergessenheit geraten. Es ist ein außergewöhnliches Werk & schade, das die Autorin den verspäteten Ruhm nicht mehr erleben kann.

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Ich, die ich Männer nicht kannte

von Jacqueline Harpman

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Lea

Thalia M4 Wörgl

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5/5

Wow!

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein super spannendes Konzept, welches grandios umgesetzt wurde! Ich hätte das Buch in einem Stück durchsuchten können. Es regt zum nachdenken an und lässt einen nichtmehr los! Absolute Empfehlung!
  • Lea
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5/5

Wow!

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Ein super spannendes Konzept, welches grandios umgesetzt wurde! Ich hätte das Buch in einem Stück durchsuchten können. Es regt zum nachdenken an und lässt einen nichtmehr los! Absolute Empfehlung!

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Claudia

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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5/5

"Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut."

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Jedes Mal wieder, wenn ich an Jaqueline Harpmans Geschichte denke, spüre ich diesen kalten Schauer meinen Rücken hinauflaufen. Stell dir vor, du kennst nichts als diesen einen Raum in einem Kerker, deine gesamten Erinnerungen spielen sich dort unter 39 anderen Frauen wieder aber eines Tages schafft ihr es auszubrechen. Keine Wärter, keine Peitschen, nur eine grausame, alles verschlingende Leere. Doch was befindet sich einen Fußmarsch von dort? Eine Stadt? Antworten, warum sie eigentlich in diesem Kerker waren? Sind sie denn überhaupt noch auf der Erde? Und warum genau diese Frauen?  Vor einem Jahr habe ich Harpmans Roman "I Who Have Never Known Men" in der englischen Fassung, übersetzt von Ros Schwartz, zum ersten Mal gelesen und Ooof. Worte reichen hier fast nicht aus zu beschreiben, wie ich mich danach fühlte. Auch hier, in der neuübersetzten deutschen Fassung nach Luca Homburg, ging es mir ähnlich. Harpman schaffte es 1995 bereits, in wenigen Worten und einfacher Prosa einen Zustand des absoluten Unbehagens zu beschreiben. Unsere Hauptcharakterin ist zwischen 10 und 15 und lebt mit 39 Frauen eingesperrt in einen fensterlosen Kerker, bewacht von Wärtern, die weder mit ihnen sprechen noch sonst wie kommunizieren, die abermaligen Peitschenschläge ausgenommen, als sie ihren Alltag zu hinterfragen beginnt. Durch künstliches Licht ist für sie Tag und Nacht und weder wissen sie, wie es zu diesem Zustand gekommen ist, noch, warum sie eigentlich eingesperrt sind. Als sie eines Tages doch ausbrechen und es aus dem Kerker rausschaffen, wollen sie zurück ins gekannte Leben - außer unsere Hauptcharakterin, den alles was sie kennt, ist das Leben im Kerker. "Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut." Unvorstellbar und grausam, in den 90ern als Science Fiction herausgebracht, spiegelt der Roman die heutige politische Lage fast erschreckend wider, ähnlich wie Atwoods "The Handmaid's Tale", auch hier viel zu nahe zum heutigen gesellschaftlichen Zustand. Der Roman wirft erschreckende Fragen immer und immer wieder auf. Was macht Menschen aus? Was ein Leben? Was für eine Rolle spielen Bücher und Literatur im Leben eines Menschen? Auch die tragische Komik zu Ende der Geschichte ist in einer patriarchalen Gesellschaft einfach nur furchtbar (Behandlung der Frauen durch Männer und dessen Folgen). Der patriarchale Grundton des Romans zieht sich beinahe Seite durch Seite - die Wärter, die Männer, Entdeckungen, Erschaffungen der Wissenschaftler usw. Besonders spannend fand ich hier auch, die Übersetzungen zu vergleichen. Was mir hier auch gleich auffiel, waren Wörter im deutschen Sprachgebraucht, die auch wieder und wieder darauf zurückgreifen, zum Beispiel der Begriff der "Tage" anstelle von "period" oder dem Begriff "herrlich".  Jaqueline Harpmans Roman ist vollkommen zurecht als Klassiker der Literatur anzusehen, die Geschichte aus so vielen Ansatzpunkten aus zu betrachten. Literatur und Sprachgebrauch ist politisch, wieder und wieder. Ich kann "Ich, die ich Männer nicht kannte" nur empfehlen.
  • Claudia
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5/5

"Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut."

