Shuggie Bain

Shuggie Bain

Roman | Booker Preis 2020

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Beschreibung


»Shuggie Bain hat mein Herz gestohlen.« Berardine Evaristo

Shuggie ist anders, zart, fantasievoll und feminin, und das ausgerechnet in der Tristesse und Armut einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er-Jahre. Sein Herz gehört der Mutter, Agnes, die ihn versteht und der grauen Welt energisch ihre Schönheit entgegensetzt, Trost jedoch immer mehr im Alkohol sucht. Sie zu retten ist Shuggies Mission, eine Aufgabe, die er mit absoluter Hingabe Jahr um Jahr erfüllt, bis er schließlich daran scheitern muss. Ein großer Roman über das Elend der Armut und die Beharrlichkeit der Liebe, tieftraurig und zugleich von ergreifender Zärtlichkeit.

»Eine Milieustudie, die unter die Haut geht.« ZDF aspekte

Douglas Stuart, geboren und aufgewachsen in Glasgow, studierte am Royal College of Art in London. Nach seinem Abschluss zog er nach New York, wo er als Modedesigner arbeitet. Seine Texte erschienen im New Yorker und auf Literary Hub. Für seinen ersten Roman, Shuggie Bain, wurde er mit dem Booker Preis 2020 ausgezeichnet..
1972 geboren, lebt als freie Literaturübersetzerin in Berlin. Sie übersetzt aus dem Englischen, unter anderem Werke von Henry David Thoreau, Joseph Conrad, John Green und Marina Lewycka und ist dafür mehrfach ausgezeichnet worden.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.02.2023

Verlag

Piper

Seitenzahl

496

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

23.02.2023

Verlag

Piper

Seitenzahl

496

Maße (L/B/H)

20,5/13,5/3,1 cm

Übersetzer

Sophie Zeitz

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-31792-4

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Ergreifend und tieftraurig

Bewertung aus Uelzen am 30.06.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Triggerwarnung: Alkohol, Gewalt, Missbrauch "Shuggie Bain" ist ein sehr schmerzlicher und verzweifelter Roman, der das von starker Armut geprägte Glasgow und die Nöte der Arbeiterschicht in den 80er Jahre in den Fokus rückt. Der Autor Douglas Stuart, der selbst in Glasgow aufwuchs, verarbeitet in diesem Roman auch seine eigene Familiengeschichte und widmet ihn seiner Mutter. Shuggie ist fünf Jahre alt und schon jetzt ist sein Leben kein leichtes. Er liebt seine Ma, wie er alles Schöne liebt. Und er tanzt wahnsinnig gern, weil das seine Ma glücklich macht, so wie es Shuggie glücklich macht sie lachen zu sehen. Auch vergisst sie dann zu trinken. Mit bedingungsloser Liebe macht es sich der kleine Shuggie zur Aufgabe seine Mutter zu lieben und sie vom Trinken abzuhalten. Doch er muss eines Tages einsehen, dass er sie nicht retten kann... Puh, dieses Buch war durchweg hart und tat mir mit jeder Faser meines Körpers weh. Was Shuggie und seine Halbgeschwister mit ihrer Mutter durchmachen mussten, wie sie anhand der Geräusche oder dem Abhanden sein von Geräuschen schon vor der Haustür wussten was sie erwartet ... das hat mein Herz Zeile für Zeile gebrochen. Den Autor kann ich hier nur loben, er hat die Tristesse der Arbeitersiedlungen so atmosphärisch rübergebracht, ich konnte sie nicht nur vor meinem Auge sehen und förmlich riechen, ich hatte auch das Gefühl gerade vor Ort zu sein, diesem Elend und der Hoffnungslosigkeit selbst ausgesetzt zu sein. Der Schreibstil ist sehr eindrücklich und die Dialoge sind zum Teil in derbem Arbeiterslang geschrieben. Sehr imponiert hat mir, dass Stuart in seinen Beschreibungen nie bewertend wird. Zu keiner Zeit wird irgendjemand als der Buhmann hingestellt - weder die alkoholkranke Mutter, noch der rumhurende Vater, noch die sich aus dem Staub machenden Geschwister oder due Großeltern, die selbst nicht besser sind als ihre Tochter. Stuart zeigt Verständnis für die Sorgen und Nöte jeder einzelnen Figur. In diesem Roman werden nicht nur die sozialen Strukturen zu Zeiten Margret Thatchers angeprangert, es wird auch der Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, die diese Hoffnungslosigkeit mit sich brachte, thematisiert. Am härtesten haben mich aber die sexuellen Übergriffe erschüttert, denen Shug ausgesetzt war. Insgesamt ist es ein sehr ergreifendes und doch auch tieftrauriges Buch. Von meiner Seite eine absolute Leseempfehlung für alle, die von den zu Beginn genannten Themen, nicht getriggert werden.

