»Ich bin gerade mal 43 Jahre alt, die letzten zwölf davon war ich eingefroren.«
Mutter werden und Frau bleiben. Über den Spruch kann Ava nur lachen. Ihr Leben wird schon seit Jahren komplett von der Familie bestimmt. Jetzt ist sie dreiundvierzig, das erste ihrer drei Kinder kommt in die Pubertät und ihr Mann macht Karriere. Und Ava? Funktioniert wie auf Autopilot.
Als sie den neunzehn Jahre jüngeren Kieran kennenlernt, stürzt sie sich gegen alle Vernunft in eine Affäre. Zum ersten Mal seit langer Zeit erkennt sie die Frau wieder, die sie einmal war.
Aber die heile Familie für ihr eigenes Glück opfern? Die Kinder dem Tratsch in der Kleinstadt aussetzen? Das kann Ava nicht. Und doch, die Liebe zu Kieran ist echt und die Sehnsucht nach Freiheit immer noch da.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
05.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Absolute Herzensempfehlung
Mich sprechen Bücher oft zuerst wegen ihres Covers an – so war es auch hier. Klappentexte überzeugen mich dagegen selten. Dieses Buch hat mich allerdings schon mit dem ersten Satz gecatcht: „Mutter werden und Frau bleiben.“ Da war für mich sofort klar: Das muss ich lesen.
Und ich wurde absolut nicht enttäuscht.
Während des Lesens habe ich mich selbst immer wieder erkannt. Ich wurde teilweise wütend, traurig und manches hat mich wirklich tief berührt. Es wird auf Bookstagram so oft gefragt, welches Buch einen zuletzt emotional richtig aufgewühlt hat. Für mich ist es definitiv dieses. Es hat mich seit langer Zeit mal wieder zu Tränen gerührt.
Besonders beeindruckt hat mich, wie ehrlich das Thema Mental Load und die oft unsichtbare Care-Arbeit dargestellt werden. Gleichzeitig zeigt das Buch, wie leicht man sich in der Mutterschaft selbst verlieren kann. Plötzlich ist man vor allem Mama oder Ehefrau und vergisst dabei, wer man selbst eigentlich noch ist.
Genau diese Frage – Wer bin ich heute eigentlich? – hat mich dieses Jahr selbst oft beschäftigt. Denn durch die Elternschaft verändert man sich. Man entwickelt sich weiter und ist einfach nicht mehr dieselbe Person wie vorher. Genau davon erzählt dieses Buch: von Selbstfindung, davon, sich selbst neu kennenzulernen und trotz aller Rollen die eigene Identität nicht aus den Augen zu verlieren.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm. Das Buch lebt nicht von atemloser Spannung, sondern von seiner Geschichte und den Emotionen. Genau das macht es so besonders.
Mein Fazit:
Lest dieses Buch. Wirklich. Es erinnert daran, dass man sich trotz aller Rollen im Leben selbst nicht verlieren sollte. Absolute Leseempfehlung.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
28.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch, dass alle lesen sollten
Das Buch ist sehr gut!
Emotional, realistisch, aufwühlend, gesellschaftkritisch und zwingt zum Nachdenken.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach zu lesen. Die Dialoge sind genial und oft zu 100% aus dem Leben gegriffen. Die Autorin schafft es, den Leser über sehr weite Strecken zu fesseln. Szenen, welche emotional sind, wechseln sich gut mit etwas “ruhigeren” Szenen ab.
Man fängt an, über sein eigenes Leben, über das Bild der Mutter bzw. Frau in unserer heutigen Welt nachzudenken, und stellt dann fest, dass es noch ein langer Weg ist. Zu Gleichberechtigung, zu Emanzipation, zu wirklich geteilter Verantwortung bei Elternschaft, zum Abbau von Vorurteilen und Maßstäben. Ebenso zeigt es auf, dass wir immer noch viel zu sehr in klassischen Rollen- und Familienbildern festhängen. Genauso stellt es offen dar, dass gerade Frauen vielfach Bedürfnisse außerhalb ihrer Mutter-Rolle haben, welche sie ignorieren oder hinten anstellen, obwohl sie ebenso erfüllt werden sollten, wie die der Männer.