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Jedes Mal wieder, wenn ich an Jaqueline Harpmans Geschichte denke, spüre ich diesen kalten Schauer meinen Rücken hinauflaufen. Stell dir vor, du kennst nichts als diesen einen Raum in einem Kerker, deine gesamten Erinnerungen spielen sich dort unter 39 anderen Frauen wieder aber eines Tages schafft ihr es auszubrechen. Keine Wärter, keine Peitschen, nur eine grausame, alles verschlingende Leere. Doch was befindet sich einen Fußmarsch von dort? Eine Stadt? Antworten, warum sie eigentlich in diesem Kerker waren? Sind sie denn überhaupt noch auf der Erde? Und warum genau diese Frauen?  Vor einem Jahr habe ich Harpmans Roman "I Who Have Never Known Men" in der englischen Fassung, übersetzt von Ros Schwartz, zum ersten Mal gelesen und Ooof. Worte reichen hier fast nicht aus zu beschreiben, wie ich mich danach fühlte. Auch hier, in der neuübersetzten deutschen Fassung nach Luca Homburg, ging es mir ähnlich. Harpman schaffte es 1995 bereits, in wenigen Worten und einfacher Prosa einen Zustand des absoluten Unbehagens zu beschreiben. Unsere Hauptcharakterin ist zwischen 10 und 15 und lebt mit 39 Frauen eingesperrt in einen fensterlosen Kerker, bewacht von Wärtern, die weder mit ihnen sprechen noch sonst wie kommunizieren, die abermaligen Peitschenschläge ausgenommen, als sie ihren Alltag zu hinterfragen beginnt. Durch künstliches Licht ist für sie Tag und Nacht und weder wissen sie, wie es zu diesem Zustand gekommen ist, noch, warum sie eigentlich eingesperrt sind. Als sie eines Tages doch ausbrechen und es aus dem Kerker rausschaffen, wollen sie zurück ins gekannte Leben - außer unsere Hauptcharakterin, den alles was sie kennt, ist das Leben im Kerker. "Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut." Unvorstellbar und grausam, in den 90ern als Science Fiction herausgebracht, spiegelt der Roman die heutige politische Lage fast erschreckend wider, ähnlich wie Atwoods "The Handmaid's Tale", auch hier viel zu nahe zum heutigen gesellschaftlichen Zustand. Der Roman wirft erschreckende Fragen immer und immer wieder auf. Was macht Menschen aus? Was ein Leben? Was für eine Rolle spielen Bücher und Literatur im Leben eines Menschen? Auch die tragische Komik zu Ende der Geschichte ist in einer patriarchalen Gesellschaft einfach nur furchtbar (Behandlung der Frauen durch Männer und dessen Folgen). Der patriarchale Grundton des Romans zieht sich beinahe Seite durch Seite - die Wärter, die Männer, Entdeckungen, Erschaffungen der Wissenschaftler usw. Besonders spannend fand ich hier auch, die Übersetzungen zu vergleichen. Was mir hier auch gleich auffiel, waren Wörter im deutschen Sprachgebraucht, die auch wieder und wieder darauf zurückgreifen, zum Beispiel der Begriff der "Tage" anstelle von "period" oder dem Begriff "herrlich".  Jaqueline Harpmans Roman ist vollkommen zurecht als Klassiker der Literatur anzusehen, die Geschichte aus so vielen Ansatzpunkten aus zu betrachten. Literatur und Sprachgebrauch ist politisch, wieder und wieder. Ich kann "Ich, die ich Männer nicht kannte" nur empfehlen.

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Ich, die ich Männer nicht kannte

von Jacqueline Harpman

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