Im März 2020 änderte sich alles. Homeoffice war plötzlich die neue Norm. Alle mussten sich digitalisieren und transformieren – ob sie wollten oder nicht. Die Arbeit drängte weiter ins restliche Leben, zur Erwerbsarbeit kam noch mehr Carearbeit. Die Schere zwischen systemrelevanten Berufen und Bürojobs ging weiter auf. Covid hat uns gezeigt, was in der Arbeitswelt nicht mehr funktioniert.Und da ist nicht nur die Pandemie. Überschwemmungen, Waldbrände, Inflation, Krieg – unsere Welt steht in Flammen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und wir? Brennen aus, um bloß keine Deadline zu reißen. Was zur Hölle machen wir da eigentlich? Warum tun wir uns das an?Immer mehr Menschen stellen sich diese Fragen, einige ziehen Konsequenzen. In den USA hat der Trend sogar schon einen Namen: »The Great Resignation«, das große Kündigen. Es bricht eine neue Ära an, aber weder durch agile Methoden noch durch Yoga im Alltag wird es gelingen, ein für uns alle und für den Planeten verträgliches Wirtschaften zu realisieren. Wir müssen uns überlegen, wie Arbeit heute und morgen wirklich funktionieren kann – mit einem Fokus auf Gerechtigkeit, Zukunftsfähigkeit und den Menschen.Sara Weber ist Journalistin, Expertin für die Arbeitswelt der Zukunft und war als Redaktionsleiterin von LinkedIn das Gesicht des Netzwerks in Deutschland, bis sie selbst Teil der »Great Resignation« wurde. In diesem Hörbuch geht sie den Fragen nach, die gerade eine ganze Generation umtreiben, und zeigt Lösungen auf, die Arbeit besser machen können.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
stefanb
4/5
19.12.2022
Hörbuch-Download (MP3)
Arbeit, Arbeit
„Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?“ Wer hat sich diese Frage in letzter Zeit nicht schon einmal selbst gestellt? Es geht um das Arbeiten und wie wir eigentlich arbeiten und dass unser Blick dabei auf Gerechtigkeit, Zukunftsfähigkeit und den Menschen an sich dreht. Zuviel Arbeit ist nicht gesund. Weder für uns als Menschen, noch in Bezug auf Klima. Das hat die Autorin Sara Weber am eigenen Leib erfahren und bringt die Themen Pandemie, Krieg und Klimakrise zu dem übergeordneten Thema Arbeit zusammen. Gesprochen wird das Hörbuch, im Argon Verlag erschienen, von der Autorin selbst. Sie hat eine angenehme Sprechstimme.
Ein bisschen Yoga hilft nicht sonderlich kein Burn Out zu bekommen. Es muss sich grundlegend an der Arbeit und der Arbeitsweise etwas ändern. Weber vergleicht die Arbeitswelt vor Corona und nun in der HomeOffice-Zeit. Welche Fehler machen wir und wie kann Arbeit aussehen? Wofür muss man heutzutage kämpfen?
Weber zeigt, dass bessere Arbeit nicht nur mit weniger Stunden pro Tag zu erreichen ist, sondern was man sonst noch alles betrachten muss. Es sind viele Themen für die Zuhörer*innen. Man merkt, wie komplex eine „einfache“ Frage sein kann.
Fundiert spricht die Autorin über Studien aus anderen Ländern, zeigt auf, wie die ganzen Themen ineinandergreifen. Ich habe einen guten Einblick in das Thema bekommen und Denkanstöße erhalten, auch wenn die Umsetzung des besseren Arbeitens nicht leicht zu bewerkstelligen ist.
Cornelia
aus Garbsen
3/5
27.03.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Lebendig und bildhaft geschriebenes Sachbuch
Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten ist ein lebendig und bildhaft geschriebenes Sachbuch. Darin steht nichts, was ich nicht selbst in den letzten Monaten erlebt habe. Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten ist eine schöne Zusammenfassung der erlebten Arbeitswelt - aus ArbeitnehmerInnen-Sicht.
Wenn ich jemanden das Buch oder Hörbuch empfehlen würde, dann wären es auf jeden Fall die Arbeitgeber, die Wirtschaftsbosse dieser Zeit, den politisch Tätigen - die Gewerkschaftler wissen es ohnehin und die Arbeiter und Arbeitnehmerinnen spüren die Auswirkungen am eigenen Leib und Geldbeutel.
