Triggerwarnung: Das Buch behandelt Krankheit, den Tod eines Kindes, Trauer und häusliche Gewalt.
Was für ein grandioser Roman, der mich immer wieder zu Tränen gerührt hat!
Mit „Judith und Hamnet“ ist Maggie O’Farrell ein unglaublich berührender Roman gelungen, der die Geschichte von William Shakespeares Familie erzählt. Im Mittelpunkt steht aber nicht der berühmte Dichter, sondern seine geliebte Frau Agnes.
Agnes liebt den Wald und die Heilkräuter. Sie ist eine ganz besondere Frau und spürt, was in den Menschen vorgeht. Als sie den jungen Lateinlehrer das erste Mal sieht, weiß sie sofort, dass er es sein wird. Später haben die beiden drei Kinder, darunter die Zwillinge Judith und Hamnet, die eine ganz besondere Verbindung haben. Weil Agnes ahnt, dass es ihrem Mann in London viel besser ergehen wird, redet sie ihm gut zu, dorthin zu gehen. Seither verbringt er viel Zeit beim Theater. Dann bricht im Heimatort der Familie die Pest aus und plötzlich ist die ganze Familie in Lebensgefahr.
Das Innenleben von Agnes ist beim Lesen unmittelbar spürbar. Ihre schier unendliche Trauer hat mich zutiefst berührt und mir ehrlich gesagt das Herz gebrochen. Für mich war dieser immense Verlust kaum auszuhalten. Umso entsetzlicher ist es, dass Eltern auch im wirklichen Leben ihre Kinder verlieren. So erging es unter anderem Shakespeare und seiner Frau.
Der im Piper Verlag erschienene Roman „Judith und Hamnet“ ist für mich ein ganz besonderes Buch, dessen Thematik mich unglaublich bewegt hat. Schlimm fand ich, wie Agnes von ihrem Umfeld gesehen wird. Sie wird als nahezu verrückt dargestellt. Das ist zwar sehr gut beschrieben, hat mich aber trotzdem sehr geschmerzt. Beim Verlust des Kindes habe ich wirklich Rotz und Wasser geweint. Das Buch zeigt aber auch, wie schwer es für ein Paar sein kann, nach so einem Verlust wieder zueinanderzufinden. Trauer verläuft sehr unterschiedlich und kann eine Partnerschaft auf eine harte Probe stellen.
Gleichzeitig lässt die Geschichte erahnen, wie viel von Shakespeares eigenem Schmerz in seine Werke eingeflossen sein könnte.
Unter Berücksichtigung der Triggerwarnung kann ich „Judith und Hamnet“ allen von Herzen empfehlen, die äußerst bewegende Familiengeschichten mögen.
Bewertung
5/5
31.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Mehr als "nur" Shakespeare
Maggie O´Farrell ist eine Meisterin für historische Romane, und hat sich mit "Judith und Hamnet" selbst übertroffen! Eine Familiengeschichte, die mehr ist als nur biographische Fiktion über den wohl berühmtesten Schriftsteller unserer Geschichte. Ein fantastischer Roman über Liebe, Familie und vor allem dem Verlust eines Kindes. Es ist die Geschichte, welche wiedergibt, wie möglicherweise einer der bekanntesten Dramen "Hamlet" enstanden ist, und doch ist es so viel mehr. Ich kann nicht aufhören über dieses Buch zu schwärmen, vor allem jetzt mit dessen oscarverdächtigen Verfilmung! Agnes, Will, Susanna, Judith und Hamnet haben mein Herz erobert.
Bewertung
5/5
29.05.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein Meisterwerk
Ein seltenes Meisterwerk, dass heraussticht und nachhallt. Wunderschön, Herzzerreißend, poetisch und voller Gefühl. Es wird wohl länger dauern um über dieses Buch hinwegzukommen. Wer etwas fühlen möchte ist hier genau richtig.
Mar
aus -
4/5
13.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Historisches Familiendrama um Shakespeare Familie (ohne Shakespeare)
Ganz toll geschrieben und sehr bewegend. Ich habe an manchen Stellen Rotz und Wasser geheult. Begleitet wird im Buch aber vor allem Agnes (die Mutter), weniger die Kinder (Judith, Hamnet, Susanna) und noch viel weniger William Shakespeare (der Vater), der meistens nur als "Ehemann" oder "Lateinlehrer" bezeichnet wird und die allermeiste Zeit im Buch fort in London ist.
Das Buch hat einen tollen Einblick in die damalige Zeit gegeben, die Wohnverhältnisse, Sorgen, Krankheiten (Pest) und natürlich auch die Beziehungen der Menschen untereinander, ohne dabei den Fokus von der Familie zu nehmen. Ich sehe das Buch daher primär als historisches Familiendrama, die Referenz zu Shakespeare tritt für mich in den Hintergrund, was mich nach dem Titel und der Beschreibung etwas enttäuscht hat.
