Nora hat ihren Vater verloren. Das wäre schon schlimm genug, doch dann erfährt sie seinen Letzten Willen. Sie muss Paris und ihr schönes Leben in Frankreich hinter sich lassen, um mit der Asche ihres Vaters im Handgepäck eine Wanderung durch Österreich zu unternehmen, ein Land, das sie kaum kennt. An ihrer Seite: ein pedantischer junger Notariatsgehilfe, der ihr täglich das nächste Etappenziel mitteilt. Nora, die lebenslustige Chaotin, und Bernhard, der strenge Asket, folgen zwischen Regengüssen, Wortgefechten und allmählicher Annäherung einem Plan, der ihr Leben auf den Kopf stellen wird.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
08.09.2019
Buch (Taschenbuch)
Selbstfindungstrip mit überraschendem Ausgang
Der österreichische Autor Rene´Freund ist ein gutes Beispiel dafür, dass man die großen Fragen des Lebens auch so stellen kann, dass sie einen nicht niederdrücken.
Er schickt seine Protagonistin Nora auf eine Wanderung durch Österreich. Sie soll in Begleitung eines Notars die Asche ihres verstorbenen Vaters an eine ganz bestimmte Stelle bringen. Das sind die Bedingungen, an die das Erbe geknüpft ist. Nora ist in Frankreich aufgewachsen, der verstorbene Vater Deutscher, allein die sehr früh verstorbene Mutter stammt aus Österreich.
Chaotisch und mit sehr widersprüchlichen Gefühlen lässt sie sich auf diesen „Trip“ ein.
Dem Autoren gelingt es mit gekonnt leichter Feder diese Wanderung zu einem Selbstfindungstrip werden zu lassen, der bis zum Schluss offen lässt, was das Ganze eigentlich soll. Dabei werden zu gleichen Teilen die Akteure als auch der Leser mit sich selbst und den wirklich wichtigen Fragen im Leben konfrontiert. Und das so unterhaltsam und beiläufig, dass man es gar nicht merkt…
Man schließt das Buch mit einem Lächeln im Gesicht. Ein kleines, ganz großes Buch!
Bewertung
aus Gschwandt
5/5
03.02.2021
eBook (ePUB)
Einfach schön
Ein netter Roman, der leider für mich zu kurz war, aber trotzdem wunderschön und bereichernd, unbedingt lesen....
Jenny Vogler
5/5
10.10.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Des Vaters letzte Reise
" Und auch, wenn ich wie wir alle den Sinn nicht erkennen kann, möchte ich auf den Sinn wetten. Das macht unser Leben einfach größer und erfüllter.
Als Nora Weilheim zur Testamentsverlesung ihres Vaters vorgeladen wird, muss sie sich mit einer ungewöhnlichen Bitte des Verstorbenen auseinandersetzen. Er hat verfügt, dass Nora unter notarieller Aufsicht eine Reise absolvieren muss, die sie quer durch Österreich führen wird und erst nach Erfüllung dieser Aufgabe, wird die Nachlassverfügung aktiv. Etwas missmutig gestimmt macht sich die junge Frau auf den Weg. Der ihr zugeteilte Begleiter treibt sie in seiner Spießigkeit an den Rand der Verzweiflung und wächst ihr doch nach und nach ans Herz. Doch noch bevor die beiden ihr Ziel erreicht haben, machen sie eine folgenschwere Entdeckung, denn Noras Vater bezweckt mit dieser organisierten Wanderung noch etwas ganz anderes ...
Dieser Roman überrascht mit einer humorvoll-traurigen Geschichte, die ebenso profan wie besonders ist. Eine durchaus realistische Ausgangssituation wird hier zur Bewährungsprobe und bewirkt eine charakterliche Veränderung samt Weiterentwicklung bei den Protagonisten.
Der Autor schickt die arbeitslose, chaotische Nora, die keine besonderen Lebenspläne hat und sich eher auf Sinnsuche befindet mit dem anscheinend organisierten, pedantischen und veganen Bernhardt auf eine ganz besondere Reise. Die Charaktere sind liebevoll und detailliert beschrieben, so dass man als Leser beide Figuren mag und ihre Kauzigkeit zu schätzen weiß.
