2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. Isabelle Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie der Perspektive dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten?
Hier wird vorweggenommen, wovor viele warnen: Venedig geht unter! Guido, Wirtschaftsrat von Venedig, muss die Kassen der Stadt füllen, seine Tochter Léa stemmt sich vehement gegen Massentourismus.
Realistischer, atmosphärisch packender Roman.
Isabelle Autissier at her best!
Bewertung
5/5
13.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Acqua Alta
Ein unglaublich interessantes Buch! Es fällt nicht unbedingt in mein Leseschema und doch hat mich der Klappentext angesprochen. Einfach mal etwas querlesen, dachte ich. Ich war aber von der ersten Seite an so gefesselt und konnte es nicht mehr weglegen. Man erfährt viel über Venedig, warum es funktioniert wie es funktioniert oder eben nicht. Über Korruption, den schmalen Grad zwischen Wirtschaftsinteressen und Umweltbewusstsein. Über M.O. S.E. das große Sperrwerk vor der Lagune die das Hochwasser abhalten soll und dass die Klimaerwärmung gar nicht das Hauptproblem für den steigenden Wasserpegel ist, sondern auf die vielen falschen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte zurückzuführen ist. Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und nie langweilig. Die beiden Sichten, die des wirtschaftsorientierten Vaters und der jungen Umweltaktivistin die absolut gegensätzlich sind, fand ich auch sehr interessant , versteht man ja doch irgendwie beide Seiten. Ein wirklich fesselndes und informatives Buch.
Bewertung
aus Villach
5/5
24.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Untergang Venedigs
ch war schon sehr oft in Venedig. Unvergesslich wird bleiben, als ich zwei Tage nach dem ersten Lockdown dort hinfuhr und genau wusste, so werde ich Venedig nie mehr erleben. Es war beeindruckend: kaum eine Menschenseele war anzutreffen, nur Einheimische – das hatte Flair und Stimmung.
Isabelle Autissier konnte mich schon vor ein paar Jahren mit ihrem Roman „Herz auf Eis“ begeistern. Auch Aqua alta ist kurzweilig und interessant zu lesen – ganz an „Herz auf Eis“ kommt es jedoch nicht heran.
Der Roman beginnt damit, dass Guido Malegatti in einem Krankenhaus erwacht und sich erinnert, dass die befürchtete Katastrophe eingetroffen ist: Venedig ist von einer gewaltigen Flutwelle erfasst worden und liegt in Trümmern. Auch der Sperrwall M.O.S.E., der dem italienischen Staat Milliarden gekostet hatte, konnte Venedig nicht schützen.
Mit einem Boot fährt Guido Malegatti durch das zerstörte Venedig, auf der Suche nach seiner Tochter Lea.
Die drei Mitglieder der Familie Malegatti stehen für unterschiedliche Sichtweisen auf Venedig:
Guido Malegatti, aufstrebender und ehrgeiziger Stadtpolitiker, ist zuständig für Wirtschaftsangelegenheiten, will eine Stadtentwicklung in Richtung mehr Tourismus, noch mehr Hotels, noch mehr Kreuzfahrtschiffe.
Seine Frau Maria Alba stammt aus dem alten Adel Venedigs, deren Familie drei Dogen hervorbrachte. Sie steht im Roman für die prachtvolle historische Geschichte Venedigs. Sie zeigt ihrer Tochter Lea die Schönheit der Stadt bei gemeinsamen Spaziergängen.
Seine Tochter Lea ist eine militante Umweltaktivistin und protestiert gegen Massentourismus, Kreuzfahrtschiffe und auch gegen den Vater, um ihr Venedig zu retten.
Der Roman ist sehr realistisch geschrieben und führt die Problematik Venedigs mit seinem Massentourismus deutlich vor Augen. Er schafft so ein Bewusstsein für eine mögliche Zukunft. Das Konzept der drei Sichtweisen auf Venedig finde ich besonders gelungen. Alles in allem ein sehr lesenswerter und wichtiger Roman!
Bewertung
5/5
19.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fiktion über Umweltkatastrophe die hoffentlich auch das bleibt
Venedig geht unter und damit auch die Familie Malegatt. Wobei: hat sich das nicht schon viel früher abgezeichnet, vorallem der Konflikt zwischen Vater und Tochter deren Meinungen und Ansichten nicht gegensätzlicher sein könnten.
Die Eine steht für Umweltschutz, Solidarität und Liebe zur stadt, der Andere handelt aus wirtschaftlichen Gründen und ist dafür auch bereit über Leichen zu gehen.
In Rückblicken erfährt man mehr über die Familie und die sich anbahnende Katastrophe.
Ich mag Venedig sehr und so hat es mich wirklich betrofefn gemacht und zum Nachdenken angeregt. ich hoffe es bleibt bei der Fiktion und wird nicht zur Realität.
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5/5
25.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fesselnde Geschichte, die einen...
Fesselnde Geschichte, die einen nicht so leicht loslässt. Die Umwelt und Naturbeschreibung, der Autorin sind beeindruckend und faszinierend, sie schaut genau hin. Starkes Buch, das lang im Kopf bleibt, und zum Nachdenken anregt.Hier geht es um Profit, aber um welchen Preis.
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3/5
01.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
La Serenissima als sterbender Protagonist
Isabelle Autissier hat es sich zur Aufgabe gemacht einen aufklärenden Roman über das Dahinscheiden Venedigs zu verfassen und reichert diesen mit zahlreichen Daten und Fakten über die Lagunenstadt an. Mit klassischer Rollen- und Figurenverteilung stellt sie Massentourismus, Klimawandel und Kapitalismus dem Willen der Bewohner ihre Stadt zu bewahren gegenüber. Ein wichtiges Buch in absurden Zeiten, wo ein kahlköpfiger Milliardär ein UNESCO Weltkulturerbe für Tage sein Eigen nennen darf und für seine Zwecke ausnutzt.
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