Produktbild: Wachs
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Wachs

Aus der Reihe detebe
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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

22933

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.07.2026

Verlag

Diogenes Verlag AG

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

18,2/11,5/2 cm

Gewicht

193 g

Farbe

Elfenbein / Anthrazit

Auflage

3

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-24854-8

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

22933

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.07.2026

Verlag

Diogenes Verlag AG

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

18,2/11,5/2 cm

Gewicht

193 g

Farbe

Elfenbein / Anthrazit

Auflage

3

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-24854-8

EU-Ansprechpartner

truepages UG (haftungsbeschränkt)
Westermühlstrasse 29
80469 München
DE
info@truepages.de

Herstelleradresse

Diogenes Verlag AG
Sprecherstrasse 8
8032 Zürich
CH
info@diogenes.ch

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  • Eva

    5/5

    17.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Widerstand durch Wissenschaft

    Am 24. Oktober wird Christine Wunnicke der von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgelobte Georg-Büchner-Preis 2026 verliehen. Wie passend, dass Judith Schalansky die Laudatio halten wird. 2025 landete der Titel auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Im Juli erschien ihr Roman Wachs als Taschenbuch im @diogenes_verlag. Christine Wunnicke nähert sich in Wachs einer großen Liebe, den Geheimnissen des Körpers, den Grundlagen der zeitgenössischen Naturwissenschaft und widerspricht höchst vergnüglich jeglichen Narrativen, die Frauen bis heute von den konservativen Teilen der Gesellschaft zugeschrieben werden. Die Tochter eines Apothekers sucht nach einer Leiche. Sie will daran üben, die beste Anatomin zu werden - und in die französische Geschichte einzugehen. Marie Marguerite Bihéron wird tatsächlich Weltruhm erlangen. Sie wird Zeichnerin und Bildnerin von anatomischen Wachspräparaten. Ihr detailliertes und naturgetreues Modell einer schwangeren Frau und eines Fötus waren weltbewegend. Madeleine Bassport widmet sich der Forschung zur Anatomie von Blumen. Sie sind einfach umgänglicher als Männer. Madeleine und Marie leben in einer Zeit, in der Frauen nicht als Denkende Individuen akzeptiert sind. Beide schaffen sich ihr Forschungsfeld selbst, um zu lernen, zu lehren und zu lieben. Wachs ist ein epischer, komplexer historischer Roman auf 200 Seiten. Er erzählt die Liebesgeschichte zweier Frauen, die sich nicht für die Meinungen der anderen interessieren. Er ist ein Plädoyer für das Denken abseits der Norm, glänzt durch das Skurrile, Makabre und Absurde und hält den Finger auf die Tragik der ungerechten Ungleichheit der Geschlechter. Christine Wunnicke erfindet eine eigene Tonalität, die ebenso an den Grundfesten der erprobten Semantik rüttelt wie ihre Protagonistinnen an den Glaubenssätzen der männlich geprägten Wissenschaft. Humorvoll, geistreich und höchst anspruchsvoll zeigt dieser Text, was Literatur vermag: Gesellschaft spiegeln und sie gleichzeitig gestalten. Was für eine Freude, dieses grandiose Werk im Programm des Diogenes Verlags zu sehen.

  • Alrik Gerlach

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    08.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Zwei außergewöhnliche Frauen zwischen Wachs und Blüten

    Zwischen Wachsmodellen, Blütenblättern und den engen Grenzen des 18. Jahrhunderts entfaltet Christine Wunnicke eine Geschichte, die herrlich eigenwillig und überraschend modern wirkt. Marie Biheron hat mich sofort fasziniert. Während andere beim Gedanken an Leichen vermutlich fliehen würden, möchte sie verstehen, erforschen und nachbilden. Madeleine Basseporte dagegen widmet ihre Aufmerksamkeit lieber den Blumen als den Menschen. Zwei Frauen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise ihren Platz in einer Welt erkämpfen, die für kluge und unabhängige Frauen nur wenig Raum vorgesehen hat. Besonders gefallen haben mir der feine Humor und die beiläufige Schärfe, mit der Wunnicke ihre Figuren betrachtet. Immer wieder musste ich schmunzeln, während gleichzeitig deutlich wird, wie außergewöhnlich das Leben dieser Frauen tatsächlich war. Manchmal hätte ich mir allerdings gewünscht, näher bei Marie und Madeleine bleiben zu dürfen. Die Zeitsprünge und die episodische Erzählweise schaffen Distanz, wo ich gerne noch mehr Gefühl gespürt hätte. Trotzdem ist Wachs ein ungewöhnlicher, kluger und wunderbar eigensinniger historischer Roman, der mich vor allem mit seinen beiden außergewöhnlichen Frauenfiguren lange beschäftigen wird.

