Huxleys schöne neue Welt reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim "Circle", einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz - so ein Ziel der "weisen drei Männer", die den Konzern leiten - wird die Welt eine bessere. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterne-Köche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.4/5.0
Bewertung
5/5
06.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Diesen Roman muss man zuerst einmal verdauen
…bevor man mit einer Wohlfühllektüre weiterfahren kann.
Das Thema ist nicht ganz einfach, aber eben (leider) hochaktuell.
Zusammengefasst geht es um eine junge Frau, die im hipsten Unternehmen der Welt arbeitet, dem Circle, einer riesigen Community, mit Mitarbeitern auf der ganzen Welt. Beim Circle fühlt sich Mae wohl, sie weiss wohin sie gehört, weiss, dass alle Menschen dort gut sind und die Geschäftsführer sind auch unglaublich sympathisch. Doch dann begegnet sie diesem Typen… Was will das Unternehmen erreichen?
Einige finden Mae ja zu naiv, was wie ich finde, überhaupt nicht stimmt. Man stelle sich einmal vor, man selbst würde in diesem Unternehmen arbeiten, mit diesem riesigen Campus, dem eigenen Büro, den vielen Prominenten auf dem Platz, den vielen Musikern, Partys, gratis Unterkünfte, gratis Arztbesuche, einem guten Lohn und dann noch, Eamon, einer der Geschäftsführer, der unglaublich gut reden kann. Mae wurde auf stupide Art manipuliert und uns allen würde genau das selbe passieren. Wir würden von den Vorzügen des Unternehmens geblendet werden, denn wir alle könnten Mae sein, das hat der Autor wirklich sehr gut aufgezeigt.
Extrem lesenswert!
Bewertung
5/5
02.04.2020
Buch (Taschenbuch)
"Geheimnisse sind Lügen"
Ein IT-Unternehmen, was alle anderen Anbieter geschluckt hat und sich jetzt auf dem Vormarsch Richtung totalitären Überwachungsstaat entwickelt. Die College-Absolventin Mae beginnt dort zu arbeiten und wird im Zuge dessen in die Spinnenweben des Unternehmens verflochten. Sie lernt SeeCange kennen: kleine kaum erkennbare Kameras, die überall auf der Welt platziert werden sollen. Drei Männer haben das Unternehmen gegründet, doch Mae lernt nur zwei davon kennen, wer ist der dritte? Für mich eine unfassbar spannende Geschichte, die mir kalt den Rücken runterläuft. Vor allem die Szenen, wo es darum geht "transparent" zu sein haben mich erschüttert.
Eine Dystopie, die es in sich hat!
Feierabendblogger
aus Stockerau
5/5
10.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Wie uns dieses Online verändert...
Es gab sie schon immer. Endzeit-Thriller. War es früher die Angst vor dem Kommunismus, sind es heute andere Ängste, die in den Büchern und Filmen behandelt werden. Heute sind es die Unternehmen, die alle unsere Daten aufsaugen, sammeln und auswerten. Über genau so ein Unternehmen geht es hier in diesem Buch. Es ist Marktführer in allem, was Social Media angeht, eigene Hardware herstellt und das Internet kontrolliert.
Mae bekommt einen Job in diesem Unternehmen, das ganz simpel „Circle“ heißt, und ist ganz auch dem Häuschen. An Anfang kommt sie aber mit der Philosophie noch nicht klar. Sie sieht es als 9-to-5-Job und geht nach der Arbeit nach Hause. Aber sie wird durch viele zusätzliche Angebote genötigt ihr ganzes Leben am Campus, wie das Unternehmens-Gelände genannt wird, zu verbringen. Es kommt mir vor, wie eine Sekte. Über alles Erlebte und Gedachte soll in den sozialen Medien verbreitet und bewertet werden. Bis hin zu „transparenten“ Personen, die ihr ganzes Leben streamen. Aber es soll bei diesem Unternehmen auch noch weiter gehen. Man will unverzichtbar sein und der Kreis, der Circle, soll sich schließen.
