Klara ist tot, beim Wandern abgestürzt. Bei ihr war nur Paulína, eine Slowakin, die Klara nach dem Schlaganfall ihrer Mutter eingestellt hat. Endlich war die Mutter versorgt gewesen. Klara konnte sich wieder ihrer Karriere widmen, ihr Mann seine Freiheit genießen. Paulínas eigene Kinder wurden in der Zwischenzeit in der Slowakei von der Schwiegermutter betreut. Alles wunderbar organisiert, alles ganz einfach. Alle mochten Paulína, dankten ihr mit großzügigen Geschenken für Dienste und Extradienste. War man nicht eigentlich sogar schon befreundet?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
13.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
sehr gelungen!
Sehr gelungenes Buch! Jeder der selber in der Familie einen Pflegefall hat und 24h Pfleger eingestellt hat, wird das Buch mögen. Es beschreibt sehr gut das Spannungsfeld in welchem man sich befindet und geht auch gut auf die Perspektiven der Pfleger ein, die meist aus dem Ausland kommen und deren halbes Leben zurücklassen um hier für unsere Angehörigen zu sorgen. Besonders gut gefallen hat mir auch die sehr realistische Schilderung der Gefühlswelten von Angehörigen aber auch den Pflegekräften selber.
Ich bin sehr gespannt, welche Bücher noch in Zukunft von dieser Autorin folgen, denn sie schreibt sehr mitreißend und sehr realistisch.
Fazit: Halbe Leben ist absolut lesenswert! Ich habe das Buch innerhalb eines Wochenendes gelesen, da ich es nicht aus der Hand legen konnte! Besonders für Menschen die selber Angehörige haben, die 24h Pflege benötigen!
Bewertung
5/5
19.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gefangen zwischen zwei Leben
Ein tiefgründiger, gesellschaftskritischer und berührender Roman über zwei Frauen, die aus unterschiedlichen Welten stammen und zwischen denen eine gesellschaftliche Kluft besteht. Die Geschichte der Österreicherin Klara und der Slowakin Paulina, die Klaras Mutter pflegt, ist eine psychologische und gesellschaftliche Studie, die Themen wie wirtschaftliche Migration, kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie die Herausforderungen zweier Mütter zwischen Familie und Karriere behandelt. Absolute Leseempfehlung!
tausendschön
5/5
22.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unsere guten Seelen
Das Buch berührt ein ganz wichtiges Thema in unserem west-europäischen Leben. Es geht um die guten Seelen, die aus Osteuropa im Zwei-Wochen-Rhythmus bei uns angekarrt werden, um unsere Eltern zu pflegen. Paulina, Olga, Ludmilla und wie sie alle heißen, ziehen bei uns ein und kümmern sich um alte Mütter oder Väter, um die wir uns hier in unserer Busy-Gesellschaft nicht kümmern wollen/können. Sie kochen, waschen, putzen und kümmern sich und dafür legen wir auch gerne einen gelben Umschlag mit ein paar Scheinchen mehr) auf den Tisch, um unser Gewissen zu erleichtern, wenn die Frauen (seltener Männer) wieder eine längere Schicht arbeiten oder bei einem wichtigen beruflichen Event bei der Organisation helfen, wie hier bei den Protagonistinnen Klara und Paulina geschehen. Oder schenken ungefragt einen Gutschein zum Entspannen in der Therme, damit sie sich von ihren Jungs (wie heißen sie noch gleich?) entspannen kann. Angenehme Frauen, für deren Leben in ihrer Heimat man sich nur am Rande interessiert. Dass diese Frauen auch Mütter sind und vielleicht noch haben, um die sich in der Zeit auch jemand kümmern muss, damit sie Geld verdienen können, das wird oft vergessen und alles andere als Selbstverständlich erklärt. Der Roman erzählt mit leiser, aber kraftvoller Stimme und da das Ende ja schon am Anfang zu lesen ist, wird einem im Verlauf des Buches immer klarer, warum alles so enden musste. Keine Entschuldigung, aber irgendwie verständlich. Die geteilten Leben der Pflegepersonen werden einfach so hingenommen. Keine leichte Kost, aber sehr lesenswert und nachhallend.