Ergreifend und tieftraurig

Bewertung aus Uelzen am 30.06.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Triggerwarnung: Alkohol, Gewalt, Missbrauch "Shuggie Bain" ist ein sehr schmerzlicher und verzweifelter Roman, der das von starker Armut geprägte Glasgow und die Nöte der Arbeiterschicht in den 80er Jahre in den Fokus rückt. Der Autor Douglas Stuart, der selbst in Glasgow aufwuchs, verarbeitet in diesem Roman auch seine eigene Familiengeschichte und widmet ihn seiner Mutter. Shuggie ist fünf Jahre alt und schon jetzt ist sein Leben kein leichtes. Er liebt seine Ma, wie er alles Schöne liebt. Und er tanzt wahnsinnig gern, weil das seine Ma glücklich macht, so wie es Shuggie glücklich macht sie lachen zu sehen. Auch vergisst sie dann zu trinken. Mit bedingungsloser Liebe macht es sich der kleine Shuggie zur Aufgabe seine Mutter zu lieben und sie vom Trinken abzuhalten. Doch er muss eines Tages einsehen, dass er sie nicht retten kann... Puh, dieses Buch war durchweg hart und tat mir mit jeder Faser meines Körpers weh. Was Shuggie und seine Halbgeschwister mit ihrer Mutter durchmachen mussten, wie sie anhand der Geräusche oder dem Abhanden sein von Geräuschen schon vor der Haustür wussten was sie erwartet ... das hat mein Herz Zeile für Zeile gebrochen. Den Autor kann ich hier nur loben, er hat die Tristesse der Arbeitersiedlungen so atmosphärisch rübergebracht, ich konnte sie nicht nur vor meinem Auge sehen und förmlich riechen, ich hatte auch das Gefühl gerade vor Ort zu sein, diesem Elend und der Hoffnungslosigkeit selbst ausgesetzt zu sein. Der Schreibstil ist sehr eindrücklich und die Dialoge sind zum Teil in derbem Arbeiterslang geschrieben. Sehr imponiert hat mir, dass Stuart in seinen Beschreibungen nie bewertend wird. Zu keiner Zeit wird irgendjemand als der Buhmann hingestellt - weder die alkoholkranke Mutter, noch der rumhurende Vater, noch die sich aus dem Staub machenden Geschwister oder due Großeltern, die selbst nicht besser sind als ihre Tochter. Stuart zeigt Verständnis für die Sorgen und Nöte jeder einzelnen Figur. In diesem Roman werden nicht nur die sozialen Strukturen zu Zeiten Margret Thatchers angeprangert, es wird auch der Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, die diese Hoffnungslosigkeit mit sich brachte, thematisiert. Am härtesten haben mich aber die sexuellen Übergriffe erschüttert, denen Shug ausgesetzt war. Insgesamt ist es ein sehr ergreifendes und doch auch tieftrauriges Buch. Von meiner Seite eine absolute Leseempfehlung für alle, die von den zu Beginn genannten Themen, nicht getriggert werden.

