Eine abenteuerliche Expedition in die Vorgeschichte der Menschheit: die Helden stoßen auf Dinosaurier, Riesenfarne, das Darwinsche ›missing link‹ und werden beinahe von unterirdischen Strömen verschlungen.
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Verne währt ewig
Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 14.06.2012
Bewertungsnummer: 781940
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In einer Epoche, welche geprägt war vom beschleunigten technischen Fortschritt und zugleich von den letzten großen Entdeckungsreisen, sind Vernes visionäre Abenteuerromane nicht nur beim französischen Lesepublikum, sondern weit über die Grenzen Europas hinaus, auf fruchtbaren Boden gefallen. 1864 erschienen, ist "Reise zum Mittelpunkt der Erde" ein Spiegelbild seiner Epoche - eines Zeitalters, in dem der Mensch sich daran machte, die Natur zu erobern, zu übertrumpfen und zu besiegen. Vernes zweites Werk, das zugleich zu seinen bekanntesten gehört, erzählt die Geschichte des cholerischen deutschen Professors Otto Lidenbrock, dem ein altes Manuskript in die Hände fällt, welches von Island aus den Weg zum Mittelpunkt der Erde weist. Gemeinsam mit seinem nur widerstrebend folgenden Neffen Alex und dem Eiderjäger Hans, steigt man im Gletscher Sneffels Yocul in die Dunkelheit, um alle Theorien über einen heißen Erdkern zu widerlegen und als Pioniere in die Geschichte einzugehen.
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist eine, die der Leser ca. 150 Jahre später nicht selten mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen begleitet, da sich Verne, der in vielen seiner Bücher mit seiner technischen und wissenschaftlichen Intuition einige später realisierte Entwicklungen vorweggenommen hat, diesmal in Punkto Authentizität auf äußerst dünnes, meist bröckelndes Eis begeben hat. Wo er sonst mit fundierter Sachkenntnis überzeugt, auf fast schon mathematisch genauem Fundament seine Handlungsbögen errichtet, rudert er hier ziemlich frei, lässt er seine Fantasie die Geschichte voran treiben. So finden wir unterhalb der obersten Gesteinsschichten riesige Meere genauso vor wie Pilswälder, riesige Menschen und prähistorisches Getier, das eine erstaunlich helle Welt bevölkert, deren Klima sich selbst im tiefsten Abgrund noch als äußerst erträglich erweist.
Ob meterdicke Granitwände, tobende Wellen oder feurige Lavaströme - die mit Seil, Pickel und einer nie versiegenden Lichtquelle ausgestatteten Reisenden überwinden jedes Hindernis und stehen somit sinnbildlich für den Fortschrittsgeist des späteren 19. Jahrhunderts. Aus heutiger Sicht sind die Unternehmungen jedoch in erster Linie ein kurzweiliger Spaß, der vor allem vom miteinander der Figuren lebt, die erneut vom großen Erzähltalent Vernes profitieren. Äußerst amüsant, wie der gesetzte Alex angesichts des enthusiastischen Onkels immer wieder zu Verzweifeln droht, sein Gemütszustand abwechselnd zwischen tiefster Niedergeschlagenheit und höchster Euphorie pendelt.
Unter dem Erfindungsgeist dieser Entdecker leidet allerdings ein wenig die Spannungskurve, da die Reise, trotz leichter Rückschläge, relativ reibungslos und unbeschwert vonstatten geht und man somit an keiner Stelle am Erfolg der Unternehmung zweifelt. Auch verzichtet Verne auf Interaktionen seiner Figuren mit Flora und Fauna der Unterwelt, wodurch der Leser die so phantastische Geschichte stets aus eine gewissen Distanz betrachtet.
"Reise zum Mittelpunkt der Erde" brilliert letztlich vor allem durch seine Fabulierkunst. Verne hat aus dem Kopf eine gänzlich neue Welt erschaffen, sich an Orte erdacht, die uns bis heute verborgen geblieben sind und von deren Beschaffenheit seine damaligen Zeitgenossen allenfalls eine vage Ahnung hatten. Für diesen Verdienst verzeiht man ihm die in vielen Teilen komplett erdachte Lügengeschichte im Stile Münchhausens gern, bleibt doch bei all der Fiktion ein Fakt: Jules Verne war, ist und wird immer große Literatur bleiben. Und seine Bücher auch in 100 Jahren noch lesenswert.
