Produktbild: Falls jemand fragt, wer wir waren
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Falls jemand fragt, wer wir waren Roman

98

16,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

8275

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Verlag

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1557 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783446289963

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • entspricht der Vorgabe EPUB Barrierefreiheit 1.0 AA
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert

Verkaufsrang

8275

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Verlag

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1557 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783446289963

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  • Shilo

    aus Ulm

    5/5

    21.07.2026

    eBook (ePUB)

    Wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es scheint

    Eigentlich dachte ich zuerst, dass es bei der Suche nach Rena vor allem darum geht herauszufinden, wo sie geblieben ist. Mit jeder Seite wurde aber deutlicher, dass hinter ihrem Verschwinden viel mehr steckt. Manche Kleinigkeiten, die am Anfang kaum aufgefallen sind, bekamen später plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Tilla lässt der Gedanke an ihre verschwundene Freundin keine Ruhe. Sie sucht weiter, obwohl viele Hinweise im Nichts enden. Je länger sie nach Rena sucht, desto mehr merkt sie, dass vieles anders ist, als sie bisher geglaubt hat. Ab diesem Moment wollte ich einfach wissen, wie alles zusammenhängt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, zusammen mit Tilla nach den fehlenden Antworten zu suchen. Nicht jede Spur führt sofort weiter und manches bleibt zunächst offen. Während Tilla unterwegs ist, verändert sich auch der Blick auf Rena. Anfangs entsteht ein bestimmtes Bild von ihr, doch nach und nach kommen neue Seiten zum Vorschein. Einige Szenen bekommen dadurch später noch einmal eine andere Bedeutung. Die junge DDR ist dabei immer präsent. Es sind nicht die großen Erklärungen, die diese Zeit zeigen, sondern viele kleine Situationen. Menschen überlegen genau, was sie sagen können und wem sie vertrauen. Dadurch entsteht ein Eindruck davon, wie vorsichtig viele im Alltag geworden waren. Auch die ruhigeren Abschnitte gehören für mich dazu. Sie geben den Figuren Zeit und machen verständlich, warum Tilla nicht einfach aufgibt. Sie macht Fehler, zweifelt und sucht trotzdem weiter. Gerade das macht sie zu einer Figur, der man gerne folgt. Es gab unterwegs immer wieder Momente, in denen ich dachte, jetzt ist die Lösung ganz nah. Wenige Seiten später sah vieles schon wieder anders aus. Einzelne Hinweise fügen sich erst nach und nach zusammen und halten die Aufmerksamkeit bis zum Schluss. Einzelne Szenen sind mir noch lange im Kopf geblieben. Vor allem die Suche nach Rena, die vielen offenen Fragen und die Menschen in dieser besonderen Zeit haben die Geschichte für mich getragen. Nach dem letzten Kapitel hatte ich nicht das Gefühl, einfach nur eine spannende Geschichte gelesen zu haben. Es waren eher die kleinen Begegnungen, die Entscheidungen und die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennt, die geblieben sind. 5 Sterne

  • Mandel120999

    5/5

    16.07.2026

    eBook (ePUB)

    Wer Gutes will und Böses schafft

    Der Roman spielt Anfang der Fünfzigerjahre in Halle. Tillys Vater ist als stark gezeichneter Mensch aus dem zweiten Weltkrieg zurückgekehrt. In der sowjetisch besetzten Zone erstarkt der Sozialismus. Auch die junge Tilla ist eine glühende Anhängerin mit Idealen. Die Gesellschaft, in der das junge Mädchen lebt, ist gespalten: Da sind die überzeugten Sozialisten wie sie, die alle Hoffnung in eine bessere Gesellschaft, in der alle gleich sind, legen, und die anderen, die skeptischen Mitbürger. Mit naivem Vertrauen in die Politik sieht Tilla einer besseren Welt entgegen, mit fast religiösen Eifer verehrt sie Stalin. Es ist interessant, die Beschreibungen des östlichen Nachkriegsdeutschland zu lesen. Die Autorin hat gut recherchiert und viele Details von damals eingeflochten, die man heute nicht mehr kennt, zum Beispiel „Bückware“ unter den Tresen der Geschäfte. Trotz aller Hoffnung auf eine bessere, sozialistische Gesellschaft überwiegt im Buch eine latente Atmosphäre der Angst und Bedrohung. Tilla weiß genauso gut wie ihre Schulkameraden, dass man seine Meinung nicht sagen darf, wer etwas Falsches, Unerwünschte sagt, verschwindet schnell. Auch Tillas beste Freundin Rena verschwindet von der Bildfläche, Nachforschungen ergeben, dass Tilla überhaupt nichts über Rena weiß, beziehungsweise dass die wenigen Anhaltspunkte, die sie hat, gelogen sind. Mithilfe ihres Freundes Roman, der in einem kommunistisch geprägten Albtraum in Moskau aufgewachsen ist, begibt sie sich auf die Suche nach der Freundin. Im Zuge ihrer Nachforschungen lernt sie ungewollt die tiefsten Abgründe anderer Menschen kennen, allen voran ihres geliebten Vaters. Alles, woran Tilla bisher geglaubt hat, muss sie infrage stellen. Und immer sind da diese grundsätzliche Fragen, die sie quälen: Wie viel Schlimmes darf man tun, wenn es einer guten Sache dient? Ist es legitim, andere zu verraten, wenn es einem höherem Zweck dient? Mitreißend wird der Volksaufstand vom 17.6.1953 mit all seinen Folgen beschrieben. Das Buch vermittelt einen authentischen Eindruck der Nachkriegszeit in Ostdeutschland. Es macht betroffen, schockiert an manchen Stellen durch seine ungeschälten Darstellungen. Nichtsdestotrotz überwiegt ein Gefühl der Zuversicht, auch wenn diese hart erkämpft ist.

