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Die sieben Monde des Maali Almeida Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2022

131

31,50 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47598

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.11.2023

Abbildungen

mit 1 schwarzweissen Karte und 2 schwarzweissen Abbildungen

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

20,7/13,7/4,4 cm

Gewicht

663 g

Farbe

Aubergine / Seidengrau

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

The Seven Moons of Maali Almeida

Übersetzt von

Hannes Meyer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00369-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Ein Roman, der ins Herz der Finsternis stößt, aber der sich trotzdem noch eine gewisse Leichtigkeit bewahrt – also ein literarisches Kunststück, das großen Respekt verdient! ("ORF Ö1 "Ex Libris"")
Shehan Karunatilaka erzählt in seinem intelligenten und eindrucksvollen Roman von einem blutigen Bürgerkrieg, der im Westen in Vergessenheit zu geraten droht. ("taz")
Was kommt nach dem Tod? Was wissen wir über den Bürgerkrieg in Sri Lanka? Und wer hat unseren Erzähler Maali ermordet, der im rasanten Roman des Booker-Preisträgers aus Colombo in eigener Sache ermittelt? Diese Fragen bringen die Geschichte des toten Kriegsfotografen Maali so in Fahrt, dass ich mich nach kurzen Startschwierigkeiten am Buch festgekrallt habe. BBBBB ("Brigitte")
"Die sieben Monde des Maali Almeida" ist eine farbintensiv leuchtende subtropische Blüte. Der Roman beeindruckt mit seiner scharfen Mischung aus Fantasie und Zeitgeschichte. ("Kölner Stadt-Anzeiger")
Shehan Karunatilakas lange erwarteter zweiter Roman ist eine meisterhaft inszenierte Gesellschaftssatire voll von popkulturellen Anspielungen. ("Die Presse")
In seinem vierten, von Hannes Meyer mitreißend übersetzten Roman breitet der 1975 in der Hafenstadt Galle geborene Shehan Karunatilaka das ganze Panoptikum des Krieges in seiner alltäglichen Banalität aus. Er führt die Folgen von Kolonialismus, Rassismus und Korruption eindrucksvoll und facettenreich vor Augen. ("Rolling Stone")
„Die sieben Monde des Maali Almeida“, von Hannes Meyer mit Esprit und Tempo ins Deutsche übertragen, legt Zeugnis ab: von den Toten, vom Gewicht der Zeugenschaft und von der Rolle, die der Literatur hierbei zukommen kann. ("Deutschlandfunk Kultur "Buchkritik"")
„Die sieben Monde des Maali Almeida“ ist eine vielfarbig leuchtende subtropische Blüte. Der Roman beeindruckt mit seiner scharfen Mischung aus Fantasie und Zeitgeschichte. ("Frankfurter Rundschau")
Das ist große Erzählkunst. ("WDR Westart Lesestoff")
Karunatilaka führt die Gleichzeitigkeit von Kolonialismus, Rassismus und Korruption vor Augen. Mit den Mitteln der Literatur entlarvt er eindrucksvoll die grausamen Wirklichkeit des Krieges. ("der Freitag")

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47598

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

28.11.2023

Abbildungen

mit 1 schwarzweissen Karte und 2 schwarzweissen Abbildungen

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

544

Maße (L/B/H)

20,7/13,7/4,4 cm

Gewicht

663 g

Farbe

Aubergine / Seidengrau

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

The Seven Moons of Maali Almeida

Übersetzt von

Hannes Meyer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00369-2

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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2 Sterne

1 Sterne

Bunt, lebendig, anspruchsvoll!

Bewertung am 10.06.2024

Bewertungsnummer: 2219707

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Optisch finde ich das Buch wunderschön und bin daher auch froh es anders als sonst nicht auf dem Ereader zu lesen. Für die Lesbarkeit wäre es manchmal tatsächlich besser auf dem E-Reader, da man hier öfter mal Dinge nachschlagen könnte. Inhaltlich erinnert es mich an Lincoln in the Bardo, bei dem sich die Figuren auch in einer Zwischenwelt zwischen Leben und Tod bewegen. Ich hab es gern gelesen und Maali Almeida dabei zugesehen, wie er versucht herauszufinden, was ihm passiert ist. Das Buch ist in der „Du-Perspektive“ geschrieben, was unter anderem dazu beiträgt, dass ich es teilweise etwas anstrengend zu lesen finde. Darüberhinaus ist es für jemanden wie mich, der sich bisher wenig mit dem Konflikt in Sri Lanka auseinander gesetzt hat, nicht leicht bei allen Personen und Gruppierungen den Überblick zu behalten. Trotzdem mag ich das Buch, weil es bunt ist und lebendig und die Figuren liebevoll gezeichnet sind.