Test-LR
5/5
28.04.2025
eBook (ePUB)
Frauen zwischen zwei Welten
Gestaltung:
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Das Titelbild zeigt zwei Frauen auf einer Wiese sitzend. Ihre Gesichter lassen sich nicht erkennen, generell wirkt das Bild sehr unscharf, verwaschen. Dies ist sicherlich beabsichtigt, denn die beiden Frauen könnten stellvertretend für jede beliebige Frau stehen. Es könnte aber auch die beiden Protagonistinnen darstellen. Auf jeden Fall passt es gut zu diesem leisen und tiefgründigen Roman.
Inhalt:
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"Es ist ein stiller Tod. An einem sonnigen Mainachnachmittag um vierzehn Uhr siebenunddreißig stürzt Klara an einer unscheinbaren Böschung fünfzig Meter in die Tiefe. Sie gibt keinen Laut von sich, zu hören ist nur ein schnelles Rascheln der Blätter, es könnte auch ein Reh sein, das davonläuft. Unten ein dumpfer Aufprall, dann Stille. An der Stelle, an der sie bis eben noch stand, nichts als ein paar dünne Zweige, brauner Boden, ein Baumstumpf, darauf Ringe, die nach außen hin immer heller werden. Wie ruhig Klaras Gesicht gewesen ist in diesem letzten Moment, wie angstlos, wird Paulína später denken." (S. 11)
Klara ist eine Karrierefrau, ihr Mann ist ein Künstler und Träumer. Die gemeinsame Tochter Ada (11) wurde bisher vor allem von ihrem Vater und dessen Mutter Irene großgezogen. Als Irene plötzlich einen Schlaganfall erleidet, muss Klara für eine Weile ihre Arbeit reduzieren und sich um die Familie kümmern und ist damit schnell überfordert. Daher engagiert sie zwei ausländische Pflegekräfte, die abwechselnd um Irene betreuen sollen. Eine davon ist Paulína. Sie ist alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen, die während ihrer Arbeit bei Klaras Familie in Österreich in der Obhut ihrer Schwiegermutter in der Slowakei verbringen. Für Paulína ist es eine Chance auf mehr Einkommen und ihren Söhnen finanziell mehr bieten zu können. Sie wird zunehmend eine Art Familienmitglied bei ihrer Arbeitsfamilie. Doch sowohl Klara als auch Paulína merken mit der Zeit, dass sie nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit dem Herzen jeweils halb in ihrem Arbeits- und Berufsleben bei der Sache sind, ihr jeweiliges Familienleben immer mehr zerfällt und sie sich zwischen beiden Welten zerreißen, ohne glücklich zu sein. Und dann geschieht ein Unglück, bei dem Klara stirbt. Was ist passiert?
Mein Eindruck:
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Das Buch beginnt gleich im Prolog mit Klaras Tod. Der letzte Satz des ersten Kapitels baut Spannung auf, denn anschließend wird die Geschichte nach und nach von Anfang an erzählt und man ertappt sich unwillkürlich bei dem Gedanken, wie es zu dem Vorfall kam bzw. ob es sich tatsächlich um einen Unfall oder gar Fremdeinwirkung ggf. durch Paulína handeln könnte. Schon dadurch wirkt das Buch wie ein Sog, der einen immer weiter lesen lässt.
Die Handlung ist in drei durchnummerierte Teile untergliedert, die wiederum nur in Abschnitte statt in Kapitel eingeteilt sind: 1. Ankommen von Paulina in der Familie, 2. Paulinas vollständiger Vereinnahmung durch Klaras Familie und schließlich 3. Paulinas emotionaler Rückzug. Der Titel "Halbe Leben" ist nicht nur auf Klara und Paulina, sondern auch auf Irene anwendbar, die seit ihrem Schlaganfall halb in der Gegenwart und zur anderen Hälfte in ihrer Vergangenheit lebt. Diese Vieldeutigkeit hat mir gut gefallen.
Man verfolgt die Entwicklung der Frauen aus ihren abwechselnd geschilderten Gedankengängen heraus in indirekter Rede verfasst. Das macht den Ton des Romans leise und ruhig, lässt den Leser aber auch tief eintauchen in die Empfindungen der Personen und deren Zerrissenheit spüren.
