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Saša Stanišić

1. Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne

Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne

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Beschreibung

Produktdetails

Gesprochen von

Sasa Stanisic + weitere

Spieldauer

7 Stunden und 1 Minute

Erscheinungsdatum

30.05.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

Audio

Anzahl

1

Verlag

Der Hörverlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783844551464

Beschreibung

Rezension

»Saša Stanišić erzählt darin von Menschen, die im Leben irgendwie klarkommen müssen und wollen. Das Beste ist allerdings, dass der Autor seine Geschichten selbst vorliest.« ("Bremervörder Zeitung")
»Autor Saša Stanišić meint den Titel ernst. Er selbst ist sein bester Sprecher, wie man mit diesem herrlichen Hörbuch erfährt.« ("Münchner Merkur")
»Diese Besonderheiten zeichnen das Hörbuch aus: In humorvollen, teilweise skurrilen Geschichten wird über große Themen wie Tod und Liebe, Endlichkeit des Lebens und Einsamkeit gesprochen.« ("Jürgen Israel, Zeitzeichen")
»Der Autor liest selbst und ungekürzt, man muss sich erst etwas anhören, wird dann mit interessanten Geschichten und viel Humor bzw. Sprachwitz belohnt.« ("Felix Stenert via Buchprofile/medienprofile")

Produktdetails

Gesprochen von

Spieldauer

7 Stunden und 1 Minute

Erscheinungsdatum

30.05.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

Audio

Anzahl

1

Verlag

Der Hörverlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783844551464

Herstelleradresse

Hoerverlag DHV Der
Lindwurmstraße 88
80337 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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3 Sterne

2 Sterne

1 Sterne

Absolut lesenswert!

Stillesen am 31.10.2024

Bewertungsnummer: 2329772

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der vieldekorierte Schriftsteller Saša Stanišić hat mit „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ einen Roman geschrieben, der sich trotz seines tiefgründigen Themas durch große Leichtigkeit auszeichnet. Der womöglich längste Buchtitel aller Zeiten, zumindest in meinem Bücherregal, hat direkt meine Aufmerksamkeit geweckt, ebenso wie das Retro-Cover mit gezeichneten Motiven zu Helgoland. Da mir die deutsche Hochseeinsel in diesem Jahr schon mehrfach zufällig begegnet ist, hatte ich sofort eine Verbindung zum Buch, noch bevor ich die erste Seite gelesen hatte. Das Buch hat einen ganz eigenen Stil — und eigentlich nicht nur einen. Wenn Saša Stanišić aus der Ich-Perspektive schreibt, unterscheidet sich der Stil merklich von den übrigen Protagonisten, die in den einzelnen Geschichten beschrieben und am Ende zusammengeführt werden. Seine aufmerksame, den Menschen zugewandte Beobachtungsgabe mit der Fähigkeit, auf leichte Art und Weise zu beschreiben und zu kommentieren, ohne zu kritisieren oder die Menschen bloßzustellen, hat mir sehr gut gefallen. „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ ist für mich echte Literatur und während der Lektüre dachte ich mehrfach, das es einen Preis verdient hätte (und wie ich dann erfuhr, auch erhalten hat — den mit 30.000 Euro dotierten Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2024). Wie würde unser Leben verlaufen, wenn wir diese oder jene Entscheidung anders getroffen hätten? Und was wäre, wenn es eine Preview-Funktion gäbe und wir könnten nach einem Blick in die Glaskugel entscheiden, welche Zukunft wir gerne erleben würden? An Beispielen wie der Reinigungskraft Dilek, dem Justiziar und Vater Georg oder der Witwe Gisel (die mit der Gießkanne) sowie aus seiner Ich-Perspektive nimmt uns Saša Stanišić mit in verschiedene Leben und Szenarien, die zum Mitfühlen, Lachen und Nachdenken einladen. Auf die beschriebene leichte Weise verbindet Stanišić dabei auch gesellschaftskritische Themen, ohne den Zeigefinger zu erheben. Ich habe das Buch sehr genossen und kann es uneingeschränkt empfehlen — da kann es nur 5/5 Sternen geben.

Absolut lesenswert!

