Gnadenloser Thriller mit einer Ermittlerin, die nichts mehr zu verlieren hatEine Mutter, deren Tochter entführt wurde, ist verzweifelt.Eine Ermittlerin, deren Tochter entführt wurde, ist bereit zu töten.Ada Sabel ist am absoluten Tiefpunkt: Niemand glaubt der suspendierten Kommissarin vom LKA Wien, dass ihre 14-jährige Tochter entführt wurde. Seit fünf Monaten muss sie die Ungewissheit ertragen, ob Mara noch am Leben ist. Und mit jedem Tag, an dem sie keinen Hinweis auf Maras Verbleib findet, wächst die Strichliste aus Schnitten an ihren Armen. Bis zu Tag 145, als am Ufer des Donaukanals eine kopflose Leiche auftaucht, auf deren Rücken Adas Name in blutigen Buchstaben eingeritzt ist.Ada ist sich sicher: Die Botschaft stammt von Maras Entführer. Fieberhaft folgt Ada der Spur auf eigene Faust - nicht ahnend, dass sie mit jedem Schritt auch den Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit näherkommt ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
antjep78
aus Haldensleben
5/5
01.09.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Verstörend, aufwühlend und verdammt gut – aber man muss höllisch aufpassen
Manchmal braucht ein Hörbuch eine zweite Chance – und „Totensee“ von Sophie Czerny war für mich genau so ein Fall.
Nach ungefähr zwei Stunden habe ich zunächst abgebrochen und noch einmal von vorn begonnen. Die Geschichte wechselt permanent zwischen verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen, was ich gerade beim Hören anfangs ziemlich anstrengend fand. Hier muss man wirklich konzentriert zuhören, um kein wichtiges Detail zu verpassen.
Im Mittelpunkt steht die suspendierte Kommissarin Ada Sabel, deren 14-jährige Tochter Mara seit fünf Monaten verschwunden ist. Als am Wiener Donaukanal eine kopflose Leiche gefunden wird, in deren Rücken Adas Name eingeritzt wurde, scheint es plötzlich eine Verbindung zu Maras Verschwinden zu geben. Gleichzeitig lassen Adas Ermittlungen längst verdrängte Erinnerungen an ihre eigene Kindheit wieder aufleben.
Inhaltlich hat mich „Totensee“ schließlich komplett gepackt. Die Geschichte ist düster, verstörend, aufwühlend und psychologisch intensiv. Ada ist eine gebrochene und komplexe Protagonistin, deren Verzweiflung und unbedingter Wille, ihre Tochter zu finden, deutlich spürbar sind.
Ein absolutes Highlight ist für mich Sprecherin Christiane Marx. Was für eine Stimme! Mit unglaublich vielen Nuancen verleiht sie den Figuren ihre eigene Präsenz und macht Angst, Verzweiflung, Wut und Kälte regelrecht spürbar.
Mein schwieriger Einstieg bleibt ein kleiner Kritikpunkt. „Totensee“ ist definitiv kein Hörbuch zum Nebenbeihören. Aber sobald ich mich auf die Erzählstruktur eingelassen hatte, entwickelte die Geschichte einen enormen Sog.
Verstörend, aufwühlend und verdammt gut – mein Neustart hat sich definitiv gelohnt!
Bewertung
5/5
01.09.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Emotional und verstörend
Die vom Dienst suspendierte Kommissarin Ada Sabel Ist auf der Suche nach ihrer 14-jährigen Tochter Mara, die vor fünf Monaten spurlos verschwunden ist. Dann wird am Donaukanal eine kopflose Leiche gefunden, auf ihrem Rücken findet man eingeritzt Adas Namen.Gibt es eine Verbindung zwischen ihrer Tochter und dem Leichenfund? Es beginnt ein nervenaufreibende Wettlauf gegen die Zeit.
Bei Ihren Ermittlungen taucht sie immer tiefer in ihre eigene Vergangenheit ein und längst vergangene Ereignisse kommen wieder ins Bewusstsein.