Wenn ich mir die Online-Welt so ansehe, und ich bin absolut kein Insider, merke ich schon leichte Tendenzen in diese Richtung. Viele Leute glauben nur noch über diese Kanäle leben zu können. Es dreht sich immer um Klicks, Zahlen, Views, Likes (in jeglicher Form und Bezeichnung) und Rankings. Bis hin zu Leuten, die jeden Schritt mit einer Insta-Story dokumentieren müssen.
Ich habe beim Lesen immer wieder mein eigenes Auftreten auf den sozialen Medien überdacht. Ich mache ja schon so nicht viel, aber so eine kurzes Nachdenken ist nie verkehrt.
ardnas
5/5
12.08.2019
Buch (Taschenbuch)
The Circle beschreibt die…
The Circle beschreibt die Version einer durchaus vorstellbaren, aber hoffentlich nicht realitätswerdenden Welt, in der der Mensch und seine Handlungen transparent und kontrollierbar sind. Eine unfassbar gute Geschichte, der sehr spannend und fesselnd ist.
Mel
aus Minden
5/5
27.03.2018
Buch (Taschenbuch)
The Circle
Erst einmal möchte ich gerne erwähnen, dass mir der englische Originaltitel besser gefällt, als "Der Circle". Dann möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich das Buch so viel besser, als den Film fand.
Kein Wischi-Waschi, kein "wir bewegen uns jetzt mal neutral in der Mitte, um niemanden zu verärgern"-Gefasel. Kein "Wir ändern jetzt einfach mal das Ende, um es den Zuschauern so angenehm wie möglich zu gestalten und um sie nicht zu verprellen, denn die schöne neue Welt ist toll!"
Die Charaktere fand ich durchweg eindimensional. Fast alle Dialoge fand ich unglaubwürdig dargestellt, es war nie der Ansatz von Wärme vorhanden. Dies ist ein Punkt, den ich leider anprangern muss, denn ein bisschen mehr Individualität hätte den Charakteren sicher nicht geschadet.
Hatte Mae Holland im Film noch ein Fünktchen Intelligenz und selbstständiges Denken gezeigt, so ist die Buch-Mae komplett auf Naivität eingestellt. Blind folgt sie dem Circle und den stylishen 3 Weisen und hinterfragt wirklich nichts.
Dies mag vielen nicht gefallen haben, mir kam der Prototyp eines gläsernen Menschen aber sehr gelungen rüber. Für das Ende hätte der Autor meiner Meinung die Figur nicht anders, als gutgläubig und manipulativ darstellen können.
Für mich bekommt der Circle trotz der grauen Charakterzeichnung die volle Punktzahl, eben weil das Buch so erschreckend nah an der Realität ist. Es ist die Realität und diese als Buch zu lesen ist furchtbar erschreckend.
Mein Fazit
Ein wirklich authentisches Zeitbild. Der gläserne Mensch ist eingetroffen. Willkommen im Circle.
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4/5
30.10.2016
Buch (Taschenbuch)
Lesenswert!
Privatsphäre, nein danke, wenn sie diese Einstellung haben, dann würde ihnen die Zukunft die Dave Eggers in seinem Buch "The Circle" beschreibt gefallen. Die anderen 99 Prozent der Weltbevölkerung, die eventuell nicht mit ihren Geheimnissen hausieren gehen möchten, haben dann ein Problem.
Emoji Zwinker.
Ein Buch, während dessen Lektüre ich mehrmals das Bedürfnis hatte, es gegen die Wand zu werfen oder - um es auf einfach loszuwerden - im Bus "liegen lassen" wollte, habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Nicht weil es so schlecht ist, sondern weil mir Dave Egger's gesamte Idee so nahe gegangen ist, oder vielmehr weil sie mir nahe IST. Eggers beschreibt hier keineswegs eine dystopische Zukunft, nein, er nimmt die menschlichen Selbstverwirklichungsbedürfnisse und die damit einhergehende heutige Hauptbeschäftigung mit Social Media und führt sie auf den Buchseiten ein paar kleine Schritte weiter.
