Das Buch ist eine der schönsten Erfindungen der Menschheit. Bücher lassen Worte durch Zeit und Raum reisen und sorgen dafür, dass Ideen und Geschichten Generationen überdauern. Irene Vallejo nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise durch die faszinierende Geschichte des Buches, von den Anfängen der Bibliothek von Alexandria bis zum Untergang des Römischen Reiches. Dabei treffen wir auf rebellische Nonnen, gewiefte Buchhändler, unermüdliche Geschichtenerzählerinnen und andere Menschen, die sich der Welt der Bücher verschrieben haben.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Alrik Gerlach
aus NordWestMecklenburg
5/5
25.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die stillen Hüter der Schrift
Beim Aufschlagen von Papyrus legt sich ein Sog über die Sinne: Werkstätten am Nil erscheinen vor dem inneren Auge, bleiche Rollen rascheln, und Hände falten Worte wie zarte Blätter. Die Lektüre fühlt sich an wie eine Entdeckungsreise durch eine Welt, in der Bücher nicht nur Gegenstände, sondern lebendige Brücken zwischen Zeiten sind. Vallejo schreibt mit einer Wärme, die Wissen tragbar macht; ihre Szenen sind anschaulich, voller kleiner Helden — Buchhändler, Schreiber, eine Nonne, die Schriften bewahrt — und jede von ihnen hinterlässt ein Bild, das nachklingt.
Die Verbindung von erzählerischem Schwung und fundierter Forschung beeindruckt: Fakten werden nicht trocken aufgereiht, sondern in Geschichten eingebettet, so dass das Lesen selbst zur Handlung wird. Manchmal verlangt die Fülle an Exkursen aktive Aufmerksamkeit; der rote Faden löst sich stellenweise auf, und gelegentliche Abschweifungen fordern Geduld. Genau hier liegt aber auch der Reiz: Wer bereit ist, sich treiben zu lassen, wird mit überraschenden Einsichten belohnt.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Bücher mehr sind als Information — sie sind Überlieferung, Rettung und Widerstand gegen das Vergessen. Für alle, die Geschichte fühlen möchten und Lust auf ein leidenschaftlich erzähltes Sachbuch haben, ist Papyrus ein bereichernder Schatz. Wer eine streng lineare Darstellung sucht, könnte sich stellenweise geordnetere Strukturen wünschen. Insgesamt aber hat dieses Buch den Blick auf das geschriebene Wort vertieft und lange nachklingen lassen.
FritziTetzlaff
5/5
25.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Muss für alle Buchliebhaber:innen
Schon auf den ersten Blick begeistert „Papyrus“ mit seiner hochwertigen Gestaltung. Das Cover ist nicht nur wunderschön durch die abgebildete Papyruspflanze, sondern auch ein echter Hingucker durch die hohe Qualität des Buches an sich. Diese wird durch das Lesebändchen unterstrichen – ein Detail, das Bücherliebhaber:innen zu schätzen wissen.
Der Titel „Papyrus“ ist äußerst treffend gewählt, da das Buch inhaltlich tief in die Geschichte des Schreibens, des Lesens und des Buchsammelns eintaucht. Es führt die Leser:innen auf einen Exkurs durch die Entwicklung der Schrift und Buchkultur. Die erzählte Geschichte ist sehr lehrreich, da sie wertvolle Einblicke in die Ursprünge unserer heutigen Buchtradition bietet.
Sprachlich ist „Papyrus“ in einem einfachen und klaren Stil gehalten, was jedoch keineswegs negativ ist. Im Gegenteil: Diese Zugänglichkeit macht das Buch für ein breites Publikum verständlich und ermöglicht es, die Fülle an Informationen ohne Mühe zu genießen.
Das Buch beeindruckt mit seinem umfangreichen Inhalt. Es ist Keines, das man in einem Rutsch verschlingt, sondern vielmehr eines, das zum langsamen Genießen einlädt – wie eine besonders edle Schokolade, von der man sich jeden Abend nur ein kleines Stück gönnt, um den Genuss möglichst lange auszukosten.
„Papyrus“ ist ein wahres Schatzkästchen für alle, die das Lesen und die Geschichte der Bücher lieben. Ein Buch, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Liebe zur Literatur feiert. Absolut empfehlenswert!
Helena H.