  • sommerlese

    3/5

    16.08.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Leben zwischen Botanik, Leichen und Revolution

    Der Roman Wachs von Christine Wunnicke erscheint 2026 als Taschenbuch im Diogenes Verlag. Im Oktober 2026 wird Christine Wunnicke mit dem Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Paris im 18. Jahrhundert: Diese historische Geschichte siedelt sich im zeitlichen Rahmen vor und während der Französischen Revolution an und zeigt zwei sehr außergewöhnliche Frauen: Marie Biheron, die schon im jugendlichen Alter Leichen sezierte, um deren Innenleben aus Wachs zu modellieren und Madelene Basseporte, die sich auf die Zeichnung von Blumen spezialisierte. Marie Catherine Bihéron (1719 - 1795) war eine französische Künstlerin und Tochter eines Apothekers, sie stellte anatomische Modelle aus Wachs her. Die Leichen für ihre anatomischen Dastellungen beschaffte sie sich beim Militär. Madeleine Françoise Basseporte (1701 - 1780) war eine französische Malerin und Kupferstecherin, deren Schwerpunkt auf der Darstellung von botanischen Motiven lag. Christine Wunnicke behandelt in ihrem kurzen Roman unterschiedliche Themen wie die Französische Revolution, Anatomie, Frauen in der Wissenschaft, Emanzipation und queere Liebe und setzt alles in den historieschen Kontext. Sie zeigt Ausschnitte aus dem selbstbestimmten Leben ihrer beiden ungewöhnlichen Protagonistinnen, die damit ihrer Zeit weit voraus waren. Feinfühlig und mit einem Schuss Ironie zeichnet sie ihre Figuren und stellt sie mit ihren Eigenheiten und einem konsequenten Willen dar. Beide Frauen wirkten mit ihrem Interesse für die Forschung sehr zielstrebig und waren damit ihrer Zeit weit voraus. Marie besorgt sich mit 14 Jahren bei der Militärakademie ihre erste Leiche zum Sezieren und Madeleine wird als Frau in der Wissenschaft nicht ernst genommen. Beide schließen Jahre später einen eheähnlichen Bund, der heimlich geschlossen wird. Sprachlich gesehen ist der Roman herausragend, manches wird angedeutet und man muss zwischen den Zeilen lesen und eigene Interpretation einfließen lassen. Mit seinen eigenwilligen Szenen mutet die Geschichte teilweise etwas skurril an, fesselt dafür mit den speziellen Charakteren und deren Vorhaben. Was ich gar nicht schätze ist die sprunghafte Erzählweise, die nicht chronologisch erfolgt und somit immer die volle Aufmerksamkeit und zeitliche Einordnung des Lesenden erfordert. Das hemmt meinen Lesefluss und ich muss zugeben, dass mir die Figuren insgesamt doch recht fremd geblieben sind. Wer ungewöhnliche Literatur mit sprachlicher Eigenwilligkeit und historischem Kontext schätzt, sollte diesem Buch seine Aufmerksamkeit widmen. Für mich war es eine Hommage an die Schönheit der Sprache, der Anatomie von Menschen von Pflanzen und ein Einblick in eine vergangene Zeit voller Umbrüche.

