Gesehen zu werden, gehört zu den grundlegendsten menschlichen Bedürfnissen und zugleich zu den verletzlichsten. Viele kennen das unterschwellige Gefühl, übersehen zu werden, ebenso wie die Sehnsucht nach Anerkennung und Resonanz. Doch selten wird diesem Erleben in seinen vielen Dimensionen nachgespürt. Ellen Kuhn nähert sich dem Gesehenwerden aus verschiedenen Perspektiven. Sie verbindet persönliche Erfahrungen, Gespräche und Fallgeschichten mit Erkenntnissen aus Psychologie, Neurowissenschaft, Bindungsforschung sowie aus westlichen und fernöstlichen Philosophien. Auch aktuelle Entwicklungen unserer Zeit werden thematisiert. Dieses Buch versteht sich als Einladung zur Selbsterkundung. Wer bereit ist, genauer hinzuschauen, findet Anknüpfungspunkte für Reflexion, für neue Sichtweisen und für ein vertieftes Verständnis dessen, was es heißt, sich im Blick der Anderen selbst zu begegnen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
03.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Wunsch gesehen zu werden – Existenziell für jeden von uns !!
Diese bemerkenswerte Monographie untersucht alle Aspekte einer Frage, die ausnahmslos alle Menschen beschäftigt: Wie werde ich wahrgenommen, wie sehe ich mich selbst. Das Bedürfnis gesehen und wahrgenommen zu werden ist deshalb so stark, da dies für das Neugeborene und das Kind über Leben und Tod entscheidet. Nicht ohne Grund hat die Natur es so eingerichtet, daß das Schreien eines Babys an den Nerven zerrt und somit unmittelbares Handeln auslöst. Und dieser Wunsch gesehen und anerkannt zu werden beschäftigt uns unser Leben lang.
Obwohl die Autorin das Thema auf 426 Seiten in einer derartigen Breite und Tiefe in allen Aspekten beleuchtet, die an eine wissenschaftliche Arbeit denken lassen, schafft sie es mit großer Empathie immer ganz nah bei den Lesenden zu sein. Das 24 Seiten umfassende Literaturverzeichnis am Ende des Buches ermöglicht bei Bedarf einzelne Aspekte zu vertiefen.
Hinzu kommt das große sprachliche Talent der Autorin, mit dem sie die Lesenden begleitet. Ihre fast schon literarische Sprache hat für mich das Lesen auch zu einem distinguierten Leseerlebnis gemacht.
Am Ende der meisten der 11 Kapitel lädt die Autorin durch spezielle Fragen zur Selbstschau und vertiefenden Selbsterkundung ein und erleichtert es so, das Gelesene im persönlichen Erleben wiederzufinden.
Um zu zeigen, wie weit- und tiefgreifend das Thema ist, zähle ich einmal nur einige der Aspekte auf, die, neben der Frage, was wir wirklich brauchen, von Ellen Kuhn bearbeitet werden:
Interesse – Zuhören – Verstehen – Lob und Belohnung – Bestätigung, Anerkennung, Bewunderung – Wertschätzung und Respekt – Resonanz und Spiegelung – Bedürfnisse – Werte – Moral – Grenzen – Rücksicht – Liebe – Eifersucht – Neid und Konkurrenz – Enttäuschung – Sex – Authentizität – Narzissmus – Toxische Beziehungen – Soziale Medien – Sucht und Gewalt.
Immer wieder kommen auch Betroffene ausgiebig zu Wort, teils in erschütternden Berichten ihres Lebens und Leidens an mangelnder Wahrnehmung und Wertschätzung mit all ihren Facetten.
Die Autorin versteht es auch vorbildhaft, immer die Kehrseite der Medaillen zu untersuchen, denn nichts ist per se nur gut oder schlecht, oft ist es eben erst die Übertreibung, die eine Eigenschaft oder ein Verhalten toxisch macht, gemäß dem Grundsatz: in der Dosis liegt das Gift. Doch neben dem Bedürfnis gesehen zu werden, besteht auch unser Bedürfnis nach Rückzug. Auch dieses Hervorheben der Ambivalenz der Dinge macht das Buch für mich wertvoll und es erhält von mir 5 Sterne.