Bunt, lebendig, anspruchsvoll!

Bewertung am 10.06.2024
Bewertungsnummer: 2219707
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Optisch finde ich das Buch wunderschön und bin daher auch froh es anders als sonst nicht auf dem Ereader zu lesen. Für die Lesbarkeit wäre es manchmal tatsächlich besser auf dem E-Reader, da man hier öfter mal Dinge nachschlagen könnte. Inhaltlich erinnert es mich an Lincoln in the Bardo, bei dem sich die Figuren auch in einer Zwischenwelt zwischen Leben und Tod bewegen. Ich hab es gern gelesen und Maali Almeida dabei zugesehen, wie er versucht herauszufinden, was ihm passiert ist. Das Buch ist in der „Du-Perspektive“ geschrieben, was unter anderem dazu beiträgt, dass ich es teilweise etwas anstrengend zu lesen finde. Darüberhinaus ist es für jemanden wie mich, der sich bisher wenig mit dem Konflikt in Sri Lanka auseinander gesetzt hat, nicht leicht bei allen Personen und Gruppierungen den Überblick zu behalten. Trotzdem mag ich das Buch, weil es bunt ist und lebendig und die Figuren liebevoll gezeichnet sind.

Ein verstörendes , genial-herausforderndes Abenteuer

Bewertung aus Baden-Württemberg am 30.01.2024

Bewertungsnummer: 2119892

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein schrill-verstörendes, genial-herausforderndes Abenteuer Ein buntes Cover, das die Sinne anspringt, freundliche Farben, aber eine Zähne fletschende Grimasse – passender kann man das Cover dieses Romans kaum gestalten. Der Protagonist Maali Almeida ist gewaltsam zu Tode gekommen. An die näheren Umstände erinnert er sich nicht, stattdessen findet er sich in einer skurrilen Dazwischenwelt wieder, in der es vor guten wie bösen Geistern nur so wimmelt (das Namenregister am Ende des Buches ist sehr hilfreich). Diese Welt ist vieldeutig, voller Schatten, Gerüchte und Unsicherheiten – sie wird höchst anschaulich skizziert. Maali war zu Lebzeiten Fotograf und Abenteurer. Er scheute keine Risiken, traute sich auf sämtliche Frontlinien seines von Terror, Hass und Fehden zerschundenen Landes Sri Lanka, wo seit 1983 ein blutiger Bürgerkrieg mit unzähligen Toten tobte. Er fotografierte für verschiedene Auftraggeber eindrucksvolle Bilder, die das Grauen dokumentierten. Dabei schien sich Maali offenbar für keine politische Seite besonders zu erwärmen, auch wenn er als „Mischling“ zur tamilischen Minderheit zählte. Aufgrund seiner Homosexualität lief er ohnehin latent Gefahr, die Repression des Staates zu spüren zu bekommen. Maali war ein Freigeist. In der Zwischenwelt hat man sieben Monde Zeit, in denen man überprüft, gewogen und vermessen wird. Wer Glück hat, darf am Ende der Prozedur ins Reich des Vergessens weiterreisen. Wer Pech hat, muss bleiben und läuft Gefahr, in den Einflussbereich der wirklich bösen Dämonen zu geraten, die sich von reiner Verzweiflung ernähren. Maali ist viel zu abenteuerlustig, um den leichten Weg zu gehen. Zudem möchte er herausfinden, wer ihn umgebracht hat. Und dann sind da auch noch seine Fotos im Geheimversteck, die Beweise für geschehenes, politisch initiiertes Unrecht liefern. Soll denn von seiner Arbeit, seinem Leben wirklich nichts zurückbleiben? Maali begibt sich auf die Suche. Wie bereits zu Lebzeiten kooperiert er mit der Halbwelt, deren Regeln es ihm zu bestimmten Konditionen möglich machen, durch die Lüfte zu den Orten getragen zu werden, an denen er bereits gewesen ist. Er muss nur seinen Namen erlauschen und dem Laut folgen. Auf diese Art und Weise trifft er seine Freunde, Kollegen und