Die Geschichte wird im ständigen Wechsel aus der Sicht von Ada, Mara und anderen Personen erzählt, was zu Beginn sehr verwirrend und herausfordernd war. Es ist kein Buch, was man zwischendurch lesen/ hören kann, da es durchgehend hohe Konzentration erforderte. Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn etwas überfordert war und mehrmals zurückgespult habe, um wirklich in die Geschichte zu finden.
Das Durchhalten sich aber gelohnt, denn was dort herauskam, war sowohl haarsträubend,als auch verstörend und grausam und brachte mich mehrmals an meine emotionalen Grenzen.Es war durchgehend spannend,sodass ich zum Ende nicht mehr aufhören konnte.
Die hervorragende Sprecherin Christiane Marx gab jeder einzelnen Personen ihre eigene Prägung , die verschiedenen Gefühle,wie Verzweiflung, Wut, Entschlossenheit wurden hervorragend transportiert und die durchgehend düstere Stimmung kam sehr gut zum Ausdruck.
Das Ende ließ mich zufrieden und dennoch innerlich sehr aufgewühlt zurück.
Kyra112
aus Sachsen-Anhalt
3/5
08.09.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Der etwas andere Garten
Die Wiener LKA-Beamtin Ada ist beurlaubt. Trotz allem kann Ada das Ermitteln nicht lassen, denn die junge Mara ist verschwunden - Adas Tochter. Während Ada die Wahrheit sucht, den Kampf um ihren Job fast aufgibt und eine alte Freundschaft wiederentdeckt, läuft die Zeit gegen Mara. Ada recherchiert und kämpft verzweifelt, um dabei ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur zu kommen.
„Totensee“ von Sophie Czerny wird on der Hörbuchversion von Christiane Marx gesprochen. Die Geschichte spielt auf mehreren Ebenen. Es sind die Ebenen Adas in der Gegenwart und ihrer Vergangenheit, die von Mara, aber auch die von Bosko.
Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, was die Motive des Täters sind, was der Prolog meint und wie der rote Faden sich spinnt. Das bedeutet, dass dieser Thriller alles andere als vorhersehbar ist. Vielmehr ist er erschreckend und erschütternd. Dennoch muss ich zugeben, dass ich mit Ada nicht warm geworden bin. Ada ist, wie das viele Ermittler im Fernsehen oder in Büchern sind, ein sehr unnahbarer Mensch mit einer wechselvollen eigenen Geschichte. Auch wenn ihre Geschichte erzählt wird, konnte ich Vieles an ihr und ihrem Verhalten nicht nachvollziehen. Vor allem die Beschreibung ihres sehr eigenwilligen Kleidungsstils und der Beweggründe dafür waren für mich nicht ganz schlüssig bzw. zu trotzig.
Als ausgleichende Basis zu Adas Verhalten habe ich ihre Freundschaft zu Heidi wahrgenommen. Am Anfang hatte ich Bedenken, ob die Beiden miteinander klarkommen, aber am Ende sah das anders aus. Zeitweise war ich mir nicht ganz sicher, welche Rolle Heidi nun wirklich spielt, aber das machte das Buch immer so spannender.
Alles in allem ein spannender Thriller, der überrascht, aber auch erschreckt. Mich konnte er nicht so ganz mitnehmen, weshalb ich 3,5 Sterne vergebe.
Melanie T
3/5
06.09.2026
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Spannender Psychotrip mit anstrengendem Einstieg
Ich habe diesen Psychothriller mit sehr gemischten Gefühlen gelesen. Einerseits steckt hier eine unglaublich dichte, nervenaufreibende Geschichte drin, in der eine Mutter und Ermittlerin alles riskiert, um ihre verschwundene Tochter zu finden. Andererseits hat mich die Art, wie die Geschichte erzählt wird, über weite Strecken frustriert.