Dringend jedem zu empfehlen ist dieses Buch von Ellen Kuhn „Im Blick der anderen – Die Kunst sich gesehen zu fühlen“. Das Buch hat 456 Seiten und ist 2026 bei tredition.com als Softcover (23,50 €), Ha
Micha_W
5/5
10.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührende Tiefe statt Glückskekssprüche
Gehören Sie auch schon der Selbsthilfegruppe für Ratgeber-Frustrierte an? Soviel vorweg: Ellen Kuhn gibt dafür keinen Anlass. Im Gegenteil.
Der Anteil der sogenannten Ratgeber-Literatur beträgt auf dem deutschen Markt immerhin 10 bis 15 Prozent. Dabei ist die Erfahrungsendlos-Schleife bei diesen Büchern doch eigentlich immer die gleiche: Die Titel versprechen das sofortige Lösen des Problems in Rekordzeit, am besten sogar aller Probleme. Der Weg dorthin ist von Affirmationen im Befehlston gepflastert, die kein Nachdenken und keinen Widerspruch zulassen („Sei Du selbst. Sei die beste Version Deiner selbst. Sorge Dich nicht, lebe. Vergleiche Dich nicht. Sei unvergleichlich. Du musst unbedingt …“ Und unendlich viele mehr). Das empfinden erstaunlich viele Menschen als primär angenehm, da es vordergründig Sicherheit vermittelt, Komplexität reduziert, das Leben also scheinbar einfacher macht. Bis das böse Erwachen folgt – hat doch nichts gebracht. Aber da wartet ja schon der nächste Wunder-Guru mit dem nächsten Ratgeber.
Was für eine Wohltat, wenn man in diesem Szenario ein Buch von Ellen Kuhn in die Hände bekommt.
Nach Ihrem Erfolgsbuch „Erfüllendes Mutterglück oder kinderlose Freiheit – mein Weg zur Entscheidung“ war man schon gespannt, welchem schwierigen, aber immer aktuellen Thema Sie sich – nach einem kurzen Intermezzo über einen Essay-Band – wohl als Nächstes widmen würde. Im Sachbuch „Im Blick der Anderen: Die Kunst, sich gesehen zu fühlen“ bekommt man genau die Ellen Kuhn, die man im ersten Buch so schätzen gelernt hat.
Wer hat sich noch nie mit dem Gefühl konfrontiert gesehen, dass man für manche oder viele um sich herum unsichtbar ist, nicht wahrgenommen wird, egal was man tut? Während anderen die Herzen ohne großes Zutun einfach nur zufliegen. Gesehen werden zu wollen, gehört ohne jeden Zweifel zu den grundlegendsten menschlichen Bedürfnissen. Viele wissen das, viele leugnen es, viele leiden darunter, viele driften ab in abstruse Verhaltensweisen, nur weil fehlende Anerkennung, fehlende Resonanz, fehlende Spiegelung am Selbstwert und an der gesamten Persönlichkeit zehren. Manchmal Tag um Tag, nicht selten Jahr um Jahr, vielleicht sogar lange Phasen des Lebens. „Wie die Sehnsucht nach Anerkennung unser Selbst formt“ ist folgerichtig ein weiterer Untertitel des Buches.
Erst wenn man dieses Buch liest, erkennt man, wie facettenreich dieser Themenkomplex eigentlich ist. Kuhn geht trotz tiefschürfender Materie mit erfrischender Leichtigkeit zum Beispiel darauf ein, was wir wirklich brauchen, was Applaus und Bewunderung mit uns machen, wie es zu verletzenden und gar toxischen Beziehungen kommen kann, was Lob und Belohnung mit uns machen können, welche Bedeutung soziale Medien in diesem Gefüge haben und wie Liebe und Sex ganz ausgeprägt mit dem Gesehenwerden zusammenhängen können. Und vieles, vieles mehr.