Familienmitglieder wieder. Dabei erfährt er manche Neuigkeit, manche Überraschung. Selbstverständlich darf er sich nicht zu erkennen geben, er ist für die Lebenden unsichtbar. Dadurch wird seine Mission sehr erschwert, fast unmöglich. Es gilt Hindernisse zu überwinden, Kompromisse zu schließen und Gefahren auch für die Lebenden zu parieren. Dabei lernen wir lernen Maali in all seiner Komplexität immer besser kennen. Die Lösung zu den offenen Fragen gleicht einem komplizierten Puzzle. Dieser Roman ist etwas Besonderes. Man kann ihn kaum in Worte fassen. Erzählt wird in einer eigenartigen „Du“-Perspektive, die teilweise als besseres Maali-Ich auftritt, teilweise aber auch als allwissender Erzähler rüberkommt. Die zahlreichen Namen und Figuren können zu Beginn verwirrend wirken. Relativ schnell bekommt man einen Eindruck von der Brutalität des Bürgerkrieges. Es wird gefoltert, gemordet, gemeuchelt, bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt und verscharrt. Es gibt nicht nur Tote, sondern auch unzählige Vermisste, die nie wieder auftauchen. Die am Krieg beteiligten Parteien (die erfreulich auf Seite 42/43 erklärt werden) gehen mit äußerster Rücksichtslosigkeit zur Sache, ein Menschenleben gilt nichts. All diese Fakten kann man nur durch die außergewöhnliche Perspektive, durch die Distanz der Zwischenwelt ertragen, in der sich übrigens auch Geister bewegen, die es in der Realität wirklich gegeben hat, bevor sie in den 1980er Jahren gewaltsam zu Tode kamen. Maali wird allmählich vom Beobachter zum Akteur. War er zu Lebzeiten alles andere als ein sympathischer Zeitgenosse, geht nach und nach ein Wandel mit ihm vonstatten. Dieser Roman ist wie ein Sturm, von dem man sich mitreißen lassen sollte. Zugegeben, macht er es dem Leser nicht immer leicht, das bunte bildreiche Figurenkarussell zu sortieren, einzuordnen, wer zu den Guten oder zu den Bösen gehört. Die Sprache ist salopp, jugendlich keck, manchmal vulgär und respektlos, schließlich spricht der Protagonist selbst. Er ist der Filter, durch den wir alles beobachten und wahrnehmen. Zahlreiche spritzige Dialoge durchziehen den Text. Maali hat viele Facetten. Er hadert mit seinem Glauben, mit den Göttern. Er flucht und schimpft. Als Lebender bewegte er sich überwiegend in einem windigen Milieu aus Heuchlern, Opportunisten und Scheinheiligen – so scheint es zumindest. Maali ist ein wahrer Anti-Held, der mitunter aber auch über große Fragen nachdenkt, philosophiert und gedankenschwere Weisheiten zum Besten gibt. Wie es dem Autor gelingt, dass wir dieser schrägen Figur in ihrem grotesken Umfeld mit Interesse folgen, zeigt großes schriftstellerisches Können. Zum Ende hin gewinnt die Geschichte an Fahrt und ihren Ausgang möchte ich als regelrecht bravourös bezeichnen. Der Roman ist für den europäischen Leser gewiss eine Herausforderung. Die Wiedergeburt, die Geister-, Mythen- und Aberglauben der asiatischen Religionen sind uns weitgehend fremd. Man muss sich deshalb auf diesen Roman einlassen. Leicht kann man sich angesichts der vielfältigen Charaktere, des Surrealen und der eigenwilligen Schauplätze überfordert fühlen. Mut zur Lücke!, möchte ich jedem raten. Auf höchst unterhaltsame Weise wird einem der Horizont erweitert, man lernt etwas über eine fremde Kultur und einen grausamen Krieg, der sich leider an anderen Stellen nur mit leichten Nuancen immer aufs Neue wiederholt. Insofern bleibt der Roman bestechend aktuell und erhielt höchst verdient den Bookerpreis 2022. Große Lese-Empfehlung!

