»Ich konnte nicht aufhören zu lesen, es hat mich so berührt.« Renata Schmidtkunz
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Empfohlen!
Tabie aus Wien am 17.11.2025
Bewertungsnummer: 2657237
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Man hat bei weitem nichts verloren diesem Buch eine Chance zu geben.
Ich finde Tove hat fantastisch ihre Kinder-Gedanken wiedergeben können- ohne dass es komisch war diese zu lesen. Man wurde einfach in eine andere Zeit geworfen und hat direkt Tove als Charakter verstanden, innerhalb der ersten paar Seiten. Auch die Familien-dynamik hat sie so ausführlich beschrieben, dass ich ehrlich gespannt bin auf den 2. Teil der Kopenhagen Trilogie
Die Kopenhagen-Trilogie von Tove...
Bewertung am 16.04.2023
Bewertungsnummer: 1923084
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Kopenhagen-Trilogie von Tove Ditlevsen ist ein Ereignis!
Im ersten Band "Kindheit" erzählt die Autorin von ihrer eigenen, schweren Kindheit. Das sechste Kapitel gehört dabei zum Besten, was ich jemals über (unglückliche) Kindheit gelesen habe. Eine Augen öffnende Lektüre!
Meinung aus der Buchhandlung
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Tove Ditlevsen's "Kindheit" ist der erste Teil der "Kopenhagen- Trilogie", die in den 60ern in Dänemark erschienen ist. Melancholisch und mit harter Ehrlichkeit erzählt Ditlevsen aus ihrer Kindheit im damalig konservativen Dänemark. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie in einem der Arbeiterviertel Kopenhagens, beginnt sie früh zu grübeln und zu schreiben. Schnell wird ihr klar sie will Schriftstellerin werden. Dieser Traum ist groß, die Chancen dennoch so klein, als Mädchen ohne Schulabschluss, als Tochter von Geringverdienern, vor allem aber als Frau. Tove Ditlevsen's Schreibstil ist knapp aber geht oh so tief in die Haut. Dieses Buch bzw. Buchreihe ist für die Melancholischen "Sentimentalisten" unter uns. Nur zu empfehlen!
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Vom Verlag wird die Autorin Tove Ditlevsen als eine gewisse Entdeckung präsentiert, obwohl sie schon einmal in den 60ziger und dann vom Suhrkamp Verlag in den 80ziger Jahren übersetzt wurde. Allerdings handelte es sich dabei um andere Romane und Erzählungen der Autorin, die mittlerweile vergriffen sind.
Mit Vergleichen tue ich mich schwer, jedoch bieten sie den Lesern und Leserinnen etwas Orientierung. Der Verlag bzw. die Berliner Buchhändlerin Emilia von Senger vergleicht Tove Ditlevsen mit Annie Ernaux. Es stimmt, dass die "Schreibe" der Schriftstellerin Tove Ditlevsen autobiografisch ist, zumal in der jetzt vom Verlag vorgelegten Trilogie von "Kindheit", "Jugend" und "Abhängigkeit". Das, was Tove Ditlevsen vielleicht nicht macht ist, im dichterischen Erzählen ihrer Biografie, einen soziologische bzw. ethnologischen Blick auf ihr Leben zu werfen. Das, was sie aber in aller Eindringlichkeit schildert, sind die sozialen Verhältnisse im Arbeitermilieu. Da sie im ersten Band ihre Kindheit erzählt, sind es vor allem die 20ziger Jahre, da Tove Ditlevsen 1917 in Kopenhagen zur Welt kam.
Die Lebensverhältnisse sind von Armut, 12-Stunden-Arbeitstag, Gewalt, Arbeitslosigkeit, Alkohol, Erniedrigungen und Demütigungen geprägt. Das Lesen von Büchern, aber auch das Schreiben gilt als etwas Unnötiges und Überflüssiges: vor allem für Mädchen und dann später für Frauen. Verachtung und Selbstverachtung lauern überall in den sozialen Verhältnissen. Alle bekommen diese Demütigung zu spüren. Jeder Mann und jede Frau, jeder Junge und jedes Mädchen übt sie aus. Und trotzdem gelingt es der Erzählerin, dem kleinen Mädchen, diesem Raum der Verachtung zu entkommen, indem sie liest und schreibt. Diese Flucht muss sie schultern und geht auf ihre Kosten.
Und dennoch, trotz der widrigen Verhältnisse, ist es ein kraftvolles Buch, deren erzählendes Mädchen sich nicht unterkriegen lässt.
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