  • Bewertung

    5/5

    22.06.2026

    eBook (ePUB)

    Ein gelungener Einblick in die frühe DDR

    Eine sehr kurzweilige und sehr prägnante Geschichte um die Vorwehen zum und den eigentlichen Tag des 17. Juni 1953. Die Autorin verbindet sehr eindrucksvoll die persönliche Geschichte der Protagonistin Tilla mit den geschichtlichen Entwicklungen der frühen DDR am Beispiel der Region Halle. Besonders gut hat mir die Dynamik der Protagonistin gefallen, die durchaus zu Beginn dem Sozialismus/ Kommunismus sehr angetan ist. Ebenfalls vermag die Autorin Eva Kranenburg auch die Propaganda und Manipulation des DDR Regimes einzuflechten. Wunderbar fand ich, dass die Geschichte mit knapp 220 Seiten auskommt und trotzdem eine wunderbare Atmosphäre kreiert. Das schaffen mitunter Bücher nicht die dreifach so lang oder länger sind. Wer sich für die frühe Geschichte der DDR interessiert, ist hier goldrichtig.

  • Bewertung

    aus Quickborn

    4/5

    22.07.2026

    eBook (ePUB)

    Erwachsenwerden in schwieriger Zeit

    Die Autorin Eva Kranenburg, ich kannte sie bisher gar nicht (leider), hat ein Zeitfenster der deutschen bzw. DDR-Geschichte für ihren Roman gewählt, das momentan nicht so oft im Fokus steht. Der 17. Juni 1953, der Tag des Volksaufstands in der DDR, ist vielen rückblickend nur noch als Feiertag in der Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung in Erinnerung. Für mich ist es ein Tag, von dem meine Mutter erzählte, denn sie erlebte den Tag in Ostberlin, mein Vater auch, aber der erzählte nichts. Ich bin erst ein Jahr später geboren, in der DDR aufgewachsen, habe ich von den Ereignissen in der Schule nur vernommen, dass der Klassenfeind zurückgeschlagen wurde. Unterdessen habe ich mir einiges mehr an historischem Wissen angeeignet, aber einen Roman über diese Zeit habe ich wohl nie gelesen. Mit „Falls jemand fragt, wer wir waren“ hat sich das nun geändert und ich bin, nach einigen Startschwierigkeiten, von diesem Roman wirklich begeistert. Eva Kranenburg entführt den Leser nach Halle an der Saale, 1953 eine der 14 Bezirkshauptstädte der DDR, ausgestattet u. a. mit Rathaus, Oberschule, Industriebetrieben, Abwasserproblemen, Staatssicherheitsbezirksverwaltung und zugehörigem Untersuchungsgefängnis. Die letzten beiden Punkte sind die wichtigsten für dieses Buch, sie wirken wie ein Sicherheitszaun in zwei Richtungen, spielen in den Köpfen der Menschen eine starke Rolle, versetzen in Angst und Schrecken. Eine, die die Angst hautnah spürt, ist die jugendliche Heldin dieses Romans, Mathilde Kersten, auch Thilda oder kurz Tilla genannt, lebt mit ihrem Vater zusammen in äußerlich recht ärmlichen Verhältnissen. Eigentlich müsste das nicht sein, denn der Vater war KZ-Häftling und arbeitet nun für die Staatssicherheit, ist Oberstleutnant, aber sehr darauf bedacht, sich nicht durch Vorteilsnahme ins Unrecht zu setzen. Seine hehren Ziele sind für Tilla nicht so leicht zu durchschauen, erst im Verlauf der Geschichte erfährt sie von der Tätigkeit des Vaters, begreift, warum manche Freunde sich von ihr abwenden: Hundertfünfzigprozentige sind nicht sehr beliebt. Sie findet im März 1953 zufällig eine neue Freundin, nicht auf der Oberschule, sondern bei einer Demonstration, die für beide etwas ungewöhnlich verläuft. Rena, so heißt das Mädchen, wird die engste Vertraute von Tilla, beide treffen sich fortan in einem alten Bauwagen an der Saale und werden sich dort sehr vertraut. So glaubt wenigstens Tilla, denn plötzlich ist Rena weg, es wird eine weibliche Leiche gefunden, es ist nicht Rena, aber Tilla ist vollkommen verunsichert. Ihre Suche nach Rena läuft ins Leere, aber sie findet einen neuen Freund, Roman, der ist Sohn des Polizeipräsidenten von Halle und genauso verunsichert wie Tilla. Je länger die Suche nach Rena dauert, umso mehr erfährt Tilla, über ihren Vater, über Romans Erlebnisse in der Sowjetunion, über die Erziehungsmethoden seines Vaters, über die Propagandalügen der noch jungen DDR. Sie entdeckt, wie die Tote aus der Saale hieß, sie findet Renas Freund, der ihr die Wahrheit über Rena erzählt, und sie sucht immer weiter nach ihr. Den Höhepunkt des Romans bildet der 17. Juni 1953, der sehr viel Hoffnungen weckt, in Tilla, wie auch in Roman oder überhaupt in den Hallensern. Dass der Aufstand nur ein Strohfeuer war und sich in der DDR nichts änderte, werden alle früher oder später selbst begreifen müssen. Das ist das Tragische am Roman, dass der Leser natürlich weiß, dass erst der 9. November 1989 eine Änderung der Machtverhältnisse brachte. Trotzdem ist es spannend, Tilla durch diese unsichere Zeit zu folgen. Der Roman liest sich gut, die Autorin hat einen Stil, der der Jugend ihrer Protagonisten entspricht, und wenn man die Liedzeile „Die Partei hat immer recht.“ liest, weiß man dann auch, wer sie glaubt und wer heimlich mit den Augen rollt. Der vierte Teil beginnt mit einem Gedicht von Johannes R. Becher, seine zarte Lyrik wird Erstaunen hervorrufen, bekannt ist er den meisten durch die Nationalhymne der DDR „Auferstanden aus Ruinen…“. Das Cover sieht sehr viel anschmiegsamer und romantischer aus, als es der Inhalt des Romans dann ist. Aber vielleicht ist es gerade diese Ambivalenz, die ihn so lesenswert macht. Fazit: „Die Wahrheit ist ein gefährliches Geschütz.“ – dieser Satz des Vaters umfasst die gesamte Staatssicherheitsdoktrin der DDR, auf ihr beruhte jede Verhaftung, jede Verurteilung, auf dieser Grundlage existierte das Land rund 40 Jahre. Es ist der Autorin zu verdanken, dass diese Erkenntnis wieder ins heutige Denken zurückgeholt wird. Von mir eindeutig eine Leseempfehlung! Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