Die Erzählung springt das ganze Buch über zwischen verschiedenen Zeiten und Figuren hin und her. Besonders am Anfang bekommen die handelnden Personen jedoch noch keine Namen. Über lange Strecken ist nur von einer“ Gestalt“ die Rede. Gerade in Kombination mit den zahlreichen Zeitsprüngen hatte ich das Gefühl, zunächst fast nur Bahnhof zu verstehen und mich über mehrere Stunden mühsam orientieren zu müssen. Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, wer wer ist und wie die verschiedenen Ebenen zusammenhängen.
Positiv fand ich, dass die Handlung konsequent an Fahrt aufnimmt. Es gibt keine spürbaren Längen, das Tempo bleibt hoch und die Spannung zieht immer weiter an. Die Auflösung war für mich nicht vorhersehbar, viele Entwicklungen haben mich tatsächlich überrascht. Das ist mir bei Krimis und Thrillern grundsätzlich auch wichtig. Aber hier ist der Erzählstil so undurchschaubar und verwirrend, dass ich bis zur Hälfte des Hörbuchs nicht hätte sagen können, worum es hier eigentlich geht. Am Ende ergibt auch der zunächst verwirrende Aufbau grundsätzlich inhaltlich Sinn, weil die Vergangenheit der Figuren und die aktuelle Handlung logisch ineinandergreifen. Das Ende wirkt auf mich jedoch teilweise konstruiert und unglaubwürdig. Die ein oder andere Frage bleibt für mich auch offen. Beispielweise verstehe ich auch nach dem Ende nicht, wie Mara mehrere Monate verschwunden sein kann und das Ada niemand glaubt.
Mit Ada als Hauptfigur bin ich nicht wirklich warm geworden. Ihre zerrissene, schwer belastete Persönlichkeit ist nachvollziehbar, wirkt für mich aber an manchen Stellen so extrem, dass ich sie als Ermittlerin nur bedingt glaubwürdig fand. Das eine so gestörte Person es bis zum LKA schafft, halte ich für eher unwahrscheinlich.
Insgesamt bleibt für mich ein Eindruck von einem sehr finsteren, kompromisslosen Psychothriller, der viel Spannung und Tempo bietet, dabei aber durch die sehr kurzen Kapitel, die ständigen Zeitsprünge und die lange Phase der Unklarheit auch anstrengend ist. Wer komplexe Strukturen mag, harte Themen aushält und bereit ist, sich durch einen fordernden Einstieg zu kämpfen, kann hier ein intensives Leseerlebnis finden. Wer eher klare Linien, schnelle Orientierung und Figuren zum Mitfiebern sucht, wird es mit diesem Buch vermutlich schwer haben.
Sandra Hennig
aus Frankfurt
5/5
11.09.2026
eBook (ePUB)
Ein tolles Debüt
Das Cover und der Klappentext haben mich direkt gecatcht und so habe ich mich riesig auf das Buch gefreut :
Sophie Czerny´s Debüt lässt schon von Anfang an vermuten : das wird grandios ! Ihr flüssiger und einnehmender Schreibstil zieht einen direkt an und kaum hat man die ersten Seiten gelesen, ist man schon mitten im Geschehen.
Adas Tochter wurde entführt, doch niemand glaubt der suspendierten Kommissarin. Verzweifelt sucht sie überall, verfolgt alle Spuren, die sie findet, um ihre Tochter wieder zu finden. Vergeblich – bis an Tag 149 eine Leiche auftaucht, auf deren Rücken Ada´s Name eingeritzt ist und sie sicher ist : das ist eine Botschaft vom Entführer ihrer Tochter.
Sophie Czerny versteht es, den Leser/die Leserin mit auf einen Weg zu nehmen, der einen so großen Spannungsbogen hat, dass ich mich wirklich schwer getan habe, das Buch mal zur Seite zu legen.
Die Figuren sind allesamt authentisch und Adas Verzweiflung und ihr Schmerz sind so spürbar – das hat die Autorin perfekt transportiert.
Die schnellen Orts- und Zeitwechsel haben dafür gesorgt, dass das Buch sehr lebendig ist und ich hatte eine wirklich tolle Lesezeit.