Trotzdem wird das Buch nie langweilig. Das liegt zum einen an der guten Gliederung und Proportionierung und vor allem auch an den immer wieder eingestreuten Berichten von Betroffenen, in denen man sich mehr als einmal wiederfindet. Und an den Fragen, mit denen sie ihre Leserschaft direkt einbindet. Sogar kurze Ausflüge in die dazugehörigen Aspekte der Philosophie (einschließlich fernöstlicher Perspektiven wie des Konfuzianismus, des Daoismus und des Zen-Buddhismus) und der Psychotherapie wirken nie trocken, sondern immer stimmig und zusätzlich erhellend.
„Das Thema ist komplex, vielschichtig und oft widersprüchlich. Eine einfache Antwort würde ihm nicht gerecht“, schreibt die Autorin in ihrer Einleitung.
Wenn man ihr Buch gelesen hat, hat man durch den Reflexionsprozess, den Kuhn mit Ansage intendiert, vielleicht noch nicht alle Probleme gelöst. Aber man ist sich selbst ein großes Stück näher gekommen.
Bewertung
aus Bergisch Gladbach
5/5
13.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Gesehen werden ist eine „Sehn“Sucht
Jeder Mensch hat das Bedürfnis, gesehen zu werden, aber manchmal erleben wir das gesehen werden erst, wenn es schmerzt und manchmal hat man einfach das Gefühl, nicht gesehen zu werden. Auch bei mir ist es schwierig gewesen, mich auf das Thema einzulassen, weil es mich schon unbewusst, ein Leben lang begleitet . Es geht auch um Selbstwert und Selbstliebe. Durch dieses Buch habe ich gelernt, wie wertvoll es ist dem intensiven Schmerz, den man haben kann, wenn man nicht gesehen wird oder sich nicht gesehen fühlt, anzunehmen und dann da genauer „hinzuschauen“.
Man merkt der Autorin Ellen Kuhn an, dass sie verschiedene Disziplinen miteinander verbinden will, sprich sie durchleuchtet das Thema „gesehen werden“ in ihrem neuesten Buch aus den verschiedensten Perspektiven/Blickwinkeln, philosophisch und psychologisch usw. Man spürt ihre Neugier und ihre Sensibilität in ihrer Schreibe.
Sie lässt auch viele andere Stimmen zu Wort kommen und gibt sehr viele Fallbeispiele.
Das unheimlich ausführliche Literaturverzeichnis lässt erkennen, dass Ellen Kuhn viel recherchiert hat und sich wie gesagt, verschiedene Perspektive zu dem Thema angelesen hat.
Das Buch ist für mich wie ein Mosaik aus vielen verschiedenen Steinchen/verschiedenen Blickwinkeln. Mit sich selbst im Reinen zu sein ist das Ziel - sich selbst im Licht zu sehen.
Danke für das „gesehen werden“.
leseratte_dani
5/5
10.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Gut geschrieben, recherchiert und aufgebaut – Leseempfehlung zur persönlichen Weiterentwicklung
Im Buch wird das Thema Fremd- und Selbstperspektive, sowie die Verbindung davon aus vielen verschiedenen Richtungen ausführlich beleuchtet. Denn jeder Mensch möchte gesehen werden. Doch nicht immer funktioniert dies, wie man es sich vorstellt. Manchmal hat dies auch mit seinem Selbstbild zu tun. Ellen Kuhn stellt diese Tatsachen und Zusammenhänge sehr fundiert und ausführlich dar.
Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm und neben sehr gut recherchierten Fakten gibt es auch Berichte von Personen. Diese Berichte werden sehr gut in die Erläuterungen eingebunden und analysiert hinsichtlich Einordnung in die Thematik.
Am Ende der Abschnitte gibt es auch Fragen zur Reflektion. Dadurch kann man sich sehr gut selbst reflektieren und auch die Eindrücke aus der Umwelt für sich besser einordnen. Ich habe über die einzelnen Abschnitte z.T. sehr lange nachgedacht und mich mit dem Thema beschäftigt.