The Great Resignation - das große Kündigen ist das Hauptthema in diesem mit der Arbeitswelt befassten Sachbuch. Und gerade deshalb würde ich jedem Vorgesetzten, jedem Arbeitgeber empfehlen: Bitte rechnen Sie sich einmal selbst aus, wie gut Sie mit dem geringst bezahlten Vollzeitlohn heutzutage über die Runden kommen würden. Und zwar auch dann, wenn Sie alleine leben oder ein Kind zu verpflegen haben, in einem Wohnumfeld leben, dass manchmal ein wenig zweifelhaft, laut oder unsauber ist, Sie für den Weg zur Arbeit Aufwendungen haben, sich und Ihr Kind vielleicht zumindest haftpflichtversichern möchten, gesundes und nahrhaftes und abwechslungsreiches Essen haben möchten, und dann vielleicht noch ein Hobby unterhalten und einmal im Jahr eine Woche in den Urlaub reisen möchten. Können Sie sich das alles leisten? - Die meisten würden wahrscheinlich den Kopf schütteln und sich fragen: wofür gehe ich eigentlich arbeiten? Entweder "Muckibude" oder Urlaub oder versichert sein? Und im Januar kann ich den Zeitraum vom 1. zum 2. Januar finanziell nicht überstehen. - Das sagt das Buch Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten zwar nicht im Klartext - aber genau das wäre der Ansatz, um den sich unser Land erst einmal kümmern muss. Nämlich, dass der Geringverdiener sich ein normales Leben leisten kann. Wir sind schließlich ein reiches Land.
Genau das wünsche ich mir von meiner Umwelt.
Wie das Arbeitsleben in Angestelltenkreisen abläuft und wie man sich das in Arbeiterkreisen vorstellt - genau davon handelt Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten. Daneben wird das Gefühl der Machtlosigkeit und der inneren Kündigung thematisiert. Alles wichtige Aspekte, die unbedingt beachtet werden müssen.
Sara Weber hat das Buch selbst eingelesen. Ihre Stimme ist klar verständlich und ich finde es toll, dass sie ihrem Werk ihre eigene Stimme gegeben hat. Sara Weber kann beim Aufklären der Sachverhalte während des Schreibens, des Lesens, nicht aus ihrer Haut und wird auch mal emotional. Die Emotionalität hat mir gutgetan. Allerdings fand ich den Aufhänger minimal zu persönlich. Denn auch ich möchte mal gefragt werden: "Wie nah gehen dir als Frau die Nachrichten über die Greueltaten gerade?" Das ist keine Frage, die ich hautfarben- oder herkunftsabhängig prüfen würde, sondern menschlich. Liebe Sara, wenn du das hier liest: auch mir gehen diese Schicksale nahe. Ganz hautfarben- und herkunftsunabhängig.
Fazit
Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten ist für alle, die den derzeitigen Arbeitsmarkt als Arbeitnehmerin oder Arbeiter erleben eine gute Zusammenfassung und für Arbeitgeber eine Pflichtlektüre. Die Politik ist zum Teil schon auf einem guten Weg - doch mitziehen oder besser vorlegen muss die Wirtschaft.
Funkelnder Sternenstaub
3/5
18.02.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Gute Übersichten & Einblicke in die Thematik
Die Autorin Sara Weber ist Deutsch-Amerikanerin und u. A. freie Journalistin. Sie hat ihr Werk selber eingelesen und durch ihre angenehme Stimmlage lässt es sich gut hören & verfolgen. Ich fühlte mich öfter verstanden & abgeholt. Vieles war für mich eine Auffrischung, aber natürlich gab es auch einiges was ich bisher nicht kannte. Es gab einige englische Begriffe aus der Arbeitswelt und deren Kosmos, einige davon waren mir bisher unbekannt. Sie wurden aber immer gut erklärt. Es gab viele Themen rund um die Arbeitswelt, wie z.B. Arbeitsformen, Stundenpensum, Fachkräftemangel, Erwerbsarbeit, Carearbeit, Burnout und Diversität. Diese wurden durch viele unterschiedlichen Quellen untermauert und es gab dadurch teilweise neue Einblicke und Erkenntnisse. Mir kam allerdings das Thema Klima zu kurz, leider, wo man es doch mit dem Titel, oder spätestens mit der Inhaltsangabe verbindet. Interessant fand ich für mich die Aussage, das man sich nicht nur vom Sinn und der Leidenschaft für eine Arbeit blenden lassen soll, denn diese führe zur Überarbeitung und dem Gefühl keine andere Wahl zu haben. Für mich ist dieses Werk allerdings eher etwas für Menschen die sich mit der Thematik Arbeitswelt noch nicht so großartig auseinander gesetzt haben, als das es viele neue Erkenntnisse bringt, schade für mich. Zusammenfassend sagt sie und ich finde es bringt es auf den Punkt: Im Vordergrund des Arbeitsleben sollten Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Wohlbefinden und Klimaschutz stehen. Jede Arbeit sollte eine gute Arbeit sein und diese ist ein Menschenrecht. Punkt.
