Produktbild: Oben in den Wäldern

Oben in den Wäldern Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.02.2024

Abbildungen

mit 25 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

429

Maße (L/B/H)

21,6/14,5/4 cm

Gewicht

622 g

Farbe

Grau

Auflage

1

Originaltitel

North Woods

Übersetzt von

Cornelius Hartz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-81381-8

Beschreibung

Rezension

"Einer dieser Romane, die man bis zum Morgengrauen nicht weglegen kann.“
Die Presse, Erwin Uhrmann

„Vielstimmig, magisch, faszinierend.“
Freundin

„Die virtuos eingesetzte Montagetechnik erhöht sogar die Spannung dieses brillanten Romans … Diese sprachliche Vielfalt stellt natürlich auch den Übersetzer vor eine große Herausforderung. Cornelius Hartz meistert sie bravourös.“
General-Anzeiger Bonn, Bernhard Hartmann

"Zeigt in einer wirklich großartigen Qualität, wie sich Nature Writing, konzeptionelle Finesse und erzählerische Fabulierlust zu einem großartigen und kurzweiligen Leseerlebnis vereinen. In diesen literarischen Garten darf man sich gerne wagen – und immer wieder kommen.“
Buch-Haltung, Marius Müller

„Aus Stimmen, Texten und Bildern entfaltet sich die so fantastische wie spannende Geschichte eines versteckten Anwesens im grünen Nichts von Massachusetts. … Definitiv grandios!“
emotion, Christine Ritzenhoff

„Ein so sprachmächtiger wie spannender Roman . … Ein Buch, das man lange nicht aus der Hand legt.“
Passauer Neue Presse, Stefan Rammer

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.02.2024

Abbildungen

mit 25 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

429

Maße (L/B/H)

21,6/14,5/4 cm

Gewicht

622 g

Farbe

Grau

Auflage

1

Originaltitel

North Woods

Übersetzt von

Cornelius Hartz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-81381-8

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    5/5

    04.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ungewöhnlich außergewöhnlich und meisterhaft

    Ein Haus in den Wäldern von Massachusetts, das über Jahrzehnte hinweg von den unterschiedlichsten Personen bewohnt wird. Menschen und Lebenswege, die sich kreuzen, stumm wird das Haus Zeuge von Dramen, Tragödien und Schicksalsschlägen, die Natur aber überlebt sie alle. »Der Westen von Massachusetts ist eine Gegend mit reichen Landhäusern und verarmten Bauernhöfen. Mit prunkvollen Ballsälen und heruntergekommenen Bretterbuden. Künstler, Dichter, Industriemagnaten genießen ihre Sommerfrische, während nebenan im dunklen Wald der Jäger auf der Lauer liegt. Wäre dies die Geschichte eines einzigen Mordes, so würde das schon reichen. Aber machen Sie sich auf einiges gefasst!« (Seite 299) Mit dem Todesengel fängt es an: Ein Überfall findet statt, ein Unrecht geschieht, Zugeständnisse werden gemacht, Fremde kehren ein und das Unheil nimmt seinen Lauf. Vier Gräber werden es sein. So steht es geschrieben. Der Anfang ist gemacht. Dieses Buch hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen, ich glaube nicht, dass ich etwas vergleichbares in den letzten Jahren gelesen hätte, zumindest erinnere ich mich daran nicht. Es besteht aus vielen Einzelteilen, Briefen, Berichten, Artikeln, sogar Gedichte und Liedertexte finden Platz darin. Kleine schwarzweiße Zeichnungen dienen als Trennhalter, zeigen an, wo ein neues Kapitel aufgeschlagen wird und Neues entsteht, wo das Alte vergangen ist. Ein roter Faden zieht sich durchs Buch, lässt mich kleine Seufzer ausstoßen oder die Brauen hochziehen, den Mund vor Staunen öffnen, aber auch das ein oder andere Mal weinen, nachdem etwas unwiederbringlich zerbrochen oder zerstört wird, das vorher jahrzehntelang heil geblieben war. Verlorengegangenes taucht auf, Geister spuken, an vor langer Zeit Verstorbene wird erinnert und ein verschollenes Buch erwähnt, das ein Geheimnis offenbart, welches eine Überraschung bringt, obwohl es den Lesenden bekannt war. Was leicht und einfach klingt, ist für mich ein grandioses Werk, das auch ohne Zeitangaben einfach zuzuordnen war: da eine Person der Geschichte, dort eine Erfindung, hier ein Hinweis auf das Jahrhundert, so war mir eine ungefähre Zuordnung immer möglich; nicht dass diese wirklich wichtig war. Die angepasste Ausdrucksweise und die sprachlichen Eigenheiten der Epochen vervollständigen den Eindruck, dass dies ein Meisterwerk ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Lesen!

