Als Nina eines schönen Morgens ihre Wohnungstür öffnet, findet sie auf ihrer Schwelle eine schlichte Holzbox. Darin verbirgt sich ihr Lebensfaden. Wenn sie die Box öffnet, wird sie erfahren, wie viele Jahre ihr noch bleiben. Und sie ist nicht die Einzige, die dieses 'Geschenk' bekommt. Überall auf dem Globus - sei es nun im New Yorker Apartment, in einer Hütte in den Bergen oder einem Beduinenzelt - hat jeder Volljährige eine Box erhalten und fragt sich: Will ich wirklich wissen, wann ich sterben muss?
Einfühlsam und klug erzählt Nikki Erlick, was mit der Gesellschaft, mit Beziehungen und mit jedem einzelnen Individuum passiert, wenn uns die eigene Sterblichkeit drastisch vor Augen geführt wird. 'Die Vorhersage' ist ein berührender Roman über das Leben und das Sterben, über Freundschaft und Liebe und über das Menschsein selbst.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
4/5
07.03.2023
eBook (ePUB)
Dystopie über das Schicksal
Die Geschichte zeigt sehr realistisch, wie leicht eine Gesellschaft auseinanderdriften kann, wie schnell Menschen ungerecht behandelt, diskriminiert und stigmatisiert werden und das die Auswirkungen auch in demokratischen Ländern verheerend sein können, wenn Ängste geschürt werden und eine Ungleichbehandlung gesetzlich legitimiert wird. Allerdings werden nicht nur die negativen Folgen betrachtet, sondern auch die Entwicklungen, die Hoffnung schenken, wenn Menschen solidarisch für Gleichheit kämpfen und eine Welle der Empathie und des Mitgefühls entsteht. "Die Vorhersage" ist eine facettenreiche Geschichte, die das Leben feiert und an Menschlichkeit und Solidarität appelliert.
Bewertung
4/5
11.02.2023
eBook (ePUB)
Die Vorhersage
Es war ein spannendes Buch, sehr interessant. Spannendes Thema, guter Schluss. Gut geschrieben, aber leider eben etliche Schreibfehler.
Leider hat es in allen eBüchern viele Orthographiefehler.
Vanessa | @herbsandhexes
aus Köln
5/5
07.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ungewöhnlich, bewegend und doch mutmachend
Was würde sich ändern, wenn wir wüssten, wann unsere Zeit vorbei ist? Welchen Einfluss hätte es auf unsere Beziehungen und Entscheidungen? Würde der Faktor Lebenszeit eine weitere Dimension für Ungleichheit sein?
Um diese Fragen dreht sich . Das Gedankenexperiment startet mit schlichten Holzboxen, die eines Tages jede volljährige Person erreichen. Darin verborgen: Der eigene Lebensfaden.
Die unterschiedlichen Reaktionen auf die Boxen sowie die individuellen Konsequenzen und gesellschaftlichen Veränderungen erleben wir aus verschiedenen Blickwinkeln. In diesem Fall habe ich die Menge an Perspektiven durchaus als bereichernd empfunden, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie unterschiedlich oder auch ähnlich Lebenswirklichkeiten sein könnten. Will ich die Box öffnen? Was, wenn meine Partnerin einen kürzen Faden hat? Oder einen längeren? Behalte ich den Job, der mich nicht erfüllt, und halte ich an Bekanntschaften, die mir nicht guttun, fest, wenn mir meine eigene Sterblichkeit mit einem festen Zeitpunkt vor Augen geführt wird? Gewinne ich eine gewisse Leichtigkeit, wenn ich über das Wissen verfüge – oder hemmt es mich?
Thematisch ist das Buch sicher keine leichte Kost. Dies hat auch dazu geführt, dass es mir nicht leicht gefallen ist, mein Leseempfinden in Worte zu fassen. Ich habe gegrübelt, gelacht, mich furchtbar geärgert und mir Tränen aus dem Gesicht gewischt, bevor sich die Seiten wellen, und trotzdem hatte ich am Ende ein eher positives Gefühl: Wichtig ist, was wir aus unserem Leben machen.
Nicht jeder Aspekt der Geschichte wird letztendlich aufgelöst. In meinen Augen war dies jedoch auch gar nicht nötig, um eine berührende Geschichte zu erzählen.
Insgesamt war ein überraschender Glücksgriff. Gleichzeitig denke ich, dass Achtsamkeit im Umgang mit sich und den eigenen Gefühlen beim Lesen nötig sein kann. Für mich hat der leichte Erzählstil die Waage halten können.
Bewertung
5/5
15.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bin gespannt wie es ausgeht…
Momentan habe ich etwa die Hälfte des Buches gelesen. Es ist in einem flüssigen Stil verfasst, dem man gut folgen kann, obwohl mittlerweile knapp 10 Protagonisten eingeführt wurden, aus deren Perspektive die Geschichte wechselnd erzählt wird. Die Geschichte: man stelle sich vor, plötzlich erhalten alle Menschen über 22 eine kleine Kiste mit dem Hinweis: Das Innere birgt das Mass deines Lebens. Bammmm!
