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Die Auster Roman | "Gelungene Unterhaltung mit Tiefgang" (SRF)

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

10431

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,6/13/2,2 cm

Gewicht

320 g

Farbe

Seidengrau / Dunkellila

Auflage

5

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-28459-3

Beschreibung

Rezension

»Auch bei ›Die Auster‹ staunt man lesend über ihre fein justierte Kunstfertigkeit, mit wenigen Worten und straffgezurrten Wendungen kathedralengroße neue Hallräume aufzutun.« Erik Heier, tip Berlin, 30.7.26
»Im Grunde ist dieser Roman einfach eine literarisch überzeugende, subtil und bildstark erzählte Geschichte über eine ziemlich geheimnisvolle Putzfrau.... Eine brillante Sozialstudie.« Hansruedi Kugler, Aargauer Zeitung, 3.8.26
»Spannung, Ernsthaftigkeit und hin und wieder sogar komödiantische Szenen halten sich die Waage in diesem süffig geschriebenen Roman. Gelungene Unterhaltung mit Tiefgang: Yael Inokai kann auch Krimi.« Katja Schönherr, SRF, 21.7.26
»Yael Inokai hat ihre Krimianleihe um eine schwer durchschaubare Heldin herum konzipiert, deren Sinneseindrücken und Aussagen nur mit Vorbehalt zu trauen ist.« Max Mengeringhaus, Deutschlandfunk, 24.7.26
»Ein fast schon aus der Zeit gefallener, klassischer Krimi im komödiantischen Miss-Marple-Stil... Im letzten Drittel glänzt der Roman mit einer wirklich überraschenden Wendung.« Thomas Schindler, ARD Morgenmagazin, 28.7.26
»Denn so souverän Inokai diese Klaviatur auch bespielt, ihr Text ist weit mehr als nur ein Krimi. ›Die Auster‹ ist ein beeindruckender Roman über Müdigkeit und über das Altern in einer rastlosen Gegenwart... Yael Inokai ist ein Roman gelungen, der vieles zugleich ist: spannend, komisch, traurig und klug – und bei alledem zutiefst berlinerisch.« Leander Berger, SWR Kultur, 29.7.26
»In Yael Inokais schmalem Roman tritt der Kriminalfall immer wieder zugunsten einer knapp-treffsicheren Charakterstudie und der nicht unsarkastischen Beschreibung von auseinanderklaffenden Gesellschaftsschichten zurück.« Christina Böck, Kurier, 26.7.26
»Yael Inokai macht aus dieser Krimi-Ausgangslage eine Gesellschaftssatire. Aus der trocken-lakonischen Sicht einer Putzkraft beleuchtet sie die Gegensätze von Arm und Reich.« Babina Cathomen, kulturtipp, 29.7.26
»Ein Buch für alle, die sich für feine und doch treffende Sprache interessieren.« Buchhändlerin Tatjana Vogel im ZDF Morgenmagazin, 23.7.26
»Yael Inokai führt uns in ein Universum aus verborgenen Lebensgeschichten, sozialen Gegensätzen und seltsamen Machtverhältnissen.« Judka Strittmatter, Berliner Zeitung, 22.7.26
»Klingt wie das Setting für eine Krimikomödie, entpuppt sich aber als Studie menschlicher Abgründe.« Hörzu, 23.7.26
»Der Titel von Yael Inokais höchst skurrilem und gesellschaftskritischem Roman ist doppeldeutig.« Bücher Magazin, 24.7.26

Produktdetails

Verkaufsrang

10431

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

20,6/13/2,2 cm

Gewicht

320 g

Farbe

Seidengrau / Dunkellila

Auflage

5

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-28459-3

Herstelleradresse

Hanser Berlin
Lehrter Straße 57 Haus 4
10557 Berlin
DE

Email: info@hanser.de

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  • Jürg Stocker

    Orell Füssli Book Circle Community

    5/5

    17.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Und wer hat es getan?