Wer einen Thriller mit Spannung und fesselnden Wendungen sucht, der ist hier genau richtig – von mir gibt es dafür eine klare Empfehlung !
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5/5
07.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Triggerwarnung!
Triggerwarnung!(Missbrauch/Kinderheim) Am Anfang reihen sich Schauplätze, Szenen willkürlich aneinander, ein Zusammenhang lässt sich schwer ausmachen. Nach und nach wird die Geschichte rasanter, klarer, aufhören ist hier kaum möglich, nur wie bereits eine Leserin rezensierte, um durchzuatmen. Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven, brutal, verstörend. Ich bin durch die Geschichte durchgerast. Eine wahnsinnige Story die hier dargeboten wird. Absolute Empfehlung.
„Totensee“ ist das Thrillerdebüt der österreichischen Juristin Sophie Czerny. Wer anspruchsvolle, komplexe Geschichten, die tief in die menschlichen Abgründe eintauchen, mag, der sollte hier zugreifen.
Die ersten hundert Seiten habe ich mir schwer getan, der Geschichte zu folgen. Schauplätze und Zeiten wechseln sich scheinbar willkürlich ab, Bezug zu den Figuren kann man nur schwer aufbauen. Fragen über Fragen türmen sich auf und das Mitdenken bringt den Kopf zum Rauchen. Mit der ehemaligen LKA-Beamtin Ada konnte ich allerdings sofort mitgehen. Auch wenn sie es nicht zeigen kann, liebt sie ihre Tochter über alles. Dass ihr niemand glaubt, dass sie entführt wurde, bringt die suspendierte Polizistin an ihre Grenzen. Ada handelt nicht immer nachvollziehbar, aber sie setzt alles daran, um ihre Tochter Mara zu finden. Dass sie sich selbst Schmerzen zufügt oder hemmungslosen Sex mit Fremden hat, um irgendetwas zu fühlen, hat auch mit ihrer schwierigen Vergangenheit zu tun, die mit dem Fall eng verbunden ist und nach und nach ans Licht kommt. Sie ist sicherlich keine klassisch sympathische Hauptfigur, aber gerade deshalb interessant.
Ab etwa der Hälfte kann man erahnen, in welche Richtung es geht und wer hinter den Morden steckt, das Warum bleibt nach wie vor im Dunkeln. Ada begibt sich auf eine turbulente Suche in Wien, Berlin, München, Salzburg, Tirol und mit ihr gemeinsam setzt der Leser das Puzzle Stück für Stück zusammen. Mehr als einmal musste ich das Lesen pausieren, weil das Gelesene zu schrecklich und grausam war. Auch wenn manche Szenen nur angedeutet wurden, blieb ich mit einem Bild im Kopf zurück, das verstörend war. Aus der Diskussion mit anderen Leserinnen weiß ich, dass sich manche eine Triggerwarnung zu Beginn der Geschichte gewünscht hätten. „Totensee“ ist kein Thriller, der unterhalten will und den man nach der Lektüre schnell vergisst. „Totensee“ ist grausam, brutal, kalt – und zeigt unterschiedliche Arten des Missbrauchs an Kindern auf. Die Stimmung ist erdrückend, das einzige Detail, das vielleicht etwas witzig sein könnte, ist die Tatsache, dass sich Ada nur von Müsliriegeln ernährt. Das Ende gibt Hoffnung, ist vielleicht etwas zu früh humorvoll nach dem wirklich quälenden Showdown in den Tiroler Bergen.
Fazit: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, gleichzeitig konnte ich wegen der sehr schwierigen Themen manchmal nicht weiterlesen. Für mich ist die Geschichte komplex und anspruchsvoll, nichts für schwache Nerven. Am Ende hat sich die Lösung wie ein Mosaik zusammengesetzt, die Geschichte ist wirklich raffiniert erzählt und Fragen bleiben kaum offen. Definitiv empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die gerne mal aus dem üblichen Thriller-Einheitsbrei herauslesen möchten.
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