Der internationale Bestseller aus Südkorea zeigt die junge Frau Kim Jiyoung auf ihrem Weg zur Emanzipation in einer von Ungleichheit und Unterdrückung geprägten Gesellschaftsordnung. Cho Nam-joos Roman, eindringlich gelesen von Nele Rosetz und Felix von Manteuffel, erzählt das Schicksal einer Mittdreißigerin, die in einer kleinen, aufgeräumten Wohnung am Rande der Metropole Seoul lebt. Kim Jiyoung hat erst kürzlich ihren Job im Marketing aufgegeben, um sich um ihre neugeborene Tochter zu kümmern - wie es von koreanischen Frauen erwartet wird. Doch schon bald zeigt sie seltsame Symptome, die ihren Ehemann, ihre Eltern und Schwiegereltern beunruhigen: Jiyoung wird zur Stimme anderer Frauen, seien sie lebendig oder tot. Als die Psychose sich verschlimmert, schickt sie ihr unglücklicher Ehemann zu einem Psychiater. Dort erfahren wir Jiyoungs Geschichte und von einem Leben, das stets von Männern überwacht und gelenkt wurde.
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Wie es ist, eine Frau zu sein
NiWa am 23.07.2021
Bewertungsnummer: 1538364
Bewertet: Hörbuch-Download
Kim Jiyoung lebt am Stadtrand von Seoul. Die Mittdreißigerin hat ihren Job aufgegeben um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Auf einmal leidet sie unter einer Art von Persönlichkeitsspaltung: Sie spricht aus der Sicht ihr bekannter Frauen.
„Kim Jiyoung, geboren 1982“ beschäftigt sich mit der Rolle der Frau in Südkorea, genauso auch damit, wie es allgemein ist eine Frau zu sein.
Obwohl viele Menschen Forderungen nach Gleichberechtigung nicht mehr hören können, junge Mädchen sich durchaus gleichberechtigt fühlen und rechtlich gesehen einer Frau die gleichen Rechte und Pflichten wie dem anderen Geschlecht zugeschrieben werden, entspricht es nach wie vor keiner Tatsache. Deshalb ist es meiner Meinung nach ein wichtiges Buch, welches das Rollenbild der Frau aus der südkoreanischen Perspektive betrachtet.
Kim Jiyoung ist Mitte Dreißig und hat für ihr Kind ihren Job aufgegeben. Plötzlich zeigt sie merkwürdige Symptome. Sie spricht aus den Perspektiven anderer Frauen, die sie kennt. Kims merkwürdiges Verhalten bessert sich nicht, weshalb sie einen Psychiater aufsucht. Und dieser Psychiater erzählt die Geschichte seiner Patientin Kim Jiyoung, geboren 1982.
Es wird von Kims Kindheit, ihren Jugendjahren, dem Studium, dem Erwachsenwerden, dem Berufsalltag und den neuen Pflichten als Mutter und Hausfrau erzählt. In all diesen Etappen werden die unterschiedlichen Behandlungen und Entscheidungen von Frauen und Männern reflektiert, die für sich genommen absurd anmuten.
Mein persönlicher Favorit ist nach wie vor - und dafür muss man keine Südkoreanerin sein - dass ein Mann im Haushalt hilft. Diese Idee ist so fest in den Köpfen unserer Gesellschaft verankert, dass es scheinbar nicht aus dem Gedankengut zu vertreiben ist. Wenn zwei Menschen Vollzeit berufstätig sind, haben sie gleichermaßen im Haushalt anzupacken, unabhängig davon was zwischen ihren Beinen zu finden ist. Dennoch werden Männer als brav bezeichnet, wenn sie ein Tänzchen mit dem Staubsauger wagen und den Staubwedel schwingen. Die Frau von Welt, hat sich für die gleiche Tätigkeit keinen Respekt verdient.
Diese Beobachtung und viele weitere ziehen sich durch den gesamten Roman. Einerseits ist die Erzählung streckenweise monoton, andrerseits macht es speziell der neutrale Tonfall zu einem guten Buch. Es wird nicht nur das klischeebeladene Frauenbild angeprangert, sondern auch die Männerrolle erfährt Zugeständnisse. Hinzu kommt, dass sich Autorin Nam-Joo Cho sämtliche Schuldzuweisungen spart, und ein realistisch wirkendes Porträt einer Frau, geboren 1982, malt.
Ich habe Kim Jiyoung gerne kennengelernt. Teilweise ist es ein erschütterndes Bild, wie eingesperrt Menschen in ihren Rollen sind. Die Autorin zeigt, dass uns die Gesellschaft in eine Schablone presst, die an unsere Ecken und Kanten drückt, bis wir wohlgeformt in das Klischee passen. Gegenmittel gibt es keine, außer, sich immer wieder bewusst zu machen, dass alle Menschen gleich sind. Sie sind es sogar dann, wenn sie nicht die gleichen Voraussetzungen mit ins Leben bringen. Dafür ist dieses Buch exzellent geeignet.