5/5
01.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das seinesgleichen sucht
»Lesen errichtet eine innige Kommunikation, eine klangvolle Einsamkeit.«
Irene Vallejo nimmt uns in ihrem - äußerlich wie innerlich - wunderschönen Buch »Papyrus« auf die überaus spannende und abenteuerliche Reise auf den Spuren des Buches mit. Auf eine äußerst ansprechende Weise verbindet die Autorin Historisches, Persönliches und Fiktives zu einem originellen, einzigartigen Buch. Parallelen und Assoziationen sowie intermediale Anspielungen lassen vor dem inneren Auge des Lesers eine lebhafte Welt entstehen, in der man gerne wandelt und sich Inspirationen holt.
Gemeinsam mit der Autorin tauchen wir ein in die Geschichte der Bibliothek von Alexandria, begleiten sie zu ihren Recherchearbeiten nach Oxford und machen uns Gedanken über das geschriebene Wort. Auch über die verschiedensten Schriftenträger - Papyrus, Pergament, Papier oder gar die menschliche Haut selbst - machen wir uns zusammen mit der Autorin ausführlich Gedanken. Entstanden ist auf diese Weise ein überaus lesenswertes Buch, das die allerwärmste Empfehlung von mir erhält. Es ist ein ebenso informatives wie bezauberndes Buch für alle Menschen da draußen, die restlos der Bibliomanie verfallen sind. »Papyrus« von Irene Vallejo sollte in ihrer Sammlung auf keinen Fall fehlen.
Bewertung
aus Ahrensburg
5/5
24.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine außergewöhnliche und wunderschöne Liebeserklärung
Dieser Schatz ist für Bücherliebhaber genau das richtige Buch.
Vor allem das wunderschöne Cover ist ein richtiger Eyecatcher. Ein Sachbuch diesen Ausmaßes kann schon eine kleine Herausforderung darstellen. Die Autorin Vallejo nimmt den Leser nimmt auf eine ganz außergewöhnliche Reise. Eine Reise durch die Geschichte und durch die Bücherregale dieser Welt. Bemerkenswert gut recherchiert und gekonnt unterhaltsam erzählt, hat die Autorin ein Werk erschaffen das vor allem eines ist: eine große Liebeserklärung an die Bücher. "Papyrus" hat mir viele anregende Lesestunden bereitet und ich habe unzählige wissenswerte Fakten und Buchtipps für mich gewinnen können. Gerade bibliophile Interessierte werden an diesem Buch ihre helle Freude haben, denn dieses Buch präsentiert u.a.die Entwicklung und Weiterentwicklung des Buches neben der Menschheitsgeschichte. Dabei hat mich vor allem Vallejos einnehmender Schreibstil für sich einnehmen können. Man bekommt richtig Lust selbst wieder Bücher für sich zu entdecken und bzgl der Genre auch mal über den tellerrand zu schauen.
Das Buch hat mir so viele inspirierende und wissenswerte Lesestunden bereitet. Dieses Prachtexemplar ist nicht nur äußerlich wunderschön, sondern bietet dem Leser auch inhaltlich eine ganz außergewöhnliche Entdeckungsreise
"Papyrus" ist ein spannendes, unterhaltsames und vor allem sehr wissenswertes Buch das wirklich in keinem Buchregal fehlen sollte.
Bewertung
5/5
23.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Meisterwerk für Bibliophile!
"Papyrus" von Irene Vallejo hat aus zwei Gründen sogleich mein Interesse geweckt: Zum einen liebe ich Bücher über Bücher. Zum anderen besticht das Werk durch ein traumhaft schönes Cover. Dennoch war ich skeptisch, ob ich mich auf die Lektüre des umfangreichen Werkes einlassen sollte. Würde mich dieses Sachbuch über die Geschichte der (antiken) Welt vermittelt über die parallel erzählte Entstehungsgeschichte des Buches begeistern können? Sollte ich mich auf das Wagnis der Lektüre einlassen? Es heißt, wer nicht wagt, der auch nicht gewinnt. Daher beschloss ich, mich auf die Entdeckungsreise zu begeben und schon bald versank ich in Vallejos meisterhaft erzählten und brilliant recherchierten Werk. Sehr schnell war ich höchst fasziniert, denn so viel Wissenswertes und Überraschendes gab es zu entdecken. Vergleichbares hatte ich bis dato noch nicht gelesen. "Papyrus" ist eine wahre Fundgrube, ein wertvoller Schatz, der darauf wartet, von Bibliophilen gehoben zu werden. Es versteht sich von selbst, dass ich den konkreten Inhalt dieser Schatztruhe hier nicht in allen Details verraten kann. Ist es nicht wichtig, dass jeder bibliophile Abenteurer sich selbst auf die Reise begibt? Und ist es nicht Teil des Abenteuers, den Schatz eigenständig und ohne fremde Hilfe zu heben? Erlaubt ist allerhöchtens ein kleiner "Lockruf", um den bibliophilen Entdeckungsreisenden dazu zu motivieren, seine bequeme Komfortzone zu verlassen und selbst die Schatztruhe zu heben, um den wertvollen Inhalt zu durchstöbern.