Erschreckend und realistisch

KittyCatina am 03.02.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein hochgelobter Roman, der scheinbar bereits in vielen Regalen steht und viel geliebt wird. Was blieb mir da anderes übrig, als ihn selbst auch zumindest zu hören? Vor allem, weil mich das Thema so sehr angesprochen hat. Gut, perfekt ist er nicht, aber sowohl thematisch, als auch emotional eine absolute Achterbahnfahrt und ich habe ihn wirklich gern gehört. Mehr dazu aber jetzt. Der Schreibstil des Autoren ist mal etwas anderes. Er schreibt nämlich nicht nur locker und leicht, sondern auch sehr umgangssprachlich, was gerade, wenn man den Roman als Hörbuch hört und das mit diesem tollen Sprecher, eine absolute Freude ist. Dabei wird der Dreck und die Hoffnungslosigkeit des Settings gerade durch die recht derbe Sprache erst so richtig unterstrichen. Was mir aber hieran am meisten gefallen hat ist, dass der Autor nicht tief bedrückend und gefühlsduselig schreibt, sondern sehr klar und sachlich und oftmals auch mit sehr viel trockenem Humor, welcher in sehr kreativen und echt witzigen Dialogen zum Vorschein kommt. Was die Handlung angeht, so hatte ich anfangs ein paar Probleme, hinein zu finden, musste diese sogar nach wenigen Minuten noch einmal von vorn beginnen. Das lag aber nicht an der Geschichte selbst, sondern an dem recht komischen Aufbau. So lernt man gleich am Anfang den bereits erwachsenen Shuggie kennen, wobei mir nicht so richtig klar geworden ist, was uns Lesern dieser kurze Teil eigentlich sagen soll, da ich ihn dadurch nun nicht unbedingt besser kennengelernt habe. Dann springt die Handlung plötzlich zu Shuggies Jugendalter, wo erzählt wird, dass er sich in einer Art Herberge, welche auf mich schon fast wie ein Bordell wirkte, eingemietet hat. Erst dann kommen wir an den tatsächlichen Anfang der Geschichte. Es sind die achtziger Jahre in Glasgow, Shuggie ist fünf Jahre alt und noch eher eine Randfigur. Viel mehr geht es hier um die gesamte Familie Bain, eine Familie bestehend aus der alkoholkranken Mutter Agnes, ihrem untreuen und harschen Ehemann Shug und den insgesamt drei Kindern. Diese leben in der kleinen Plattenbauwohnung von Agnes Eltern in ärmlichen Verhältnissen, wo das wöchentliche Kartenspiel und das Bestellen auf Pump im neuen Katalog die größten Höhepunkte im Leben sind. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem Agnes, ihre Alkoholsucht und der tägliche Kampf, dennoch ein möglichst normales Leben zu führen. Es geht aber auch um die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder untereinander, um die Liebe zwischen der Mutter und ihrem jüngsten Sohn, aber auch um die gegenseitige Abhängigkeit. So zieht sich die Geschichte durch mehrere Jahre, manchmal tief emotional, dramatisch und verstörend, manchmal aber auch hoffnungsvoll und voller Humor und dennoch merkt man irgendwie die ganze Zeit, dass diese ganze Geschichte nicht gut ausgehen kann. Und während die Geschichte von Jahr zu Jahr und Ort zu Ort weiter erzählt wird, bekommt auch Shuggie immer mehr Spielraum. Er rückt näher und näher in den Mittelpunkt und macht ihn dann, wenn die beiden größeren Geschwister ausgezogen sind, zumindest zu einem wichtigen Hauptcharakter, auch wenn die wahre Protagonistin in diesem Buch für mich Agnes blieb. Und hier liegt auch mein größter Kritikpunkt und gleichzeitig mein größtes Lob, denn genau so sieht es aus im Leben mit einem Alkoholiker. Dieser ist und bleibt die Hauptfigur, der Mensch, um den sich alles dreht. Da bleibt kein Platz für die Kinder, für Verantwortung. Und trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass noch mehr auf Shuggie eingegangen worden wäre, schließlich ist er auch der Namensgeber für den Roman. Und damit wären wir auch schon bei den einzelnen Charakteren, wobei ich einfach nicht so richtig weiß, wie ich sie beschreiben soll. Aber genau das macht diesen Roman auch aus. Die Charaktere sind meiner Meinung nach perfekt inszeniert, gleichzeitig aber auch nicht so richtig greifbar. Agnes ist eine so stolze Frau, nach außen immer gepflegt, adrett gekleidet und doch ein absolutes Frack. Dennoch merkt man zwischen den Zeilen auch immer wieder, dass sie ihre Kinder liebt und eigentlich auch stärker sein will, als sie tatsächlich ist. Vielmehr ist sie eine sehr willensschwache Frau, was eine Szene im Buch erst so richtig zum Ausdruck bringt, als sie für einen Mann zum Alkohol greift. Mehr will ich hierzu aber nicht verraten. Dann ist da natürlich Shuggie, ein kleiner, ruhiger Junge, der anders ist als all die anderen Jungen in seinem Alter, künstlerisch begabt und bedacht auf die kleinen Dinge im Leben. Ein Träumer halt. Er liebt seine Mutter so sehr und muss doch immer wieder sehen, wie sie scheitert und dabei hat er es selbst nicht leicht, muss zwischen all dem Drama in seiner Familie seine eigene Identität finden und steht irgendwie die ganze Zeit allein da. Und auch die Nebenfiguren fand ich hier mehr oder weniger wichtig, wobei mir direkt Agnes Ehemann Shug im Gedächtnis geblieben ist. Er ist eine unangenehme und wenig liebenswerte Figur, beinahe schon ein Narzisst, was es für Agnes und Shuggie natürlich auch nicht leichter macht. Aber es kommt noch schlimmer, als Agnes einen anderen Mann kennenlernt, einen Mann der anfangs noch scheinbar ihr Leben verändert und durch seine absolut fehlende Sensibilität alles kaputt macht. Hieran sieht man dann besonders, dass schon die Auswahl ihrer Männer für Agnes Unsicherheit steht. Außerdem sind da noch ihre Eltern, welche ich einfach herrlich fand. Allerdings ihren Vater noch mehr als die Mutter. Er meint es scheinbar gut mit ihr, ist aber leider auch kein Vorbild, dennoch geben ihr ihre Eltern doch noch ein Stück weit einen gewissen Halt. Alles in allem merkt man sicher schon an meiner dieses Mal doch sehr langen Rezension, dass mich dieser Roman sehr bewegt hat, dass er mich zum Nachdenken gebracht hat und dass ich mich auch mit den Charakteren viel beschäftigt habe, weil sie und ihr Schicksal mir einfach nicht aus dem Kopf gehen wollten. Die Geschichte von Shuggie ist dabei so sehr aus der Realität gegriffen und fühlt sich auch so sehr realistisch an, dass sie mich wirklich erschüttert hat. Und sicher ist Shuggies Geschichte, auch wenn es ihn so nie gegeben hat, nur eine von vielen, die tatsächlich sehr real sind und das macht mich extrem traurig.