Insgesamt ist das Buch ein sehr gut aufgebautes und geschriebenes Werk. Es ist nichts, was man auf die Schnelle lesen kann, denn man muss sich auf den Inhalt einlassen. Ich habe aus dem Buch viel für mich mitgenommen und werde auch in Zukunft sicher immer mal wieder auf das Buch zurückgreifen. Von mir gibt es für dieses Buch eine definitive Leseempfehlung, da es die persönliche Weiterentwicklung sehr gut unterstützen kann, egal, ob man sich schon gesehen fühlt oder in manchen Bereichen mehr oder anders gesehen werden möchte.
Klugscheisser
Thalia Book Circle Community
5/5
03.06.2026
eBook (ePUB)
Der Wunsch gesehen zu werden – Schmerzhaft, oft verdrängt, existenziell !!
Diese bemerkenswerte Monographie untersucht alle Aspekte einer Frage, die ausnahmslos alle Menschen beschäftigt: Wie werde ich wahrgenommen, wie sehe ich mich selbst. Das Bedürfnis gesehen und wahrgenommen zu werden ist deshalb so stark, da dies für das Neugeborene und das Kind über Leben und Tod entscheidet. Nicht ohne Grund hat die Natur es so eingerichtet, daß das Schreien eines Babys an den Nerven zerrt und somit unmittelbares Handeln auslöst. Und dieser Wunsch gesehen und anerkannt zu werden beschäftigt uns unser Leben lang.
Obwohl die Autorin das Thema auf 426 Seiten in einer derartigen Breite und Tiefe in allen Aspekten beleuchtet, die an eine wissenschaftliche Arbeit denken lassen, schafft sie es mit großer Empathie immer ganz nah bei den Lesenden zu sein. Das 24 Seiten umfassende Literaturverzeichnis am Ende des Buches ermöglicht bei Bedarf einzelne Aspekte zu vertiefen.
Hinzu kommt das große sprachliche Talent der Autorin, mit dem sie die Lesenden begleitet. Ihre fast schon literarische Sprache hat für mich das Lesen auch zu einem distinguierten Leseerlebnis gemacht.
Am Ende der meisten der 11 Kapitel lädt die Autorin durch spezielle Fragen zur Selbstschau und vertiefenden Selbsterkundung ein und erleichtert es so, das Gelesene im persönlichen Erleben wiederzufinden.
Um zu zeigen, wie weit- und tiefgreifend das Thema ist, zähle ich einmal nur einige der Aspekte auf, die, neben der Frage, was wir wirklich brauchen, von Ellen Kuhn bearbeitet werden:
Interesse – Zuhören – Verstehen – Lob und Belohnung – Bestätigung, Anerkennung, Bewunderung – Wertschätzung und Respekt – Resonanz und Spiegelung – Bedürfnisse – Werte – Moral – Grenzen – Rücksicht – Liebe – Eifersucht – Neid und Konkurrenz – Enttäuschung – Sex – Authentizität – Narzissmus – Toxische Beziehungen – Soziale Medien – Sucht und Gewalt.
Immer wieder kommen auch Betroffene ausgiebig zu Wort, teils in erschütternden Berichten ihres Lebens und Leidens an mangelnder Wahrnehmung und Wertschätzung mit all ihren Facetten.
Die Autorin versteht es auch vorbildhaft, immer die Kehrseite der Medaillen zu untersuchen, denn nichts ist per se nur gut oder schlecht, oft ist es eben erst die Übertreibung, die eine Eigenschaft oder ein Verhalten toxisch macht, gemäß dem Grundsatz: in der Dosis liegt das Gift. Doch neben dem Bedürfnis gesehen zu werden, besteht auch unser Bedürfnis nach Rückzug. Auch dieses Hervorheben der Ambivalenz der Dinge macht das Buch für mich wertvoll und es erhält von mir 5 Sterne.
Dringend jedem zu empfehlen ist dieses Buch von Ellen Kuhn „Im Blick der anderen – Die Kunst sich gesehen zu fühlen“. Das Buch hat 456 Seiten und ist 2026 bei tredition.com als Softcover (23,50 €), Hardcover (27,50 €) und als e-book (19,99 €) erschienen.
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