Über ein halbes Jahr in der Top 10 der Sunday Times | Einer der fünf besten Romane des Jahres der New York Times | Verfilmung mit Oscar- und Golden Globe Auszeichnungen Agnes sieht ihn und weiß: Das wird er sein. Dabei ist der schmächtige Lateinlehrer aus Stratford-upon-Avon noch nicht einmal achtzehn. Egal, besser, sie küsst ihn schnell. Besser, sie erwartet ein Kind, bevor ihr einer die Heirat verbieten kann. Vierzehn Jahre später sind es drei Kinder geworden. Doch wie sollen sie auskommen, solange ihr Mann wer weiß was mit diesen Theaterstücken treibt? Er ist in London, als der elfjährige Hamnet die Beulen am Hals seiner Zwillingsschwester Judith ertastet. Als Agnes im Blick ihres Sohnes den Schwarzen Tod erkennt. Maggie O'Farrell entdeckt den bedeutendsten aller Dramatiker neu, als Liebenden und als Vater. Vor allem aber erzählt sie zum ersten Mal die unvergessliche Geschichte seiner eigensinnigen, zärtlich kühnen Frau: Agnes.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
Book Circle Community
5/5
29.03.2026
eBook (ePUB 3)
Wunderschöner tragischer Roman
Der Roman der der Grundstein ist zum wunderbaren gleichnamigen Film Hamnet. Das Buch geht aber noch sehr viel tiefer. Die Kennenlerngeschichte von Agnes und William wird ausführlicher beleuchtet und somit ist man mit der Familie bereits sehr verbunden, wenn die Tragödie ihren Lauf nimmt und der kleine Hamnet sein Leben verliert. Maggie O Farrel schreibt so intensiv, dass man einfach mitfühlen muss. Ich habe mit diesem Buch seit langem wieder einmal zuerst das Buch gelesen und dann den Film dazu gesehen und fand beide wunderbar und kann die Kombination aus beiden (am Besten zuerst das Buch, dann der Film) sehr empfehlen. Ein kleiner Hinweis für Menschen, die Mühe haben mit Büchern, die nicht in einer geraden Zeitlinie geschrieben sind: dieses Buch springt immer zwischen der Kennenlerngeschichte und der Kindstotgeschichte hin und her. Mir hat dies keine Probleme bereitet, da es s gut geschrieben ist, dass man es gut merkt.
Bewertung
5/5
29.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein Meisterwerk
Ein seltenes Meisterwerk, dass heraussticht und nachhallt. Wunderschön, Herzzerreißend, poetisch und voller Gefühl. Es wird wohl länger dauern um über dieses Buch hinwegzukommen. Wer etwas fühlen möchte ist hier genau richtig.
Bewertung
5/5
05.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein poetischer historischer Roman
Jeder kennt Shakespeare, doch die wenigsten wissen etwas über dessen Frau und Kinder. Dies mag auch an dem Mangel an Quellen und Zeugnissen der Zeit liegen - sehr wenig ist über die Famile des Mannes bekannt, der durch seine Werke die Literaturgeschichte für immer prägen sollte. Genau hier setzt Maggie O'Farrell mit ihrer Erzählung an. Berührend und einfühlsam füllt sie die faktischen Lücken und erdichtet eine Idee davon, wie Agnes, Judith und Hamnet gelebt und geliebt haben könnten, während der oft abwesende Vater mit seiner Schauspieltruppe umherzog und die kleinen und großen Familien-Sorgen des Alltags nicht miterlebte. Diese Geschichte hat mich tief bewegt und das kraftvolle Ende hat mich lange Zeit nicht losgelassen. Eine große Leseempfehlung - und das nicht nur für Shakespeare-Fans!
https://lieslos.blog/
5/5
25.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Perle!
Was für ein Buch über das literarische Genie Shakespeare!
Man weiß nicht viel über sein Leben, aber die irisch-schottische Schriftstellerin Maggie O‘Farrell füllt die Lücken und strickt daraus eine herausragende und berührende Geschichte.
Wir lernen Shakespeare hier als namenlosen Sohn, Lateinlehrer, Bräutigam und Ehemann von Agnes und Vater von drei Kindern, darunter Judith und Hamnet kennen und dürfen in eine außergewöhnliche, magische, facettenreiche und poetische Geschichte rund um Agnes und diese drei Kinder eintauchen.