Buechervorhersage
aus Dortmund
5/5
24.09.2024
Buch (Taschenbuch)
Sollte eine Pflichtlektüre sein, um die Veränderung ins Rollen zu bringen
In dem Buch "Die Welt geht unter und ich muss trotzdem arbeiten?" nimmt die Autorin Sara Weber unsere heutige Arbeitswelt in Zeiten multipler Krisen unter die Lupe und stellt fest, dass vieles falsch läuft und wir uns alle nur noch ausgebrannt fühlen. Sie stellt Studien und Zukunftsszenarien vor, die einerseits den Schiefstand dokumentieren, aber auch Lösungsansätze liefern. Umgesetzt werden müssten diese von den Unternehmen und der Politik, doch diese werden nur dann tätig, wenn viele Menschen ihre Forderungen laut verkünden und dafür kämpfen. Was uns dabei in die Karten spielt ist der Fachkräftemangel. Die Auswahl an freien Stellen steigt und die Arbeitnehmer können nun die Arbeitgeber vergleichen und diejenigen mit ihrer Arbeitskraft unterstützen, die die eigenen Werte und Interessen am meisten widerspiegeln. Außerdem können wir unterbesetzten, schlecht bezahlten und nicht wertgeschätzten Branchen den Rücken kehren und damit früher oder später ein Umdenken und Handeln in diesen Bereichen anstoßen.
Der Inhalt des Buches hat vielfach meine eigenen Beobachtungen und Einschätzungen bestätigt und mir dazu außerdem handfestes Wissen geliefert. Es fasst die Misere der heutigen Arbeitswelt sehr gut zusammen und liefert erste Lösungsmöglichkeiten. Jetzt müssen nur noch genug Menschen diese Erkenntnisse haben bzw. das Buch lesen, damit wir unsere Stimme wiederfinden und uns für unsere Zukunft einsetzen, die eine bessere werden soll, und damit den Ball ins Rollen bringen. Im Idealfall wäre dieses Buch eine Pflichtlektüre für Jeden.
Bewertung
aus Stuttgart
5/5
11.04.2023
Buch (Taschenbuch)
Für eine bessere Arbeitswelt
Es ist noch nicht lange her, da hat die Pandemie sehr vieles in unserem Leben in Frage gestellt. Und unser Arbeitsleben teilweise unwiederbringlich verändert. Doch auch andere Fragen der Menschheit drängen nach einer Bearbeitung: Klimawandel, Inflation, Krieg. Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, ob ihr Leben angesichts dieser Veränderungen weitergehen kann wie bisher. In den USA gibt es bereits das Phänomen der „Great Resignation“, die mit einer Welle der Kündigung einhergeht. Auch die Autorin Sara Weber, Journalistin und Expertin für die Arbeitswelt der Zukunft, war Teil dieser Bewegung. Sara Weber geht den Fragen nach, die die Menschen gerade umtreiben, und zeigt Lösungen auf, die unsere Arbeitswelt besser machen könnten.
Dabei legt sie den Fokus ihrer Erörterungen auf Gerechtigkeit, Zukunftsfähigkeit und auf den Menschen selbst mit all seinen Bedürfnissen. Die Autorin beschreibt sehr ausführlich und nachvollziehbar die heutige Arbeitswelt, auch mit dem Fokus auf all jene, die benachteiligt werden. Sie erklärt die Gründe dafür, wie sich unsere Arbeitswelt so entwickeln konnte. Als weiteren Schritt zeigt sie auf, wo Veränderungen Sinn machen und wie diese aussehen können. Wer sich kritisch mit dem Thema Arbeit auseinandersetzt, wird um dieses Buch kaum herumkommen.