Ein verstörendes , genial-herausforderndes Abenteuer

Bewertung aus Baden-Württemberg am 30.01.2024
Bewertungsnummer: 2119892
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein schrill-verstörendes, genial-herausforderndes Abenteuer Ein buntes Cover, das die Sinne anspringt, freundliche Farben, aber eine Zähne fletschende Grimasse – passender kann man das Cover dieses Romans kaum gestalten. Der Protagonist Maali Almeida ist gewaltsam zu Tode gekommen. An die näheren Umstände erinnert er sich nicht, stattdessen findet er sich in einer skurrilen Dazwischenwelt wieder, in der es vor guten wie bösen Geistern nur so wimmelt (das Namenregister am Ende des Buches ist sehr hilfreich). Diese Welt ist vieldeutig, voller Schatten, Gerüchte und Unsicherheiten – sie wird höchst anschaulich skizziert. Maali war zu Lebzeiten Fotograf und Abenteurer. Er scheute keine Risiken, traute sich auf sämtliche Frontlinien seines von Terror, Hass und Fehden zerschundenen Landes Sri Lanka, wo seit 1983 ein blutiger Bürgerkrieg mit unzähligen Toten tobte. Er fotografierte für verschiedene Auftraggeber eindrucksvolle Bilder, die das Grauen dokumentierten. Dabei schien sich Maali offenbar für keine politische Seite besonders zu erwärmen, auch wenn er als „Mischling“ zur tamilischen Minderheit zählte. Aufgrund seiner Homosexualität lief er ohnehin latent Gefahr, die Repression des Staates zu spüren zu bekommen. Maali war ein Freigeist. In der Zwischenwelt hat man sieben Monde Zeit, in denen man überprüft, gewogen und vermessen wird. Wer Glück hat, darf am Ende der Prozedur ins Reich des Vergessens weiterreisen. Wer Pech hat, muss bleiben und läuft Gefahr, in den Einflussbereich der wirklich bösen Dämonen zu geraten, die sich von reiner Verzweiflung ernähren. Maali ist viel zu abenteuerlustig, um den leichten Weg zu gehen. Zudem möchte er herausfinden, wer ihn umgebracht hat. Und dann sind da auch noch seine Fotos im Geheimversteck, die Beweise für geschehenes, politisch initiiertes Unrecht liefern. Soll denn von seiner Arbeit, seinem Leben wirklich nichts zurückbleiben? Maali begibt sich auf die Suche. Wie bereits zu Lebzeiten kooperiert er mit der Halbwelt, deren Regeln es ihm zu bestimmten Konditionen möglich machen, durch die Lüfte zu den Orten getragen zu werden, an denen er bereits gewesen ist. Er muss nur seinen Namen erlauschen und dem Laut folgen. Auf diese Art und Weise trifft er seine Freunde, Kollegen und Familienmitglieder wieder. Dabei erfährt er manche Neuigkeit, manche Überraschung. Selbstverständlich darf er sich nicht zu erkennen geben, er ist für die Lebenden unsichtbar. Dadurch wird seine Mission sehr erschwert, fast unmöglich. Es gilt Hindernisse zu überwinden, Kompromisse zu schließen und Gefahren auch für die Lebenden zu parieren. Dabei lernen wir lernen Maali in all seiner Komplexität immer besser kennen. Die Lösung zu den offenen Fragen gleicht einem komplizierten Puzzle. Dieser Roman ist etwas Besonderes. Man kann ihn kaum in Worte fassen. Erzählt wird in einer eigenartigen „Du“-Perspektive, die teilweise als besseres Maali-Ich auftritt, teilweise aber auch als allwissender Erzähler rüberkommt. Die zahlreichen Namen und Figuren können zu Beginn verwirrend wirken. Relativ schnell bekommt man einen Eindruck von der Brutalität des Bürgerkrieges. Es wird gefoltert, gemordet, gemeuchelt, bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt und verscharrt. Es gibt nicht nur Tote, sondern auch unzählige Vermisste, die nie wieder auftauchen. Die am Krieg beteiligten Parteien (die erfreulich auf Seite 42/43 erklärt werden) gehen mit äußerster Rücksichtslosigkeit zur Sache, ein Menschenleben gilt nichts. All diese Fakten kann man nur durch die außergewöhnliche Perspektive, durch die Distanz der Zwischenwelt ertragen, in der sich übrigens auch Geister bewegen, die es in der Realität wirklich gegeben hat, bevor sie in den 1980er Jahren gewaltsam zu Tode kamen. Maali wird allmählich vom Beobachter zum Akteur. War er zu Lebzeiten alles andere als ein sympathischer Zeitgenosse, geht nach und nach ein Wandel mit ihm vonstatten. Dieser Roman ist wie ein Sturm, von dem man sich mitreißen lassen sollte. Zugegeben, macht er es dem Leser nicht immer leicht, das bunte bildreiche Figurenkarussell zu sortieren, einzuordnen, wer zu den Guten oder zu den Bösen gehört. Die Sprache ist salopp, jugendlich keck, manchmal vulgär und respektlos, schließlich spricht der Protagonist selbst. Er ist der Filter, durch den wir alles beobachten und wahrnehmen. Zahlreiche spritzige Dialoge durchziehen den Text. Maali hat viele Facetten. Er hadert mit seinem Glauben, mit den Göttern. Er flucht und schimpft. Als Lebender bewegte er sich überwiegend in einem windigen Milieu aus Heuchlern, Opportunisten und Scheinheiligen – so scheint es zumindest. Maali ist ein wahrer Anti-Held, der mitunter aber auch über große Fragen nachdenkt, philosophiert und gedankenschwere Weisheiten zum Besten gibt. Wie es dem Autor gelingt, dass wir dieser schrägen Figur in ihrem grotesken Umfeld mit Interesse folgen, zeigt großes schriftstellerisches Können. Zum Ende hin gewinnt die Geschichte an Fahrt und ihren Ausgang möchte ich als regelrecht bravourös bezeichnen. Der Roman ist für den europäischen Leser gewiss eine Herausforderung. Die Wiedergeburt, die Geister-, Mythen- und Aberglauben der asiatischen Religionen sind uns weitgehend fremd. Man muss sich deshalb auf diesen Roman einlassen. Leicht kann man sich angesichts der vielfältigen Charaktere, des Surrealen und der eigenwilligen Schauplätze überfordert fühlen. Mut zur Lücke!, möchte ich jedem raten. Auf höchst unterhaltsame Weise wird einem der Horizont erweitert, man lernt etwas über eine fremde Kultur und einen grausamen Krieg, der sich leider an anderen Stellen nur mit leichten Nuancen immer aufs Neue wiederholt. Insofern bleibt der Roman bestechend aktuell und erhielt höchst verdient den Bookerpreis 2022. Große Lese-Empfehlung!