Judith und Hamnet ist ein historischer Roman, eine Liebesgeschichte und eine Familiengeschichte, erzählt von einer Fernbeziehung und hat auch was von einem Fantasyroman.
Agnes wächst mit ihrer Stiefmutter und ihrem Vater auf einem Bauernhof auf. Ihre Mutter verstarb, als sie noch klein war.
Später begegnet sie dem jungen Lateinlehrer Shakespeare und sie lernen sich kennen und lieben.
Um trotz der Missbilligung ihrer Familien heiraten zu können, wird Agnes schwanger.
Einmal, zweimal, dreimal.
Erst eins und dann noch die Zwillinge Judith und Hamnet.
Nach Jahren bemerkt der 11-jährige Hamnet, dass seine Zwillingsschwester hohes Fieber und Schwellungen hat.
Sie hat die Beulenpest!
Der schwarze Tod hat sie am Wickel.
Und dann passiert etwas Unfassbares und Unerklärliches!
Wir betrachten das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven und begleiten Agnes, die eigentliche Romanheldin und eine etwas sonderbare, aber willensstarke Frau mit Kräuterkenntnissen und seltsamen, aber zutreffenden Vorahnungen, auf verschiedenen Zeitebenen: in ihrer Kindheit, um ihre Hochzeit herum und nach dem Tod ihres Kindes.
Aber nicht streng chronologisch nacheinander, sondern alternierend, locker zwischen ihnen hin- und herspringend und in Rückblicken begleiten wir die Familie Shakespeare.
Für mich ist „Judith und Hamnet“ ein brillant, feinfühlig, sinnlich und detailreich komponiertes Highlight, das mir das Leben, die Umstände, Normen und Zwänge im England des 16. Jahrhunderts, im ruhigen Stratford-upon-Avon und im quirligen London, bildhaft, stimmungsvoll und lebendig vor Augen geführt und mich wunderbar unterhalten hat.
Zauberberggast
aus München
5/5
25.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie "Hamnet" zu "Hamlet" wurde
Shakespeare als Vaterfigur und Familienmensch - das ist der radikal neue erzählerische Ansatz von Maggie O'Farrells Roman "Hamnet" (Dt. "Judith und Hamnet"). Das größte literarische Genie aller Zeiten - umgeben und reflektiert von seiner Familie. Das Dramatis Personae dieses Romans im Kern: Der ehrgeizige Vater John (Shakespeare), Handschuhmacher aus Stratford-upon-Avon; seine Frau Mary (Arden), die Mutter des Genies und seiner Geschwister, von denen einige auch vorkommen (Gilbert, Eliza); die Ehefrau Agnes (eigentliche Lesart: Anne), Tochter eines Schäfers, Freigeist und Seherin, Heilerin, Kräuterfrau; ihr leiblicher Bruder Bartholomew; ihre Stiefmutter Joan und deren Kinder; schließlich die Kinder von Agnes und William Shakespeare: Susanna & die Zwillinge Judith und Hamnet. Und natürlich: Der Barde selbst, zunächst Lateinlehrer, dann "Handschuhvertrer" in London, dann voll und ganz Theatermensch: Schauspieler, Regisseur, Intendant und schließlich und vor allem: Dramatiker, Poet, literarisches Genie ohne Gleichen - “not of an age but for all time”.
Das Kuriosum: Shakespeare bleibt die einzig namenlose Figur des Romans. Die Erzählstimme bezeichnet ihn lediglich als "der Ehemann" oder "der Vater", Nachnamen werden auch nicht verwendet. Das ist ebenfalls sehr radikal und spannend: Das größte Individuum der Literaturgeschichte, über das wir de facto so wenig wissen, wird in diesem Roman seiner Identität und seiner Individualität auf gewisse Weise beraubt und das ist so großartig, mutig und radikal, dass es mir den Atem raubt.
Auf zwei Zeitebenen wird die Handlung erzählt: Die Geschichte von Hamnets Tod im Alter von 11 Jahren im Jahr 1596 ist die Haupthandlung. Alternierend wird in Rückblicken die Beziehung von Agnes und Shakespeare chronologisch erzählt. Im Mittelpunkt steht dabei Agnes, die Ehefrau und Mutter von Shakespeareas drei Kindern. Sie ist das Zentrum dieser Familie, die einen schweren Verlust erleidet, fast daran zerbricht und am Ende durch diesen Verlust, der in Kunst transformiert wird, wieder zueinander findet.