Sue
aus Uelzen
4/5
16.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Schmerzvoller Roman über Liebe, Verlust und Trauer
"Ich bin des Todes, du lebst ... Schöpfe auf dieser rauen Welt in Schmerzen Atem, um meine Geschichte zu erzählen." (Hamlet, fünfter Akt, zweite Szene)
Bei "Judith und Hamnet" handelt es sich um einen Roman, der sich mit der Familie von William Shakespeare beschäftigt. Maggie O'Farrell liefert uns damit ein Werk, in dem es um Liebe, Verlust und Trauer geht und das mich bis ins Mark getroffen hat.
Stratford-upon-Avon im Jahr 1596: Noch am Morgen toben die elfjährigen Zwillinge Judith und Hamnet durchs ganze Haus und über den Hof. Spielen mit den Katzen, rennen und lachen - wie es Kinder nunmal tun. Doch plötzlich sagt Judith, dass es ihr nicht gut geht. Als Hamnet einige Zeit später nach ihr schaut, bekommt er Angst und sucht wie verrückt nach seiner Familie. Doch das Haus ist leer. Oma und Schwester sind unterwegs um Besorgungen zu machen und die Mutter weilt bei den Bienen. Der Vater ist schon seit Tagen in London. Auch den Arzt kann Hamnet nicht finden. Und so wacht Hamnet am Bett seiner Schwester, bis endlich die Mutter nach Hause kommt. Ihr ist sofort klar, was Hamnet nur erahnte, die Pest an Einzug ins Haus Shakespeare gehalten und Judith liegt im Sterben. Doch Hamnet liebt seine Zwillingsschwester über alles und tauscht mit Judith den Platz, un der Hoffnung, dass der Tod sich übertölpeln lässt und ihn statt seiner Schwester mit sich nimmt.
"Woher hätten sie wissen sollen, dass Hamnet die Nadel war, die sie alle zusammenhielt? Dass sie ohne ihn alle zersplittern, zu Bruch gehen würden wie ein heruntergefallener Becher?"
Maggie O'Farrell nimmt uns mit in Shakespeares Welt und Verknüpft Historisches so gekonnt mit Fiktion, dass ich im Nachhinein nachlesen musste, was Wahrheit und was Dichtung ist. Das entpuppte sich nicht als einfach, denn vieles aus jener Zeit ist nicht klar belegt.
Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Part wechselt von dem Einzug der Pest bis zum Tode des Kindes und dem Kennenlernen von Agnes und William hin und her. Und gerade mit diesem Kennenlernenpart habe ich mich in der ersten Hälfte etwas schwer getan. Der zweite Part handelt dann nur noch von dem Verlust und der Trauer. Dieser zweite Teil ist auch der stärkere im Buch. Er lässt uns spüren, wie jeder der Familienmitglieder in seiner unsäglichen Trauer allein ist, sich in sich selbst zurückzieht und sich vor der Außenwelt verschließt. Alles, um bloß nichts zu fühlen ... den Schmerz abzustellen. Wie Schwestern, Mutter und Vater mit dem Verlust und ihrer Trauer um Hamnet umgehen. Wie sie sich zeitweise voneinander entfernen und wie man manchmal in seiner Trauer auch wieder zueinander findet.
"Judith und Hamnet" war für mich zwar kein Highlight, aber es hat viele mit mir gemacht. Auch wenn ich selbst keine Kinder habe, so konnte ich den Schmerz doch tief in mir spüren und hatte durchaus mit Tränen zu kämpfen.
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5/5
18.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Faszinierend, eindrucksvoll
Eine berührende Geschichte, wie aus einem Leben Literatur werden kann. Die Autorin nimmt uns mit auf eine sowohl packende, als auch unvergessliche Reise in die Vergangenheit und gewährt tiefe, teils tragische Einblicke in die Familie des wohl bekanntesten Schriftstellers und Dichters Englands! Eine klare Leseempfehlung für Liebhaber sprachgewaltiger Literatur. Ein wahrlich exquisites Lesevergnügen.
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5/5
04.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Leben für ein Leben
Ein Leben voller familiärem Glück und Liebe, aber auch Kummer und Leid prägen die Geschichte und zeigen eine Seite des wohl bekanntesten Dichters Englands wie man sie noch nie gesehen hat. Hinter alledem steht eine beindruckende starke Frau, die mehr als einmal ihre Familie zu retten vermag. Ein tolles Leseerlebnis für alle die etwas hinter die Kulissen von Shakespeares Leben schauen möchten.
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