  • Martina *Blubie*

    aus Schönau

    5/5

    03.12.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Einfach genial

    Was war das bitteschön für ein absolut geniales Buch? Ich habe schon wirklich viele Bücher in meinem Leben gelesen, aber etwas in dieser Art noch nie. Mason erzählt in seinem Werk von einem Haus, einem Ort in Massachusetts, über Jahrhunderte hinweg. Und er erzählt so aussergewöhnlich, wie man es selten geniessen kann. Nicht nur stilistisch einfach hinreissend, sondern von Kapitel zu Kapitel immer anders: Der Schreibstil ist angepasst an die Begebenheit und an die Zeit, die Stilmittel immer unterschiedlich. Da gibt es Notizen in einer Bibel, Tagebucheinträge, Briefwechsel, Uni-Vorträge etc.p.p. Von der ersten Seite an war ich sofort in der Geschichte drin, keine Seite war zuviel, keine Stelle langweilig... und ich muss zugeben, dass ich noch nie zuvor so einen entzückenden Paarungsbericht zweier Borkenkäfer gelesen habe. (Jahaaa, jetzt seid Ihr neugierig, nä?) Es sind unterschiediche Menschen, die im Laufe dieser vielen Jahre an diesem Ort sind, und die einzelnen Geschichten sind immer irgendwie miteinander verknüpft... allerdings wissen das nur die Leser*Innen, und das bereitet beim Lesen ganz große Freude. Was ich auch sehr mochte: Die Kapitel kommen ganz ohne Datierung aus, irgendwann taucht ein Satz, eine Bemerkung auf, und man weiß wieder ungefähr wann wir uns befinden. Ein absolut bemerkenswerter Roman, so außergewöhnlich und - ich kann es nur wiederholen - einfach genial. Cornelius Hartz hat ganz wunderbar übersetzt... und auch er würde Euch ganz sicher raten: Unbedingt lesen!

  • Bewertung

    5/5

    24.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein altes Haus erzählt die Geschichte vom Menschsein - aufregend neu und anders!