Stillesen am 31.10.2024
Bewertungsnummer: 2329772
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der vieldekorierte Schriftsteller Saša Stanišić hat mit „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ einen Roman geschrieben, der sich trotz seines tiefgründigen Themas durch große Leichtigkeit auszeichnet. Der womöglich längste Buchtitel aller Zeiten, zumindest in meinem Bücherregal, hat direkt meine Aufmerksamkeit geweckt, ebenso wie das Retro-Cover mit gezeichneten Motiven zu Helgoland. Da mir die deutsche Hochseeinsel in diesem Jahr schon mehrfach zufällig begegnet ist, hatte ich sofort eine Verbindung zum Buch, noch bevor ich die erste Seite gelesen hatte. Das Buch hat einen ganz eigenen Stil — und eigentlich nicht nur einen. Wenn Saša Stanišić aus der Ich-Perspektive schreibt, unterscheidet sich der Stil merklich von den übrigen Protagonisten, die in den einzelnen Geschichten beschrieben und am Ende zusammengeführt werden. Seine aufmerksame, den Menschen zugewandte Beobachtungsgabe mit der Fähigkeit, auf leichte Art und Weise zu beschreiben und zu kommentieren, ohne zu kritisieren oder die Menschen bloßzustellen, hat mir sehr gut gefallen. „Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne“ ist für mich echte Literatur und während der Lektüre dachte ich mehrfach, das es einen Preis verdient hätte (und wie ich dann erfuhr, auch erhalten hat — den mit 30.000 Euro dotierten Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2024). Wie würde unser Leben verlaufen, wenn wir diese oder jene Entscheidung anders getroffen hätten? Und was wäre, wenn es eine Preview-Funktion gäbe und wir könnten nach einem Blick in die Glaskugel entscheiden, welche Zukunft wir gerne erleben würden? An Beispielen wie der Reinigungskraft Dilek, dem Justiziar und Vater Georg oder der Witwe Gisel (die mit der Gießkanne) sowie aus seiner Ich-Perspektive nimmt uns Saša Stanišić mit in verschiedene Leben und Szenarien, die zum Mitfühlen, Lachen und Nachdenken einladen. Auf die beschriebene leichte Weise verbindet Stanišić dabei auch gesellschaftskritische Themen, ohne den Zeigefinger zu erheben. Ich habe das Buch sehr genossen und kann es uneingeschränkt empfehlen — da kann es nur 5/5 Sternen geben.

Ein unterhaltsames und lesenwertes Gedankenexperiment

Carolin Bücherwanderin Stürmer aus Bergen am 07.10.2024

Bewertungsnummer: 2311208

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Als ich Saša Stanisic im Gespräch mit dem Literaturkritiker Dennis Scheck im TV gesehen habe, hatte ich gleich Interesse an dem Buch bekommen. Besonders der ungewöhnliche und lange Titel hat es mir angetan. Es hat mich sehr gefreut, dass mich das Bloggerportal bzw. der Luchterhand Verlag mir ein Rezensionsexemplar überlassen hat. Vielen Dank dafür! Vor ein paar Tagen nun habe ich das Buch von Saša Stanisic endlich beendet und kann euch sagen, dass ich beim Lesen echt viel Spaß gehabt habe. Am Anfang stand ich aber etwas auf dem Schlauch, da ich ehrlich gesagt keinen Roman mit Kurzgeschichten erwartet habe. Ich habe mich blindlings auf das Buch eingelassen. Ich wusste zwar zu Beginn nicht, worauf der Autor hinaus wollte. Aber ich verstand es, jede einzelne Geschichte zunächst für sich zu sehen. Es sind berührende Geschichten, erheiternde Geschichten und eine, die zum Nachdenken anregt. Es existiert eine Frage, die das gesamte Buch durchzieht: Wenn man einen Blick auf eine (mögliche) Zukunft erhaschen kann, welche Weg nimmt man? Welche Zukunft loggt man ein? Mir gefiel die "Was -wäre-wenn-Mentalität", die das gesamte Buch durchzog. Das ganze Buch ist eine Art Gedankenexperiment und wirft die Frage auf, ob man, wenn man es kann, ein alternatives Leben wählen würde. Ein großes ABER gibt es: Solltet ihr lieber einen linearen Erzählstrang favorisieren, dann seit ihr mit diesem Buch nicht gut beraten. Insgesamt spinnt der Autor mehrere lose Fäden, die am Ende zu einem logischen Strang zusammenfinden. Darauf muss man sich gleich von Beginn an einlassen. Dabei verwendet Saša Stanisic eine teils wilde, eine teils bunte Erzählweise. Hinzukommen noch diese lebensbejahende Einstellung der Protagonisten, die alle für sich einzigartig in ihrer Herkunft sind. Diese Mixtur der unterschiedlichsten Ethnien machen dieses Buch so besonders und lesenswert. Von mir gibt es daher, eine von Herzen kommende, vollste Leseempfehlung!