Erschreckend und realistisch

KittyCatina am 03.02.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein hochgelobter Roman, der scheinbar bereits in vielen Regalen steht und viel geliebt wird. Was blieb mir da anderes übrig, als ihn selbst auch zumindest zu hören? Vor allem, weil mich das Thema so sehr angesprochen hat. Gut, perfekt ist er nicht, aber sowohl thematisch, als auch emotional eine absolute Achterbahnfahrt und ich habe ihn wirklich gern gehört. Mehr dazu aber jetzt. Der Schreibstil des Autoren ist mal etwas anderes. Er schreibt nämlich nicht nur locker und leicht, sondern auch sehr umgangssprachlich, was gerade, wenn man den Roman als Hörbuch hört und das mit diesem tollen Sprecher, eine absolute Freude ist. Dabei wird der Dreck und die Hoffnungslosigkeit des Settings gerade durch die recht derbe Sprache erst so richtig unterstrichen. Was mir aber hieran am meisten gefallen hat ist, dass der Autor nicht tief bedrückend und gefühlsduselig schreibt, sondern sehr klar und sachlich und oftmals auch mit sehr viel trockenem Humor, welcher in sehr kreativen und echt witzigen Dialogen zum Vorschein kommt. Was die Handlung angeht, so hatte ich anfangs ein paar Probleme, hinein zu finden, musste diese sogar nach wenigen Minuten noch einmal von vorn beginnen. Das lag aber nicht an der Geschichte selbst, sondern an dem recht komischen Aufbau. So lernt man gleich am Anfang den bereits erwachsenen Shuggie kennen, wobei mir nicht so richtig klar geworden ist, was uns Lesern dieser kurze Teil eigentlich sagen soll, da ich ihn dadurch nun nicht unbedingt besser kennengelernt habe. Dann springt die Handlung plötzlich zu Shuggies Jugendalter, wo erzählt wird, dass er sich in einer Art Herberge, welche auf mich schon fast wie ein Bordell wirkte, eingemietet hat. Erst dann kommen wir an den tatsächlichen Anfang der Geschichte. Es sind die achtziger Jahre in Glasgow, Shuggie ist fünf Jahre alt und noch eher eine Randfigur. Viel mehr geht es hier um die gesamte Familie Bain, eine Familie bestehend aus der alkoholkranken Mutter Agnes, ihrem untreuen und harschen Ehemann Shug und den insgesamt drei Kindern. Diese leben in der kleinen Plattenbauwohnung von Agnes Eltern in ärmlichen Verhältnissen, wo das wöchentliche Kartenspiel und das Bestellen auf Pump im neuen Katalog die größten Höhepunkte im Leben sind. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem Agnes, ihre Alkoholsucht und der tägliche Kampf, dennoch ein möglichst normales Leben zu führen. Es geht aber auch um die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder untereinander, um die Liebe zwischen der Mutter und ihrem jüngsten Sohn, aber auch um die gegenseitige Abhängigkeit. So zieht sich die Geschichte durch mehrere Jahre, manchmal tief emotional, dramatisch und verstörend, manchmal aber auch hoffnungsvoll und voller Humor und dennoch merkt man irgendwie die ganze Zeit, dass diese ganze Geschichte nicht gut ausgehen kann. Und während die Geschichte von Jahr zu Jahr und Ort zu Ort weiter erzählt wird, bekommt auch Shuggie immer mehr Spielraum. Er rückt näher und näher in den Mittelpunkt und macht ihn dann, wenn die beiden größeren Geschwister ausgezogen sind, zumindest