Es ist ein Faden, welcher die Lebensdauer der betreffenden Person „anzeigt“.
Der Umgang mit dieser Option (Kiste öffnen oder lieber nicht? Welche Konsequenzen resultieren daraus, wenn man weiss, ob man noch lange oder nur noch kurz zu leben hat?) wird in diesem Roman durch die Begleitung verschiedener Protagonisten erzählt und regt beim Leser (jedenfalls bei mir) doch den einen oder anderen Denkanstoss an.
Ich empfehle es weiter und bin gespannt, wie es weiter- und ausgeht.
Booksandcatsde
5/5
31.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Möchte man wissen, wann man stirbt?
Meine Meinung:
Das Buch stand schon länger auf meiner Lese-Wunschliste, da ich das Thema absolut grandios finde. Wie oft habe ich mich schon gefragt, ob es nicht besser wäre, wenn ich wissen könnte, wann ich sterbe. Wenn man es wüsste – richtet man dann sein Leben nicht anders aus, lebt man sein Leben nicht anders/besser? Genießt man dann nicht seine Zeit bewusster? Könnte man dann nicht seine ganzen Ängste rund um das Thema Krankheit und Tod, die mit dem Alter immer mehr werden, umgehen?
Tatsächlich aber hatte ich mir bisher keine Gedanken gemacht, was noch alles an einer solchen Offenbarung dranhänge, vor allem, wenn es alle Menschen dieser Erde betreffen würde.
Nikki Erlick erschafft mit ihrer spekulativen, dystopischen Geschichte einen emotionalen und auch spannenden Zugang zu diesem Thema. Jeder Mensch bekommt eine Box inklusive eines Fadens geliefert, der genau zeigt, wann man stirbt bzw. wie alt man werden wird. Box aufmachen? Geschlossen lassen?
Auch wenn es vorwiegend um 8 Personen geht, deren Geschichte genauer und detaillierter erzählt wird, rund um die Fäden, erfährt der Leser auch, zu welchen Auswirkungen es auf der ganzen Welt kommt und gekommen ist.
Nina, Maura, Jack, Javi, Anthony, Ben, Amie, Hank – alle sind sie mir ans Herz gewachsen und genau das ist letzten Endes mein Problem gewesen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel beim Lesen geweint habe. Geweint – um ungenutzte Möglichkeiten, um verlorene Träume, um Ungerechtigkeiten, um Steine, die sich Menschen selbst in den Weg legen, um unausgesprochene Wünsche, aber auch wegen der vielen Hilfsbereitschaft, die ich kennenlernen konnte, den sympathischen und liebenswerten Entscheidungen, den tollen Gesprächen, die ich verfolgen durfte, die besonderen und persönlichen Gedanken, die die Protagonisten mit mir geteilt haben.
Ich habe mit den 8 Menschen gelebt, gehofft, geliebt, geweint. Ich habe mit ihnen gelitten, gefeiert, gebangt und auch viel gelacht.
Ich habe das Lesen dieses Buches insgesamt sehr genossen. Wer eine emotionale und nachdenkliche Geschichte sucht, ist hier absolut richtig. Manch einer mag Spannung vermissen. Für mich war diese unterschwellig immer vorhanden, da ich unbedingt wissen wollte, was ich alles noch von den einzelnen Personen erfahren und wie lange ich noch Zeit mit ihnen verbringen darf.
Die letzten 50 Seiten haben mir einiges abverlangt und ich kam aus dem Weinen nicht mehr heraus. Die Autorin schaffte es aber, dass ich trotz aller Traurigkeit dankbar und demütig auf mein eigenes Leben blickte – auch wenn ich mit immer noch nicht sicher bin, ob ich nicht doch gerne wissen würde, wann mein Leben ein Ende findet. Habe ich einen kurzen oder einen langen Faden? Ist es ein Segen, das nicht zu wissen?
Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester war für mich zum Lesen genau richtig, da es für mich DIE Zeit ist, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und natürlich auch Pläne für das kommende Jahr zu machen. Es ist die Zeit, in der man entweder zufrieden oder unzufrieden ist. Alle diese Gedanken findet man auch im Buch wieder und ich bin dankbar, dass ich es gelesen habe. Eine einprägsame Geschichte, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Zwei Dinge haben mich ein wenig irritiert und ich habe auch keine Antworten bzw. Erklärungen bekommen. Aus Spoilergründen kann ich diese hier nicht benennen. Daher keine kompletten 5 Sterne.
4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)
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5/5
05.07.2024
Buch (Taschenbuch)
Was wäre wenn...