    Es gehen Gerüchte um. Zum Inhalt: Im Mittelpunkt der Geschichte steht Dr. Bronstett, Geschäftsführer eines Kaufhauses. In seiner feudalen Liegenschaft kommt er auf brutale Weise ums Leben. Seine langjährige Putzfrau Leonora Block entfernt pflichtbewusst die Blutspuren, noch bevor die Ermittlungen beginnen. – Eigenartig! Gleichzeitig arbeitet Leonora auch als Aushilfe im Kaufhaus. Dort taucht eine der abgehackten Hände des Geschäftsführers auf, fein säuberlich auf Eis gebettet, zwischen Krabben und Austern. – Eigenartig! Die Ermittlungen ergeben zudem, dass ein Tresor geöffnet wurde, der ausschliesslich mittels eines Fingerabdrucks zugänglich war. – Eigenartig! Zitat: „Verstehen, dass hier jemand wohnt, aber niemand lebt.“ Meine Eindrücke: Yael Inokai, die bereits 2018 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet wurde, steht mit «Die Auster» auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises 2026. Zunächst hat mich diese Nominierung etwas überrascht. Denn für mich ist «Die Auster» in erster Linie ein Kriminalroman. Im Weiteren wurde die Autorin in Basel geboren. Eine parallele zum dortigen Kaufhaus Globus ist dabei naheliegend. Die ungewöhnliche Geschichte, die eigenwilligen Figuren, ihre Beziehungen untereinander und die besondere Atmosphäre haben mich gleichermassen überzeugt. Die Autorin versteht es, mit Andeutungen und überraschenden Wendungen die Neugier wachzuhalten. Dabei bleibt manches im Ungewissen. Selbst nach der letzten Seite beschäftigt mich noch die Frage, wer denn nun tatsächlich für die grausame Tat verantwortlich war. Mein Fazit: Für mich ist «Die Auster» eindeutig ein Kriminalroman. Allerdings einer, der weit mehr zu bieten hat als die Suche nach einem Mörder. Die ungewöhnliche Geschichte, die eigenwilligen Figuren und ihre Beziehungen untereinander machen das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Weshalb sollte ein solcher Kriminalroman nicht auch auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises stehen? Von mir gibt es jedenfalls eine klare Leseempfehlung.  

  • Alexandra

    5/5

    17.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein philosophischer Krimi, der durch seine kurze, prägnante schnörkellose Sprache, überzeugt.

    Teilweise sind die Sätze nicht ganz vollständig, was im ersten Moment irritierend wirken mag. Doch wenn man die Bescheidenheit von Leonora kennen lernt, die ein Leben lang als Putzfrau geschuftet hat, merkt man schnell: Diese Sätze sind absolut stimmig. Es sind ihre eigenen fragmentarischen Gedanken. Es ist ein Krimi voller Spannung, obwohl man kein klassisches Werk des Genres erwarten darf. Das Melancholische und das Wahrhaftige wird in unglaublich guten Satzformulierungen dargestellt, die einen Schmunzeln lassen, mal traurig stimmen- besonders der frühe Tod ihres Sohnes, der Leonora immer wieder begleitet. Geprägt ist ihr Charakter zudem von einer tiefen Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber, Dr. Bronstett dem schwerreichen Geschäftsführer eines legendären Luxuskaufhauses. 45 Jahren lang hat sie unsichtbar für ihn geschuftet. Er sprach kaum ein Wort mit ihr, doch sie kannte seine intimsten Bereiche und schwieg konsequent- egal, ob plötzlich eine Zahnbürste mehr oder weniger im Glas stand. Die Autorin schafft hier eine messerscharfe Gesellschaftskritik: Sie zeigt, wie Menschen in systemrelevanten Niedriglohnberufen für die Oberschicht zwar unentbehrlich, als Individuen aber völlig unsichtbar sind Das Buch überzeugt mit den vollgepackten Details und der unglaublichen Diskrepanz zwischen reich und randständig. Ein absolut überzeugendes Werk!