    Die New York Times sagt „This book is impossible to summarize“. In fact! Aber ich MUSS es versuchen. Ich MUSS meine Freude, Verblüffung und den wonnigen Schock, in dem ich mich seit Tagen befinde, mit der Welt teilen. Daniel Mason spielt in seinem großen amerikanischen Roman mit Zeit und Raum. Er zoomt als allwissender Erzähler auf ein Haus in den Wäldern von Massachusetts. Über 400 Jahre bleibt er hier bei seinen Bewohnern. Im 17. Jh., kurz vor der amerikanischen Revolution, beschließt ein junges Liebespaar, das wegen seiner unterschiedlichen Herkunft keins sein darf, dass der erste Stein für das Haus das Ende ihrer Flucht und den Anfang der Geschichte besiegeln soll. Doch der Erzähler hält ihr schnelles Ende durch gewaltsamen Tod und Vertreibung bereit. „Auf der Wiese, unter weichen Erdhügeln, liegen die Leichen der Frau und der drei Männer, und im Bauch des Mannes, der der Frau mit dem Kind den Apfel angeboten hat, befindet sich ein Stück vom Kerngehäuse, in dem noch drei Apfelkerne stecken.“ S.31 Die verwesenden menschlichen Körper bilden den Boden der blühenden Ära des Hauses, denn aus dem Apfel, der aus ihnen wächst, entwickelt ein kriegsmüder Apfelbauer eine florierende Plantage. Die ungleichen Zwillingstöchter führen sein Erbe fort, doch Liebe und brennender Neid zerstören seine goldene Zeit. Andere finden das Haus, ein Maler, der unsterblich in die Natur und einen Schriftsteller verliebt ist, dem er von hier leidenschaftliche Briefe schreibt. Doch die Zeit ist nicht reif für diese Liebe. Auch das Haus verändert sich über die Jahre, aus der Hütte wird ein Anwesen, das Grundstück verwildert und wird wieder kultiviert, Wald und Arten sterben und schaffen gleichzeitig neuem Leben Raum. Das Haus ist Fluchtpunkt, Versteck, Lebensmitte und Grab. Geister treiben ihr Unwesen, lassen die alten Dielen knarren und reißen Eindringlinge ins Verderben. Es wird geliebt, gehasst, gespukt, gelacht und geweint. Schön fand ich die grenzenlose Fantasie, das leichtfüßige Spiel mit literarischen Formen, die bildhafte mitreißende Sprache, das berauschende Nature Writing und den feinen, ironischen Humor, mit dem Daniel Mason uns durch die Seiten treibt. Kapitel für Kapitel, von Generation zu Generation, werden wir Zeuge von Krieg, Tod und Gewalt, Unwettern, Umweltzerstörung, Artensterben, der Invasion neuer Arten, Neid und Verrat. Wir spüren aber auch eine immense Lebenskraft und etwas Verbindendes, das den Tod überdauert. Verblüfft war ich, wie verloren geglaubte Fäden plötzlich wieder auftauchen und neue Verbindungen schaffen, neuen Sinn geben. Spaß hatte ich an den kleinen Illustrationen, Karten, Fotos, Briefen, Zeitungsartikeln und Gedichten, die wie Moritaten in einem mittelalterlichen Schauspiel die Moral der Geschichte verbildlichen. Diesen Roman kann man nicht lesen, ohne jemandem davon erzählen zu wollen. Vielleicht pflanzen wir uns so fort. Weil wir Geschichtenerzähler sind, weil unsere Geschichten der rote Faden unseres Daseins sind. Es ist eins der unterhaltsamsten und gleichzeitig komplexesten Bücher, das ich je gelesen habe. Ein großes Glück!

  • Bewertung

    5/5

    18.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein herausragender Roman

    Der Wald – schon immer war er von zentraler Bedeutung in der Literatur, voller Symbolkraft und Mystik. Mason setzt mit seinem Werk den North Woods, den nördlichen Wäldern Massachusetts, ein literarisches Denkmal, dessen Üppigkeit an Sprachstilen, Genre und Figuren in meinen Augen der immensen Vielfalt des Waldes gleichkommt. Ein Meisterwerk, das zu meinen Jahreshighlights zählt. Es beginnt mit der Flucht eines Paares aus einer puritanischen Kolonie, die in den North Woods endet, wo sie sich am siebten Tag niederlassen. »Alles war so licht und rein … Am Bach fand er einen breiten, flachen Stein, brach ihn aus der Erde und trug ihn zurück zur Lichtung, wo er ihn behutsam auf den Boden legte. Hier.« S.15 Der Wald wird über 4 Jahrhunderte stummer Zeuge einer Vielzahl von Menschen, die sich an dessen Rand in einem kleinen gelben Haus niederlassen und eine Heimat in dieser verlassenen Gegend finden. Das Haus selbst ist es, das diese Geschichten bewahrt, die geprägt sind von Pioniergeist und Beharrlichkeit, aber auch Eifersucht, unglücklicher Liebe, Krankheit und Mord. Eine von den Ureinwohnern Amerikas verschleppte Frau; ein englischer Soldat, der Apfelbauer werden will, in den Augen der Anderen aber von seiner »Pomomanie« geheilt werden muss; dessen Zwillingstöchtern, die zwar äußerlich gleich, aber charakterlich kaum verschiedener sein könnten; ein Sklavenjäger; eine Scharlatanin, die eine Séance abhält; ein Schizophrener, der von Waldspaziergängen besessen ist und seiner Schwester geheimnisvolle Super-8-Filme vererbt; ein True-Crime-Reporter, der einen Jahrhunderte zurückliegenden Massenmord aufklären will. Und ein liebestoller Käfer, der seiner Angebeteten in die kunstvollen Gänge ihrer Fresspuren folgt. Zu all den Zeitzeugen des Werdens und Vergehens gesellen sich noch viele klein und große Waldbewohner, eingeschleppte Sporen, Käfer, Berglöwen und unzählige Baumarten. Mason gelingt es, die 12 kaleidoskopartigen Geschichten geschickt miteinander zu verweben. Mason passt seinen Schreibstil der jeweiligen Epoche an, wechselt zwischen den Perspektiven und Formen, reiht zwischen den Erzählungen Briefe, Gedichte und Zeitungsberichte aneinander und beweist damit größtes handwerkliches und schriftstellerisches Können, das mir bisher nur selten begegnet ist. Und dann sind da noch die kleinen »Oh«-Momente, die mir ein Schmunzeln entlocken. Während einzelne Protagonisten vor Rätseln stehen, bin ich als Leserin ihnen immer einen Schritt voraus, weiß von den losen Enden anderer Geschichten und bewundere Masons schriftstellerischen Kniffe, diese zu Ende zu führen. Würde ich es beschreiben wollen, wäre es so ähnlich, wie einen dichten Wald zu betreten – wenn sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, entdeckt man zuerst Umrisse, dann Einzelheiten, Geräusche, Gerüche. Und so wird auch dieses Buch zu einer Sinfonie an True Crime, Schauergeschichte, Nature Writing und verbindet sich letztlich zur Historie eines Landes. Es ist eine Geschichte des ständigen Wandels, unserer Beziehung zur Natur, unserem Zutun an deren Zerstörung. Was bleibt von uns übrig, was ist wirklich von Bedeutung? Am Ende bin ich mir sicher, das nicht nur wir den Wald beobachten, sondern er uns – mit der gleichgültigen Gewissheit, dass er schon lange vor uns da war und es auch nach uns sein wird.