...jeder Mensch über 22 plötzlich wüsste, wann das Leben endet?
Dies ist die Prämisse, welche Nikki Erlick ihrem Debütroman zugrunde legt.
Was sich ein bisschen wie der nächste große Science-Fiction-Clou anhört, ist am Ende eine erstaunlich berührende Geschichte über eine Handvoll Menschen, die versuchen sich in dieser neuen Weltordnung zurecht zu finden.
Aus der Sicht mehrerer Protagonisten erleben wir die großen und kleinen, die gesellschaftlichen und privaten Veränderungen. Dabei fiebern wir mit, sind außer uns, leiden, akzeptieren und versöhnen uns schließlich mit dem Unvermeidlichen.
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4/5
14.03.2023
eBook (ePUB)
Würden Sie die Schachtel öffnen?
Dieser Roman ist faszinierend. Die Autorin spielt mit der Idee eines Lebensfadens, ein Konzept, welches vielen bekannt ist aus der griechischen Mythologie. Doch mit diesem Faden, den jeder Mensch eines Morgens vor der Türe hat, beginnen die Probleme: Es wird basierend auf Vorurteilen gehandelt, die Länge des Lebensfadens wird zur Voraussetzung für vieles ("Ist er noch lange genug, bekommen Sie den Job" etc.). Die Umsetzung der Idee ist meiner Meinung nach sehr gelungen, so regt das Leben der acht Protagonisten stark zum Nachdenken an, auch spielt die Autorin gekonnt mit den Dynamiken innerhalb der Gesellschaft. Ebenso beschäftigt viele die Frage, soll man das Kästchen überhautpt öffnen? Wie lebt man sein Leben, wenn man weiß, wann es ausläuft? Macht es das Leben lebenswerter? Und wie geht man damit um, wenn das Umfeld Bescheid weiß, aber man selbst im Ungewissen bleiben möchte? Akzeptieren andere diese Entscheidung? Diesen Fragen und noch mehr geht Nikki Erlick auf den Grund und schafft dabei einen erstklassigen Roman, der die gesellschaftlichen Konzepte auf den Kopf stellt. Eine klare Empfehlung.
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4/5
31.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Worum es eigentlich geht
Kleiner Exkurs vorweg: Einer der erfolgreichsten Comics der 2000er Jahre war „Y – The last man“ von Brian K. Vaughan und Pia Guerra. Darin sterben gleich zu Beginn alle Männer und männlichen Säugetiere der Welt, bis auf die Hauptfigur und seinen Affen. Immer wieder macht der Autor im Laufe der Geschichte klar: Hier geht es nicht um die Beantwortung der Frage, weshalb die Hälfte der Weltbevölkerung sterben musste, sondern um das Miteinander der verbliebenen Menschen in diesem besonderen Szenario.
Und genau diesen Ansatz verfolgt auch Nikki Erlick in ihrem Debütroman: Eines Tages findet jeder mindestens 22-jährige Mensch auf Erden vor seiner Haustür ein Holzkästchen sowie einen Zettel. Wenn man sich dazu entschließt, dieses Kästchen zu öffnen, befindet sich darin der eigene verbleibende Lebensfaden. Also ganz weit weg damit und bloß niemals öffnen oder aber die neue Büchse der Pandora aufschlagen und entweder erkennen, dass man ein hohes Alter erreicht und bis dahin sorgenfrei leben oder einem vielleicht nurmehr wenige kostbare Jahre verbleiben. Und wie bei „Y – The last man“ wird hier nicht die Frage der nachgegangen, woher diese Boxen stammen, sondern die Geschichte eines Kreises von Menschen erzählt und wie sie mit dieser neuen Situation umgehen. Wie lebst du, wenn du weißt, wann dein Leben enden wird?
Die US-amerikanische Autorin erzählt unter anderem die Geschichte eines lesbischen Liebespaares, deren Fäden unterschiedlicher lang nicht sein könnten. Wie beeinflusst das ihre Beziehung, darf dieses Resultat überhaupt ihre Beziehung beeinflussen? Eine andere Figur ist Neffe eines aufstrebenden Präsidentschaftskandidaten, der die neue Einteilung der Welt in Lang- und Kurz-Fäden als zusätzlich Mittel der Trennung und Angstmache einsetzen will: Sollen Kurz-Fäden noch Zugang zu Waffen haben? Sie haben ja schließlich kaum mehr etwas zu verlieren. Diese und andere Themen und Fragen behandelt „Die Vorhersage“ ohne dabei allgemeingültige Antworten vorzuschreiben; daher sollte sich dieser Roman ausgezeichnet als Leseclublektüre eignen, da hier immer wieder neue Diskussions- und Denkanstößen gegeben werden.
Nicki Erlick gelingt der Spagat zwischen Philosophie und Unterhaltung, Spannung und Herzschmerz. Ein Buch, gleichermaßen für Herz und Hirn.
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