Die Spannungskurve und die Tiefe der Persönlichkeit der Protagonistin sind für mich fast während der gesamten Lektüre nicht wirklich angestiegen bzw. vertieft worden; gehalten am Buch haben mich aber immer wieder die großen Schockmomente, wenn ein neues Level des Social Media Wahnsinns vorgestellt, verwirklicht und somit erreicht wurde - und nach einiger Überlegung auch von mir verstanden und akzeptiert wurde. Teilweise habe ich mich schon gefragt, wann die Protagonisten zwischen Kundenanfragen beantworten, Produktrezensionen abgeben, Testen neuer Erfindungen, ständigem Kommunizieren mit allen 10 000 Mitarbeitern des Circles, ständigem Kommunzieren mit der Außenwelt und (im Fall der Proganistin) - meiner Meinung nach für den Fortgang des Buches irrelevanten - Outdoor-Aktivitäten auch noch zum Schlafen kommen, aber wie ich selbst weiß, ist das Internet immer Droge und Pushup genug.
"Der Circle" ist für mich sicherlich kein sprachliches Meisterwerk oder bisher nie dagewesenes Gedankenspiel (auch wenn er meiner Meinung nach weder mit Orwell noch mit Huxley verglichen werden kann) und - wofür er gänzlich unschuldig ist - ist er auch noch ein Roman mit einem schlechtem Nebengeschmack, weil der Markt von dystopischen Novellen derzeit ja überflutet ist und ich eigentlich nicht auf dieser Welle mitsurfen wollte. Aber - wie ich oben erwähnt habe - handelt es sich hierbei um keine düstere Zukunftsaussicht in der ein totalitäres Regime sich abmüht, hier und dort aufkeimenden Widerstand zu bekämpfen. Es geht vielmehr um das was ich hier JETZT gerade mache: um die Ausmaße, die die ständige Aufmerksamkeitssucht des Menschen, seine Suche nach Bestätigung und deren Dokumentation haben (können). Hiermit halte ich fest, dass wir uns bereits im Circle befinden.
Ich hatte jetzt trotzdem das Bedürfnis dies hier alles aufzuschreiben, denn ich bin mir sicher, wenn ich dieses Buch in ein paar Jahren noch einmal lese, dass sich meine Sichtweise darauf um einiges verändert haben wird, weil Egger's finale Zukunftsversion in einigen Aspekten wahrsscheinlich schon Dutzende Schritte näher gerückt sein wird.
Die junge Mae Holland ist überglücklich einen Job im Circle, einem Internetkonzern, bekommen zu haben. Annie eine Freundin aus Studentenjahren, arbeitet bereits in dieser Firma und sie ist ihr großes Vorbild. Jeden Abend gibt es eine andere Veranstaltung in dem weitläufigen Firmengelände: eine Party oder ein prominter Sänger singt für Lau für die Circelmitarbeiter. Das Essen kostet auch nichts; Spitzengastronomie von Spitzenköchen und das noch dazu tagtäglich; und als führender Internetkonzern, sind selbst Produkte des alltäglichen Bedarfs jederzeit konsumierbar, ohne sie jedoch bezahlen zu müssen. Der Circle ist nicht nur deswegen der führende Internetkonzern, weil er so viele andere Firmen geschluckt hat und seinen Mitarbeitern einen wunderbaren Arbeitsplatz beschert, sondern weil er mit TrueYou etwas Entscheidendes möglich gemacht hat: Die Anonymität im Netz gibt es nicht mehr. Niemand kann sich hinter einer falschen Identität verstecken und die Kriminalität im Netz ist auf null gesunken. Mae versucht ständig sich an die neue Arbeitswelt anzupassen, was ihr nicht immer gleich gut von der Hand geht. Als sie eines Tages auf den mysteriösen Kalden aufmerksam wird, bringt der ihr Leben gehörig durcheinander.