"Früher hat Irene Ada am Nachmittag von der Schule abgeholt, sie in den Park gebracht. Wenn Klara nach Hause kam, war ihr Kind satt und müde, es hat gereicht, sie zu waschen und ins Bett zu bringen. Erfüllt von ihren beruflichen Erfolgen, war es einfach gewesen, die Capricen ihres Einzelkindes auszuhalten, das pausenlose Geplapper, die unvermittelten Wutausbrüche oder die gezielte Gleichgültigkeit, mit der Ada den Aufforderungen ihrer Mutter begegnete. Geduldig saß sie abends am Bett ihrer Tochter und hörte zu, wenn Ada ihr etwas erzählen wollte, wenn sie mit einer Freundin gestritten oder einem Lehrer einen Streich gespielt hatte. Wie einfach es war, ein oder zwei Stunden am Tag Mutter zu sein.
Seit Irene selbst Hilfe braucht, kommt Klara noch weniger an ihre Tochter heran. Ada entzieht sich ihr, als wäre sie nie ihre Mutter gewesen, sondern bloß eine Aushilfe." (S. 30)
Das Gefühl, als Frau allen gerecht werden zu wollen, im Berufsleben ernst genommen zu werden und gleichzeitig den Erwartungen der Familie entsprechen zu wollen, kennen viele. Und oft bleibt frau mit ihren eigenen Bedürfnissen dabei auf der Strecke. In unserer westeuropäischen Kultur versuchen viele, die es sich leisten können, durch das Engagement von Haushaltshilfen oder Pflegekräften Entlastung herbeizuführen und sich damit teilweise aus ihrer Verantwortung freizukaufen. Das ist legitim. Aber in dieser Geschichte wird auch die andere Position der helfenden Kraft beleuchtet. Auch diese Person hat Familie und Bedürfnisse, die sich nicht allein mit Geld bezahlen bzw. kompensieren lassen.
Mir gefielen die vielen Zwischentöne, die subtile Spannung, die bis zu Klaras Tod aufgebaut wurde und die Auflösung am Ende.
Fazit:
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Ein Roman über moderne Frauen und ihre Zerrissenheit sowie an sie gestellte Erwartungshaltungen in sanften Tönen, aber fesselnd erzählt
Test-LR
5/5
28.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Frauen zwischen zwei Welten…
Frauen zwischen zwei Welten Das Titelbild zeigt zwei Frauen auf einer Wiese sitzend. Ihre Gesichter lassen sich nicht erkennen, generell wirkt das Bild sehr unscharf, verwaschen. Dies ist sicherlich beabsichtigt, denn die beiden Frauen könnten stellvertretend für jede beliebige Frau stehen. Es könnte aber auch die beiden Protagonistinnen darstellen. Auf jeden Fall passt es gut zu diesem leisen und tiefgründigen Roman. "Es ist ein stiller Tod. An einem sonnigen Mainachnachmittag um vierzehn Uhr siebenunddreißig stürzt Klara an einer unscheinbaren Böschung fünfzig Meter in die Tiefe. Sie gibt keinen Laut von sich, zu hören ist nur ein schnelles Rascheln der Blätter, es könnte auch ein Reh sein, das davonläuft. Unten ein dumpfer Aufprall, dann Stille. An der Stelle, an der sie bis eben noch stand, nichts als ein paar dünne Zweige, brauner Boden, ein Baumstumpf, darauf Ringe, die nach außen hin immer heller werden. Wie ruhig Klaras Gesicht gewesen ist in diesem letzten Moment, wie angstlos, wird Paulína später denken." (S. 11) Das Buch beginnt gleich im Prolog mit Klaras Tod. Der letzte Satz des ersten Kapitels baut Spannung auf, denn anschließend wird die Geschichte nach und nach von Anfang an erzählt und man ertappt sich unwillkürlich bei dem Gedanken, wie es zu dem Vorfall kam bzw. ob es sich tatsächlich um einen Unfall oder gar Fremdeinwirkung ggf. durch Paulína handeln könnte. Schon dadurch wirkt das Buch wie ein Sog, der einen immer weiter lesen lässt. Die Handlung ist in drei durchnummerierte Teile untergliedert, die wiederum nur in Abschnitte statt in Kapitel eingeteilt sind: 1. Ankommen von Paulina in der Familie, 2. Paulinas vollständiger Vereinnahmung durch Klaras Familie und schließlich 