  • Bewertung

    5/5

    15.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein großartiges Gesellschaftsporträt

    Dieser Roman beginnt mit einem Todesfall. Der Arbeitgeber und Geschäftsführer eines großen Berliner Kaufhauses wird tot in seinem Haus aufgefunden. Nicht von Angehörigen oder Verwandten, von der 73 jährigen Putzfrau Leonora Bloch. Doch statt sofort die Polizei zu informieren, macht Leonora das, was sie schon seit über 40 Jahren für Dr. Bronstett macht, sie putzt gründlichst und beseitigt jegliche Unordnung. Als die Polizei eintrifft ist das Gröbste bereits verschwunden, das Blut weggewaschen, nur der reglose Körper mit den fehlenden Händen liegt noch mitten im Raum. „Er lag am wärmsten Ort des Hauses. Leonora hatte sich selbst einmal auf diesen Boden gelegt, in einem selbstvergessenen Moment vor vielen Jahren. Seither war das für sie untrennbar mit Reichtum verknüpft: nach einem Arbeitstag an der Tür die Schuhe ausziehen und barfuß durch das Haus spazieren. Verlustängste haben, einen Mantel aus Kaschmir besitzen, von einer Fußbodenheizung getröstet werden.“ Kurze Zeit später taucht im Fischrestaurant in der 6. Etage des Kaufhauses eine von ihnen wieder auf. „Die Zeugin betonte, sie habe die Hand tatsächlich erst für einen verdorbenen Krebs gehalten, ein gräuliches, aufgedunsenes Exemplar – ihre Stimme geriet ins Stocken –, das von der Bedienung aus dem Eis gezogen worden sei. Und die habe genauso wenig begriffen, um was es sich da eigentlich handelte.[…] Sie wollten einfach Austern essen gehen im Kaufhaus, wie ganz normale Leute, wer würde denn auf die Idee kommen…?“ Während sich die Gerüchte im Kaufhaus ihren Weg bahnen, die Suche nach der anderen Hand und dem Täter weitergeht, kümmert sich Leonora mit der Tochter des Verstorbenen um die Beerdigung. Dabei prallen erneut unterschiedliche Welten aufeinander, während sie sich noch Gedanken um ihre finanzielle Not macht, möchte Amande Bronstett so schnell wie nur möglich Berlin wieder verlassen. Die beiden Frauen finden irgendwie zueinander, Leonora wird zu einer Art Notfallkontakt und doch, so scheint es, bleibt es nur ein kurzes Verschwimmen der Grenzen zwischen Luxus, Auftrag und echter Menschlichkeit. „Leonora versuchte sich vorzustellen, wie so etwas gehen sollte. Wo überhaupt Platz gewesen wäre für noch mehr Geld in diesem Leben mit diesem Haus und diesen Autos in ihrem doppelgeschossigen Parkhäuschen. Eins der Autos war für den Sommer, für Ausflüge zum See, ans Meer. An den restlichen dreihundertvierundsechzig Tagen im Jahr schlief es unter seiner Decke.“ Wie man nun an diesen kurzen Zitaten schon erkennen kann, wird jede*r mit Erwartungen an einen Kriminalfall mit einer gewohnt lückenlosen, perfekt begleiteten Ermittlung, sicherlich nicht so viel Freude an diesem Buch haben. Bei „Die Auster“ von Yael Inokai handelt es sich nämlich mehr um ein als Spannungsroman getarntes Gesellschaftsporträt, das nicht nur die sozialen Unterschiede oder die kapitalistisch geprägten Veränderungen eines Kaufhauses thematisiert, sondern auch zwischen den Zeilen das Alleinsein der Menschen sichtbar macht. Und genau das habe ich an diesem Roman geliebt. Inokai zeichnet ein Bild einer Gesellschaft in der Menschen zwar miteinander kommunizieren, zwischenmenschliche Verbindungen eingehen, und doch bleibt jede*r mehr oder weniger für sich, mal mehr sichtbar, mal ganz unscheinbar und zurückgenommen. Und da ist deutlich mehr als dieser Reichtum, der Menschen voneinander trennt. Ein jede*r hat andere Sorgen, Probleme und Geheimnisse, eine ganz andere Realität, in der andere Welten womöglich nur in kleinen Momenten sichtbar werden und eine Rolle spielen. „Im Großen und Ganzen war sie unsichtbar, konnte durch die Welt gehen, als gäbe es sie nicht. Nur manchmal hob sich das auf. Dann war es wie ein Scheinwerfer, der auf sie fiel. Die Leute kamen drauf, dass sie als Putzfrau arbeitete, sie dachten an ihre Omas und Mütter, an ihre eigene Rente, an das Elend des Älterwerden, und die Augen füllten sich mit Mitleid.“

