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Andreas Gold

Professor Dr. Andreas Gold ist Professor für Pädagogische Psychologie am Institut für Psychologie der Goethe-Universität Frankfurt und stellvertretender Leiter des Forschungszentrums für Individuelle Entwicklung und Lernförderung (IDeA).

Disparitäten der Lesekompetenz: Ausmaß, Genese und Legitimation von Ungleichheiten von Andreas Gold

Neuerscheinung

Disparitäten der Lesekompetenz: Ausmaß, Genese und Legitimation von Ungleichheiten
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Ausreichende Lesefertigkeiten gelten in einer schriftbasierten Kultur als unverzichtbare Grundvoraussetzung individueller Entwicklung, zwischenmenschlicher Kommunikation und gesellschaftlicher Partizipation. Dass etwa 20 Prozent unserer Kinder und Jugendlichen nicht gut genug lesen können, wissen wir aus nationalen und internationalen Vergleichsstudien. Zudem gibt es erhebliche Disparitäten der Lesekompetenzen im Hinblick auf das Geschlecht, die soziale Herkunft und den Zuwanderungsstatus. Wenn Bildungsergebnisse eng mit askriptiven Merkmalen, wie etwa der sozialen Herkunft, kovariieren, irritiert dies das Gerechtigkeitsempfinden. Denn die sozialen Ungleichheiten laufen dem meritokratischen Versprechen – Aufstieg durch Bildung ist möglich – zuwider. Der Erwerb von Lesekompetenzen ist mit der sozialen Herkunft der Kinder assoziiert, weil die Qualität familiärer Sozialisationsprozesse die Entwicklung der Sprache, der Lernvoraussetzungen im Allgemeinen und der Vorläuferfertigkeiten des Schriftspracherwerbs im Besonderen beeinflusst. Frühe Benachteiligungen erfahren Kinder, die in ungünstigen familiären Lernumwelten aufwachsen. Dies unterminiert die scheinbar gleichen Startchancen und beeinträchtigt die individuelle Kompetenzentwicklung. Bildungsinstitutionen können mehr tun, damit sich die sozialen Disparitäten nicht weiter vergrößern. Auch Eltern müssen mehr Verantwortung übernehmen.

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