zu einem wichtigen Hauptcharakter, auch wenn die wahre Protagonistin in diesem Buch für mich Agnes blieb. Und hier liegt auch mein größter Kritikpunkt und gleichzeitig mein größtes Lob, denn genau so sieht es aus im Leben mit einem Alkoholiker. Dieser ist und bleibt die Hauptfigur, der Mensch, um den sich alles dreht. Da bleibt kein Platz für die Kinder, für Verantwortung. Und trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass noch mehr auf Shuggie eingegangen worden wäre, schließlich ist er auch der Namensgeber für den Roman. Und damit wären wir auch schon bei den einzelnen Charakteren, wobei ich einfach nicht so richtig weiß, wie ich sie beschreiben soll. Aber genau das macht diesen Roman auch aus. Die Charaktere sind meiner Meinung nach perfekt inszeniert, gleichzeitig aber auch nicht so richtig greifbar. Agnes ist eine so stolze Frau, nach außen immer gepflegt, adrett gekleidet und doch ein absolutes Frack. Dennoch merkt man zwischen den Zeilen auch immer wieder, dass sie ihre Kinder liebt und eigentlich auch stärker sein will, als sie tatsächlich ist. Vielmehr ist sie eine sehr willensschwache Frau, was eine Szene im Buch erst so richtig zum Ausdruck bringt, als sie für einen Mann zum Alkohol greift. Mehr will ich hierzu aber nicht verraten. Dann ist da natürlich Shuggie, ein kleiner, ruhiger Junge, der anders ist als all die anderen Jungen in seinem Alter, künstlerisch begabt und bedacht auf die kleinen Dinge im Leben. Ein Träumer halt. Er liebt seine Mutter so sehr und muss doch immer wieder sehen, wie sie scheitert und dabei hat er es selbst nicht leicht, muss zwischen all dem Drama in seiner Familie seine eigene Identität finden und steht irgendwie die ganze Zeit allein da. Und auch die Nebenfiguren fand ich hier mehr oder weniger wichtig, wobei mir direkt Agnes Ehemann Shug im Gedächtnis geblieben ist. Er ist eine unangenehme und wenig liebenswerte Figur, beinahe schon ein Narzisst, was es für Agnes und Shuggie natürlich auch nicht leichter macht. Aber es kommt noch schlimmer, als Agnes einen anderen Mann kennenlernt, einen Mann der anfangs noch scheinbar ihr Leben verändert und durch seine absolut fehlende Sensibilität alles kaputt macht. Hieran sieht man dann besonders, dass schon die Auswahl ihrer Männer für Agnes Unsicherheit steht. Außerdem sind da noch ihre Eltern, welche ich einfach herrlich fand. Allerdings ihren Vater noch mehr als die Mutter. Er meint es scheinbar gut mit ihr, ist aber leider auch kein Vorbild, dennoch geben ihr ihre Eltern doch noch ein Stück weit einen gewissen Halt. Alles in allem merkt man sicher schon an meiner dieses Mal doch sehr langen Rezension, dass mich dieser Roman sehr bewegt hat, dass er mich zum Nachdenken gebracht hat und dass ich mich auch mit den Charakteren viel beschäftigt habe, weil sie und ihr Schicksal mir einfach nicht aus dem Kopf gehen wollten. Die Geschichte von Shuggie ist dabei so sehr aus der Realität gegriffen und fühlt sich auch so sehr realistisch an, dass sie mich wirklich erschüttert hat. Und sicher ist Shuggies Geschichte, auch wenn es ihn so nie gegeben hat, nur eine von vielen, die tatsächlich sehr real sind und das macht mich extrem traurig.

