Produktbild: Homo sacer
Band 2068

Homo sacer Die souveräne Macht und das nackte Leben

Aus der Reihe edition suhrkamp
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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.02.2002

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

17,7/10,8/1,4 cm

Gewicht

137 g

Farbe

Aquamarin

Auflage

13

Originaltitel

Homo sacer. Il potere sovrano e la nuda vita

Übersetzt von

Hubert Thüring

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-12068-2

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.02.2002

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

17,7/10,8/1,4 cm

Gewicht

137 g

Farbe

Aquamarin

Auflage

13

Originaltitel

Homo sacer. Il potere sovrano e la nuda vita

Übersetzt von

Hubert Thüring

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-12068-2

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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    Ralf Rother

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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    5/5

    01.07.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Das Lager als ein Paradigma.

    Man braucht kein Freund von Jean-Claude Juncker sein, um zu verstehen, was er vor dem EU-Migrationsgipfel in Brüssel (28. Juli 2018) mit seiner Warnung vor einem europäischen Neokolonialismus meinte. Es ist verblüffend wie erschreckend, welche Konjunktur der Begriff des Lagers erfahren kann, nach all den grauenvollen Tatsachen, die man von den Lagern des Kolonialismus, von den Flüchtlingslagern für sogenannte „Ostjuden“ vor dem Nationalsozialismus, von den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus und den stalinistischen Lagern hörte. Gewiss, es wird mit rhetorischen Finten gefochten, und manch ein Politiker wird behaupten, dass er sich die Begriffe nicht von der Geschichte rauben lässt, auch wenn diese Finten nichts anderes als Kausalitätsinversionen sind. Um sich zu besinnen, was auf dem Spiel steht, sobald von der Errichtung von Lagern die Rede ist, wenn territoriale Zonen des Ausnahmezustands – ob innerhalb der EU oder außerhalb – gebaut werden sollen, ist es angebracht auf Lektüren von Kotek und Rigoulot, von Bauman, Sofsky und Agamben zurückzukommen. Einen Beitrag zur Diskussion um den Begriff des Lagers hat Agamben mit seiner Trilogie zum homo sacer und seinen Arbeiten zum Ausnahmezustand angeboten. In den Analysen heißt es, dass seit der Antike das Lager – und nicht der Staat – das Paradigma der abendländischen Politik darstellt. Das Lager ist, wie der Ausnahmezustand, keine Anomalie, die jenseits des Staates, des Politischen und des Rechts liegt. Mit dieser These stellte Agamben die Annahme in Frage, dass die souveräne Gewalt in sublimierter Weise in die politische Rechtsordnung des Staates aufgehoben ist, der wiederum mit seinen Instrumenten der Staats- und Rechtsgewalt garantiert, politische Formen des Totalitarismus in Schranken zu halten. Agamben wies hingegen darauf hin, dass sich in der metaphysisch-ontologischen Grundordnung abendländischen Denkens ein dichotomisches System von Einschlüssen und Ausschlüssen herausgebildet hat, das bis heute intakt ist und wirkt. Darin sind jene Elemente angelegt, die dem Totalitarismus, aber auch der Demokratie – dort als eine „versteckte Matrix“ – eigen sind: der Ausnahmezustand, die Souveränität, der Bann und das Lager. In diesem Sinne stellt die Moderne keinen Bruch mit der abendländischen Tradition dar, wie auch das politische Konzept der Demokratie nicht mit wesentlichen Mechanismen des Totalitarismus bricht. Abendländische Politik konstituiert sich stets über Ausnahmezustände und erzeugt mittels des Rechts rechtloses Leben, um es der souveränen Macht zu unterwerfen.

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