  • Bewertung

    5/5

    02.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Beklemmend, ungewöhnlich und nachdenklich

    „Die Auster“ von Yael Inokai ist ein ungewöhnlicher und zugleich beklemmender Roman, der mich vor allem durch seine besondere Atmosphäre beeindruckt hat. Schon das Cover wirkt schlicht und geheimnisvoll und passt damit sehr gut zur Geschichte. Der Schreibstil ist ruhig, präzise und teilweise fast nüchtern. Gerade dadurch entsteht eine besondere Spannung, denn vieles wird nicht direkt ausgesprochen, sondern bleibt zwischen den Zeilen. Die Geschichte beschäftigt sich mit Beziehungen, Abhängigkeiten und den Grenzen zwischen Nähe und Kontrolle. Dabei musste ich beim Lesen immer wieder über das Verhalten der Figuren und ihre Motive nachdenken. Besonders interessant fand ich die Figuren, die nicht einfach in „gut“ und „böse“ einzuteilen sind. Ihre Entscheidungen und Gefühle wirken komplex und teilweise schwer greifbar, was die Geschichte für mich aber gerade spannend gemacht hat. „Die Auster“ ist kein Buch für zwischendurch, sondern eine Geschichte, die nachwirkt und über die man auch nach dem Lesen noch nachdenken kann. Ich empfehle den Roman besonders Leserinnen und Lesern, die ruhige, anspruchsvolle Literatur mit einer düsteren und ungewöhnlichen Atmosphäre mögen.

  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    30.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mehr Gesellschaftsstudie als Kriminalroman