Mittels Brief- bzw. Videobotschaften gibt Noras Vater die Etappenziele bekannt und offenbart in seinen posthumen Ansprachen viele Emotionen, gibt Dinge preis, von denen seine Tochter nichts wusste und erzählt von der großen Liebe zu seiner frühzeitig verstorbenen Frau, Noras Mutter. Gerade diese Sequenzen haben viele philosophische Denkansätze und zeugen von Lebenserfahrung und großer Liebe. Der Transfer an den Leser gelingt hier mühelos.
Zeitweise verläuft die Geschichte etwas handlungsarm, gewinnt aber durch eine unerwartete Wendung in den Beziehungsverhältnissen zwischen Nora und ihrem Begleiter wieder an Schwung und Aussagekraft, so dass ein rundherum gelungener Wohlfühlroman entsteht, der direkt aus dem Leben gegriffen scheint.
Ich vergebe 4,5 Lesesterne (aufgerundet 5) für diese herzliche, direkte und emotionale Geschichte, die mich mit humorvollen Sequenzen, tiefen Wahrheiten und traurigen Erkenntnissen überzeugen konnte. Eine Geschichte, die davon erzählt, wie wichtig es ist, offene und aufrichtige Beziehungen zu führen, wie bedeutsam die Liebe für den Menschen sein kann und auch, dass es niemals zu spät ist, über seine Verfehlungen nachzudenken und einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Das Thema Trauer wird hier nicht stilisiert sondern als eine Möglichkeit geschildert, die sich bietet, um Resümee zu ziehen. Sehr ehrlich, sehr wahr und absolut lesenswert.
vielleser18
aus Hessen
5/5
26.08.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Emotional, witzig, ernst - eine geniale Mischung
Noras Vater, Klaus Weilheim, ist gestorben. Doch er ist nicht enfach so gestorben, er wusste von seinem nahenden Tod und hat daher bei einem Notar detailliete Anweisungen für seine Tochter hinterlassen. Nora soll unter notarieller Aufsicht sich auf eine Wanderstrecke mit seiner Urne im Handgepack auf die Reise machen. Sie bekommt tägliche Mitteilungen wie es weitergehen soll, aber noch kein Hinweis auf das Ziel. Begleiten soll sie der Wiener Notariatsanwärter Bernhard.
Nora ist nicht nur noch sehr geschockt über den Tod ihres geliebten Vaters und die unglaubliche Testamentseröffnung, hinzu kommt noch - der zwar gutaussehende - Bernhard, der sich aber als sehr steif, korrekt und mit weiteren Eigenheiten erweist.......Nora will einfach ablehnen, das Erbe ausschlagen. Aber das erweißt sich als unmöglich für sie. Also beißt sie in den sauren Apfel und zieht los, mit Trolley und eine Mischung aus Wut, Trauer und Kampfgeist im Bauch und Ironie ihrem Begleiter gegenüber.
Es fällt mir schwer alles wiederzugeben, was dieses Buch ausmacht, denn es ist so viel. Es steckt Witz und Humor darin, aber auch sehr viel emotionaler Abschied einer Tochter von ihrem Vater und umgekehrt. Es sind ernste (Gesprächs-)Themen, es sind die Entwicklungen der Protagonisten, es sind die überraschenden Wendungen und dann auch noch spannende Szenen. Alles ist abgerundet verpackt, es gibt keine Brüche, es gibt einen roten Faden, es ist einfach nur wundervoll zu lesen. Taschentücher aber bitte in der Nähe behalten !
Einmal angefangen, kann man einfach nicht wieder aufhören zu lesen. Auch ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen, dabei sind es doch 270 Seiten.
Die Geschichte lässt einen lange nicht los und beschäftigt einen noch weiter.
Nora und Bernhard - zwei wirklich überzeugende Protagonisten, mir als Leser hat es viel Spaß gemacht, sie auf dem Weg von Paris bis nach Österreich und vor allem durch Österreich zu "begleiten". Aber nicht nur der Witz, der Spaß war es, der mich gefesselt hat, sondern vor allem auch die Zwischentöne, die Dialoge, die emotionalen Botschaften für ihren Weg. Der Ernst, der hinter der ganzen Geschichte steckt, durchaus nicht versteckt, sondern offen den Leser auch fordert.