Das Buch ist für alle Männer, Frauen und Mütter, welche was verändern bzw. verbessern möchten. Es ist über weite Strecken ein großartiges Beispiel, wie es nicht mehr sein sollte.
Bewertung
5/5
17.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Einfach großartig
Die 43-jährige Ava hadert mit ihrem Leben. Das kann doch nicht schon alles gewesen sein.
Sie lebt mit ihrem gutverdienenden Mann und 3 Kindern in einem Haus und kümmert sich um das Management der Familie.
Als Frau fühlt sie sich wenig wahrgenommen.
Als Ava einem jungen Mann begegnet und er plötzlich in ihren Tagträumen auftaucht, beginnt sie wieder zu leben auch in ihren sexuellen Phantasien.
Und sie beginnt ein Abenteuer.
„An diesem Tag beginnt mein Leben. Ein anderes Leben. Und ich weiß: Bei all der Verzweiflung und all der Schuld, die ich auf mich lade, werde ich nie auch nur eine Sekunde davon bereuen.“
Sehr authentisch und liebenswert erleben wir die Phantasien und Träume einer Frau in den besten Jahren, die nicht nur Ehefrau und Mutter sein möchte.
Ava ist eine gebildete Frau, emanzipiert, und findet sich in ihrer ehe plötzlich in der Rollenverteilung der 50er Jahre wieder, sie sind da „einfach so reingerutscht“.
Ich denke, dass diese Familienphase von vielen Frauen so erlebt wird. Sie müssen für die Familie funktionieren, der Mann verfolgt seine Karriere und die Frau verliert sich.
Zwischendurch erzählt Kieran seine Geschichte.
Als Avas Mann die Affäre bemerkt, muss sie sich entscheiden, sie ist ja nicht nur für ihr Leben verantwortlich, sondern auch das ihrer Kinder.
Ava fehlt der Mut für ein Leben mit dem 19 Jahre jüngeren Kieran, sie schämt sich für ihr „Verlangen“, ihre große Lust mit ihm und sie macht sich Gedanken um die Reaktionen ihrer Umwelt.
Aber Ava und Kieran begegnen sich immer wieder, ihre Liebe bleibt.
Dieser Roman behandelt so viele wichtige Themen, es geht um Familie und Rollenverteilung, Selbstverständlichkeiten in unserer Gesellschaft, die nicht hinterfragt werden, Mutterschaft, Frausein, Sexualität, Hingabe, Sinnlichkeit, Lust, Freiheit.
Die Liebe zwischen Ava und Kieran wird auf sehr feinsinnige Art und Weise beschrieben, die große, tiefe Anziehung, wider jede Vernunft, ist spürbar, die Verbundenheit zwischen den beiden übersteht viele Krisen. Es ist großartig, wie selbstverständlich und sinnlich über das sexuelles Begehren einer Frau geschrieben wird.
Dieses Buch hat mich mit seiner ganzen Wucht erwischt und mitgerissen. Es ist in jeder Beziehung ein Highlight.
Ullstein 2024
Bewertung
5/5
17.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein so schönes Buch
Ich habe das Buch bei Kindle unlimited zuerst gelesen und habe es verschlungen. Es war so gut. Da ich so ziemlich in Ava's Alter bin am Anfang des Buches, konnte ich mich irgendwie gut in sie hineinversetzen. Ich habe mir dieses Buch nun nochmal als Hardcover gekauft und möchte es defititv nochmal lesen und ich hoffe das ich dieses Buch auch beim zweiten Mal wieder genauso fühlen werde.
Eva <3
5/5
21.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Realität und Sehnsucht
Hab ich das Buch an einem Tag verschlungen? Ja
Anders als in den typischen Liebesromanen hat man hier keine ,,perfekten“ Charaktere.
Die Geschichte von Kieran und Ava löst ein tiefes Vermissen und das Gefühl verpasster Chancen aus.
Die Charaktere sind echt. Voller Wut, Freude, Liebe und Problemen, die normaler sind als viele glauben.
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5/5
15.05.2026
Buch (Taschenbuch)
"Es ist nie zu spät schwimmen zu lernen."