  • Lesenswege

    5/5

    26.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Haus als verbindendes Element durch die Jahrhunderte

    Daniel Mason hat einen sehr besonderen Roman geschrieben. Sein Protagonist und seine Konstante ist ein Haus in den Wäldern von Massachusettes, das durch die Jahrhunderte von seinen Bewohnern ihren Bedürfnissen angepasst wird und ihren gesellschaftlichen Status spiegelt. Seinen Anfang nimmt es als Hütte, erbaut von einem jungen Paar, das aus der bedrückenden Enge eines puritanischen Dorfes weggelaufen ist und in den Wäldern fernab der Zivilisation seinen Zufluchtsort findet. Später wird es für mehr als ein halbes Jahrhundert zum Mittelpunkt einer Apfelplantage, angelegt von dem ehemaligen englischen Soldaten Charles Osgood und nach seinem Tod fortgeführt von seinen Zwillingstöchtern Alice und Mary. Später wird es für lange Zeit zum Refugium eines Malers, der dort sehr glückliche, und später infolge amouröser Verstrickungen sehr einsame und unglückliche Jahre verbringt. Mehrmals wird es Zufluchtsort in größter Not, aber auch Schauplatz von Mord und Totschlag. Dieses Haus ist beseelt. Es inhaliert seine Bewohner durch die Jahrhunderte, um sie später wieder auszuatmen. Jeder, der jemals hier gelebt hat, ob kurz oder lange, wird zum Glied in einer Kette von Ereignissen und Bestandteil einer ererbten Erinnerung, die für ihre Hüter nicht fassbar, aber gleichwohl vorhanden ist und am Ende alle abgerissenen Fäden wieder zusammenführt. Die Geister der Vergangenheit stecken nicht nur in dem Haus, sondern auch in seinen Bewohnern. Dieses Ineinandergreifen von Lebenswegen ist es, was dieses Buch für mich so besonders macht. Alles hängt mit allem zusammen, auch wenn es nicht immer spürbar ist. Und am Ende erlaubt sich der Autor einen ganz besonderen Twist, der absolut nicht vorherzusehen ist. Der Roman ist so überwältigend, dass man ihn nach Beendigung am liebsten sofort noch einmal lesen möchte. Über die Handlung hinaus ist der Roman auch von seiner Struktur her sehr abwechslungsreich, denn Mason variiert die Darbietungsform, indem er sich zahlreicher Genres bedient: Bericht, Brief, Briefwechsel, personale, auktoriale und Ich-Erzählung, Vortrag, Notizen und Ballade kommen zum Einsatz. Jede neue, mit dem Haus verbundene Person erhält ihren eigenen Stil. Die Episoden sind von sehr unterschiedlichem Umfang. Zwischen den Episoden ist das Buch mit Fotos oder Abbildungen aus der Natur illustriert. Oben in den Wäldern ist ein faszinierender Roman, weil er so anders daherkommt. Mason schreibt über Einzelschicksale, deren Zusammensetzung zugleich ein Abbild amerikanischer Geschichte ist. Und am Ende erweitert er den Blick. Was ich damit meine müsst ihr selbst herausfinden - lasst euch verzaubern und lest dieses Buch! Besonderer Dank gebührt auch Cornelius Hartz, der den Text aus dem Englischen übersetzt hat. Chapeau!