Bisschen enttäuschend
Lea am 13.12.2024
Bewertungsnummer: 2363436
Bewertet: Hörbuch-Download
„Kim Jiyoung, geboren 1982“ ist die Geschichte einer durchschnittlichen Frau aus Südkorea, die sich in ihrem Alltag mit den alltäglichen Herausforderungen der Frauenrolle im patriarchyischen System ihres Landes auseinandersetzt. Die Erzählung folgt Jiyoungs Leben von ihrer Kindheit bis zu ihrer Zeit als Mutter und Hausfrau. Ein Wendepunkt tritt ein, als sie beginnt, die Stimmen anderer Frauen – sowohl lebender als auch verstorbener – zu übernehmen. Diese surrealen Erlebnisse ziehen die Aufmerksamkeit ihres Mannes auf sich, der sie schließlich zu einem Psychiater bringt. Der Roman beleuchtet Jiyoungs Leben durch die Linse eines psychiatrischen Fallberichts und deckt die systematische Ungleichbehandlung und den fortwährenden Sexismus auf, dem sie ständig ausgesetzt ist.
Der Schreibstil ist nüchtern, beinahe klinisch, wodurch das Buch dokumentarisch und distanziert wirkt. Es wird mehr berichtet als gezeigt, wodurch man als Leser:in weniger emotional in die Geschichte eintaucht. Die Erzählung liest sich teils wie ein Sachbuch oder eine Untersuchung und weniger wie eine klassische Erzählung. Diese Wahl des Schreibstils mag für die Darstellung der systematischen Ungleichbehandlung und des psychischen Drucks, dem Jiyoung ausgesetzt ist, effektiv sein, machte es mir jedoch schwer, eine tiefere emotionale Verbindung zu den Figuren oder ihrer Geschichte aufzubauen. ️✨
Während das Buch die vielen Formen von Sexismus und die psychischen Belastungen darstellt, denen Jiyoung in ihrem Leben begegnet, bleibt der Plot selbst verhältnismäßig flach. Die Einführung der Stimmen anderer Frauen als zentrales Element der Geschichte bleibt teilweise unklar und wird nur oberflächlich behandelt. Diese besondere Erzähltechnik hätte mehr Raum für tiefere Auseinandersetzungen mit der Thematik bieten können, wurde aber nur angedeutet.
Die Themen des Buches sind erschreckend aktuell und weckten bei mir eine Mischung aus Wut und Erschöpfung. Der ständige Sexismus, den Jiyoung erfährt – sei es im Kindesalter, während ihrer Arbeit oder in ihrer Rolle als Mutter – ist leider sehr realistisch und spiegelt viele Erfahrungen wider, die Frauen weltweit machen. Obwohl ich mich mit dem Thema identifizieren konnte, ließ mich das Buch aufgrund des eher trockenen Erzählstils und der unvollständigen Ausführung bestimmter Handlungselemente emotional eher kalt. Es regte zwar zum Nachdenken an und verstärkte meine Sicht auf die tief verwurzelte Ungleichbehandlung von Frauen in patriarchalen Gesellschaften, aber ich konnte mich nicht vollständig auf die Geschichte einlassen. Die Intention des Buches, das Bewusstsein für diese Missstände zu schärfen, ist klar, aber die Erzählweise hat es für mich schwer gemacht, die Hauptfigur wirklich zu verstehen oder eine tiefere Verbindung zu ihr aufzubauen.
Fazit: „Kim Jiyoung, geboren 1982“ wird vielen Leser:innen eine gewohnte Realität widerspiegeln und tiefsitzende Themen ansprechen. Dennoch empfand ich es als zu distanziert und wenig emotional fesselnd. Es ist sicherlich ein wichtiges Buch, aber nicht das, was mich als Leserin emotional erreicht hat. ⭐⭐⭐
Meinung aus der Buchhandlung
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Ein Buch, das einem nicht nur die Geschichte einer Frau näher bringt, die mit den Jahren zunächst aus der Rolle des „angepassten Mädchens“ und später Frau bricht, sondern unglaublich nachdenklich macht. Ich habe es bereits vor einigen Jahren das erste Mal gelesen und war zu dem Zeitpunkt zwar bereits begeistert, doch vermutlich irgendwo „zu jung“ um manche Situationen nachvollziehen zu können. Im hier und jetzt ging mir die unglaublich geschriebene Novelle deutlich näher und ich war wieder begeistert. Wer sich mit Feminismus und primär Feminismus in anderen Kulturen und wie damit umgegangen wird auseinandersetzt, sollte „Kim Jiyoung, geboren 1982“ unbedingt lesen. Denn auch wenn dieses Buch einen wütend macht, so sollte es meiner Meinung nach auf der Leseliste jeder Frau stehen.
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Obwohl es ein fiktiver Roman ist, könnte es genauso gut auch eine wahre Geschichte sein. Erschreckend real und untermauert mit reellen Fakten und Daten. Diskriminierung, Misogynie und Ungerechtigkeit sind nur einige Themen, die sehr realistisch dargestellt werden.
Der lockere Schreibstil steht in krassen Gegensatz zur Thematik, funktioniert aber gut. Auch das Ende, absolut kein glückliches, ist bedauerlicherweise passend zur Situation.
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