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Susanne Förster

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Trostlose Stimmung ohne Langeweile

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eine schottische Bergarbeitersiedlung Anfang der 80er Jahre. Shuggie lebt dort mit seinem älteren Bruder und seiner alkoholkranken Mutter. Geldnot, Alkohol und schlechte Arbeitsverhältnisse sind an der Tagesordnung, das Leben ist bedrückend und trostlos. Obwohl wir der Geschichte des heranwachsenden Shuggie folgen, fehlt der rote Faden. Die Szenen machen Zeitsprünge, sind oft zusammenhangslos, und trotzdem bleibt die Situation die Gleiche: Die Mutter gibt dem Alkohol nach, die Nachbarinnen zerreissen sich die Mäuler und der sensible Shuggie wird von seinen Mitschülern gehänselt. Während sein älterer Bruder das Problem der Mutter ignoriert, hat er aber weiterhin Hoffnung, dass es ihr besser gehen kann. Die Geschichte ist so grau wie ihr Cover: trostlos und mit wenig Freude. Leider vor allem Anfangs auch anstrengend zu lesen, da der schottische/Glasgower Dialekt auch im Deutschen in Dialektform geschrieben ist. Ich hätte mir mehr Nähe zum Titelhelden gewünscht und den Fokus mehr auf seinem Leben als auf dem seiner Mutter gesehen.
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Trostlose Stimmung ohne Langeweile

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eine schottische Bergarbeitersiedlung Anfang der 80er Jahre. Shuggie lebt dort mit seinem älteren Bruder und seiner alkoholkranken Mutter. Geldnot, Alkohol und schlechte Arbeitsverhältnisse sind an der Tagesordnung, das Leben ist bedrückend und trostlos. Obwohl wir der Geschichte des heranwachsenden Shuggie folgen, fehlt der rote Faden. Die Szenen machen Zeitsprünge, sind oft zusammenhangslos, und trotzdem bleibt die Situation die Gleiche: Die Mutter gibt dem Alkohol nach, die Nachbarinnen zerreissen sich die Mäuler und der sensible Shuggie wird von seinen Mitschülern gehänselt. Während sein älterer Bruder das Problem der Mutter ignoriert, hat er aber weiterhin Hoffnung, dass es ihr besser gehen kann. Die Geschichte ist so grau wie ihr Cover: trostlos und mit wenig Freude. Leider vor allem Anfangs auch anstrengend zu lesen, da der schottische/Glasgower Dialekt auch im Deutschen in Dialektform geschrieben ist. Ich hätte mir mehr Nähe zum Titelhelden gewünscht und den Fokus mehr auf seinem Leben als auf dem seiner Mutter gesehen.

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Edith Berger

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5/5

ungemein gut, zutiefst traurig

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Glasgow in der Thatcher-Zeit. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Arbeit ist schwer zu bekommen. Alkohol ist ein allgegenwärtiges Mittel, diese bittere Armut und Aussichtslosigkeit zu verdrängen. In Shuggies Familie ist das nicht anders. Der Tag an dem Shuggies Vater sie in ihrem neues Zuhause in dieser heruntergekommene Gegend im hintersten Eck Glasgows abgesetzt hat, ist auch der Tag an dem er seine Familie verlassen hat. 3 Kinder, alleingelassen mit ihrer trinkenden Mutter. Kein Geld, kein Essen, keine Hoffnung, aber Alkohol. Übertüncht wird das Elend von dem Festhalten der Mutter an einem letzten Rest Eleganz und Würde. Es geht unter die Haut.
5/5

ungemein gut, zutiefst traurig

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Glasgow in der Thatcher-Zeit. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Arbeit ist schwer zu bekommen. Alkohol ist ein allgegenwärtiges Mittel, diese bittere Armut und Aussichtslosigkeit zu verdrängen. In Shuggies Familie ist das nicht anders. Der Tag an dem Shuggies Vater sie in ihrem neues Zuhause in dieser heruntergekommene Gegend im hintersten Eck Glasgows abgesetzt hat, ist auch der Tag an dem er seine Familie verlassen hat. 3 Kinder, alleingelassen mit ihrer trinkenden Mutter. Kein Geld, kein Essen, keine Hoffnung, aber Alkohol. Übertüncht wird das Elend von dem Festhalten der Mutter an einem letzten Rest Eleganz und Würde. Es geht unter die Haut.

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