»Solange Murakami leben und schreiben wird, wird er dieses Universum erweitern.« PATTI SMITH Wer bin ich, wer war ich, wer werde ich sein? Diese Fragen beschäftigen die Ich-Erzähler der acht Geschichten in »Erste Person Singular«, dem neuen Erzählband des von Kritik und Publikum gefeierten Weltbestsellerautors Haruki Murakami. Nach seinem epischen Roman »Die Ermordung des Commendatore« wendet er sich wieder der kurzen Form zu und bleibt doch seinem Universum treu: Seine unglaublich eleganten klassischen Erzählungen entführen uns in eine Welt aus nostalgischen Jugenderinnerungen, vergangenen Liebschaften, philosophischen Betrachtungen, Literatur, Musik und Baseball. Sie handeln von gescheiterten Beziehungen, fiktiven Schallplatten, den Beatles, Schumann und einem sprechenden Affen. Herzzerreißend melancholisch, bestechend intelligent und tragikomisch im allerbesten Wortsinne sind diese Geschichten, die wie beiläufig mit der Grenze zwischen Fiktion und Realität spielen und immer zu überraschen wissen. »Erste Person Singular« ist ein zärtliches, ein anrührendes Buch, das lange nachklingt: ein echter Murakami.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
24 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
1 Sterne
(0)
Geschichten, die das Leben schreibt
Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 25.09.2024
Bewertungsnummer: 3035108
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer kennts nicht? Ein Gemälde, ein Ort, ein Musikstück, ein Duft, der uns sofort an eine (vermeintlich kleine) Gegebenheit erinnert, welche uns im Laufe unseres Lebens begegnet ist.
Murakami erinnert sich in dieser Kurzgeschichten-Sammlung an einige Gegebenheiten, welche vorwiegend von einem Bild, einem Cover, einem Musikstück oder einem Ort in Erinnerung gerufen werden. Eine sehr persönliche und interessante Fülle an Geschichten, die er da zusammengetragen hat. Irgendwie hat Murakami mich ein bisschen ermuntert, auch an meine eigenen kleinen Geschichten und Gegebenheiten zurückzudenken und mir Gedanken dazu zu machen, in welchen Situationen ich mich an sie erinnere.
Was die Geschichten, welche grundsätzlich unabhängig voneinander sind, aber gemein haben, ist, dass es überall um ,,maskierte Personen’' geht. Sei es, weil diese wirklich verkleidet sind oder sich als etwas ausgeben, das sie nicht sind oder zum eigenen Schutz eine Maske überziehen.
Ein sehr tiefgründiges, intelligentes Buch, welches ich ganz sicher wieder lesen werde.
Mein Date mit Murakami
Bewertung am 31.08.2022
Bewertungsnummer: 1777131
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Was soll ich über mein erstes Date mit Murakami sagen.
Stell die vor, du sitzt in einer schummrigen Kneipe am Tresen. Neben dir ein fremder Mann, sein Blick gedankenversunken im Bier vor ihm. Asiatische Züge, nicht mehr ganz jung. Er scheint die Stille zu genießen, doch beginnt er dir Geschichten zu erzählen. Zunächst nur harmloses Alltagsgeplauder, das sich langsam mit alten Erinnerungen vermischt. Er erzählt von einer verflossenen Liebe, über Musik, seine Lieblingsbaseballmanschaft. Nach ein paar Gläsern Bier gerät er ins Philosophieren, will, dass du dir die Existenz eines Kreises vorstellst, der viele Mittelpunkte aber keine Begrenzung hat. Dann über eine Bossa Nova Platte eines Jazzmusikers, die aber nie existierte. So langsam runzelst du die Stirn. Vor allem bei der Geschichte von dem Affen, der Frauen den Namen stiehlt. Ganz am Ende hadert er noch mit seinem eigenen Ich – der ersten Person Singular. Dann wirft er einen letzten Blick in den schalen Rest Bier und geht.
So in etwa ist mein Date verlaufen. Nicht in rasender Geschwindigkeit, eher ganz gemächlich. Ich mochte seine leisen, melancholischen Töne, durch die hin und wieder ein Funken Humor durchblitzte. War gefangen von seinen bildhaften Worten. Ich sah den Affen mit einem Bier auf seinem Bett sitzen. Es war ein Leichtes, mir die pulsierende Metropole Tokio vorzustellen oder das Mädchen, das mit einer Beatles Platte unterm Arm durch ein Schulgebäude läuft.
Aber ich war mir nie ganz sicher, ob er nun von sich sprach und die Geschichten tatsächlich so stattfanden, wo er anfing zu flunkern und letztlich ins Reich der Fantasie abdriftete. Hin und wieder fiel ihm bei einer Erinnerung schon wieder die nächste ein, verwirrte mich an manchen Stellen und ließ mich am Ende sehr nachdenklich zurück.
Was dann geschah? Lest es in den Kommentar.
#bookstagramverbindet #lesenmachtglücklich #bücherherz #leseliebe #bookstagramdeutschland #erstepersonsingular #harukimurakami #japanischeliteratur #japan #erzählungen #harukimurakami #kurzgeschichten #gegenwartsliteratur
Ich danke @btb_verlag und @bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
Ich warf einen letzten Blick auf sein stehengelassenes Bier und bemerkte erst jetzt das Gekritzel auf dem Bierdeckel.
»... mitunter begeben sich ferne Erinnerungen auf eine lange Reise zu mir und erschüttern mich bei ihrer Ankunft mit ungeahnter Heftigkeit. So wie ein nächtlicher Sturm im Spätherbst die Blätter im Wald herumwirbelt ... und heftig an den Türen der Häuser rüttelt.« S.167
Ich stecke seine Notiz ein, verlasse die Kneipe und hoffe, Murakami bald wieder zu begegnen.
Klappentext
»Solange Murakami leben und schreiben wird, wird er dieses Universum erweitern.« PATTI SMITH
Frauen, die verschwinden, eine fiktive Bossa-Nova-Platte von Charlie Parker, ein sprechender Affe und ein Mann, der sich fragt, wie er wurde, was er ist: Die Rätsel um die Menschen, Dinge, Wesen und Momente, die uns für immer prägen, beschäftigen die Ich-Erzähler der acht Geschichten in ›Erste Person Singular‹. Es sind klassische Murakami-Erzähler, die uns in eine Welt aus nostalgischen Jugenderinnerungen, vergangenen Liebschaften, philosophischen Betrachtungen, Literatur, Musik und Baseball entführen. Melancholisch, bestechend intelligent und tragikomisch im allerbesten Wortsinn sind diese Geschichten, die wie beiläufig mit der Grenze zwischen Fiktion und Realität spielen und immer wieder den Verdacht nahelegen, dass Autor und Ich-Erzähler mehr als nur ein paar Gemeinsamkeiten haben.
Meinung aus der Buchhandlung
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
Murakami kann es einfach. Sein Schreibstil ist unverwechselbar, ebenso seine Geschichten. In "Erste Person Singular", werden flüchtige Erinnerungen erzählt und man hat das Gefühl, es wären die Eigenen. Jede Kurzgeschichte hat seinen eigenen Charme und es war toll dieses Buch zu lesen.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
Vielleicht rufe ich bei Orgasmus den Namen eines anderen Mannes, stört dich das? Zitat. Murakami ist einer von meinen japanischen Lieblingsautoren. So war die Freude groß über das neue Buch. Die Erzählungen sind wie immer großartig, jede ist anders, überraschend. Für Murakami Fans ein "Muss" und ein "Genuss". Leseempfehlung!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.