  • Bewertung

    5/5

    26.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartige Unterhaltung

    Paris im Jahre 1733 Marie Biheron, die 14-jährige Tochter des Apothekers hegt den großen Wunsch, die Anatomie zu studieren und wünscht sich sehnlichst eine Leiche. Tatsächlich gelingt es ihr ihre wissenschaftlichen Studien vorzunehmen und ihre Erkenntnisse weiterzugeben. Dazu erstellt sie Wachsmodelle des Körpers und seiner Organe. Marie geht in die Zeichenschule von Madeleine Basseport, die die Pflanzenzeichnerin im Jardin du Roi ist. „Madeleine Basseporte war eine hochgewachsene Schönheit, von einer solchen Gattung und Art, dass sie Gegaffe, Gerede, Geseufze auf sich zog und im schlimmsten Fall auch Gefechte, (…)“ Die beiden Frauen werden ein Paar, leben ihr Leben gegen jede gesellschaftliche Norm, beide sind klug und selbstbewusst, forschen, die eine zeichnet und erfasst die Pflanzen, die andere die Anatomie der Menschen. Und während die beiden Frauen die Welt systematisch erfassen, zerfällt der Rest um sie. Die 73- jährige Marie erlebt den Beginn der neuen Republik, sie war 4 1/2 Jahre bettlägerig, rappelt sich wieder auf, versteht jedoch die Welt nicht mehr. In der Sprache einer Chronistin zieht uns die Autorin in die Welt des 18. Jahrhunderts, mitten ins Geschehen in das Leben dieser ungewöhnlichen Frauen aber auch den gesellschaftlichen Umbrüchen und Tumulten der Zeit. Voller Phantasie und Poesie, entfaltet die Autorin ihre Erzählkunst, schildert skurrile Situationen, alles mit großartigem Feinsinn und Humor beobachtet. Männer erscheinen in unwichtigen Nebenrollen, und wenn, dann sind sie schwach, auch Diderot, der große Denker der Revolution kommt nicht gut davon. Saint-Pierre mit seinem Roman „Paul und Virginie“ wird verrissen. Kluge und witzige Dialoge zeigen die Intelligenz dieser beiden Frauen, die ihre Rolle in einer männerdominierten wissenschaftlichen Welt fordern. Ein sprachliches Feuerwerk mit historischen Bezügen und doch neu zusammengefügt. Ein Buch, das ich in einem Zug gelesen habe. Unbedingte Leseempfehlung Berenberg 2025

  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    05.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Wachs und Blüten: Wissen und Verlangen

    Marie Biheron und Madeleine Basseporte hat es wirklich gegeben, auch wenn wir heute kaum mehr etwas über ihr Leben wissen – eben weil sie „nur“ Frauen waren. Christine Wunnicke folgt den historischen Spuren, aber sie dichtet natürlich auch hinzu und schafft damit ein eigenwilliges, schillerndes Bild zweier Frauen, die sich für Wissenschaft und Kunst entschieden haben und, trotz aller Widerstände, ein Leben lang miteinander verbunden blieben. Wer eine lineare, leicht zugängliche Erzählung erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Wunnicke erzählt sprunghaft, wechselt zwischen Szenen vor und nach der Französischen Revolution, ohne dass die Stränge klar miteinander verknüpft sind. Manchmal beginnt ein Kapitel scheinbar aus dem Nichts, und man muss sich wie auf neuem Terrain erst zurechtfinden. Dazu kommt die Fülle an wissenschaftlichen, lateinischen und veralteten Wörtern. Man kann sie ignorieren oder nachschlagen – in jedem Fall hemmen sie den Lesefluss. Aber vielleicht ist genau das beabsichtigt: Es geht hier nicht um eine Geschichte, die „von A nach B“ verläuft, sondern um Literatur als Erfahrung. Sprünge, Brüche, Leerstellen – all das zwingt dazu, immer wieder neu einzutauchen, immer wieder anders zu lesen. Für manche mag das mühsam sein, für mich war es die eigentliche Faszination. Besonders beeindruckt hat mich eine Szene, in der die beiden Frauen zum ersten Mal intim werden. Wunnicke schreibt das ohne platt zu werden, ohne je das Wort „Sexualität“ in den Mund zu nehmen – und doch ist alles geladen mit Andeutungen, Bildern, einer fast mystischen Erotik. Ich erinnere mich nicht, je etwas Vergleichbares gelesen zu haben. Die Sprache insgesamt ist poetisch und literarisch, zugleich unterhaltsam, oft auch humorvoll. Gerade diese Mischung aus Ernst und Witz, aus Anatomie und Andacht, aus Politik und Intimität macht das Buch so besonders. Wachs ist kein Buch zum bloßen Konsumieren. Es ist eine Herausforderung – und gerade deshalb lohnend. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.

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