Ein unterhaltsames und lesenwertes Gedankenexperiment

Carolin Bücherwanderin Stürmer aus Bergen am 07.10.2024
Bewertungsnummer: 2311208
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Als ich Saša Stanisic im Gespräch mit dem Literaturkritiker Dennis Scheck im TV gesehen habe, hatte ich gleich Interesse an dem Buch bekommen. Besonders der ungewöhnliche und lange Titel hat es mir angetan. Es hat mich sehr gefreut, dass mich das Bloggerportal bzw. der Luchterhand Verlag mir ein Rezensionsexemplar überlassen hat. Vielen Dank dafür! Vor ein paar Tagen nun habe ich das Buch von Saša Stanisic endlich beendet und kann euch sagen, dass ich beim Lesen echt viel Spaß gehabt habe. Am Anfang stand ich aber etwas auf dem Schlauch, da ich ehrlich gesagt keinen Roman mit Kurzgeschichten erwartet habe. Ich habe mich blindlings auf das Buch eingelassen. Ich wusste zwar zu Beginn nicht, worauf der Autor hinaus wollte. Aber ich verstand es, jede einzelne Geschichte zunächst für sich zu sehen. Es sind berührende Geschichten, erheiternde Geschichten und eine, die zum Nachdenken anregt. Es existiert eine Frage, die das gesamte Buch durchzieht: Wenn man einen Blick auf eine (mögliche) Zukunft erhaschen kann, welche Weg nimmt man? Welche Zukunft loggt man ein? Mir gefiel die "Was -wäre-wenn-Mentalität", die das gesamte Buch durchzog. Das ganze Buch ist eine Art Gedankenexperiment und wirft die Frage auf, ob man, wenn man es kann, ein alternatives Leben wählen würde. Ein großes ABER gibt es: Solltet ihr lieber einen linearen Erzählstrang favorisieren, dann seit ihr mit diesem Buch nicht gut beraten. Insgesamt spinnt der Autor mehrere lose Fäden, die am Ende zu einem logischen Strang zusammenfinden. Darauf muss man sich gleich von Beginn an einlassen. Dabei verwendet Saša Stanisic eine teils wilde, eine teils bunte Erzählweise. Hinzukommen noch diese lebensbejahende Einstellung der Protagonisten, die alle für sich einzigartig in ihrer Herkunft sind. Diese Mixtur der unterschiedlichsten Ethnien machen dieses Buch so besonders und lesenswert. Von mir gibt es daher, eine von Herzen kommende, vollste Leseempfehlung!

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Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne

von Saša Stanišić

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Danijela Turkijevic-Zauner

Thalia Gmunden – SEP

Zum Portrait

5/5

Möge der Autor uns nicht allzu lang auf sein nächstes Buch warten lassen.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auf den ersten Blick erscheinen die Kurzgeschichten sehr unterschiedlich, doch die einzigartigen, liebevollen Charaktere und deren Lebensgeschichten werden durch die großartige Erzählkunst des Autors miteinander verwoben. Dieses Buch bereitet Freude und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Die titelgebende Geschichte ist mir besonders ans Herz gewachsen und ist einfach wunderschön.
  • Danijela Turkijevic-Zauner
  • Buchhändler/-in

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5/5

Möge der Autor uns nicht allzu lang auf sein nächstes Buch warten lassen.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Auf den ersten Blick erscheinen die Kurzgeschichten sehr unterschiedlich, doch die einzigartigen, liebevollen Charaktere und deren Lebensgeschichten werden durch die großartige Erzählkunst des Autors miteinander verwoben. Dieses Buch bereitet Freude und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Die titelgebende Geschichte ist mir besonders ans Herz gewachsen und ist einfach wunderschön.

