Als Heimat des Schaurig-Schönen gilt zweifellos England, doch einer der Größten der Schauerliteratur ist ein Deutscher: E.T.A. Hoffmann, der Meister der sogenannten Schwarzen Romantik. Die unheimliche Novelle »Der Sandmann« gehört zu seinen bekanntesten Werken, »Das Fräulein von Scuderi«, das in einer spannenden Geschichte menschliche Abgründe ans Licht bringt, gilt als die erste deutsche Kriminalnovelle.
In seinem Nachwort zeigt Guntram Zürn nicht zuletzt, warum die beiden Novellen eine so starke Wirkung auf den Leser ausüben.
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In "Der Sandmann" geht es um…
Raumzeitreisender aus Ahaus am 01.03.2024
Bewertungsnummer: 2841418
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
In "Der Sandmann" geht es um Auswirkungen einer psychischen Erkrankung, aber nicht nur. E. T. A. Hoffmann beschreibt eine Horrorromantik mit bösem Ende. Er betreibt ein Verwirrspiel um Realität und Wahn und verunsichert die Leser, da die Unterschiede fließend sind und nicht immer erkannt werden können. Die menschliche Wahrnehmung wird in die Irre geführt. Der Autor verarbeitet, lange vor den Erkenntnissen von Freud, Traumata aus der Kindheit und thematisiert moderne Themen wie das Verhältnis und die Unterscheidbarkeit von Mensch und Maschine. In diesem Zusammenhang kritisiert er die Rolle der Frau in der Romantik, die bewusst Fehler machen soll, um nicht maschinenhaft zu wirken. Wenngleich der Stil des Buches antiquiert wirkt, ist der Inhalt seiner Zeit voraus. Bei der Novelle "Das Fräulein von Scuderi" handelt es sich um eine komplizierte Kriminalgeschichte, die im 17. Jahrhundert spielt. Sie wird von einem auktorialen Erzähler wiedergegeben und ist nicht chronologisch aufgebaut. Einige Unklarheiten und Querverbindungen werden erst nach und nach durch Rückblenden deutlich. Das trägt zur Spannung bei. Die Leser werden zu Beginn durch einen geheimnisvollen Fremden, der um Mitternacht das Haus der Dichterin Madeleine Scuderi aufsucht, verwirrt. Wer ist dieser Mann? Bei den Raubmorden werden wertvolle Schmuckstücke gestohlen, die der angesehene Goldschmied Cardillac angefertigt hat. Auch in dieser Novelle gibt es Getriebene. Die Psychologie spielt eine große Rolle.
Ab ins Bett, der Sandmann kommt!
Eva Fl. aus Franken am 06.06.2026
Bewertungsnummer: 3160125
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Immer wieder abends kommt die Familie im Arbeitszimmer des Vaters zusammen, dort erzählt dieser dann spannende Geschichten. Nathanel liebt diese Abende, die auf einmal aufhören. Die Mutter begründet es mit dem geheimnisvollen Sandmann, von dem sie schaurige Geschichten erzählt. Tatsächlich erhält der Vater Besuch vom Anwalt Coppelius, so dass Nathanel annimmt, dass dieser wohl der Sandmann ist. Plötzlich passiert etwas sehr Schlimmes. Auch Jahre später, als Nathanael dann studiert, fühlt er sich vom Sandmann weiterhin verfolgt. Von Freunden wird dies aber als blühende Fantasie abgetan.
Tatsächlich kannte ich dieses Werk von E. T. A. Hoffmann bisher überhaupt nicht. (Mir war ja nicht einmal bekannt, dass E. T. A. für Ernst Theodor Amadeus Hoffmann steht.) Umso mehr war ich gespannt auf dieses Buch und die Umsetzung.
Die Bilder im Buch gefallen mir unheimlich gut. Dorota Wünsch bildet wunderbar ab, wie man sich den Anwalt Coppelius anhand der Schilderungen vorstellt. Mir gefällt die Art und Weise, wie sie malt wirklich gut. Es wird alles sehr anschaulich verdeutlicht, macht auch Spaß, die Bilder anzusehen.
Die Geschichte ist tatsächlich schon auch irgendwie krass, wenn man dann natürlich erfährt, dass sie in der Tradition der damaligen Schwarzen Romantik verfasst wurde, weiß man, woher der Stil kommt.
Inhaltlich ist es meiner Ansicht nach gut zu verstehen, natürlich sind es immer mal wieder für die damalige Zeit übliche Ausdrucksweisen. Mir hat das unheimlich gut gefallen, dass man auch hier zahlreiche Zitate übernommen hat, die man dann extra kursiv gesetzt hat (und außerdem dem modernen Deutsch angepasst hat), damit man diese gleich erkennt. Das macht es für mich wirklich authentisch.
Ansonsten finde ich die Nacherzählung von Anna Kindermann wirklich toll. Ob ich der Altersempfehlung, die bei einem Lesealter von acht Jahren liegt, selbst auch so berücksichtigen würde, weiß ich nicht. Es ist ja schon ein Stück weit harter Stoff. Ich denke, sowas muss jeder für sich selbst sehen.
In meinen Augen ist dieses Stück der Weltliteratur für Kinder wunderbar umgesetzt, so machen Klassiker absolut Spaß, wecken das Interesse.
Von mir gibt es hier 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.
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