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Die sieben Monde des Maali Almeida

von Shehan Karunatilaka

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Philipp Hagen

Thalia Wien – Mariahilfer Straße

Zum Portrait

5/5

Ein Labyrinth der Geister und...

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein Labyrinth der Geister und Dämonen.Eines der besten Bücher die Ich heuer zu Ende gebracht habe. Sri Lanka, es herrscht Bürgerkrieg und mehrere verfeindete Parteien stehen sich gegenüber und mittendrin Maali Almeida, Kriegsfotograph, seine Aufgabe: seinen eigenen Tod aufklären.
  • Philipp Hagen
  • Buchhändler/-in

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Ein Labyrinth der Geister und...

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Mara Hollenstein-Tirk

Thalia Graz – Murpark

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4/5

Phantastischer Realismus trifft auf bissige Gesellschaftskritik

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Sri Lanka in den neunziger Jahren des letzten Jahrtausends. Das Land ist gespalten, ein Bürgerkrieg wütet, die Situation scheint ausweglos. Da erwacht der Presse-Fotograph Maali Almeida eines Tages in einer großen Halle und versteht die Welt nicht mehr. Gestorben soll er sein - ermordet. Sieben Tage hat er nun Zeit auf Erden, im Reich der Geister und Dämonen zu wandeln, um herauszufinden, was mit ihm geschehen ist. Doch wo fängt man am besten an, wenn man als Geist seinen eigenen Tod aufklären will? Verpackt in diese frische Prämisse, liefert Autor Shehan Karunatilaka nicht nur einen spannenden Kriminalfall, sondern auch noch eine faszinierende Lektüre über die jünger Geschichte Sri Lankas und einen tiefen Einblick in diese fremde Kultur. Wer nach diesen paar Zeilen bereits am Haken hängt, sollte auf jeden Fall zugreifen - es lohnt sich.
  • Mara Hollenstein-Tirk
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4/5

Phantastischer Realismus trifft auf bissige Gesellschaftskritik

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

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