Die Handlung, die im Roman beschrieben wird, ist manchmal statisch wie auf einem Gemälde und gleichzeitig lebendig, virulent und flirrend. In Stratford geschieht alles ganz ruhig, gemächlich und besonnen, während die Szenen in London einem überfüllten Wimmelbild gleichen. Die Sprache ist einfach, natürlich, greifbar und passt so wunderbar zum Beschriebenen, dass es schon fast schmerzt, wie akkurat und auf den Punkt sie ist. Auch in der Übersetzung kommt das rüber, die Übertragung ins Deutsche ist zu 100% gelungen, meiner Meinung nach.
O'Farrell verwendet viele Sprachbilder sowie Onomatopoesie, also lautmalerische Wendungen, die eine sinnliche Kulisse erschaffen und das Geschehen im Kopf des Lesers lebendig werden lassen: Das wiederholte Klopfen an einer Tür, das Geräusch des Waschens auf dem Waschbrett, die Äpfel auf ihrem Winterlager, die durch menschliche Bewegung vibrieren. Das macht die Erzählung ungeheuer sinnlich und plastisch - einfach lebendig.
Die Autorin hat Elemente des magischen Realismus in die Handlung verwoben: Es gibt unerklärliche Vorkommnisse, also “Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich der Schulweisheit entziehen”, um "Hamlet" sinngemäß zu zitieren. Gänsehaut erzeugen nicht nur die Vorahnungen von Agnes sondern auch die allwissende Erzählstimme, die über alle Entwicklungen - vergangene, zukünftige und gegenwärtige - im Leben der Familie Shakespeare Bescheid weiß. Magisch ist aber auch die Tatsache, dass Hamnet in “Hamlet” weiterleben wird und die Möglichkeit, dass endliches Leben in unsterbliche Kunst transformiert werden kann.
"(Judith und) Hamnet" ist aber auch der Roman einer Fernbeziehung. Eines liebenden Mannes und Vaters, der als Pendler lebt und der nur in der Großstadt die Arbeit machen kann, die er möchte. Eines Menschen aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen, der es zum reichsten Mann von Stratford bringt, ohne dort wieder richtig zu leben - er bevorzugt seine Klause, die Junggesellenwohnung in der Stadt. Die Familie Shakespeare lebt ohne einander. Diese Komponente und das Thematisieren der Infektionskrankheit Pest, verleihen dem Roman einen modernen Anstrich.
Muss man “Stratfordianer” sein, um den Roman genießen zu können? Man muss sich schon - “willing suspension of disbelief” falls man dieser Theorie nicht Folge leistet - ganz einlassen auf die klassische Lesart, dass ein Handschuhmacherssohn aus Stratford-upon-Avon, der fernab höfischer Zirkel und ohne universitäre Bildung aufwuchs, diese weltberühmten Dramen und Gedichte schrieb und nicht etwa nur der “Strohmann” eines adeligen Verfassers war.
Ich könnte noch so viel über dieses Buch schreiben, es hat so viele Aspekte und wird mich sicher noch lange begleiten.
"Hamlet" ist ein Meisterwerk und “(Judith & )Hamnet" ist ein Meisterwerk unserer Zeit. Ob es zeitlos wie “Hamlet” ist, wird die Zeit zeigen.
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5/5
18.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Faszinierend, eindrucksvoll
Eine berührende Geschichte, wie aus einem Leben Literatur werden kann. Die Autorin nimmt uns mit auf eine sowohl packende, als auch unvergessliche Reise in die Vergangenheit und gewährt tiefe, teils tragische Einblicke in die Familie des wohl bekanntesten Schriftstellers und Dichters Englands! Eine klare Leseempfehlung für Liebhaber sprachgewaltiger Literatur. Ein wahrlich exquisites Lesevergnügen.
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5/5
04.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Leben für ein Leben
Ein Leben voller familiärem Glück und Liebe, aber auch Kummer und Leid prägen die Geschichte und zeigen eine Seite des wohl bekanntesten Dichters Englands wie man sie noch nie gesehen hat. Hinter alledem steht eine beindruckende starke Frau, die mehr als einmal ihre Familie zu retten vermag. Ein tolles Leseerlebnis für alle die etwas hinter die Kulissen von Shakespeares Leben schauen möchten.
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