Fazit:
Eine Geschichte, die man sich nicht entgehen lassen sollte, denn sie ist emotional, witzig, überraschend, spannend und dennoch mit Tiefgang...alles was das (Leser)Herz begehrt.
120 %ige Leseempfehlung von mir !
Wuestentraum
5/5
24.08.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
(0) Nora’s Vater Klaus ist…
(0) Nora’s Vater Klaus ist gestorben, mit 75 Jahren. Auf der Testamentseröffnung erfährt sie, dass Klaus ihr nicht einfach seine Wohnung und Geld hinterlässt, sondern dass sie dafür etwas tun muss. Bernhard, angehender Rechtsanwalt, ist mit von der Partie und soll sie als juristische Unterstützung auf ihrer Reise begleiten. Klaus letzter Wunsch ist, dass seine Asche nach Österreich gebracht wird. Bernhard und Nora machen sich mit der Urne auf den Weg und erleben so einige aufregende Sachen und Turbulenzen. Auch ihre Gespräche sind interessant und so nähern sich Nora und Bernhard langsam an und lernen sich besser kennen. Über Videobotschaften und Briefe von Klaus erfahren sie jeden Tag ihr nächstes Ziel und bekommen auch dadurch noch weitere Informationen von und über Klaus. So erfahren sie eines Tages Dinge, mit denen sie nie gerechnet hatten. Der Schreibstil von René Freund hat mich von der ersten Seite an begeistert. Humorvoll, melancholisch und philosophisch begleitet er Nora und Bernhard auf ihrem Weg. In diesem Buch fahren die Gefühle Achterbahn. Mal ist man zutiefst berührt, dann wechselt man plötzlich in schallendes Gelächter, weil der herrlich verpackte Humor zum Vorschein kommt. Nora und Bernhard sind realistisch und sympathisch beschrieben, ich habe beide beim Lesen schnell ins Herz geschlossen. Berührend einerseits, humorvoll andererseits, ist die Geschichte perfekt miteinander verwoben, interessant geschrieben und einfach eine tolle Leselektüre, die ich auf jeden Fall und gerne weiterempfehle.
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5/5
29.07.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beste Unterhaltung mit Niveau.
Spannend, humorvoll, berührend – beste Unterhaltung mit Niveau.
Noras Vater ist gestorben, und sein letzter Wille enthält eine Überraschung: Die Pariserin Nora soll in Begleitung eines Wiener Notariatsmitarbeiters mit der Urne ihres Vaters im Gepäck eine Wanderung durch Österreich unternehmen. Das ungleiche Paar macht sich widerwillig auf eine Reise, die das Leben der beiden gehörig durcheinander wirbelt.
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5/5
31.05.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Niemand weiß, wie spät es ist - Humorvoll und ohne Kitsch
"Niemand weiß, wie spät es ist" von René Freund klingt beim Durchlesen vom Klappentext erstmal nicht nach humorvoller Lektüre. Noras Vater ist gestorben, und damit sie ihr Erbe antreten kann, muss sie die Urne mit seinen sterblichen Überresten quer durch Österreich schleppen. Zu Fuß und in notarieller Begleitung! Das Ziel der Reise ist unbekannt. Und dann ist Noras zugeteilter Begleiter nicht nur Provinzler, sondern auch noch veganer Topfpflanzenliebhaber. Wer jetzt auf eine Liebesgeschichte tippt, liegt nicht ganz falsch, aber auch nicht richtig. Es lohnt sich, diese Urne auf ihrer Reise durch Österreich zu begleiten!
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5/5
24.07.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
Meisterhaft!
Ich bin total begeistert und überwältigt. Dieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen.
Ich kann meine Begeisterung kaum in Worte fassen. Eine Reise nach Hause , eine Reise zu sich Selbst, mit einem Fremden, der nicht Fremd ist. Die Urne immer dabei.
Paris, Österreich, die Alpen .
Eine tolle Sprache, eine tolle Geschichte. Bitte unbedingt Lesen! !!!
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