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Bewertungen (21)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Lukas Bärwald

    Lukas Bärwald

    Thalia St. Pölten

    Buchhändler*in

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    4/5

    14.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Am Anfang war der Apfel

    Im Jahr 2019 erschien Robert Seethalers Roman „Das Feld“. Was ihn außergewöhnlich machte, war nicht nur, dass jedes der 30 Kapitel aus einer anderen Perspektive erzählt wurde, sondern auch die außergewöhnliche Hauptfigur – und eben die verbindet das Buch mit „Oben in den Wäldern“. Denn in beiden Fällen steht kein Mensch im Mittelpunkt des Geschehens, sondern der Schauplatz der Handlung. Im Fall von Daniel Mason handelt es sich dabei um ein urig verwachsenes Waldstück in Massachusetts; über den Verlauf von drei bis vier Jahrhunderten werden die Schicksale jener Menschen erzählt, die dort ihr Zuhause fanden und durch ihre Existenz auch die Geschichte des Waldes beeinflussten. Am Anfang steht ein visionärer Träumer, der vom Geschmack der dort wild wachsenden Äpfel dermaßen eingefangen wird, dass er sein gesamtes Leben dem Ziel widmen wird, dort eine Plantage zu errichten und die besondere Schönheit der Früchte in die Welt zu tragen. Im folgen seine ungleichen Töchter nach, die sich zwar ganz dem Erbe ihres Vaters verschreiben, doch als die Liebe in ihr Leben tritt, beginnen sich ihre Wege auf schicksalhafte Weise immer weiter zu entzweien bis es in einer wahrhaftig überraschend und schockierenden Tragödie mündet. Und so Reihen sich Biografien an Biografien, verbunden durch den Wald und das alte Haus, die Schönheiten und dunklen Geheimnisse dieses Ortes. Während es in Daniel Masons letztem Roman „Der Wintersoldat“ noch um das Drama eines jungen Arztes zur Zeit des Ersten Weltkrieges ging und den Fokus auf einen einzelnen, zentralen Protagonisten, wird hier der erzählerische Fächer weit geöffnet, wodurch die Geschichte sich sehr kurzweilig und abwechslungsreich liest. Und obwohl jede für sich auch in sich abgeschlossen funktioniert, ist es der rote Faden des gemeinsamen Schauplatzes, der alles miteinander verbindet und im abschließenden Kapitel zu einem großen Ganzen zusammenfinden lässt.
  • Zum Bewerterprofil von Silvio Weitzl

    Silvio Weitzl

    Thalia Linz – Landstraße

    Buchhändler*in

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    2/5

    24.04.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zuviel des Guten

    Das Konzept des neuen Werks von Daniel Mason, ein Anwesen und dessen Bauwerk als stillen Protagonisten auftreten zu lassen, ist wahrlich geistreich, wäre es nur gelungen. Seine bewundernswerten literarischen Fähigkeiten werden durch das nichtendenwollende Sammelsurium an Stilmitteln, die langatmigen biografischen Nichtigkeiten und die äußerst ermüdenden esoterischen Einfärbungen aufgehoben. Die Seiten verkommen zur Schreibübung eines vor Ideen strotzenden Schriftstellers ohne Plan, nur um in einem apokalyptischen, pseudospirituellen Wiedergängerszenario zu gipfeln.

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