Dieses Buch hat mich auf eine ganz leise, aber eindringliche Art und Weise berührt. Ava steht mitten im leben - als Mutter und Ehefrau, die sich irgendwie selbst verloren hat. Als plötzlich unerwartete Gefühle aufkommen, die alles infrage stellen, beginnt eine Geschichte über Sehnsucht, Mut und die Frage: Lebe ich wirklich mein eigenes Leben?
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5/5
15.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Bin ich noch ich? oder funktioniere ich nur noch?
"Ava liebt noch" hat mich richtig getroffen - weil ich mich in so vielen Gedanken wiedergefunden habe. Ein ehrlicher Roman über eine Frau, die funktioniert und sich fragt. "War`s das schon? Bin ich noch ich?". Die Begegnung mit einem jüngeren Mann, bringt alles ins Wanken: Gefühle, Moral, Selbstbild. Genau dieser innere Kampf macht das Buch so stark. Ein Buch das sich im Inneren abspielt, intensiv und lange nachwirkend.
Das ist der erste Roman der Autorin und ich freue mich schon auf das nächste Buch "Pina fällt aus".
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5/5
21.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesehighlight
Dieses Buch hat mich nicht nur berührt.... es hat mich getroffen! Still, eindringlich, fast heimlich. So wie eine Erinnerung, von der man dachte, man hätte sie längst abgelegt. Ava liebt noch erzählt keine spektakuläre Geschichte im äußeren Sinne, sondern eine, die unter der Oberfläche arbeitet. In den leisen Momenten. In den Gedanken, die wir nicht laut sagen. In dem Wunsch danach, wieder als Mensch gesehen zu werden.... nicht nur als Funktion.
Ava ist 43. Mutter von drei Kindern. Ehefrau. Verlässlich, organisiert, präsent. Und in ihrem Inneren seit Jahren erstarrt. Ihr Leben läuft wie auf Schienen, gleichförmig, pflichtbewusst, müde. Als Kieran, deutlich jünger, mit offenen Augen und echter Zuwendung in ihr Leben tritt, wird sie nicht verführt, sie wird erinnert. An die Frau, die sie einmal war. An die Wärme und das Brennen, die sie verloren glaubte.
Was die Autorin so unverwechselbar macht, ist die behutsame Ehrlichkeit. Sie schreibt nicht reißerisch. Sie urteilt nicht. Sie entschuldigt nichts. Stattdessen legt sie die innere Zerrissenheit offen, die Verantwortung für die Familie, die Liebe zu den Kindern, die Angst, alles zu zerstören, und gleichzeitig die Sehnsucht, endlich wieder lebendig zu sein. Das ist kein Buch über Affären. Es ist ein Buch über Bedürfnisse, die man zu lange weggeschoben hat. Über das Recht, als Frau ein eigenes Leben zu haben, nicht nur ein funktionierendes.
Die Perspektivwechsel zwischen Ava und Kieran sind besonders stark. Kieran wird nicht zum Klischee des jugendlichen Abenteuers gemacht, sondern zu einem Menschen mit Tiefe, Verletzlichkeit und echter Liebe. Man versteht beide. Man fühlt beide. Und genau das macht die Geschichte so schmerzhaft real.
Mich hat die Atmosphäre getragen, sanft, aber bestimmt. Traurig, aber nicht hoffnungslos. Die Sprache ist klar und nahbar. Kein Satz zu viel, keiner zu wenig. Ich habe oft innegehalten, Sätze zweimal gelesen, weil sie so ehrlich und wahr klingen. Vieles davon bleibt nach dem Lesen hängen und arbeitet weiter.
Was dieses Buch so besonders macht, ist, dass es nicht urteilt, sondern Fragen stellt:
Darf ich fühlen, was ich fühle?
Wann habe ich aufgehört, mich selbst zu sehen?
Warum fällt es uns so schwer, für uns einzustehen, wenn niemand stirbt außer wir selbst – innerlich?
Und ja, diese Geschichte ist fiktiv. Aber sie ist möglich. Und sie ist nah. Ich bin mir sicher, viele Frauen werden sich in Ava erkennen. Vielleicht leise. Vielleicht mit einem Kloß im Hals.