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Lukas Bärwald

Thalia St. Pölten

Zum Portrait

5/5

Kurzgeschichten 2.0

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Bitte der Reihe nach lesen.“ Mit diesem Wunsch wendet sich Saša Stanisić noch vor Beginn des ersten Kapitels an sein Publikum. Doch warum auch sollte man es anders angehen? Weil es sich bei seinem neuesten Buch um eine Kurzgeschichtensammlung handelt und die ja nun mal gerne in sich abgeschlossene Stories enthält. Doch, ähnlich wie im ebenfalls 2024 erschienenen „Oben in den Wäldern“ von Daniel Mason, entstammen alle zwölf Episoden demselben Geschichtenkosmos, teilen sich die Figuren eine Heimatstadt, auch wenn ihr Weg sie oft aus denkbar unterschiedlichen Richtungen dorthin geführt hat. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der nachhaltig damit hadert, ständig gegen seinen kleinen Sohn im Piraten-Memory zu verlieren; eine Witwe, die nach ihrem großen Verlust wieder Antrieb und ein anderes Lächeln im Leben sucht; Heinrich Heine und seine Sehnsucht nach einer neuen Heimat, in der er endlich so schreiben und leben kann wie er will; oder auch die Geschichten des jungen Saša auf Helgoland, der vielleicht oder vielleicht auch nicht ein historisch bedeutsames Ladenschild geklaut hat, sich vielleicht oder vielleicht auch nicht verliebt und bei gesellschaftlichen Inselevents zu Gast ist. Wie auch schon in seinem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten „Herkunft“ drehen sich viele der Geschichten um das Sehnen nach einem Ankommen, einem Platz im Leben, an dem man akzeptiert und geschätzt wird für das, was man ist. Zugleich wird auch die Frage danach gestellt, was passiert, wenn plötzlich all das wegbricht und man allein zurückbleibt. Wenn es die Chance gäbe, in die Zukunft seines Lebens mal probeweise reinzuschnuppern um dann erst zu entscheiden, ob man es so haben möchte, würde man das tun? Dies ist nicht nur eine hypothetische Überlegung, sondern wird ganz konkret von einer der Figuren, einem Professor für Quantum Engineering in die Tat umgesetzt. Hier geht es nicht um das Einführen eines Science Fiction-Elements, sondern mehr die philosophischen Gedankengänge über die Vorherbestimmung unseres Schicksals, der Frage danach, was anzustrebendes Glück denn ist und wie man ein Leben nun „richtig“ führt. Was den Hamburger Autor zu einem meiner persönlichen Lieblinge der deutschsprachigen Literatur macht, ist sein einzigartiges Talent, schräge und sehr menschliche Geschichten miteinander zu kombinieren, eine außergewöhnliche und kunstvolle Sprache zu haben, die aber niemals verkopft oder schwer zugänglich ist, und: für einen Großteil der sogenannten anspruchsvollen Belletristik unvorstellbar – er ist verdammt lustig. Also folgen Sie dem bahnbrechenden Konzept und lesen das Buch mit dem außergewöhnlich langen Titel der Reihe nach – am Ende werden Sie’s Herrn Stanisić danken.
  • Lukas Bärwald
  • Buchhändler/-in

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5/5

Kurzgeschichten 2.0

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Bitte der Reihe nach lesen.“ Mit diesem Wunsch wendet sich Saša Stanisić noch vor Beginn des ersten Kapitels an sein Publikum. Doch warum auch sollte man es anders angehen? Weil es sich bei seinem neuesten Buch um eine Kurzgeschichtensammlung handelt und die ja nun mal gerne in sich abgeschlossene Stories enthält. Doch, ähnlich wie im ebenfalls 2024 erschienenen „Oben in den Wäldern“ von Daniel Mason, entstammen alle zwölf Episoden demselben Geschichtenkosmos, teilen sich die Figuren eine Heimatstadt, auch wenn ihr Weg sie oft aus denkbar unterschiedlichen Richtungen dorthin geführt hat. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der nachhaltig damit hadert, ständig gegen seinen kleinen Sohn im Piraten-Memory zu verlieren; eine Witwe, die nach ihrem großen Verlust wieder Antrieb und ein anderes Lächeln im Leben sucht; Heinrich Heine und seine Sehnsucht nach einer neuen Heimat, in der er endlich so schreiben und leben kann wie er will; oder auch die Geschichten des jungen Saša auf Helgoland, der vielleicht oder vielleicht auch nicht ein historisch bedeutsames Ladenschild geklaut hat, sich vielleicht oder vielleicht auch nicht verliebt und bei gesellschaftlichen Inselevents zu Gast ist. Wie auch schon in seinem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten „Herkunft“ drehen sich viele der Geschichten um das Sehnen nach einem Ankommen, einem Platz im Leben, an dem man akzeptiert und geschätzt wird für das, was man ist. Zugleich wird auch die Frage danach gestellt, was passiert, wenn plötzlich all das wegbricht und man allein zurückbleibt. Wenn es die Chance gäbe, in die Zukunft seines Lebens mal probeweise reinzuschnuppern um dann erst zu entscheiden, ob man es so haben möchte, würde man das tun? Dies ist nicht nur eine hypothetische Überlegung, sondern wird ganz konkret von einer der Figuren, einem Professor für Quantum Engineering in die Tat umgesetzt. Hier geht es nicht um das Einführen eines Science Fiction-Elements, sondern mehr die philosophischen Gedankengänge über die Vorherbestimmung unseres Schicksals, der Frage danach, was anzustrebendes Glück denn ist und wie man ein Leben nun „richtig“ führt. Was den Hamburger Autor zu einem meiner persönlichen Lieblinge der deutschsprachigen Literatur macht, ist sein einzigartiges Talent, schräge und sehr menschliche Geschichten miteinander zu kombinieren, eine außergewöhnliche und kunstvolle Sprache zu haben, die aber niemals verkopft oder schwer zugänglich ist, und: für einen Großteil der sogenannten anspruchsvollen Belletristik unvorstellbar – er ist verdammt lustig. Also folgen Sie dem bahnbrechenden Konzept und lesen das Buch mit dem außergewöhnlich langen Titel der Reihe nach – am Ende werden Sie’s Herrn Stanisić danken.

Meinung aus der Buchhandlung

Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne

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