The Circle von Dave Eggers ist eine wirklich sehr spannende und außergewöhnliche Geschichte, die mich vom Aufbau und der Struktur her, sehr wohl an Aldous Houxleys Schöne neue Welt erinnert hat. Erzählt wird aus der Sicht der Mae Holland, und es ist nicht das Jahr 632 nach Ford, sondern eigentlich die Gegenwart, oder besser gesagt: Eine sehr, sehr nahen Zukunft. Meiner Meinung nach, hinkt aber im direkten Vergleich The Circle hinter Schöne neue Welt ein wenig her. Denn Houxleys Werk ist bereits vor 90 Jahren das erste Mal erschienen und behandelt gegenwärtige Probleme was, wenn man die lange Zeitspanne berücksichtigt, schon sehr bemerkenswert ist; Dave Eggers hingegen, schließt von einem gegenwärtigen Ausgangspunkt auf eine nahe Zukunft. Daher wäre ich ja neugierig, wie man in 90 Jahren auf The Circle zurückblickt, allerdings werde ich das wahrscheinlich nicht mehr erleben.
Eindeutig stehen im Vordergrund die Erfahrungen die Mae im The Circle macht, und die ganz besonderen und neue Innovationen, an denen sie direkt und indirekt mitwirkt, die unter anderem den Versuch innehaben, den Menschen bis zur Perfektion gläsern zu kreieren. In diesem Zusammenhang ist mir ein Satz aus diesem Buch einfach nicht mehr aus dem Kopf gegangen: Wer könnte Utopia bauen, wenn nicht Utopisten? Das Schockierende ist aber in diesem Roman das unbedarfte und kindliches Verhalten der Protagonisten, das manchmal wirklich etwas zu enervierend war, und die daraus erfolgende anstößig anmutende Privatsphäre, die zur letzten Ruhe gebettet wird. bzw. worden ist. An dieser Stelle könnte man/ich dem Autor ein bisschen Langatmigkeit vorwerfen, allerdings kann es auch daran liegen, dass ich immer wieder beim Lesen pausiert habe, um das Gelesene sacken zu lassen. Ein ungerechtfertigter, zweiter Kritikpunkt wären hier die klassischen Antagonisten, die zwar den sympathischeren Part in dieser Geschichte abbekommen, aber viel zu wenig an Präsenz erhalten. Dieses Ungleichgewicht ist vom Autor so gewollt, jedenfalls vermute ich es, denn so wird dem Leser durch diese Überzeichnung und durch die Unbedarftheit erst vor Augen geführt, wie wir leichtfertig mit dem Thema Social Media umgehen! Manchmal hatte ich tatsächlich das Gefühl, hier eine durch und durch satirische Geschichte zu lesen. The Circle ist ganz bestimmt eine der besten Dystopien, die ich in letzter Zeit gelesen habe und bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von diesem wirklich ausgezeichneten Autor lesen werde.
Mae Holland, eine junge und ehrgeizige IT-Spezialistin, heuert beim imaginären Unternehmen The Circle an. Innerhalb kürzester Zeit legt sie einen rasanten beruflichen Aufstieg hin und findet sich rasch im Mittelpunkt einer weltweiten Community. Sie verbringt mit wenigen Ausnahmen ihre gesamte Lebenszeit am Firmen-Campus, ist rund um die Uhr online, vernetzt und befreundet mit Millionen von Followern. Das Ziel der Firma ist die totale Transparenz menschlichen Zusammenlebens: Stetige digitale Präsenz, flächendeckend eingesetzte Webcams und Datenbrillen sorgen dafür, dass Privatsphäre zu einem Relikt der Vergangenheit wird.
Die Anspielungen auf Internetgiganten wie Google, Facebook & Co liegen auf der Hand. Viele der beschriebenen Techniken sind Alltag, einige sind gerade in Entwicklung. Unbestritten verändert die sogenannte digitale Revolution in den sozialen Medien unseren Alltag in radikaler Weise.
Das Buch zeichnet eine Dystopie der Zukunft, die an 1984 von George Orwell bzw. Schöne neue Welt von Aldous Huxley erinnert. Teilweise wirken sowohl einzelne Geschichten als auch die Persönlichkeit der Hauptfigur etwas konstruiert und nicht ganz nachvollziehbar, wodurch der Handlungsfortlauf etwas an Reiz verliert.
Nichtsdestotrotz ist es dem Autor gelungen, das brisante Thema der totalen digitalen Überwachung spannend und unterhaltsam in einen Roman zu verpacken.
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