Dieses Sachbuch ist sehr nachvollziehbar geschrieben, es zeigt auf, welche dringenden Veränderungen in der Arbeitswelt anstehen und wie diese gerecht umgesetzt werden können. Ich empfehle das Buch unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.
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4/5
29.04.2023
Buch (Taschenbuch)
Wie man wieder Menschen für Arbeit begeistern könnte
Wir leben in einer Zeit der permanenten Katastrophen. Kaum ist eine davon überstanden und verschwindet aus unserem Alltag, ist schon die nächste am Start. Pandemie, Klimakatastrophe, Krieg in der Ukraine und jetzt auch noch Inflation in bisher nie gekanntem Ausmaß. Ein bisschen muss man sich schon darüber Gedanken machen, wie es so weit kommen konnte. Auch Sara Weber, deutsch-Amerikanerin und die Autorin des hier vorliegenden Buches, hat das gemacht. Im Angesicht von Mehrfachkrisen muss man schon darüber nachdenken, wie viel Sinn es macht, noch immer im Hamsterrad zu bleiben und 40 Stunden in einem langweiligen Job zu verbringen, der einen eigentlich schon länger nicht mehr begeistert.
Das hier eine flächendeckende, gesellschaftliche Veränderung vonstatten geht, hat auch die Journalisten und Digitalexpertin bemerkt. Im Gegensatz zu vielen anderen jedoch, die der „Großen Resignation“ einher gefallen sind, versucht sie jedoch Gegenmaßnahmen und Lösungsvorschläge zu machen, um dieser schleichenden Veränderung entgegenzuwirken. Fachkräftemangel, welcher durch die immer weniger werdende Bereitschaft einer 40-stündigen Arbeitstätigkeit nachzugehen ausgelöst wird, ist nur eine der Auswirkungen. Auch unsere Gesellschaft, welche durch vieler Millionen Stunden freiwilliger Arbeit zusammengehalten wird, steht hier vor einem flächendecken Kollaps - ist Frau Weber zu Recht überzeugt.
Sie begibt sich auf Spurensuch, quer durch alle Berufsgruppen, die es in Deutschland, und auch in Österreich nebenbei bemerkt, so gibt. Ihre Reise in eine sich völlig neu erfindende Arbeitswelt führt sie zu Arbeitsplätzen wie Bäckereien, Kindergärten, Transportunternehmen, einem deutschen Universitätsklinikum oder auch Mülldeponien. Alle dort tätigen Personen leiden unter der immer stärker werdenden Belastung im Job, die dadurch entsteht, dass immer weniger Menschen bereit sind, Vollzeit zu arbeiten. Im Gegensatz zu anderen Autoren sucht Frau Weber diese direkt an ihrem Arbeitsplatz auf und befragt sie zu ihren Wünschen und Sorgen.
Sätze wie „Meine Work-Life-Balance passt nicht mehr“ kann auch ich immer weniger hören und ist gefühlt schon allgegenwärtig. Das zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten, Altersgruppen, religiösen oder politischen Strömungen. Ganz egal wohin man blickt, an diesem Kredo muss sich dringend etwas ändern. Nicht erst seit Ausbruch der Corona Pandemie hat sich ein Wertewandel vollzogen, welcher eine ganze Reihe an Veränderungen in unserer Sicht auf die Arbeitswelt gebracht hat - nicht erst seit viele neue englische Begriffe den Weg in unsere Arbeitswelt gefunden haben. Home Office, Distance Learning oder Contact Tracing sind nämlich Wortneuschöpfungen, die teilweise so im Englischen nicht gebräuchlich sind. Da Frau Weber zweisprachig aufgewachsen ist (ihr Papa ist Amerikaner, ihre Mama Deutsche), ist das auch sehr interessant zu lesen. Das habe ich zwar schon länger vermutet, wurde mir aber hier zum ersten Mal bestätigt.
Im ersten Teil ihrer Spurensuche veröffentlich sie eher Tatsachenberichte aus erster Hand, im zweiten Teil kommen dann die Lösungsvorschläge, um die Arbeitswelt wieder zu reparieren. Ein topaktuelles Buch zu einem brandaktuellen Thema! Lediglich die ständig gegenderten Berufsbezeichnungen finde ich sehr anstrengend zu lesen, das hätte man anders lösen können. Ansonsten viele neue Eindrücke.
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