3. Paulinas emotionaler Rückzug. Der Titel "Halbe Leben" ist nicht nur auf Klara und Paulina, sondern auch auf Irene anwendbar, die seit ihrem Schlaganfall halb in der Gegenwart und zur anderen Hälfte in ihrer Vergangenheit lebt. Diese Vieldeutigkeit hat mir gut gefallen. Man verfolgt die Entwicklung der Frauen aus ihren abwechselnd geschilderten Gedankengängen heraus in indirekter Rede verfasst. Das macht den Ton des Romans leise und ruhig, lässt den Leser aber auch tief eintauchen in die Empfindungen der Personen und deren Zerrissenheit spüren. "Früher hat Irene Ada am Nachmittag von der Schule abgeholt, sie in den Park gebracht. Wenn Klara nach Hause kam, war ihr Kind satt und müde, es hat gereicht, sie zu waschen und ins Bett zu bringen. Erfüllt von ihren beruflichen Erfolgen, war es einfach gewesen, die Capricen ihres Einzelkindes auszuhalten, das pausenlose Geplapper, die unvermittelten Wutausbrüche oder die gezielte Gleichgültigkeit, mit der Ada den Aufforderungen ihrer Mutter begegnete. Geduldig saß sie abends am Bett ihrer Tochter und hörte zu, wenn Ada ihr etwas erzählen wollte, wenn sie mit einer Freundin gestritten oder einem Lehrer einen Streich gespielt hatte. Wie einfach es war, ein oder zwei Stunden am Tag Mutter zu sein. Seit Irene selbst Hilfe braucht, kommt Klara noch weniger an ihre Tochter heran. Ada entzieht sich ihr, als wäre sie nie ihre Mutter gewesen, sondern bloß eine Aushilfe." (S. 30) Das Gefühl, als Frau allen gerecht werden zu wollen, im Berufsleben ernst genommen zu werden und gleichzeitig den Erwartungen der Familie entsprechen zu wollen, kennen viele. Und oft bleibt frau mit ihren eigenen Bedürfnissen dabei auf der Strecke. In unserer westeuropäischen Kultur versuchen viele, die es sich leisten können, durch das Engagement von Haushaltshilfen oder Pflegekräften Entlastung herbeizuführen und sich damit teilweise aus ihrer Verantwortung freizukaufen. Das ist legitim. Aber in dieser Geschichte wird auch die andere Position der helfenden Kraft beleuchtet. Auch diese Person hat Familie und Bedürfnisse, die sich nicht allein mit Geld bezahlen bzw. kompensieren lassen. Mir gefielen die vielen Zwischentöne, die subtile Spannung, die bis zu Klaras Tod aufgebaut wurde und die Auflösung am Ende. Fazit: -- Ein Roman über moderne Frauen und ihre Zerrissenheit sowie an sie gestellte Erwartungshaltungen in sanften Tönen, aber fesselnd erzählt
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5/5
26.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Keine halbe Sache
Karriere , Familie und die Sorge um die demente Mutter, unter einem Hut zu bringen- eine gewaltige Herausforderung.
Nicht nur für die Tochter, auch die slowakische Pflegekraft Paulina schwankt zwischen ihrer Sorge um ihre Familie daheim und der beruflichen Herausforderung in Österreich.
Hat mich persönlich sehr bewegt.
Sehr , sehr empfehlenswert.
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5/5
13.02.2025
eBook (ePUB)
Absolute Leseempfehlung
Macht, Abhängigkeit, innere Zerrissenheit, Sorgen. Die Autorin lässt uns tief in die Gedanken- und Gefühlswelt zweier Frauen aus völlig unterschiedlichen Welten blicken. Einerseits die erfolgreiche Unternehmerin und andererseits die slowakische Pflegekraft, die deren betagte Mutter versorgt.
Mit wortgewaltigen Schilderungen, scharfen Beobachtungen und sehr viel Einfühlungsvermögen wird ein beeindruckendes Bild über das Leben miteinander und die Beziehungen zueinander in dieser für alle immer schwieriger werdenden Konstellation geschaffen.
Dieser faszinierende und zugleich verstörende Roman hat mich - auch aufgrund der Thematik - sehr berührt und betroffen gemacht.
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