    Leonora Bloch ist 73 Jahre alt und muss ihre Rente mit Putzjobs aufbessern, obwohl sie ihr ganzes Leben als Aushilfe in einem luxuriösen Kaufhaus und als Reinigungskraft gearbeitet hat. Für Dr. Bronstedt, den Geschäftsführer des Kaufhauses, arbeitet Leonora bereits seit über 40 Jahren auch privat. Doch dieses Mal findet sie seine Leiche in einer Blutlache auf dem Boden. Bevor sie allerdings die Polizei verständigt, erledigt sie erst einmal ihren Job und putzt gründlich. Dass sie sich damit verdächtig macht, versteht sich von selbst. Nach diesem Auftakt könnte man einen eher skurrilen, vielleicht sogar etwas anspruchsloseren Kriminalroman erwarten. Doch man würde schnell eines Besseren belehrt. Auf gerade einmal 224 Seiten entwirft die Autorin eine präzise Charakter- und Sozialstudie in ausgesprochen geschliffener Sprache, während die Auflösung des Verbrechens zunehmend in den Hintergrund tritt. Leonora ist eine Antiheldin, deren Leben sich zu großen Teilen im Schatten von Luxus und Reichtum abgespielt hat. Selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammend, war sie mit den Herausforderungen als alleinerziehende Mutter eines Sohnes oft überfordert. Über seinen frühen und grausamen Tod infolge einer AIDS-Erkrankung ist Leonora nie hinweggekommen; bis heute schafft sie es nicht, die Todesursache auszusprechen. Enge soziale Beziehungen meidet sie. Nur wenige Menschen aus dem Kaufhauskontext lässt sie notgedrungen näher an sich heran. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen, die vom Luxus um sie herum geblendet sind und von einem besseren Leben träumen, hatte Leonora nie Illusionen. Sie wollte auch nie etwas geschenkt haben. Als aufmerksame Beobachterin, über die gerne hinweggesehen wird, bekommt sie vieles mit und zieht mit ihrem scharfen Verstand die richtigen Schlüsse. Die Diskrepanz zwischen Leonoras Leben und der Dekadenz des Kaufhauses, das selbst längst im Niedergang begriffen ist, könnte kaum größer sein. Besonders deutlich wird das, als die befehlsgewohnte Tochter ihres verstorbenen Arbeitgebers Leonora anlässlich der Beisetzung ganz selbstverständlich wie eine Dienstbotin herumkommandiert und sie als persönliche Assistentin mit Arbeitsaufträgen durch die Stadt schickt – obwohl zwischen den beiden keinerlei persönliche Beziehung besteht. Der Mordfall bildet letztlich nur den Rahmen für eine wesentlich umfassendere Betrachtung gesellschaftlicher Verhältnisse. Dabei gelingt es der Autorin, soziale Unterschiede und Abhängigkeiten zu zeigen, ohne daraus eine vordergründige Anklage zu machen. Gerade die knappe Form und die präzise, stellenweise sehr lakonische Sprache verleihen dem Roman seine besondere Wirkung. Wer zuvor „Ein simpler Eingriff“ gelesen hat, sollte seine Erwartungen allerdings nicht ohne Weiteres auf diesen Roman übertragen. „Die Auster“ ist deutlich leichter und stellenweise geradezu skurril angelegt. Leserinnen und Leser, die eine ähnlich ernsthafte Lektüre erwarten, könnten daher enttäuscht sein. Wer sich hingegen auf den ungewöhnlichen Ton und die gesellschaftlichen Zwischentöne einlässt, findet eine unterhaltsame, sprachlich bemerkenswerte und zugleich durchaus hintergründige Lektüre. Der Kriminalfall selbst steht dabei weniger im Mittelpunkt als die Menschen und sozialen Verhältnisse, die sich hinter ihm zeigen.

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    Herbert Hofer

    Thalia Wien – Mariahilfer Straße

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    5/5

    01.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine literarische Perle

    Selten habe ich einen Titel so stimmig gewählt gefunden. Mit Auster wird die Hauptfigur - Leonore Bloch - treffend charakterisiert. Sie ist verschlossen und wortkarg, bleibt bei und für sich und öffnet sich nur widerstrebend. Nicht einmal ihr nahestehende Menschen kommen wirklich an sie heran. Ihr Arbeitgeber, Chef eines großen Kaufhauses, für den sie privat als Putzfrau tätig ist, wird ermordet und sie ist es, die die Leiche findet. Augenscheinlich ändert dieser erschütternde Fund nichts für Leonore. Sie hält an ihren Gewohnheiten und Routinen fest, so sehr, dass sie sogar den Tatort reinigt. Schock? Oder gar Schuld? ____ Nicht nur die Protagonistin, auch der Text ist spröde, die Geschichte entfaltet sich nur zögerlich. Leonora kann sich nicht alle Menschen vom Leibe halten, es gibt Freundschaften und mittels dieser Freunde wird die Story vorangetrieben und Leonores Charakter erhellt - hinter ihrer undurchdringlichen Fassade blitzen Schlagfertigkeit und ein scharfer Verstand. Und man erfährt, dass ihrer selbstgewählten Isolation ein tragischer Verlust zugrunde liegt. ____ Eher beiläufig widmet sich Leonore dem Rätsel um den Mord und als sich in der Seafood-Abteilung des Kaufhauses - zwischen eisgekühlten Austern - die zweite abgetrennte Hand des Ermordeten findet, ist es der Fundort, der sie weiter auf die (richtige) Spur führt. ____ Die Auster ist nicht vordergründig ein Krimi, nicht vordergründig die Geschichte eines Betrugs. Es ist von beidem etwas und es ist noch mehr. Eine berührende Studie über Einsamkeit und Sehnsucht über Schmerz und dem Trotzdem - und - um bei dem Bild der Auster zu bleiben - eine literarische Perle!

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