Was also packte Vallejo in die begehrte Schatzkiste? Es sind vor allem zahlreiche Reliquien aus der Antike darin. Enthalten sind seltene Hinweise, warum Alexander der Große etwa vermeintlich mit einer Illias zu Bett ging und warum er als Vorbote der Globalisierung gilt. Enthalten sind aber auch zahlreiche Informationen über die Urform des Buches: den Papyrus und Einblicke in Techniken, wie dieser vor dem Vergessen bewahrt werden sollte. Fundstücke aus weit zurückliegenden Zeiten sollen wohl ermöglichen beispielsweise die Lieblingsbücher der damaligen Zeit zu benennen. Die Schatztruhe enthält detaillierte Informationen über die vielen Facetten der Entstehung und Entwicklung der Buckkunst. Selbst das Geheimnis rund um die Frage, wer die Autorenschaft begründete und erstmalig einen Papyrus mit Namen versah, wird gelüftet. Delikat sind auch Hinweise auf Mordtechniken, die mittels des Buches ausgeübt werden können. Der Inhalt der Truhe ist wirklich vielgestaltig und außerordentlich wertvoll. Indem man über diesen Schatz verfügt, wird man befähigt, die Entstehung und Entwicklung der Buchgeschichte nachvollziehen zu können; es gibt Bezüge bis in die Gegenwart hinein. Überraschende aber stichhaltige Beweise dafür, dass (vermeintlich) recht neue Errungenschaften im Kontext der Kuklturwissenschaften eine weit längere Historie haben, sind ebenfalls enthalten. Es gibt so vieles zu entdecken für den, der sich auf die Entdeckungsreise begibt. Für seine Anstrengungen wird der bibliophile Abenteurer reich belohnt werden. Das reicht noch nicht, um dem Lockruf zu folgen?
Dann folgt hier noch ein kurzer Einblick im Orginalton:
"Die Leidenschaft des Büchersammlers gleicht der eines Reisenden. Jede Bibliothek ist eine Reise; jedes Buch ist ein Fahrschein mit unbegrenzter Gültigkeit. Alexander zog durch Afrika und Asien, ohne sich von seinem Exemplar der Illias zu trennen; Historikern zufolge suchte er darin Rat und nährte seine Sehnsucht nach höherer Bedeutung. Die Lektüre eröffnete ihm, wie ein Kompass, Wege ins Unbekannte" (51)
Und genau das leisten Bücher: Sie eröffnen uns Einblicke in neue, unbekannte Welten und zwar ohne dass wir den Ort, an dem wir uns befinden, verlassen müssen.
Auch Vallejo nimmt bibliophile LeserInnen gerne mit auf die Reise. Folgt ihrer Einladung, denn ihr Werk ist allemal eine Entdeckung wert: brilliant geschrieben, sachlich sehr gut recherchiert. Mit viel Umsicht vermittelt Vallejo Einblicke in sehr komplexe Themen. Fast wünschte man, diese faszinierende Entdeckungsreise möge nie enden, doch zufrieden kehrt man nach weit über 600 Seiten heim. Mit einem Lächeln im Gesicht erfreut man sich, dass man selbst Teil einer solchen, unglaublich bereichernden Buchwelt sein darf.
Jedem Bibliophilen kann ich die Lektüre nur wärmstens empfehlen.
Im Gegensatz zum Untertitel handelt es sich bei diesem Buch um keine Weltgeschichte, der Untertitel führt in die Irre. Es ist keine „Geschichte der Welt in Büchern“, ich würde es als Spaziergang durch die Welt des Buches bezeichnen. Trotzdem ist es ein interessantes Buch für Menschen, die Bücher mögen. Die Autorin konzentriert sich auf die griechische und römische Antike, davon ausgehend erzählt sie Geschichte und Geschichten über ihr Thema, gerne auch einmal Persönliches. Das wirkt wie eine anregende Plauderei, öfters etwas weitschweifig, immer jedoch spürt der Leser/ die Leserin die Liebe der Autorin zum Buch, das macht den Charme dieses attraktiv gestalteten Bandes aus. Wer eine umfassende Geschichte des Buches sucht, wird jedoch vermutlich enttäuscht sein, mir jedenfalls ging es so. (Siehe auch: Ovenden, Bedrohte Bücher)
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