  • Lesenswert

    aus Bielefeld

    4/5

    21.07.2026

    eBook (ePUB)

    Der Arbeiteraufstand in der DDR 1953

    Mit "Falls jemand fragt, wer wir waren" hat Eva Kranenburg einen historischen Roman veröffentlicht, dessen Thema in der Literatur bisher wenig Beachtung gefunden hat: Der 17. Juni 1953, der bis 1990 auch hier ein Feiertag war und danach durch den 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit abgelöst wurde. Halle/Saale im Jahr 1953: Anlässlich der Parade zum Tod Stalins lernt Mathilde (Tilla) die quirlige und schlagfertige Rena kennen. Sie werden Freundinnen, aber eines Tages verschwindet Rena spurlos. Als Tilla nach ihr sucht, stellt sie fest, dass Rena ihr über sich offensichtlich nicht die Wahrheit gesagt hat: Ihre angebliche Mutter hat gar keine Kinder, das Haus in dem sie wohnt, ist eine Ruine. Tilla, die vom Sozialismus überzeugt ist, sucht verzweifelt nach Rena und Tilla stellt bald fest, dass in der jungen DDR nicht alles so ist, wie propagiert wird. Und dann gerät sie in den Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 und sie muss sich entscheiden: Für die Wahrheit? Für Rena? Tilla muss sich auch mit der Frage konfrontieren, woran sie eigentlich glaubt. Der Roman hat mich sofort eingefangen und nicht mehr losgelassen. Die Autorin wurde von ihrer eigenen Familiengeschichte inspiriert und erklärt im Nachwort sehr genau, was in in ihrem Roman Tatsache und was Fiktion ist. Ich empfehle, dieses Nachwort (Historischer Kontext) auf jeden Fall zu lesen. Der Schreibstil ist gut lesbar, die beiden Hauptprotagonistinnen sind mir schnell ans Herz gewachsen. Tilla ist zuweilen etwas naiv, aber die beiden sind auch noch sehr jung. Besonders haben mich die Schilderungen über die Umweltsituation im damaligen Halle berührt, die Luft und die mit Chemieabfällen aus Leuna verseuchte Saale. Kranenburg greift in ihrem Roman viele Themen auf, angefangen von Konzentrationslagern bis zur Staatssicherheit. Trotzdem gelingt es ihr sehr gut, den Roman nicht zu schwer zu machen und ihn nicht zu überfrachten. Einmal angefangen, wollte ich den Roman auch nicht mehr weglegen. Für mich hat sich die Lektüre gelohnt, da sie ein Thema aufgreift, das wohl die wenigsten Lesenden miterlebt haben, egal ob in der damaligen DDR oder im Westen. Sehr sehr gute 4 Sterne für diesen Roman und eine Empfehlung an Lesende, die sich auch für DDR-Zeiten außerhalb des Mauerbaus interessieren.

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