Für mich ist Ava liebt noch ein Roman über Mut, Liebe, Verantwortung und die kostbare, fragile Selbstachtung einer Frau. Ein Buch, das wehtut und gleichzeitig wärmt. Das nachklingt, lange nach dem Schluss.
Vera Zischke hat vor Kurzem ihr neues Buch, „Pina fällt aus“, veröffentlicht, da habe ich mich daran erinnert, dass ich „Ava liebt noch“ auf meinem Stapel ungelesener Bücher habe. Und was soll ich sagen? „Ava liebt noch“ verdient es, sofort gelesen zu werden, denn es geht mitten ins Herz und bleibt dort auch lange, nachdem man die letzte Seite gelesen hat.
Worum geht es?
Vera Zischke erzählt von einer Frau, die zwischen ihrer Mutterrolle und dem eigenen Ich feststeckt – und davon, was passiert, wenn verloren geglaubte Gefühle wieder an die Oberfläche kommen.
Ava ist 43 Jahre alt, hat drei Kinder und fühlt sich eingefroren. Muttersein macht ihr nicht immer nur Spaß, es ist anstrengend und aufwühlend. Beim Einkaufen trifft Ava den jungen Mitarbeiter Kieran – und etwas in ihr taut auf. Fortan liebt sie es, einzukaufen, nur um ihm nahe zu sein. Als er eines Tages verschwunden ist und Ava herausfindet, dass er im Schwimmbad Kurse gibt, meldet sie kurzerhand ihre Tochter dazu an. Und ihre gemeinsame Geschichte beginnt ...
Die Autorin behandelt Themen wie Mutterschaft, Frausein, Elternsein, Liebe, Partnerschaft und Ehe, Altersunterschiede in Beziehungen – und das auf eine sehr authentische und ehrliche Weise. Schon auf den ersten Seiten findet man sich wieder, wenn man selbst Mutter ist und das alltägliche Chaos kennt. Hier wird nichts beschönigt, nichts dramatisiert. Dadurch ist die Geschichte stets echt, nahbar und man kann mit Ava und ihrem täglichen Chaos mitfühlen. Besonders wichtig finde ich, dass Mutterschaft als komplexe und vielschichtige Aufgabe dargestellt wird. Am Ende sagt Ava sogar zu ihrem nun erwachsenen Sohn, was ich besonders eindrücklich finde: „Man kann seine Kinder lieben und Mutterschaft trotzdem hassen.“
Mutter sein und Frau bleiben – über dieses Spannungsfeld wird im Buch oft nachgedacht. Ebenso über die Frage, ob und wen eine Frau lieben darf, sobald sie Mutter ist und Verantwortung trägt. Die Angst, die Ava empfindet, weil sie den 19 Jahre jüngeren Kieran liebt, wird eindringlich dargestellt. Was würden denn die Leute denken, wenn das rauskäme? Was würden sie über ihre Kinder sagen? Die Gesellschaft hat ganz genaue Vorstellungen darüber, in welchem Alter die Menschen sein dürfen, die man liebt. Dass diese Grenze aufgebrochen wird, hat mir besonders gut gefallen.
Ich hatte nicht erwartet, dass wir auch Kierans Perspektive kennenlernen. Diese war im Nachhinein essenziell für das Verständnis der Figur. So blieb er nie nur eine Art blasser Love Interest, sondern war eine Figur mit eigener Geschichte und Ecken und Kanten. Ich habe ihn genauso gerne gemocht wie Ava. Eine Figur, die Literaturwissenschaft studiert, hat bei mir sowieso Pluspunkte.
Die vielen Zeitsprünge haben es möglich gemacht, Ava und Kieran (aber auch Avas ganze Familie) in unterschiedlichen Lebensabschnitten kennenzulernen und wachsen zu sehen. Kieran ist am Ende so alt wie Ava, als das Buch beginnt. Für mich war es faszinierend, wie die beiden immer wieder zueinanderfinden oder sich trennen müssen.
Vera Zischke erzählt eine leise Geschichte. Eine zarte. Eine eindringliche. Eine traurige. Eine schöne. Und vor allem die Geschichte, dass es nie zu spät ist, um schwimmen zu lernen.
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