Ein Abenteuer mit Spannung und Humor
margaret k. (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 24.01.2026
Bewertungsnummer: 3024029
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Buch lässt sich leicht lesen und man kommt auch sehr schnell in die Geschichte rein. Die Personen werden toll beschrieben, sodass man nicht nur direkt weiß wen man vor sich hat, sondern auch mit ihnen mitfiebern und -fühlen kann. Dabei kommt bei der Reise auch schnell Spannung auf, die in Laufe des Buches noch steigt, weil einem ständig der Zeitdruck vorgehalten wird. Aber auch die unterschiedlichen Etappen der Reise sind super erzählt. Zwar geht die Handlung schnell vorran aber dennoch wird in jedem Land kurz etwas über die Kultur geschrieben, natürlich nach dem damaligen Wissen, und es passiert auch immer etwas interessantes. Dabei erzählt der Autor alles mit einer gewissen Prise britischem Humor, was das ganze Buch noch angenehmer zu lesen macht. Alles in allem habe ich das Buch sehr genossen, weil es einfach Spaß macht es zu lesen. Ich würde es sogar Leuten empfehlen, die sich mit Klassikern vielleicht etwas schwertun, denn das Buch ist super einfach zu lesen und zu verstehen. Bei dieser Ausgabe sind außerdem viele tolle Zusatzinformationen dabei, die auf schöngestalteten Kärtchen und Blättern zwischen den Seiten zu finden sind.
Meinung aus der Buchhandlung
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Dieser Goldbarren der Weltliteratur im wunderschönen Einband der Reclam-Klassiker-Reihe (auf welche sich diese Rezension bezieht) weckt Reise- und Abenteuerlust. Man zittert unentwegt mit den Helden des Werkes (Mr. Fogg und Passepartou) und diversen kurzen Reisegefährten, ob des Gewinnes einer außergewöhnlichen Wette. Neben diversen Fortbewegungsmitteln, technischen Innovationen, fremden Kulturen und Bräuchen, wird den Lesern ganz nebenbei die stoische Ruhe des Mr. Fogg gelehrt. Natürlich spielt auch die Liebe ihre Rolle in dieser Weltenbummlergeschichte. Wer die Abenteuerromane von Karl May gelesen hat, wird dieses französische Pendant gleichermaßen ins Herz schließen.
Jules Verne - Einer der Urväter der modernen Fantastischen Literatur
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Jules Verne gehört wohl zu einem der Urväter der modernen Phantastik und als Vielleser stößt man unweigerlich darauf. Viele zeitgenössische Arbeiten, sind inspiriert von Werken von Edgar Allen Poe, Mary Shelley, H.G. Wells oder eben Jules Verne.
Beim Lesen ist es vom Vorteil, dass man es im Kontext des Erscheinungsjahres macht. Manchmal wirkt der Text ein wenig antiquiert und über die Technologie, die darin benützt wird, kann man tatsächlich ein wenig Schmunzeln. Von der Erde zum Mond ist das erste Mal 1865, also 100 Jahre nach der ersten tatsächlichen Mondlandung erschienen und beschreibt, wie der Titel schon verrät, hauptsächlich die Vorbereitung für die Reise von der Erde zum Mond. Es ist das Jahr indem der Sezessionskrieg zu Ende gegangen ist, und hier ist die Geschichte angesiedelt. Auch wenn der beschriebene Flug, nicht durchführbar gewesen wäre, hat Jules Verne viele Details erkannt, die später für die modernen Raumfahrt unumgänglich geworden sind.
Es gibt viele verschiedene Ausgaben und Übersetzungen von „Von der Erde zum Mond“. Diese Rezension bezieht sich auf die Diogenes Ausgabe mit der Übersetzung von William Matheson und den originalen Illustrationen von De Montaut. Letzterer gilt als einer von dreien Illustratoren Vernes Werken. Wer diesem Werk etwas abgewinnen konnte, sollte die Fortsetzung „Reise um den Mond“, das ebenfalls sehr empfehlenswert ist, lesen.
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